Intel Arc-A7-Grafikkarten: Lösung gegen hohe Idle-Leistungsaufnahme - User müssen selbst ran
Intels neue Arc-Grafikkarten A770 und 750 ziehen selbst im Leerlauf viel Strom. Dagegen hat Intel nun etwas parat, jedoch ist Handarbeit auf User-Seite gefragt.
Bereits in den ersten Tests der Arc A770 und 750 zeigte sich, dass Intel es offenbar versäumt hat, den beiden neuen Mittelklassegrafikkarten einen angemessen, niedrigen Power-State mitzugeben. Dadurch kommt es zu einer vergleichsweise hohen Leistungsaufnahme beim Nichtstun und bei Niedriglast: Gemessen wurden im PCGH-Test zwischen 42 Watt bei der A750 im Leerlauf und 55 Watt bei der A770 im YouTube-Betrieb, was auch zu wahrnehmbarer Lüfteraktivität führt. Die AMD- und Nvidia-Konkurrenz liegt hier je nach Modell in der Regel bei rund 5 bis 25 Watt.
Intel gab seinerzeit auf Nachfrage zu Protokoll, dass man von diesem Verhalten mit der hohen Leistungsaufnahme im Leerlauf wisse und an effizienteren Leerlaufmodi arbeite. Ein Zeitfenster für die Umsetzung (vermeintlich in Treiberform) wurde jedoch nicht genannt. Nun hat Intel auf seiner Support-Webseite eine Anleitung veröffentlicht, wie Besitzer einer Intel Arc-Grafikkarte daran selbsttätig ändern können, wofür man allerdings ins BIOS/UEFI des Mainboards und in die Systemeinstellungen von Windows gehen muss. Eine mögliche Lösung per Treiber erscheint dadurch derzeit unwahrscheinlich.
Intels Energiesparanleitung
Wie in dem Support-Beitrag erläutert wird, verwendet Intels Architektur die L0s- und L1-Energiemodi der PCI-E-2.0-Spezifikation, die per Software-Einstellung erzwungen werden müssen. Diese Modi sind Teil des Active-State Power Management (ASPM), der für PCI Express-Geräte entwickelt wurde. Demnach müsse der ASPM L1-Modus und die globalen Betriebssystemeinstellungen hierfür aktiviert werden müssen, damit die Arc A7-GPUs den stromsparenden Zustand nutzen können. Intel beschreibt die nötigen Schritte wie folgt:
Konfigurieren Sie das BIOS für optimalen Energieverbrauch wie folgt:
1. Ermöglichen von BS-gesteuertem [Betriebssystem-gesteuertem; Anm. d. Red] ASPM durch Einstellung natives ASPM auf Aktiviert.
2. Aktivieren Sie den PCI Express Stammport ASPM und wählen Sie L1 Substates aus.
Ziehen Sie Ihr Mainboard-Handbuch zurate oder wenden Sie sich an den Hersteller Ihres Mainboards, wenn Sie nicht sicher sind, wo Sie diese Einstellungen finden können. Verschiedene Hersteller können für die gleiche Einstellung verschiedene Namen verwenden.
Konfigurieren Sie auch die Windows* Energieeinstellungen wie folgt:
1. Gehen Sie zu Start > System > Power & Sleep.
2. Klicken Sie auf Zusätzliche Energieeinstellungen.
3. Wählen Sie Ihren bevorzugten Plan aus und klicken Sie auf Planeinstellungen ändern.
4. Klicken Sie auf Erweiterte Energieeinstellungen ändern.
5. Suchen Sie nach PCI Express.
6. Klicken Sie auf das "+"-Zeichen neben PCI Express, um die Optionen zu erweitern.
7. Klicken Sie auf das "+"-Zeichen neben Link State Power Management, um die Optionen zu erweitern.
8. Wählen Sie im Dropdown-Menü die Option Maximale Energieeinsparung als Einstellung.
9. Klicken Anwenden Und dann Okay.
Ergebnisse können variieren
Laut Videocardz.com sollten Besitzer einer Arc A7-GPU dem Lösungsansatz eine Chance geben, wobei Feedback erbeten ist. Dabei ist zu beachten, dass die Ergebnisse je nach Bildwiederholrate oder Anzahl der Monitore variieren können. Die in den Fachtests ermittelten Werte zur Leistungsaufnahme wurden zudem in der Regel mit speziellen Hardware-Überwachungstools für GPUs aufgezeichnet, sodass gängige Software-Leistungsmesswerte anders ausfallen können.

Falls irgendwann mal wirklich Karten auf dem Markt sein sollten, sind die eh mehr als überholt! Anfang bis Mitte 2022 wäre es vielleicht noch interessant gewesen, aber Mitte 2023 bestimmt nicht mehr.
Vielleicht wird die 2. Gen besser...
Müsste man aktuell mal nachsehen ob das bei den älteren Gens gelöst ist, aber ich hab davon nie was gelesen und meine letzte AMD hat im Idle mehr verbraten als die GPU meiner Frau (1060) unter Last...
Ich gehe grundlegend davon aus das alle aktuellen Grafikkarten die zugrundeliegenden Powerstates unterstützen, wenn die Karten jedoch nicht zu vorhandenen Powerstates wechseln ist das ein Problem mit dem Treiber oder dem vBIOS, wie gut sie dann im Energiesparen sind und wie lange es ihnen möglich ist in dem Powerstate zu bleiben ist dann wieder abhängig von der Architektur.
Bspw. kann die Spannung nicht unendlich gesenkt werden, bevor der eine Chip unstabil wird, während ein Chip unter anderer Architektur noch weniger oder mehr Spannung braucht und wie lange ein Chip im Low Powerstate bleiben kann bis er wieder "hochschalten" muss ist von der Architektur abhängig.
- eine RX570 und auch RX580 lief diesbezüglich auch völlig fehlerfrei
Redest Du vll. von 10-15 Jahre alter Hardware?
Die sind ja auch noch aktuell da in Verwendung
Es gab dafür verschiedene Beispiele, der Idle-Verbrauch war in verschiedenen Gens sehr hoch. X800, X19xx, HD 2900, HD 7970 und Co, 390X usw usf.