KI im Kampf gegen Scammer: Die Rache der Technik

9
News Milo Reuter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
KI im Kampf gegen Scammer: Die Rache der Technik
Quelle: O2

O2 setzt in Großbritannien eine KI im Kampf gegen Betrüger ein. Die Technik suggeriert einen menschlichen Gesprächspartner.

O2 setzt im Vereinigten Königreich auf KI im Kampf gegen Scammer. Mittels künstlicher Intelligenz wird den Betrügern am Telefon suggeriert, dass sie mit einer echten alten Dame sprechen, die redselig ist. Wenn die Betrüger dann um die Bankdaten der Person bitten, damit sie sie bestehlen können, bekommen sie von der KI lediglich falsche Nummern und Namen genannt.

Ziel des Ganzen ist es, die Scammer so lange wie möglich in der Leitung zu halten. Damit soll ihnen Zeit geraubt werden, in der sie ansonsten echte Menschen betrügen könnten, und auf der anderen Seite werden die Gespräche auch dazu genutzt, etwas über die Tricks und Techniken der Betrüger zu lernen. Der Vorteil der KI ist, dass sie Tag und Nacht verfügbar ist.

Solche langen Konversationen bringen dann auch den ein oder anderen Scammer an seine Schmerzgrenze, wie man im Video hören kann. Einige Konversationen sollen rund 40 Minuten gedauert haben.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bei der Erstellung der KI hat Jim Browning mitgeholfen. Er betreibt den gleichnamigen Youtube-Kanal, bei dem es ihm darum geht, Scammer zu identifizieren und zurückzuverfolgen.

Die KI arbeitet in Echtzeit, dabei werden die Gespräche von Stimme zu Text übersetzt, dann mittels eines angepassten LLMs (large language model) über eine Persönlichkeitsebene gefiltert, wieder in Sprache verwandelt und dann ausgegeben. Das Gegenüber währt sich währenddessen in einem ganz normalen Gespräch. Kunden in Vereinigten Königreich haben keinen direkten Zugriff auf die KI. Ihre Nummer wurde einer Liste von einfachen Zielen hinzugefügt, wie sie Scammer nutzen, um an potenzielle Opfer zu gelangen.

Ziel ist es, laut Murray Mackenzie, dem Chef der Betrugsabteilung von Virgin Media O2, alles Erdenkliche zu tun, um Scammer zu stoppen; von der Firewall bis hin zum Einsatz von KI. 71 % der Briten würden sich gerne an Scammern rächen, die ihnen oder ihren Nahestehenden Schaden zugefügt haben, wollen jedoch nicht ihre Zeit vergeuden mit Scambaiting. So entstand die Idee, das doch einfach von einer KI übernehmen zu lassen. So rächt sich die Technik, im Auftrag der Menschen. Einige sehen allerdings eine Gefahr darin, dass die Technik in der Lage ist, so authentisch in einer Konversation zu agieren. Ähnliche Technologie wird teils auch seitens der Scammer eingesetzt, um ein Gespräch mit einem Angehörigen zu simulieren.

9
    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Sobald das mehr als ein Bruchteil ist, dürften die Adresshändler ihrerseits darauf achten, die Fake-Anschlüsse zu blackflaggen, sodass "Ziel erreicht" nie eine relevante Größe erreicht
        Da ist halt eben das schöne, dass sie es mit einem Telekommunikationsanbieter zu tun haben. O2 kann sich da wohl Millionen Nummern aus dem Ärmel schütteln, die auch als Honigtöpfe agieren, sodass man die Datenbanken wirklich verseuchen kann. Ich schätze mal, dass Telephonbücher von vor 2024 für Betrüger eine wertvolle Quelle werden könnten. Adresshändler, die mit der Qualität ihrer Ware werben können (etwa durch abgegriffene reale Datenbanken) wird es natürlich auch leider weiterhin geben.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Sobald das mehr als ein Bruchteil ist, dürften die Adresshändler ihrerseits darauf achten, die Fake-Anschlüsse zu blackflaggen, sodass "Ziel erreicht" nie eine relevante Größe erreicht
        Da ist halt eben das schöne, dass sie es mit einem Telekommunikationsanbieter zu tun haben. O2 kann sich da wohl Millionen Nummern aus dem Ärmel schütteln, die auch als Honigtöpfe agieren, sodass man die Datenbanken wirklich verseuchen kann. Ich schätze mal, dass Telephonbücher von vor 2024 für Betrüger eine wertvolle Quelle werden könnten. Adresshändler, die mit der Qualität ihrer Ware werben können (etwa durch abgegriffene reale Datenbanken) wird es natürlich auch leider weiterhin geben.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Trefferquote, also Scammer ruft tatsächlich eine KI-Nummer an, wird allerdings massiv von dem Anteil der KI-Nummern in den gehandelten Datenbanken abhängen. Sobald das mehr als ein Bruchteil ist, dürften die Adresshändler ihrerseits darauf achten, die Fake-Anschlüsse zu blackflaggen, sodass "Ziel erreicht" nie eine relevante Größe erreicht. Aber es ist eine nette Fingerübung für eine sinnvolle KI-Anwendung und wenn es erstmal reibungslos funktioniert, bekommen wir in Zukunft vielleicht irgendwann die eine Weiterleitungstaste, die das Gespräch in unserem Namen fortsetzt.

