Intel Arc Alchemist DG2: 512-EU-Topmodell im Benchmark, 128-EU-GPU wohl auch mit 6 GiB
Intels kommende Grafikprozessoren aus der hauseigenen Ober- und Unterklasse wurden einmal mehr gesichtet, werfen aber teils weiter Fragen auf.
Im bekannten Geekbench hat sich ein als "OpenCL HD Graphics" und "Intel Xe Graphics" bezeichneter Grafikprozessor mit 512 Ausführungseinheiten und 12,7 GiB Speicher sowie einer GPU-Taktfrequenz von 1.329 MHz gezeigt, was laut Videocardz.com nur 63 Prozent der maximalen Frequenz von 2.100 MHz entspricht.
Aller Voraussicht nach werden die für Anfang nächsten Jahres erwarteten Desktop-Grafikkarten und Mobile-GPUs der "Arc Alchemist"-Modellreihe auf Basis von TSMCs N6-Node mit höheren Frequenzen laufen - möglicherweise ähnlich wie AMDs RDNA2-Grafikprozessoren, die in der Regel mit mehr als 2 GHz arbeiten.
Getestet wurde derweil in Verbindung mit einem sechskernigen Core i5-9600K aus Intels "Coffee Lake"-Desktop-Generation als Validierungsplattform, wobei die Tatsache, dass die Tests mit einer Validierungsplattform durchgeführt wurden, dem Bericht nach zeigen, dass die neuen GPUs "noch weit von der Markteinführung entfernt sind".
Performance-Ausblick mit Drosselung
In vier der Benchmark-Durchläufe erzielte die niedriger als vorgesehen getaktete GPU dabei 69.220, 68.418, 66.603 und 64.964 Punkte, was laut Geekbenchs eigenen Leistungstabellen nahe an der Geforce RTX 2060 und leicht über der "Pascal"-basierten Nvidia Titan Xp liegt. Das 512EU-Modell der Arc Alchemist-Reihe soll mit 16 GiB GDDR6-Speicher ausgestattet sein, weswegen die von Geekbench angegebene Speichergröße von 12,7 GiB entweder nicht final oder laut Videocardz.com auch einfach falsch sein kann.
Quelle: Geekbench #1, #2, #3, #4
DG2-128EU: Verschiedene Speichergrößen
Intels kommende Low-End-GPU auf Basis der Xe-HPG-Architektur könnte unterdessen mit zwei oder gar drei verschiedenen Speicherkonfigurationen erscheinen, wie der für gewöhnlich gut informierte YouTube-Kanal "Moore's Law is Dead" berichtet. Es heißt, dass die GPU im ersten Quartal 2022 zunächst in Laptops von Dell und Asus auf den Markt kommen soll, bevor sie dann im Desktop-Markt debütiert.
Die Desktop-Variante mit DG2-128EU-GPU soll mit 6 GiB GDDR6-Speicher und einem 96-Bit-Speicherbus ausgestattet sein, was im Gegensatz zu früheren Gerüchten steht, wonach diese GPU nur an den 64-Bit-Bus gebunden sein würde. Zudem soll eine beschnittene Variante für Laptops mit 4 GiB GDDR6 und 64-Bit geplant sein, während gerüchteweise eine mögliche 3-GiB-Variante nicht ausgeschlossen wird.
Die kolportierte TDP von 75 Watt soll mehr oder weniger korrekt sein, während Preis und Taktfrequenz noch unklar bleiben. Die angebliche Arc Alchemist-A128-Grafikkarte soll dabei mit den ebenfalls noch nicht erschienen GPUs "Navi 24" von AMD (RX 6500/6400-Karten) und Nvidias "GA107" (RTX 3050) konkurrieren.
Intel Arc Alchemist: Verschiedene GPUs und Modelle
Derzeit gibt es Leaks zu drei verschiedenen DG2-GPUs, darunter 512EU-, 384EU- und 128EU-Varianten und sogar sechs verschiedene Konfigurationen der selbigen: 512EU, 448EU, 384EU, 256EU, 128EU und 96EU. Es ist jedoch laut Videocardz.com noch unklar, welche Varianten Intel speziell für den Desktop- und Mobilmarkt auf den Markt bringen wird.

*) Ergänzend noch: Intel hat auch schon angekündigt, dass man ebenso den ProfViz-Markt mit Xe-HPG bedienen will, vielleicht groß ausgerollt erst mit der NextGen in 2023, aber auch das hat man im Auge, d. h. Intels potentieller Abnehmermarkt wird gar noch größer und im Gegensatz zu AMD, die es bisher jahrelang erfolglos versucht haben nVidia's CUDA-basierten Frameworks Paroli zu bieten, hat Intel mit seinen Ressourcen und dem, was sie bisher schon auf den Weg gebracht haben hier mittelfristig tatsächlich gar nicht mal so schlechte Aussichten auf das Gewinnen relevanter Marktanteile.
Darüber hinaus liegen halbwegs belastbare Quellen, wenn man bspw. MLiD Glauben schenken darf, im Bereich einer RTX 3060 Ti bis RTX 3070 Ti als Leistungsäquivalent.
Der vermeintliche "Bombenpreis" ist in aktuellen Zeiten wohl subjektiv, aber es gab tatsächlich Gerüchte zu einem angeblich aggresiven Pricing. Ob Intel das beibehalten wird, weiß man erst, wenn die Produkte da sind, denn die könnten diese Planung mit ihren gesicherten Abnahmemengen über die OEMs auch jederzeit verwerfen. Das ist auch der einzige Punkt, der es ihnen erlauben könnte, dass sie sich nicht 100%ig den exakt gleichen Marktmechanismen wie AMD unterwerfen müssen, also gleiche oder mehr Leistung für weniger Geld als der Platzhirsch.
Jetzt weiß ich weshalb nVidia den 2060 Refresh bringt ...
Bei einer Firma wie AMD dagegen sieht das dagegen deutlich anders aus, da die im Vergleich dazu immer noch deutlich ressourcenbeschränkt sind, entwicklungs-, fertigungs, wie auch softwaretechnisch.
Letzten Endes alles eine Frage der Priorisierung. Bereits zu Vega's-Entwicklungszeit shiftete man nennenswerte Entwicklungsressourcen auf das Konsolenprojekt. Für eine dedizierte PC-Entwicklung hatte man nicht das Geld und möglicherweise zu der Zeit auch nicht die Möglichkeiten (sowie den Markt), sodass man den sicheren Pfad mit Sony/Microsoft wählte, sich damit aber vertraglich einschränkte, sodass RDNA2 erst Ende 2020 auf den Markt kommen durfte. (RDNA2 Ende 2019 gegen Turing wäre schon ein Knaller gewesen). Und aktuell haben sie das Problem, dass sie ihre Wafer-Kontingente eher für andere Produkte nutzen (müssen) und somit auf einem Langzeittief beim GPU-Marktanteil liegen.
Man darf gespannt sein, ob es mit RDNA2 überhaupt noch einen fertigungstechnischen RampUp geben wird oder ob die Gen stückzahlmäßig eher "nur ein Fall fürs Technikmuseum" wird und man erst mit RDNA3 einen "Neustart/Angriff" versuchen wird.
Jetzt weiß ich weshalb nVidia den 2060 Refresh bringt ...
MfG Föhn.
In 6 Monaten wissen wir mehr!
Mein Fazit bisher: LEAKS sind meist FAKES! Einfach ignorieren...