GPU-Schlagabtausch: Intel Arc A770 vs. Nvidia Geforce RTX 3060
Mit einem sehr mutigen Satz hat Intel den ungewissen Sprung in die Grafiksparte gewagt und muss sich nun der rotgrünen Konkurrenz stellen, die mit jahrelanger Erfahrung dem Neuankömmling das Leben schwer machen will. Im Mittelklasse-Duell zeigen wir Ihnen, ob Intels Arc A770 über Nvidias 3060 triumphiert oder sich geschlagen geben muss.
In diesem Artikel
Intel hat einen bescheidenen Ansatz gewählt, um erst einmal Erfahrungen zu sammeln. Von den Intel Arc-Alchemist-GPUs ist kein Angriff auf die Oberklasse der Konkurrenz zu erwarten. Vielmehr ist die solide Mittelklasse der Spielplatz der neuen Pixelbeschleuniger. Doch auch auf diesem Spielplatz sind die besten Plätze auf dem Klettergerüst stark umkämpft. Irgendwann ist das direkte Duell mit der Konkurrenz unausweichlich. Das größere Modell mit dem Namen A770 soll laut Intel dem Nvidia-Alleskönner RTX 3060 im Hinblick auf Leistung aber auch mit einem attraktiven Preis das Wasser reichen.
Ein kurzer Blick auf den Preis: Für die Arc A770 mit 16 GiByte Grafikspeicher stehen aktuell 419 Euro und für die A750 mit 8 GiB 349 Euro im Raum. Das sind aber keine UVP-Angaben. Zum Vergleich: Die Geforce RTX 3060 Ti startet im Preisvergleich in verschiedenen Custom-Designs derzeit ab 469 Euro, während die normale RTX 3060 ab rund 380 Euro beginnt. Wer sich einen Mittelklasse-Rechner zusammenstellen will, hat nun die Qual der Wahl. Soll es der etablierte Hersteller werden, der zwar eine gewisse Funktionsgarantie gewähren kann, diese sich aber auch gut bezahlen lässt, oder der Neueinsteiger, der mit neuem System und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten kann? Wir haben beide Karten genauer unter die Lupe genommen und zeigen Ihnen, auf was Sie achten müssen und für welche Karte man sich schlussendlich entscheiden sollte.
Vergleich auf dem Papier
| Grafikkarte | Arc A770 16GB | Arc A770 8GB | Arc A750 | Geforce RTX 3060 | Radeon RX 6650 XT |
|---|---|---|---|---|---|
| Marktstart | 12.10.2022 | 12.10.2022 | 12.10.2022 | 25.02.2021 | 10.05.2022 |
| Architektur | Xe HPG | Xe HPG | Xe HPG | Ampere | RDNA 2 |
| GPU-Codename | ACM-G10 | ACM-G10 | ACM-G10 | GA106-300 | Navi 23 KXT |
| Schnittstelle | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×8 |
| Fertigungstechnologie & Foundry | N6 TSMC | N6 TSMC | N6 TSMC | 8N Samsung | N7P TSMC |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 21.700 | 21.700 | 21.700 | 12.000 | 11.060 |
| Die-Size (mm²) | 406 | 406 | 406 | 276 | 237 |
| Typischer Kerntakt (MHz) | 2.100 | 2.100 | 2.050 | 1.777 | 2.410 |
| Speichertakt (MHz/GTs) | 8.750/17,5 | 8.000/16,0 | 8.000/16,0 | 7.501/15,0 | 8.750/17,5 |
| SIMDs (Xe-Cores, CUs, SMs) | 32 | 32 | 28 | 28 | 32 |
| FP32-ALUs (SP) | 4.096 | 4.096 | 3.584 | 3.584 | 2.048 |
| Raytracing-Einheiten | 32 | 32 | 28 | 28 | 32 |
| Matrix-Einheiten (Tensor, XMX) | 512 | 512 | 448 | 112 | – |
| GFLOPS FP32 (SP) | 17.203 | 17.203 | 14.694 | 12.738 | 9.871 |
| Level-2-Cache (MiByte) | 16 | 16 | 16 | 2,25 | 2 |