        Ich nehm' den gleichen Algorithmus dann auch bitte direkt in der Outgoing-Variante für 1-Stündige-Hotline-Warteschleifen.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Echo321
        Es gibt genügend Beispiele im Netz wo eine KI Mist erzählt Vielleicht reicht auch schon eine Frage die eine echte Person nicht so schnell beantworten könnte ala "Hallo Frau Meier , können Sie mir sagen wieviel 456 mal 953 ist ?"

        Kann natürlich sein das die KI Persönlichkeiten so gut trainiert sind das sie solche Fragen ab blocken usw. Es kommt eben aufs Training an. Unfehlbar ist derzeit keine KI.
        Es geht nicht darum, dass das ganze unfehlbar sein muß, es soll die Betrüger nur nerven und ihre "Arbeit" schwerer machen:

        - Wenn der "Enkel" die Oma bittet, mal eben dreistellige Zahlen im Kopf zu multiplizieren oder sich sonstwie komisch verhält, dann könnte die Oma mißtrauisch werden -> Ziel erreicht.
        - Wenn die Betrüger nach 10 min abbrechen, weil sie sich nicht sicher sein können, ob da eine KI dahintersteckt -> Ziel erreicht.
        - Wenn sich die Betrüger bei jedem Anruf fragen müssen, ob sie einen Menschen verarschen oder nicht und das ganze permanent möglichst unauffällig abklopfen müssen -> Ziel erreicht.
        - Wenn sich in Betrügerkreisen irgendwelche Legenden bilden ->Ziel erreicht.

        Jede Minute, die die Betrüger beschäftigt sind, können sie niemand anderen ausnehmen. Ich hab mal eine Callcentermitarbeiterin, die mir einen Buchclub unterjubeln wollte, eine halbe Stunde hingehalten. In der Zeit hätte sie wahrscheinlich versucht 3-5 andere Leute übers Ohr zu hauen, daraus wurde nichts.
      • Von Just_osi Freizeitschrauber(in)
        Zitat von DarkWing13
        Super Sache!
        Die Frage ist natürlich, ob das auf Dauer funktioniert.
        Sobald sie Scammer das spitz kriegen, gibt es sicher Möglichkeiten die "KI" durch gezielt eingestreute Fragen aus dem Tritt zu bringen.
        Ki kann ja dann mit Ki reden und sich betrügen versuchen^^
      • Von GEChun Volt-Modder(in)
        Zitat von Echo321
        Es gibt genügend Beispiele im Netz wo eine KI Mist erzählt Vielleicht reicht auch schon eine Frage die eine echte Person nicht so schnell beantworten könnte ala "Hallo Frau Meier , können Sie mir sagen wieviel 456 mal 953 ist ?"

        Kann natürlich sein das die KI Persönlichkeiten so gut trainiert sind das sie solche Fragen ab blocken usw. Es kommt eben aufs Training an. Unfehlbar ist derzeit keine KI.
        Mir ging es jetzt nur darum das die KI sich auch anpasst. Eine Pauschale Frage die einmal und immer gütlig ist... das ist definitiv nicht mehr so.

        Das heißt nicht das KI nicht unfehlbar sind...
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk