Deepfake-Videos: Nächste US-Schauspielerin leitet rechtliche Schritte gegen KI-Firma ein

54
News Jusuf Hatic Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die US-Schauspielerin Scarlett Johansson legt wegen eines KI-Deepfakes rechtliche Schritte ein.
Quelle: Disney

Für ein Werbevideo einer KI-Firma wurde ein generiertes Abbild sowie eine künstliche Stimme der Schauspielerin Scarlett Johansson genutzt. Diese reagiert nun mit einer Klage, die potenziell einen Präzedenzfall schaffen könnte.

Für ein 22-sekündiges Werbevideo haben die Betreiber der App "LisaAI" ein KI-generiertes Abbild sowie eine künstlich generierte Stimme der US-Schauspielerin Scarlett Johansson (bekannt aus Marvel's Avengers, Lucy, Ghost in the Shell) genutzt - ohne ihr Einverständnis. Angesichts dessen leitet Johansson nun rechtliche Schritte gegen die App-Entwickler ein, wie das Portal Variety berichtet. Dem Anwalt Kevin Yorn zufolge werden in der nächsten Zeit "alle rechtlichen Möglichkeiten" genutzt, um gegen die KI-generierte Werbung vorgehen zu können.

Der mittlerweile von sämtlichen Kanälen gelöschte Werbeclip zu LisaAI soll demzufolge mit einer Originalaufnahme von Johansson hinter den Kulissen von Marvel's Black Widow starten; im Anschluss wandelt sich die Szene in eine KI-generierte Person mitsamt künstlich produzierter Stimme um. Diese soll den Betreibern zufolge "nichts mit der Person im Video zu tun haben", Johansson selbst soll allerdings eindeutig zu erkennen sein.

In US-Bundesstaaten wie etwa Kalifornien bringt ein solcher Disclaimer entsprechend herzlich wenig, schließlich führe die "unbefugte Verwerdung des Namens, der Stimme, des Fotos oder des Bildes einer Person zum Zweck der Werbung" zu zivilrechtlichen Klagen. Wie der Variety-Bericht weiterhin erklärt, ist Johansson nicht die erste Prominente, die sich mit solchen KI-Fakes rechtlich auseinandersetzen musste. Ähnliches sei bereits Tom Hanks widerfahren, dessen KI-generiertes Abbild für eine Zahnzusatzversicherung genutzt wurde. Einen echten Präzedenzfall vor Gericht gibt es bisher nicht, die meisten solcher Angelegenheiten werden mit Unterlassungsaufforderungen beigelegt.

54
    • Kommentare (54)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Krabonq Volt-Modder(in)
        Zitat von rum
        Kenne ich nicht; muss ich das?
        Wie heißt es so schön?
        Man muss nichts außer sterben.
      • Von Krabonq Volt-Modder(in)
        Zitat von rum
        Kenne ich nicht; muss ich das?
        Wie heißt es so schön?
        Man muss nichts außer sterben.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Krabonq
        Wahrscheinlich gar nicht so abwegig.
        Hatsune Miku und co. machen es ja vor, dass man auch mit "virtuellen Stars" viel Geld verdienen kann, wenn man sie richtig vermarktet.
        Kenne ich nicht; muss ich das? Ich mag deutlich reale Stars, wie zB. meine Mutter, die im wahrsten Sinne des Wortes in schweren Zeiten aus Scheiße Bonbons gemacht hat oder "couragierte Alltagshelden", die machen nämlich das, was sich keiner Traut, weil alle sich nur noch im Anime-, Porno- und virtuellen Star-Universum ausruhen.

        Zitat von Krabonq
        Du meinst also, dass jede/r PornodarstellerIn so viel verdient? V.a. solche die im ehem. Ostblock für ein paar hundert Euro abgespeist werden? Mal ganz davon abgesehen, dass die Missbrauchsgefahr sehr hoch ist.
        Weiß ich nicht; war nur ein Bericht im Fernsehen auf einer Messe mit entsprechendem Thema. Was Du beschreibst geht meiner Meinung nach schwer in Richtung organisiertes Verbrechen und war eigentlich nicht Bezugspunkt meiner Aussage.

