Breitband-Ausbau: Auf dem Land gibt es fast nur langsames Internet
Der Breitbandatlas der Bundesnetzagentur zeigt, dass nur 59 Prozent aller Haushalte in Deutschland Zugang zu einem stationären Internetanschluss mit 1 Gbit/s haben.
Die einstige Nation der Dichter und Denker mit gutem Ruf tut sich schwer mit dem "Neuland Internet". Eigentlich sollten seit dem Jahr 2018 alle Haushalte über eine Internetleitung mit mindestens 50 MBit/s verfügen, doch daraus wurde nichts. Der aktuelle Breitbandatlas, den das Breitbandbüro des Bundes, Atene Kom, im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur erstellt, zeigt, dass nur 59 Prozent aller Haushalte in Deutschland bereits Zugang zu einem Internetanschluss mit 1.000 Mbit/s haben. Vor allem zwischen Städten und ländlichen Regionen gibt es große Unterschiede im Netzausbau. Alle Erhebungen sind bis Ende 2020 erfolgt.
Die meisten surfen mit 100 Mbit/s im Internet
Im städtischen Raum haben durchschnittlich 77 Prozent aller Haushalte - theoretisch - Zugang zu einem stationären Internetanschluss mit einem Gigabit pro Sekunde. Auf dem Land hingegen haben durchschnittlich 20 Prozent aller Haushalte einen Zugang zu einem Gigabit-Anschluss. Mit 89 Prozent haben die meisten Haushalte in Deutschland eine Internetleitung mit 100 Mbit/s, 67 Prozent erhalten 400 Mbit/s. Für 15 Prozent stehen Glasfaser-Anschlüsse bereit, die auch 1 Gbit/s und mehr als Datenraten anbieten können und somit wesentlich höhere Datenraten ermöglichen, als die alten und billigen Kupferleitungen. Im Vergleich zum Jahr 2019 hat man bis Ende 2020 gut 6,6 Millionen weitere Haushalte mit einer Gigabit-Leitung versorgt.
Quelle: BMVI
Breitbandverfuegbarkeit in Schulen und an Krankenhaeusern bis Ende 2020
Quelle: BMVI
Breitbandverfuegbarkeit in den Bundeslaendern bis Ende 2020
Quelle: BMVI
Bundesfoerderprogramm Breitband Internet bis Ende 2020
In Bremen und Hamburg haben jeweils über 95 Prozent der Haushalte Zugang zu einem Gigabit-Internetanschluss, dahinter folgt Berlin mit 92,4 Prozent der Haushalte. Schlusslicht ist das Bundesland Sachsen-Anhalt, in dem bis Ende 2020 nur 19,1 Prozent der Haushalte Zugang zu einer Internetleitung mit einem Gigabit pro Sekunde hatten.
Allerdings sind diese Zahlen immer noch weit entfernt im Vergleich zu anderen EU-Staaten. Die Genehmigungsverfahren ziehen sich in die Länge und gerade in ländlichen Regionen haben die Netzausbauer wie die Deutsche Telekom kein Interesse daran, einen Ausbau voranzutreiben. Es seien viel zu wenig potenzielle Kunden vor Ort, um die anfallenden Kosten zu decken. Im Rahmen der Veranstaltung VATM Virtuell hatte der CDU-Politiker Stefan Sauer jüngst erklärt, dass man weiterhin am Ziel festhält, bis zum Jahr 2025 eine Gigabit-Gesellschaft in Deutschland zu haben.
Wie hoch ist der Internet-Datenverbrauch in Deutschland?
Der Bedarf an stationärem Internet ist hoch, da bereits im Jahr 2019 durchschnittlich 137 GiByte pro Monat über die stationäre Internetleitung geflossen sind. Seit dem Coronajahr 2020 gibt es aber mit dem verstärkten Einsatz von Homeoffice in Zeiten der COVID-19-Pandemie eine noch größere Netzauslastung. Laut der Bundesnetzagentur hat jeder Haushalt im Coronajahr 2020 pro Monat durchschnittlich 175 Gigabyte an Daten über die stationäre Internetleitung verbraucht.
Ebenfalls lesenswert: Glasfaser-Ausbau: Telekom will bis 2030 mit anderen Wettbewerbern alle Haushalte versorgen
Sammlung zum stationären Internet-Ausbau in Deutschland:
- Nun ist der Breitbandatlas vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur veröffentlicht worden. Die Breitbandverfügbarkeit wird darin mit Stand Ende 2020 analysiert.
- Bis Ende 2020 hatten nur 59 Prozent aller Haushalte in Deutschland Zugang zu einer stationären Internetleitung mit 1.000 Mbit/s.
- 89 Prozent aller Haushalte in Deutschland surfen mit einer Datenrate von nur 100 Mbit/s.
- Erst 15 Prozent der Haushalte haben einen Glasfaser-Anschluss, welcher Datenrate von einem Gigabit pro Sekunde und mehr ermöglicht.
- Jeder Haushalt hat im Coronajahr 2020 monatlich durchschnittlich 175 Gigabyte an Daten über die stationäre Internetleitung verbraucht.

Damals hat ein Orstgespräch (!) Festnetz mehrere Pfennige pro Minute gekostet, Ferngespräche natürlich deutlich mehr und ein Gespräch in die USA knapp 2 Mark die Minute (kaufkraftbereinigt wären das heute ca. 1,5 Euro)!
Nach der Privatisierung waren die Gesprächspreise sofort bei einem Bruchteil, und mittlerweile hat man beim Festnetz-Anschluß die Flatrate für Festnetz deutschlandweit fast immer inklusive.
Ich zahle gerne mehr Geld, wenn dafür auch ein Ausbau passieren würde. Aber leider gehen die kompletten Gebühren für die Boni der Manager und Aktionärsausschüttungen drauf. Kein einziger Cent wird von den Konzernen wieder in die Infrastruktur investiert.
Das Motto ist, Ausbaukosten mit Steuergeldern, Gewinne privatisieren.
Leider passiert mit dem Geld nichts!
In den 80er Jahren wurde mit weniger Geld in weniger Zeit, halb Deutschland mit Kabelfernsehen ausgebaut. Seit 1995 wird von unterschiedlichsten Unternehmen Breitband Internet verkauft, über eine Infrastruktur, die bereits 80 Jahre alt ist. (gedrilltes zweidraht Kupferkabel). Jedweder Ausbau an Infrastruktur, endete mit der Privatisierung der Post in die Telekom.
Hier einige Fakten:
1982 - Beginn Ausbau, mit 0,5 Milliarden DM Steuergeldern ( Deutsche Post ) - 300.000 Haushalte angeschlossen
1983 - Ausbau, mit Jährlich 1 Milliarde DM Steuergeldern ( Deutsche Post ) bis 1989
1990 - Ausbau, mit Jährlich 1,5 Milliarden DM Steuergeldern ( Deutsche Post )
1995 - 15,8 Millionen Nutzer von Kabelanschlüssen; die Kabeldichte lag damit bundesweit bei 65,3 Prozent.
1997 - STOP des Ausbaus wegen Privatisierung der Post.
1997 - Einleitung Verkauf des Kabelnetzes, wegen Monopolbildung, zieht sich bis 2000.
2000 - Telekom verkauft Kabelnetz für c.a. 30 Milliarden DM, damit sollten Investitionen und Übernahmen in anderen Sparten finanzieren werden.
2021 - 22 Millionen Nutzer von Kabelanschlüssen; die Kabeldichte lag damit bundesweit bei 70 Prozent.
Ich komme hier auf insgesamt Kosten von 14,5 Milliarden DM (7,25 Milliarden Euro) um 70% (22 Millionen Nutzer) aller Haushalte mit einem Kabel zu versorgen! In einem Zeitraum von c.a. 15 Jahren.
TELEKOMFÖRDERUNG ( und andere ):
2015 bis 2021 - Steuergeldförderung Breitbandausbau 7,1 Milliarden Euro für 2,5 Millionen Anschlüsse.
2021 bis 2025 - Steuergeldförderung Breitbandausbau 10-12 Milliarden Euro für "flächendeckende" Versorgung.
Die Effizienz hat sich seit der Privatisierung, um den Faktor 10 verschlechtert.
Und die größte Frage dürfte wohl sein, was genau ist mit den 15 Milliarden Euro passiert 2000 aus dem Verkauf des Kabelnetzes.
Aber gegen das hohe Loblied auf das Staatsmonopols der Post bei der Telekommunikation wehre ich mich dann doch entschieden:
Damals hat ein Orstgespräch (!) Festnetz mehrere Pfennige pro Minute gekostet, Ferngespräche natürlich deutlich mehr und ein Gespräch in die USA knapp 2 Mark die Minute (kaufkraftbereinigt wären das heute ca. 1,5 Euro)!
Nach der Privatisierung waren die Gesprächspreise sofort bei einem Bruchteil, und mittlerweile hat man beim Festnetz-Anschluß die Flatrate für Festnetz deutschlandweit fast immer inklusive.
Ich sehe den fehlenden Netzausbau im ländlichen Raum als Politkversagen erster Güte an:
Das Problem ist seit Jahren bekannt, dennoch verbessert sich die Situation nur im Schneckentempo. Für die Netzbetreiber ist der Netzausbau für kleine Orte auf dem Land ohne staatliche Anreize unwirtschaftlich. Also müsste der Staat kalkulieren, wie hoch der finanzielle Anreiz ausfallen müsste, um Orte auf dem Land an schnelles Internet - und ich halte da 100MBit je Wohnungsanschluss erst einmal für völlig ausreichend - anzuschließen. Diese Prämie müsste wohl mit einem Berechnungsschlüssel (Einwohner des Ortes, Entfernung zum nächsten schnellen Internetknoten) für jeden Ort individuell in seiner Höhe ermittelt werden. Aber auch das ist kein Hexenwerk.
Diese "Anschlußprämie" (für jeden Ort individuell, wie gerade beschrieben) dann noch um eine Zusatzprämie für eine hohe Ausbaugeschwindigkeit (z.B. gestaffelt nach in einem halben Jahr, in einem Jahr, in 2 Jahren etc.) aufstocken - und auf einmal würden sich die Netzanbieter darum reißen, der Erste zu sein und die jeweiligen Prämien für den Ausbau von Orten auf dem Land zu kassieren.
Ach ja, und wie hier schon jemand geschrieben hat, würde man idealerweise bestehende Rohre für die Verlegung der Glasfaserleitungen verwenden, da der Tiefbau mit Abstand das Teuerste am Netzausbau ist. Dazu müssten wahrscheinlich gesetzliche Vorgaben gemacht werden, die die Eigentümer bestehender geeigneter Rohrleitungen dazu verpflichten, diese gegen eine Nutzungsgebühr oder Einmalzahlung von den TK-Firmen nutzen zu lassen.
Aber das Alles ist für unsere Politiker wohl leider viel zu pragmatisch gedacht...
mich störts nicht.
weiß garnicht was das aussagt.
mich störts nicht.
weiß garnicht was das aussagt.
Gibt Bundesfördermittel für Glasfaserausbau aber da hängt vieles von den Gemeinden selbst ab mit welcher Vorgehensweise und Geschwindigkeit die Ausbauen. Manche machen gar nix, andere irgendwelche Kooperationen mit der Telekom und andere bauen nur aus, wenn eh die Strasse irgendwo aufgerissen wird oder ein Neubaugebiet entsteht.
Generell isses oft so das Neubaugebiete gut versorgt werden, die haben oft Glasfaser. Zumindest hier bei mir im Frankfurter Einzugsgebiet. Aber da zahlste auch richtig Geld für ne Wohnung / Haus. Bei mir bauen die Stadtwerke eigenes Glasfaser und vertreiben das auch. Nur bei mir noch nicht verfügbar, Auskunft war ich soll 2022 nochmal anrufen