Lego war nicht der Erste: Konkurrent bringt ursprünglichen Noppenstein von 1947 zurück
Lego-Rivale Kiddicraft legt zum 80-jährigen Jubiläum des Klemmbausteins die ursprüngliche Version wieder auf, um an den eigentlichen Erfinder zu erinnern.
Mit Anbietern wie Cobi, Bluebrixx, Mould King, Pantasy und Kiddicraft kennt der Markt zahlreiche Lego-Konkurrenten. Die Entwicklung ist nicht neu. So hatte der Europäische Gerichtshof schon im Jahr 2010 konstatiert, dass sich der Klemmbaustein nicht markenrechtlich schützen lässt. Das Patent war zu dem Zeitpunkt längst ausgelaufen. Rivalen öffnete das Urteil Tür und Tor.
Nicht alle bieten ein so breites Sortiment wie der Marktführer. Manche tun es. Bluebrixx aus Flörsheim gilt als besonders umtriebig. Das Unternehmen hatte einst die Star-Trek-Lizenz inne - und macht nun mit Stargate, drei ???, einer großen Mittelalter-Themenwelt um Burg Blaustein sowie MoCs im Stile von Mass Effect, Command and Conquer und Jurassic Park von sich reden. Ende des Jahres wird man ein Dutzend Asterix-Sets veröffentlichen.
Kleiner, aber nicht ganz unbekannt ist der deutsche Lego-Rivale Kiddicraft. Thorsten Klahold ist das Gesicht des Unternehmens. Noppensteinfans kennen ihn durch seinen Youtube-Kanal Johnny's World. Vor einigen Jahren schrieb er mit seinem Paderborner Ladenlokal Steingemachtes Schlagzeilen, als Lego gegen den Import bestimmter Klemmbausteinsets vorging. Nach Meinung Legos erinnerten die enthaltenen Figuren zu sehr an die geschützten Lego-Männchen. Ein Düsseldorfer Gericht gab den Dänen 2022 recht.
Die Grundidee stammt nicht von Lego
Seitdem ist viel passiert. Klahold hat eigene Bausätze unter der Marke Kiddicraft aufgelegt, etwa Ritterburgen und Feuerwehrsets. Auch eine eigene Figur gehört zum Portfolio. Sie unterscheidet sich von der Mini-Figur der Dänen unter anderem durch den großen Kopf. Revell hat sie adaptiert.
Kiddicraft stammt ursprünglich aus Großbritannien. Der Spielzeughersteller präsentierte 1947 die von Hilary Page entwickelten "Self-Locking Building Bricks". Die Steine waren zwar nicht deckungsgleich mit den heutigen Lego-Steinen, ähnelten ihnen aber bereits. Sie waren hohl, boten Einkerbungen an den Seiten und rundlichere Ecken, aber bereits das Noppensteinmuster auf der Oberseite, wie man es von Lego und seinen heutigen Rivalen kennt.
Hilary Page besaß damals nur Patente für Großbritannien, Frankreich und die Schweiz. So konnten die Dänen ab 1949 ähnliche Modelle ohne Lizenzkosten produzieren. Nach dem Tod von Hillary Page im Jahr 1957 dauerte es nicht lange, bis auch die Patente in Großbritannien ausliefen.
Ab 2027 im Handel: Lego-Rivale möchte auf den Erfinder des Klemmbausteins aufmerksam machen
Quelle: JohnnysWorld unter CC0
Der heutige Lego-Stein und das Original von Kiddicraft.
Heißt: Lego hat den Stein zwar entscheidend weiterentwickelt, insbesondere durch die Röhren im Innern, ist aber nicht der Erfinder des ursprünglichen Klemmbausteins. Nun möchte Thorsten Klahold auf diesen aufmerksam machen. Die Rechte an der Marke Kiddicraft sicherte er sich bereits 2022.
"Wir sind gerade dabei, für das 80-jährige Jubiläum der 'Self Locking Building Bricks' Spritzgussformen der 2x2- und 2x4-Kiddicraft-Bricks produzieren zu lassen", heißt es in einer Ankündigung auf Klaholds Youtube-Kanal Johnny's World. Wegen des ABS-Materials und der modernen Spritzgussmaschinen seien dazu einige Kompromisse erforderlich. "So werden die Innenseiten der Steine nicht eben sein können und dadurch resultierend ist nur eine Linie Text möglich." Orientiert habe man sich an den Originalinschriften, wobei beim 2x2 noch ein "Since 1947" und "H.F.Page" hinzugefügt wurden. Renderbilder findet man im Beitrag auf Youtube.
Diesem ist zu entnehmen, dass die Retro-Bricks ab dem kommenden Jahr jedem neu produzierten Kiddicraft‑Set als Sammler-Item beiliegen. Ziel sei es, auf den eigentlichen Erfinder der Klemmbausteine aufmerksam zu machen und das ursprüngliche Design zu zeigen. Die regulären Steine der Sets ersetzen die Retrobricks nicht.
Lego meldete schon genutztes Design an
Kürzlich hatte Klahold berichtet, dass Lego einen Noppenstein designrechtlich schützen ließ, den Panlos laut Angaben des Youtubers schon seit Jahren verbaut. Der Youtuber nutzt ihn bei mehreren seiner Sets. Klahold bestritt jedoch nicht den Klageweg, sondern machte Lego beziehungsweise den für Deutschland zuständigen Anwalt mit einem freundlichen Brief auf den Fauxpas aufmerksam. Mutmaßlich hatte die zuständige Anwaltskanzlei den Stein ohne hinreichende Prüfung eintragen lassen, nicht aber mit böser Absicht. Lego ließ den Designschutz nach Klaholds Schreiben tatsächlich fallen.
Bluebrixx muss derweil einen großen Teil seines Sortiments umstellen, nachdem Lego sein Designrecht bei verschiedenen Steinen geltend machte. In diesem Zuge werden betroffene Sets noch bis voraussichtlich Mitte des Jahres stark reduziert feilgeboten. Aktuell läuft in den Ladenlokalen zum Beispiel eine 30-Prozent-Aktion. Viele der neu aufgelegten Sets mit teils eigenen Steinedesigns befinden sich bereits im Handel.
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Quelle: Youtube

Wenn die genau so wie damals auf den Markt kommen, kann man nur davon abraten. Die haben eine echt bescheidenen Klemmkraft.
Ständig fällt irgendwo was auseinander.
Dann doch lieber Bluebrixx oder Mega(Blocks) und co.
Wenn die genau so wie damals auf den Markt kommen, kann man nur davon abraten. Die haben eine echt bescheidenen Klemmkraft.
Ständig fällt irgendwo was auseinander.
Dann doch lieber Bluebrixx oder Mega(Blocks) und co.