        Zitat von Krabonq
        Und was hat eine Professur damit zu tun, was für "Voraussetzungen" nötig sind? Meinst du etwa, dass hübsche und weniger hübsche Menschen genau das gleiche Geld fürs Pimpern vor der Kamera bekommen?
        Ich verstehe Deinen Zusammenhang nicht. Ich meine, dass nicht alle Menschen von Geburt an schön sind, aber dennoch etwas Erstrebenswertes beitragen bzw. leisten können und dafür ggfs. auch Anerkennung erhalten.
        Und im zweiten Satz beschreibst Du genau eines meiner Probleme mit dieser Branche: die Auswahl wird mehr oder weniger auf Äußerlichkeiten reduziert. Für mich gibt kein "mehr oder weniger hübsch", nur Branchen, für die es nicht auf andere Werte oder Fähigkeiten ankommt. Und da ich Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteile, sondern danach, wie sich mir gegenüber verhalten, kann so eine Branche bei mir keinen höheren Stellenwert erreichen. Abgesehen davon ist es wohl auch eine Frage der persönlichen Moral, ab welchen Betrag man "alles dafür machen würde", was umgekehrt ein Zeichen des aktuellen Wandels ist: ich sehe immer weniger Ethik und Moral und immer mehr "nur das Geld". Gefällt mir das? Nein! Und auch das ist ein Beweggrund meine Posts.

        Zitat von Krabonq
        Mir fallen da eher unterbezahlte Supermarkt Angestellte ein, die auch keine besondere Vorbildung haben müssen, dafür aber u.U. jeden Tag von irgendwelchen Idioten angeschissen werden.

        Enschuldige bitte, aber ich glaube nicht, dass Supermärkte verstärkt bzw. sogar ausschließlich unterbezahlte und vorbildungsfreie Angestelle haben. Und diese "Idioten" scheißen, glaube ich, vermutlich nicht nur unterbezahlte und ungebildete Supermarktangestellte an. Da brauche ich nur mal beim Autofahren meine Augen auf machen oder beim Dönerman mal meine Ohren bei den Gesprächen der Gäste aufsperren.

        Zitat von Krabonq
        Insgesamt find ich deinen Kommentar doch etwas unterschwellig arrogant.
        Da ist sicher etwas dran und das ist auch eine meiner Schwächen. Aber vielleicht entspricht mein Kommentar irgendwo auch einfach nur nicht Deinem Weltbild.
      • Von Krabonq Volt-Modder(in)
        Zitat von sethdiabolos
        Ich denke mal, dass es in 20-30 Jahren keine Hollywood-Schauspieler mehr geben wird. Da wird dann ein Held einfach per KI generiert und lebt dann theoretisch ewig. Dann schaut man auch keine Deep-Fake-Indiana-Jones mehr. Rechte haben die KI-generierten Stars dann auch nicht und man kann Milliarden-Bestseller für kleines Geld generieren lassen. Gleichzeitig werden die Filme für jede Kultur einzeln errechnet und synchronisieren muss man sie auch nicht mehr, da das eine Audio-KI übernimmt. Schauspielkunst hat man dann nur noch im Theater und da würden viele populären Stars nichts Fuß fassen können, da sie einfach keine guten Schauspieler sind.

        Mal schauen, ob ich recht behalte.
        Wahrscheinlich gar nicht so abwegig.
        Hatsune Miku und co. machen es ja vor, dass man auch mit "virtuellen Stars" viel Geld verdienen kann, wenn man sie richtig vermarktet.
        Zitat von rum
        Letztens lief ein Bericht über Pornostars und eine Dame meinte zur Frage des Einkommens: naja, so 15-35k pro Monat, manchmal auch mehr. Daher ist es für mich einer der "Jobs", die gefühlt leicht (?) überdurchschnitt verdienen und die Vorraussetzungen, um diesen Job machen zu können sind, ... nunja, ... ich kenne mich nicht so aus, aber vielleicht hat eine Professur an einer medizinischen Fakultät oder als Verantwortlicher für IT-Sicherheitssysteme oder als Trainer in einem Fußballclub ein anderes Vorraussetzungsniveau. Der eine hat Glück und wird so geboren und der andere macht halt eine 10-jährige Theorie- und Praxisausbildung Ausbildung mit 24h Schichten und sehr sehr viel Verantwortung.
        Du meinst also, dass jede/r PornodarstellerIn so viel verdient? V.a. solche die im ehem. Ostblock für ein paar hundert Euro abgespeist werden? Mal ganz davon abgesehen, dass die Missbrauchsgefahr sehr hoch ist.
        Und was hat eine Professur damit zu tun, was für "Voraussetzungen" nötig sind? Meinst du etwa, dass hübsche und weniger hübsche Menschen genau das gleiche Geld fürs Pimpern vor der Kamera bekommen?

