KI in Nvidias Chipdesign: Entwicklungszeit schrumpft teilweise von Monaten auf nur wenige Stunden

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KI in Nvidias Chipdesign: Entwicklungszeit schrumpft teilweise von Monaten auf nur wenige Stunden
Quelle: Nvidia

Was früher Monate an Entwicklungszeit verschlang, könne dank KI heutzutage in wenigen Stunden erledigt werden. Nvidias leitender Wissenschaftler äußert sich auf der GTC 2026 zum internen Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Nvidia setzt bei der Entwicklung neuer Chips - wie beinahe alle Halbleiterhersteller - zunehmend auf künstliche Intelligenz. Wie Bill Dally, Chief Scientist und Senior Vice President of Research bei Nvidia, auf der GTC 2026 in San José erklärte, verändert KI zentrale Prozesse der Chipentwicklung. Dank eines internen Systems könne ein Prozess, der beim Wechsel auf einen neuen Fertigungsprozess zwingend anfällt und der zuvor rund 80 Personenmonate an Entwicklungszeit benötigte, auf eine einzige Nacht auf einer GPU verkürzt werden. Konkret gehe es dabei um die Anpassung sogenannter Standard-Cell-Bibliotheken an neue Fertigungsprozesse, einen zentralen Schritt in der Chipentwicklung, der im Wesentlichen über Energieverbrauch und Effizienz moderner Chips entscheidet.

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Bill Dally, Chief Scientist und Senior Vice President of Research bei Nvidia

"Wir versuchen, KI überall dort einzusetzen, wo es im Designprozess möglich ist, und es gibt bereits mehrere Beispiele. Zum Beispiel müssen wir jedes Mal, wenn wir einen neuen Halbleiterprozess einführen, unsere Standard-Cell-Bibliothek darauf portieren. Das sind etwa 2.500 bis 3.000 Zellen. Früher hat ein Team aus acht Personen dafür rund zehn Monate gebraucht - also etwa 80 Personenmonate. Dann haben wir ein Programm auf Basis von Reinforcement Learning entwickelt, genannt NBL. (...) Das läuft über Nacht auf einer einzelnen GPU. Und die Ergebnisse sind tatsächlich besser als die von menschlichen Designs - gemessen etwa an Zellgröße, Verlustleistung und Verzögerung. Es erreicht oder übertrifft die menschlichen Designs".

Klassische Methoden werden ersetzt

Technisch setzt Nvidia auf ein System namens NB-Cell, das auf Reinforcement Learning basiert. Dieses soll Layouts von Schaltkreisen automatisch optimieren und erreicht laut dem amerikanischen Unternehmen teils bessere Ergebnisse als menschliche Entwickler. Dabei werden wichtige Parameter wie Fläche, Energieverbrauch und Timing berücksichtigt. Die KI generiere dabei auch Lösungen, die klassische Ansätze nicht liefern würden - teilweise mit Effizienzgewinnen von rund 20 bis 30 Prozent gegenüber manuellen Designs.

Künstliche Intelligenz als Alternative

Trotz der Fortschritte bleibe die vollständige Automatisierung der Chipentwicklung zunächst unrealistisch. Nvidia nutzt laut eigenen Angaben KI bisher lediglich gezielt als Unterstützung. So gebe es unter anderem interne Sprachmodelle wie Chip Nemo oder Bug Nemo, die Entwickler bei Fragen oder Debugging unterstützen sollen. Ziel sei es, Entwicklungszyklen zu verkürzen und die Komplexität moderner Chips besser zu beherrschen. Die gezeigten Fortschritte verdeutlichen jedoch, dass KI dank einer Übernahme zentraler Designprozesse die Herstellungsgeschwindigkeit künftiger GPU-Generationen maßgeblich beeinflussen wird.

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Quelle: Bill Dally auf der GTC 2026

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    • Kommentare (56)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Zitat von Olstyle
        Nur welche Modellierung ist ohne Lücken/Vereinfachungen? Desto größer das Modell, desto größer die Gefahr dass ein Overfitting auf die Vereinfachungen stattfindet.
        Die Frage ist ja weniger ob es Vereinfachungen und Lücken gibt sondern ob diese wirklich relevant sind. Modelle sind ja immer Abstraktionen. Wo es kritisch ist ist die Bewertung. Es muss sauber definiert sein und eben fehlaktuierung die theoretisch zum Ziel führen bestraft werden. Als einfaches Beispiel ein Geschwindigkeitsregler im Auto. Der Algorithmus könnte ja erkennen, dass er mit Vollgas und entsprechender Bremsaktuation auf die Soll-Geschwindigkeit kommt. Dass ist aber nicht sinn eines solchen Reglers also muss eine gemeinsame Aktuation von beiden bspw. bestraft werden.
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Zitat von Olstyle
        Nur welche Modellierung ist ohne Lücken/Vereinfachungen? Desto größer das Modell, desto größer die Gefahr dass ein Overfitting auf die Vereinfachungen stattfindet.
        Die Frage ist ja weniger ob es Vereinfachungen und Lücken gibt sondern ob diese wirklich relevant sind. Modelle sind ja immer Abstraktionen. Wo es kritisch ist ist die Bewertung. Es muss sauber definiert sein und eben fehlaktuierung die theoretisch zum Ziel führen bestraft werden. Als einfaches Beispiel ein Geschwindigkeitsregler im Auto. Der Algorithmus könnte ja erkennen, dass er mit Vollgas und entsprechender Bremsaktuation auf die Soll-Geschwindigkeit kommt. Dass ist aber nicht sinn eines solchen Reglers also muss eine gemeinsame Aktuation von beiden bspw. bestraft werden.
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von meeen
        Dabei ist es wichtig dass man den "richtigen" Wert versucht zu maximieren als auch dass der Verifier keine Regellücken hat ansonsten findet das Modell diese und erzeugt regelkonforme hochbewertete Lösungen die nutzlos sind
        Nur welche Modellierung ist ohne Lücken/Vereinfachungen? Desto größer das Modell, desto größer die Gefahr dass ein Overfitting auf die Vereinfachungen stattfindet.
        Zitat von -Kerby-
        Ich bin recht viel am Orchestrieren und Korrigieren, aber selbst Algorithmen ausdenken... das kriegt teilweise Claude viel besser und schneller hin.

        Mathematik ist aber noch so ein Thema. Da wird noch recht viel halluziniert.
        Was jetzt? Kann Algorithmen, also angewandte Mathematik, oder macht vermehrt Fehler bei Mathematik?
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von HardWareFresser87
        Ich kenne mich damit nicht aus und habe mich noch nie wirklich mit KI beschäftigt. Mein bester Freund ist bei der Cyberabwehr im Bund tätig, und er meinte, man wird immer Menschen brauchen. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, da ich in der Materie nicht so involviert bin.

        LG
        Klar wird man immer Menschen brauchen. Aber ob man alle noch braucht das ist ja dann die Frage.
      • Von HardWareFresser87 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von G4mest3r
        Der ganze KI-slop lebt davon,ganz schnell, viel amFließband auszuspucken. Leider auch viel Mist dabei.
        Und die Menschen mit Expertise werden dann gebraucht, um zu reviewen und die Spreu vom Weizen zu trennen.

        Das macht keinen Spass, ist geistige Hochkonzentrations-Fließbandarbeit, die immer schlechter bezahlt wird - weil es auf Masse geht. Und die Expertise Qualität zu beurteilen wird von unten auch nicht mehr nachgezüchtet.
        Stichwort "Job-hollowing"
        Bin ich voll bei dir. Das Problem ist die Gier oder einfach der Zeitaufwand, der damit verbunden ist, um die Leute gut zu bezahlen. Dabei kann man alles von der Steuer absetzen.

        LG
        Zitat von RyzA
        Ja aber ob die dann wirklich alle noch brauchen ist fraglich.
        Nvidia kann dann Personalkosten sparen und noch größere Gewinne einstreichen!
        Ich kenne mich damit nicht aus und habe mich noch nie wirklich mit KI beschäftigt. Mein bester Freund ist bei der Cyberabwehr im Bund tätig, und er meinte, man wird immer Menschen brauchen. Ob das stimmt, kann ich nicht sagen, da ich in der Materie nicht so involviert bin.

        LG
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Ja, die unfehlbare, künstliche Intelligenz.
        Es gab gerade noch einen Bericht direkt aus der Szene, wonach alleine die Fehlerquote beim Programmieren um 39% gestiegen sei.
        Berufe wie der Programmierer verschwinden über die Zeit, man wird zu Ja-Sagern degradiert.
        Man tippt nur noch seine Wünsche in einer Konsole ein, die KI berechnet schnell etwas - und dann gibt der "Profi" ohne Backgroundwissen einfach dazu sein ok.
        Die Bezahlung wird von einem festen Gehalt auf ein Produktivitätssystem umgestellt.
        Man bekommt also Geld für den Output.
        Wer sich also wirklich die Mühe macht und seine Arbeit gut machen will - auch weil er es noch kann -, der verdient demnach weniger als jemand, der überhaupt keine Ahnung hat und sich einfach nur schnell durchklickt.
        Wie das schlimm ausgehen kann, beweist der Abschuss der bis zu 170 Erwachsene und vor allem Schulkinder im Iran.
        Es wird dort eine KI eingesetzt, die den Soldaten potentielle Ziele vorgibt.
        Leider verwendete die KI auch Kartenmaterial von Google aus dem Jahr 2013, seit 2016 war an dem besagten Standort aber eine Mädchenschule eingerichtet gewesen.
        Hätte jeder Mensch gesehen und gewusst.
        Prüfen? Wozu? Kostet den Firmen Zeit und Geld, aber mit der Erpsarnis mus sman ja die Unkosten der KI wieder reinholen.
        Klar spart man sich so sehr viel Vorarbeit, aber zu welchem Preis?
        Es dauert also nur eine Generation, bis die Menscheit total verblödet ist - auch dazu gibt es eine neue Studie, die das bei Schülern bereits attestiert hat, erstmalig in der Geschichte der Datenerfassung sind die Menschen nun dümmer als vorher, weil sie halt nichts mehr eigenständig erlernen müssen.
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