| Level-3-Cache (MiByte) | – | – | – | – | 32 |
| Speicherinterface (Bit) | 256 | 256 | 256 | 192 | 128 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Speichertransferrate (GByte/s) | 560 | 512 | 512 | 360 | 280 |
| Speicherbestückung (MiByte) | 16.384 | 8.192 | 8.192 | 12.288 | 8.192 |
| GPU-Power allein (Watt) | 190 | 190 | 190 | Unbekannt | 143 |
| Leistungsaufnahme (TBP in Watt) | 225 | 225 | 225 | 170 | 180 |
| Stromanschluss | Je 1× 8-/6-Pol | Je 1× 8-/6-Pol | Je 1× 8-/6-Pol | 1× 8-Pol | 1× 8-Pol |
Obwohl die Interpretation der theoretischen Werte schwierig ist, kann der Blick auf das Datenblatt einige Unsicherheiten klären. Ob Arc 770 oder RTX 3060, beide Karten sind mit PCI-E-4.0 über 16 Lanes angebunden und sind mit GDDR6-Speicher bestückt. Neben einigen Gemeinsamkeiten gibt es jedoch auch deutliche Unterschiede, angefangen beim Speicher der A770. Die Mittelklasse-GPU wird mit zwei unterschiedlichen Speicherkonfigurationen angeboten. Intel bietet den Boardpartnern die Möglichkeit 8 oder 16 Gigabyte VRAM zu verbauen. In der 8-Gigabyte-Variante wäre die A770 der RTX 3060, die über 12 Gigabyte Grafikspeicher verfügt, unterlegen. In der 16-Gigabyte-Version ist sie jedoch besser versorgt als der Konkurrent. Der GDDR6-Speicher der Intel Karte verfügt mit 512 Gigabyte pro Sekunde außerdem über eine schnellere Transferrate.
Grund hierfür ist das Speicherinterface mit 256 Bit. Der Gegenspieler ist mit 360 Gigabyte pro Sekunde Transferrate und einem 192-Bit-Interface der Intel-GPU unterlegen. Die Einheiten zur Berechnung von Raytracing und Machine Learning lassen sich dagegen nicht sinnvoll vergleichen, da beide Hersteller unterschiedliche Ansätze verfolgen. Auf dem Papier verfügt Intels Arc 770 über 32, Nvidias RTX 3060 über 28 Raytracing-Einheiten. Die reine FP32-Rechenleistung wird für die A770 mit 17,2 Teraflops und für die RTX 3060 mit 12,3 Teraflops angegeben. Auffällig ist auch der etwas höhere Stromverbrauch der A770, der mit 225 Watt Total Board Power über den etwas sparsameren 170 Watt der 3060 liegt.
Alle diese Werte sind jedoch nur theoretische Angaben, die in der Praxis wenig aussagen und nur ungefähre Anhaltspunkte für die Leistungsfähigkeit der beiden Grafikkarten liefern. Einen deutlicheren Wert, welche Leistung von Intels A770 zu erwarten ist, liefern erst unsere Spielebenchmarks. Zögern Sie also nicht, auf die nächste Seite umzublättern.

Und kommt mir nicht das Intel keine Erfahrung hat, die hatten schon ein/zwei dGPUs und um die 20 Jahre Erfahrung mit iGPUs. Mal von der Mann-Power und dem Geld abgesehen was Intel zur Verfügung steht.
gruß
Letzlich muss das jeder für sich entscheiden. Wer ständig die Spiele wechselt und viele verschiedene Spielt dem würde ich logischer Weise zu NV/AMD raten.
Endlich kann ich mit Gelb bezahlen! Mein Grün war schon fast alle.
Und kommt mir nicht das Intel keine Erfahrung hat, die hatten schon ein/zwei dGPUs und um die 20 Jahre Erfahrung mit iGPUs. Mal von der Mann-Power und dem Geld abgesehen was Intel zur Verfügung steht.
gruß