        Mir fallen da eher unterbezahlte Supermarkt Angestellte ein, die auch keine besondere Vorbildung haben müssen, dafür aber u.U. jeden Tag von irgendwelchen Idioten angeschissen werden.

        Insgesamt find ich deinen Kommentar doch etwas unterschwellig arrogant.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von HenneHuhn
        Warum „Job“ in Anführungsstrichen?
        Letztens lief ein Bericht über Pornostars und eine Dame meinte zur Frage des Einkommens: naja, so 15-35k pro Monat, manchmal auch mehr. Daher ist es für mich einer der "Jobs", die gefühlt leicht (?) überdurchschnitt verdienen und die Vorraussetzungen, um diesen Job machen zu können sind, ... nunja, ... ich kenne mich nicht so aus, aber vielleicht hat eine Professur an einer medizinischen Fakultät oder als Verantwortlicher für IT-Sicherheitssysteme oder als Trainer in einem Fußballclub ein anderes Vorraussetzungsniveau. Der eine hat Glück und wird so geboren und der andere macht halt eine 10-jährige Theorie- und Praxisausbildung Ausbildung mit 24h Schichten und sehr sehr viel Verantwortung.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von nonamez78
        richtig oder falsch, ich enthalte mich. aber Schaulspieler und Pornodarsteller? Ich würde ja mal soweit gehen, dass es bisher ohne echte Menschen nicht geht was Bewegungen und Körpersprache angeht. beim letzten Indiana Jones im kino ist mir das aufgefallen, als Indy per KI zu Beginn jünger gemacht wurde. Sah top aus, ich kann mir kaum vorstellen, dass es aktuell besser geht. ABER man sah es deutlich, nicht nur, weil man es wusste. Die Bewegungen waren super, aber besonders bei Drehungen des Kopfes hat man die falschen Verzerrungen gut gesehen.

        Ggf. wenn die Zeit voran schreitet, aber aktuell sehe ich das nicht.
        ich sagte ja "werden". Ich rede natürlich nicht von heute
        Zitat von nonamez78
        Und bei Pornodarstellern? Ok, manche mögen Mangas. jedem das seine .
        tatsächlich glaube ich, dass das bei Pornodarstellern noch viel schneller gehen könnte. Da ist jetzt nicht so viel Unterschied in den...ehm...Bewegungen und alles was man dann noch abbilden müsste sind die Körper, das gelingt teils schon recht gut (siehe das Video etwas weiter vorne vom OF).
        Letzten Endes müsste man von allen Positionen mal eine Art Schablone machen, das kann die KI sicher schnell lernen, denn es gibt im Internet wahrscheinlich wesentlich mehr "Daten" (Videos) dazu die es zum lernen verwenden kann als es immergleiche Filmbewegungen gäbe.
        Zitat von nonamez78
        Generell denke ich, dass es die schaffende Kunst wie Darsteller, Komponisten oder Schriftsteller auf kurz oder lang erwischen wird, wenn sie es nicht selber nutzen.
        Guckt mal 40 Jahre zurück als in Star Wars noch alles Handarbeit war. Die Effekt Macher sind heute alt und haben ihren Lohn für die Arbeit bekommen. Aber heute braucht man sie quasi nicht mehr, zumindest nicht in der Menge.
        Es ist wie bei gutem Handwerk: es wird nie ganz verschwinden, aber halt deutlich zurückgehen. Manche Regisseure (Nolan) setzen immer noch so gut es geht auf praktische Effekte, andere Filme setzen fast 100% auf CGI (Marvel Filme)
        Zitat von sesharim
        Genau das, eine Ki kann nichts aus eigenem Antrieb und eigener Idee schaffen sie greift immer nur auf schon vorhandenes zu welches ihr als Datensatz zur verfügung gestellt wurde und wandelt es in ein vorgegebenes Ergebnis um.
        Das tut übrigens auch der Mensch zu 99%
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk