GPU-Schlagabtausch: Intel Arc A770 vs. Nvidia Geforce RTX 3060 - Benchmarks
Wie schlagen sich Intels und Nvidias Mittelklasse-Grafikkarten im Zweikampf? Wir stellen Ihnen entsprechende Benchmarks zur Verfügung.
In diesem Artikel
Leistung in Spielen
Damit zum wichtigsten Faktor beim GPU-Kauf, der Spieleleistung. Während die RTX 3060 schon eine ganze Zeit lang auf dem Markt ist und von uns ausführlich getestet wurde, hat Intels GPU erst vor Kurzem das Licht der Welt erblickt. Der Kollege Raff hat sich mit beiden Arc-Modellen ordentlich ausgetobt und die Karten durch etliche Benchmarks gejagt. Beim Blick auf die Benchmark-Ergebnisse zeigt sich, wie leistungsstark beide Intel-Grafikkarten sein können. Hier liegt die Betonung auf "sein können", denn obwohl A770 und A750 im Vergleich zur RTX 3060 in vielen Spielen sehr gut aussehen, gibt es einige große Ausreißer, bei denen Erklärungsbedarf seitens Intel besteht. Das Extrembeispiel ist Halo Infinite. Microsofts Sci-Fi-Shooter liefert auf Intel Grafikkarten eine derart schlechte Performance, dass es sich um ein Treiberproblem handeln muss. Ganze 47,3 Prozent liegt die A750 hier hinter der RTX 3060.
Abgesehen von diesen Ausreißern, die in ein paar Spielen auftreten, liefern A770, aber auch A750 eine einwandfreie Leistung, die in den meisten Spielen, selbst bei einer A750, über der direkten Konkurrenz von Nvidia liegt. Während die A750 in unseren Benchmarks durchschnittlich fünf Prozent vor Nvidias RTX 3060 liegt, kann sich die große Schwester A770 um weitere neun Prozentpunkte absetzen und liegt somit um ganze 14 Prozent vor der Konkurrenz. Eine beachtliche Leistung, welche die Intel-Grafikkarte zu einem ausgezeichneten Begleiter beim Full-HD- und WQHD-Gaming macht.
Details zum verwendeten Testsystem finden Sie im PCGH-Test zur Arc A770 und A750.
Quelle: PC Games Hardware
GPU-Schlagabtausch: Intel Arc A770 vs. Nvidia Geforce RTX 3060. (3)
Quelle: PC Games Hardware
GPU-Schlagabtausch: Intel Arc A770 vs. Nvidia Geforce RTX 3060. (1)
Warum diese Ausreißer?
Die Gründe für derartige Probleme haben natürlich mit der Neuartigkeit der Intel-GPUs zu tun, allem voran dem neuen Intel-Treiber. Dieser bringt die erwarteten Kinderkrankheiten mit sich. Während der etablierte Nvidia-Treiber Jahre an Entwicklung und Verbesserung durchlebt hat, ist Intels Gegenstück eine komplette Neuentwicklung. Die Erfahrungen, die man aus dem Bereich der integrierten Grafikeinheiten habe, ließe sich laut Intel nicht auf den Treiber der dedizierten GPUs übertragen. Doch das muss noch kein Grund dafür sein, sich gegen eine GPU aus dem blauen Team zu entscheiden. Intel scheint bei der Treiberentwicklung sich immer weiter vorzukämpfen und auftretende Probleme schnell zu beseitigen. Der am 2. Oktober bereitgestellte Treiber konnte schon viele Probleme lösen. Die starken Benchmark-Ausreißer bei Halo Infinite und Elex 2 könnten also schon mit dem nächsten Update Geschichte sein.
Raytracing und DLSS
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Während sich Nvidia als erste Marke das Thema Raytracing und KI gestütztes Upsampling auf die Fahnen geschrieben hatte, bietet mittlerweile die Konkurrenz eigene Alternativen an. So auch Intel, die mit Raytracing-Einheiten im Chip sowie einer DLSS-Alternative mit dem Namen XeSS gegen die etablierten Systeme antreten. Die Raytracing Leistung der A770 kann überzeugen. Ganze 40 Prozent liegt Intels GPU im Raytracing-Only-Hit Metro Exodus Enhanced vor der Konkurrenz in Form der RTX 3060. Bis auf einen deutlichen Einbruch bei Guardians of the Galaxy ist die Leistung in unseren Raytracing Benchmarks durchwegs auf einem höheren Niveau. Nicht zuletzt um den enormen Leistungsanspruch von Raytracing-Effekten zu bändigen, wurden Upsampling-Systeme wie DLSS entwickelt, die bei ähnlich guter Bildqualität im Vergleich zur nativen Auflösung eine wesentlich höhere Framerate generieren. Intels Ansatz in Form von XeSS muss mit dem hervorragend funktionierendem DLSS der Konkurrenz mithalten, kein leichtes Unterfangen. Intel scheint aber auf einem guten Weg zu sein. Durch DLSS wirkt das Bild zwar etwas stabiler, XeSS schafft es aber in den Beispielen Shadow of the Tomb Raider sowie Death Stranding, ein sehr scharfes, detailreiches Bild zu produzieren.
Intel und das Problem mit alter Hardware
Einen kleinen Knackpunkt bringen die Arc-GPUs jedoch mit sich, die Inkompatibilität zu alter Hardware und Software. Im Bereich der Hardware bezieht sich das vor allem auf die Pflicht, ResizableBAR zu nutzen. Das im BIOS des Mainboards integrierte Feature hat einen derart hohen Einfluss auf die Leistung der Intel Grafikkarten, dass ein enormer Leistungsverlust entsteht, wenn die Funktion abgeschaltet ist.
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Intels Arc-GPUs sind nicht nur leistungsstark, sondern auch hübsch.
Quelle: PC Games Hardware
Die RTX 3060 ist nur als Custom-Modell zu kaufen.
Bei einem modernen PC gibt es hier keine Probleme, weil seit einigen Jahren alle neuen Systeme die Technik unterstützen. Anders sieht es bei Rechnern aus, die etwas in die Jahre gekommen sind. Um einen alten PC zu modernisieren, ist eine neue Intel-Arc-GPU also kaum geeignet, für ein neu zusammengestelltes Mittelklasse-System eignet sie sich jedoch sehr gut. Im Software-Bereich besteht das Problem bei älteren Spielen und älteren Grafik-APIs, die im Treiber teilweise noch nicht optimiert sind. Dies kann sich in Performance-Problemen oder auch Abstürzen äußern. Nvidias Treiber wurde schon seit Jahren immer weiter auf sämtliche Spiele angepasst, wodurch der Nvidia-Grafikkarten-Nutzer nicht vor diesem Problem steht.
Der Preis - Harte Konkurrenz für Nvidia
Wenn Intel davon spricht, die Mittelklasse in Form der RTX 3060 anzugreifen, geht es natürlich nicht nur um die reine Leistungsfähigkeit der Alchemist-Karten. Mit einer im positiven Sinne zu verstehenden aggressiven Preisgestaltung will Intel konkurrenzfähig sein. Und das klappt hervorragend. Intels Arc A750 ist mit 289 Dollar angesetzt und die große Schwester Arc A770 mit 349 Dollar. Wie sich der Preis in Deutschland bei Release auf lange Sicht entwickeln wird, ist noch ungewiss. Im Vergleich zur RTX 3060, die derzeit am Markt mit 380 € zu Buche schlägt, kann man sich jedoch ausmalen, dass Intels A770 wohl zu einem ähnlichen Preis zu haben sein wird. Die kleine Schwester kann dagegen Nvidias Preisgestaltung deutlich unterbieten. Beide Karten können also mit ihrem niedrigeren Preis und einer gleichzeitig höheren Performance punkten. Wer mehr Leistung für sein Gelb haben will, kann somit zu einer der beiden Intel-GPUs greifen. Jedem potenziellen Kunden sollte jedoch auch klar sein, dass man Teil einer Testphase ist, in der GPUs und Treiber noch weiterentwickelt werden müssen.

Und kommt mir nicht das Intel keine Erfahrung hat, die hatten schon ein/zwei dGPUs und um die 20 Jahre Erfahrung mit iGPUs. Mal von der Mann-Power und dem Geld abgesehen was Intel zur Verfügung steht.
gruß
Letzlich muss das jeder für sich entscheiden. Wer ständig die Spiele wechselt und viele verschiedene Spielt dem würde ich logischer Weise zu NV/AMD raten.
Endlich kann ich mit Gelb bezahlen! Mein Grün war schon fast alle.
Und kommt mir nicht das Intel keine Erfahrung hat, die hatten schon ein/zwei dGPUs und um die 20 Jahre Erfahrung mit iGPUs. Mal von der Mann-Power und dem Geld abgesehen was Intel zur Verfügung steht.
gruß