HC1: Effizienz-Monster soll Nvidia ohne Speicher deklassieren
Der Taalas HC1 ist mehr als ein KI-Beschleuniger, er ist Sprachmodell in einem Chip. Das kanadische Start-up gießt Llama 3.1 in Silizium und erschafft damit ein Effizienz-Monster, welches AMD und Nvidia deklassiert und das ganz ohne RAM.
Der Taalas HC1 ist mehr als nur ein KI-Beschleuniger, er ist Sprachmodell, ein sogenanntes LLM ("Large Language Model") in einem Chip. Das kanadische Start-up Taalas gießt Llama 3.1 mit 8 Milliarden Parametern ("8B") in Silizium und erschafft so ein Effizienz-Monster, welches AMD und Nvidia förmlich deklassiert und das ganz ohne RAM. Der Taalas HC1 könnte der "Mining-Moment" im KI-Segment sein.
Quelle: Taalas
Denn genauso wie spezialisierte FPGAs und ASICs seinerzeit klassische GPUs aufgrund ihrer Effizienz als Mining-Rig abgelöst haben, könnte der Taalas HC1 auch KI-Beschleuniger aufgrund seiner radikalen Spezialisierung möglicherweise in den Ruhestand schicken. Der HC1 basiert auf einem 6-nm-ASIC von TSMC, rund 53 Milliarden Transistoren auf 815 mm², und verspricht schier Unglaubliches.
Quelle: Taalas
Die Entwicklung und Fertigung des ersten Taalas HC1 soll laut dem kanadischen Hersteller in etwa 30 Millionen US-Dollar gekostet haben, was in etwa dem Preis von zehn Blackwell-NVL72-Racks von Nvidia entspricht. Doch deren 720 B200-GPUs sollen sich gemessen an Token pro Sekunde durch nur 15 Taalas HC1 ersetzen lassen, denn dieser liefert demnach unglaubliche 17.000 Token pro Sekunde.
- Nvidia Blackwell H200: 230 Token pro Sekunde
- Nvidia Blackwell B200: 353 Token pro Sekunde
- Taalas HC1: 16.960 Token pro Sekunde
*) mit Llama 3.1 8B
Selbst im Vergleich mit der aktuell schnellsten Hardware-Lösung von Cerebras, die etwa 2.000 Token pro Sekunde mit Llama 3.1 8b liefern kann, wäre der Taalas HC1 um Welten voraus. Das wiederum wäre keine Revolution, sondern eine KI-Eruption.
Im direkten Vergleich zu klassischen GPUs und KI-Beschleunigern soll der Taalas HC1 die nachfolgenden Vorteile bieten:
- Hohe Effizienz: Durch die "Hardwired Intelligence" entfällt der Datentransfer zwischen Speicher und Recheneinheit, was den Energieverbrauch massiv senkt.
- Spezialisierung: Im Gegensatz zu GPUs, die Allzweck-Beschleuniger sind, ist der HC1 nur für ein einziges Modell nutzbar. Taalas plant jedoch, innerhalb von zwei Monaten für jedes neue Modell einen entsprechenden Chip produzieren zu können.
- Bauweise: Der Chip basiert auf einem 6-nm-Prozess von TSMC und vereint rund 53 Milliarden Transistoren auf einer Fläche von 815 mm². Er benötigt keine aufwendige Kühlung wie HBM-Speicher oder Wasserkühlung.
Ziel sind riesige (KI-)Rechenzentren, deren Inferenzkosten aktuell explodieren. Wenn Taalas recht behalten sollte, wird KI-Inferenz zukünftig nicht mehr primär auf GPUs, sondern auf spezialisierten ASICs durchgeführt.
Für die Umsetzung eines speziellen KI-Modells in Hardware veranschlagt Taalas aktuell in etwa zwei Monate, um macht damit klar, dass das kanadische Unternehmen hinsichtlich der LLMs durchaus flexibel aufgestellt ist. Informationen zum Preis oder zur Verfügbarkeit liegen indes bislang nicht vor.
Weitere Informationen liefert die offizielle Website des Herstellers.
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Quelle: Taalas via Notebookcheck

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Ich denke mal, dass man keine Speicherzellen für die Gewichte braucht, wenn die fix sind. Nur noch Leitungen zur Versorgungsspannung und Masse.
Bezüglich einer Kombination aus FPGA und externem Speicher: Das hat meinem Wissen nach noch niemand versucht. Ich würde mal erwarten, dass es aufgrund der sehr einfachen, aber extrem zahlreichen Berechnungen bei KIs keine Vorteile gegenüber herkömmlichen Beschleunigern bringt – bei einer FP4-Multiplikation gibt es nicht so wahnsinnig viel Optimierungspotenzial. Dafür wird man um so schneller durch die Zugriffswege zum Speicher limitiert und genau da fahren herkömmliche GPGPUs einiges an spezialisierter Technik auf, die ein FPGA mehr schlecht als recht nachahmen müsste.
Taalas Ansatz ist, soweit ich aus den spärlichen Informationen herauslese, ein grundlegend anderer: Anstatt große Mengen Daten ständig aus einem externen Speicher in den Chip zu schaufeln, nur um dann fast gar nichts damit zu machen und wieder zurückzuschreiben, legen sie alle Informationen intern ab. Mutmaßlich in verteilten, eng mit den Recheneinheiten assoziierten Speicherblöckchen, wobei der gesamte Aufbau die Struktur des Modells nachahmt. "Datenfragment ist bereits an der einzigen Stelle, an der es gebraucht wird, und das dauerhaft" ist ein viel (energie-)effizienterer Ansatz als "Daten können schnellstmöglich an jede beliebige Stelle transportiert werden", aber eben nichts für FPGAs. Und eben verdammt schwer auf große Modelle zu skalieren, weil DRAM-Prozesse nicht mit leistungsfähiger Logik kompatibel sind, man also auf schweine teuren SRAM setzen und zusätzlich auch noch die Penalty großer Monolithen schlucken muss.
8B, dass Taalas nach eigenen Aussagen eben auch nur mit ~geviertelter Genauigkeit implementiert, ist gerade einmal ein Fünfzigstell des Maximalausbaus von Llama 3.1 und Llama 3.1 wiederum war 2024 ein brauchbares, aber nicht überragendes Modell. ChatGPT wird aktuell auf 1 bis 2 Billionen Parameter geschätzt, also Faktor 1.000 über dem von Taalas realisierten, schon sehr großen Chip. Wenn den Aufbau eines Modells in Hardware widerspiegelt gibt es vermutlich auch keine Möglichkeit, durch Aufteilung in spezialisierte Experten Speicherplatz einzusparen, da man eben nicht einfach einen anderen Modellteil laden kann.
Funfact: ChatGPT weiß nicht, wie ChatGPT läuft, sondern muss im Web nach externen Schätzungen suchen. Wir sind wohl doch noch ein Stück von künstlichem Bewusstsein entfernt.
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Wie sagte ein Kollege so schön: Wir lieben den Chip, suchen aber noch die Anwendung dazu
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Wie sagte ein Kollege so schön: Wir lieben den Chip, suchen aber noch die Anwendung dazu
Aber ich meine da kommen schon hauptsächlich Transistoren zum Einsatz. Und Speicher braucht man eigentlich kaum. Eigentlich nur, um die Eingangs- und Ausgangswerte vor den DACs bzw. nach den ADCs zu speichern.