Kahlschlag bei Spotify: Tausende KI-generierte Songs entfernt
Seit Mai entfernt der Streaming-Anbieter Spotify tausende Songs auf seiner Plattform. Alle gelöschten Songs sollen mit dem KI-Tool Boomy erstellt worden sein.
Bei ChatGPT und anderen KI-Tools handelt es sich um Software, die durch Texteingabe ganze Texte, Bilder und mehr generieren kann. Hierzu nutzen die KI-Tools unzählige Trainingsdatensätze und werden durch jede neue Eingabe besser. Jüngst sorgte ein Fall in der Musikindustrie für genaues Hinhören. So sind auf Spotify, Youtube, Tiktok und einigen anderen Streaming-Plattformen ein gemeinsamer Song von Drake und The Weekend hochgeladen worden, der jedoch nie von diesen Künstlern produziert wurde. Seit 1. Mai entfernt der schwedische Streaming-Anbieter Spotify tausende Songs von der Plattform, die von KI-Tools erstellt wurden.
Mit KI-Tool Boomy wurden mehr als 14,5 Millionen Songs erstellt
Alleine via Boomy sollen mehr als 14,5 Millionen Songs via KI generiert worden sein. Hierbei werden etwa Lieder mit täuschend echt klingenden Stimmen erstellt, die tatsächlichen Künstler gehen jedoch leer aus, da sie diese Lieder nicht erstellt haben und folglich keine Tantieme bekommen. Laut der offiziellen Boomy-Webseite wurden mehr als 14,5 Millionen Songs mit dem KI-Tool erstellt. Auf Spotify gibt es zudem keinerlei neue Releases mehr von Boomy.
Mittels KI erstellte Songs ohne Kennzeichnung könnten eine Gefahr für die Musikindustrie darstellen. Laut dem Produzenten von Jay-Z, Young Guru, gibt es ein KI-Problem für Musiker. Schließlich klingen die Stimmen zumindest beim ersten Hinhören sehr echt. Die Musiker fürchten um ihre Einnahmen, die Rechte der Kunstschaffenden müssten geschützt werden, so der Produzent. Zudem ist die Urheberrechtsfrage ein Streitthema, da sich die KI-Tools der Stimmen von Musikern bedienen, ohne diese vorher um Einverständnis gefragt zu haben.
Ebenfalls lesenswert: Angeblicher Drake-Song Heart On My Sleeve zeigt KI-Problem für Musiker
Sammlung zu entfernten, KI-generierten Songs bei Spotify:
- Der Musik-Streaming-Anbieter Spotify hat tausende Songs entfernt, die von einem KI-Tool erstellt wurden.
- Alleine via Boomy sollen mehr als 14,5 Millionen Songs via KI generiert worden sein. So werden etwa Lieder mit täuschend echten Stimmen erstellt, obwohl die Künstler gar nicht diese Songs aufgenommen haben.
- Die Musiker fürchten um ihre Einnahmen und sehen die Urheberrechte verletzt.
Quellen: Musicbusinessworldwide

Bei dem ganzen aktuellen Deutschschlager würde es mich ja nicht wundern, hört sich das eh alles gleich an.
Echte Musik findest du in dem Bereich, der jetzt Angst hat, eh nicht mehr. Haste noch nie. Bei genannten Künstlern ist es vollkommen egal, es kommt eh immer aus dem PC. Die können Live nicht mal singen.
einfache Faustregel: Wenn die Listener dein Originalmaterial nicht von schnell KI generiertem Schlonz unterscheiden kann, wars wahrscheinlich vorher auch nicht so geiles Zeuch. Mach das mal mit Kreator
Den wenn man sich irgendwann Content nach Bedarf generieren lassen kann (egal ob Bilder, Videos oder Musik) dann bricht deren Geschäftsmodell weg. Und je mehr an Content generiert wird, desto schwerer ist es überhaupt eine lukrative Nische zu finden, wo man erfolgreich sein kann. Das kann man jetzt schon bei "menschlichem Content" beobachten.
Ich bin sehr gespannt wie sich Instagram und Co. verändern sobald Text- und Bildgenerierung eine Marktreife erreichen, die für Laien nutzbar ist.
Erste Prototypen zeigen da schon sehr erschreckende Ergebnisse.
Wenn ich mit 20 Bildern von mir und einen entsprechenden KI-Tools beliebigen Content generieren kann vom Sofa aus, welche Existenzberechtigung haben dann noch Influencer?
Das gerade die Musikindustrie als erste auf die Kacke haut, überrascht mit allerdings. Für bildgebende Künstler ist die Situation "mein Job wird ersetzt" neu. Aber Musik-Produzenten? Live-Musiker wurden durch Schelllack ersetzt, Orchester durch E-Orgeln, Chöre durch Effektmaschienen und Multispur, Instrumentalisten durch Keyboards und schon vor 40 Jahren hat man ggf. auch den Sänger gegen eine Kombination aus Schauspieler für die Vermarktung und Backgroundsänger für den Sound ersetzt. Wo nicht sorgt nicht-künstlerisch verwendetes Autotune für das real nicht vorhandene Talent. Von der Sampling-Szene, die Teils Alltagsgeräusche oder namenloses Altmaterial arrangiert, ganz zu schweigen. Wo liegt da der Unterschied, wenn KI-Töne nach Vorstellungen eines Menschen zusammenfließen? Haben die Pop-Produzenten Angst, dass jetzt jeder Retorten-Titel zusammenklickt?