PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

Da der sich anbahnende Sommer gleichzeitig auch immer eine Spieleflaute mit sich bringt, lohnt ein Blick über den gewohnten Tellerrand. Deshalb wollen wir Ihnen hier eine kleine Auswahl an PC-Geheimtipps und Indie-Spieleperlen des vergangenen Monats Juni mit auf den Weg geben. Ein Blick lohnt sich!

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PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele
Quelle: PC Games Hardware (Collage)

Während auf der E3 2018 die nächsten dicken Tripple-A-Bretter wie Battlefield 5, Biowares Anthem oder Cyberpunk 2077 der Welt vorgestellt wurden, gerieten die regulären PC-Spiele-Releases im Juni stark ins Hintertreffen. Dass dabei auch Indie-Games neben den abgetretenen Pfaden brachialer Blockbuster spielerisch entzücken können, ist keine neue Weisheit. Doch schnell verliert man die Übersicht über die zahlreichen Steam-Neuerscheinungen. Hier wollen wir Abhilfe schaffen und stellen Ihnen unsere Auswahl an kleinen PC-Geheimtipps vor.

Wir steigen hinab in nostalgische Minenschächte und Weltraumstationen wiederbelebter Klassiker. Als Kultistenanführer nutzen wir die Untiefen der menschlichen Seele aus. Wir setzen Worte als Waffen ein und lassen das Blut gewaltig spritzen. Wir lassen uns treiben - entweder auf einem Floß inmitten eines weiten Ozeans oder durch einen fluoreszierenden Wach-Traum, der audio-visuell einem verrückten Hippie-Flashback gleicht.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Anspielen unserer PC-Geheimtipps! Vielleicht können wir Ihnen ja Ihr künftiges Lieblingsspiel für laue Sommerabende präsentieren. Falls ihnen dieses Special gefällt und Sie in Zukunft weitere PC-Geheimtipps lesen wollen, dann lassen Sie uns das doch in den Kommentaren wissen!

Overload: Geistiger Descent-Nachfolger im modernen Technik-Gewand

Im Jahr 1995 konnte Parallax Software mit dem turbulenten 3D-First-Person-Shooter Descent einen finanziellen Erfolg verbuchen, der auch spielerisch überzeugte. PC-Veteranen erinnern sich. Descent begründete damals zugleich das Sub-Genre der 6-DOF-Shooter (Six Degrees of Freedom), bei dem die freie Bewegung in alle sechs Richtungen in der Schwerelosigkeit möglich wurde. Das kürzlich erschienene Overload hievt das vergessen geglaubte Genre nun wieder aus der Versenkung und sorgt für grafisch frisch polierte Adrenalin-Action. Die ehemaligen Descent-Macher Mike Kulas und Matt Toschlog zeichnen mit ihrem Entwicklerstudio Revival Productions dafür verantwortlich. Das verspricht schon mal nostalgische Schwindelgefühle.
Overload: Gleißende Lichteffekte und zahlreiche Partikeleffekte soweit das Auge reicht. Quelle: PC Games Overload: Gleißende Lichteffekte und zahlreiche Partikeleffekte soweit das Auge reicht.

In der Singleplayer-Kampagne steuern wir als Pilot eines wendigen Raumgleiters durch verwinkelte Minenschächte und Weltraumstationen und feuern ein klassisches Waffenarsenal auf automatisierte, aber wild gewordene Schürfroboter. Dabei blitzen die Energiewaffen und Raketengeschosse in leuchtenden Neonfarben auf, die die Gänge in flackernde Lichtreflexe einhüllen. Und die zahllosen Partikeleffekte sind einfach großartige Augenschmankerl.

So zerstören wir wie damals Roboter, retten Überlebende, überladen den Reaktor der Station und flüchten in letzter Sekunde aus Weltraumstationen. Die intuitive Steuerung per Maus und Tastatur, Gamepad, oder Joystick und Tastatur und moderne Komfortfunktionen wie eine Hologramm-Drohne als Wegführer erleichtern es dabei, die völlige Bewegungsfreiheit wirklich zu genießen. All das trägt dazu bei, dass Overload gekonnt das alte Descent-Gefühl aufleben lässt. Ein Online-Mehrspielermodus, VR-Support und ein pulsierender Synthie- und E-Gitarren-Soundtrack runden das moderne Spielerlebnis ab.

Bei einem fairen Preis von rund 25 Euro können Descent-Fans eigentlich nichts falsch machen. Overload ist erhältlich für PC, Mac und Linux und bietet VR-Support für Oculus und HTC Vive.

Raft: Das etwas andere Survival-Abenteuer auf hoher See

Raft ist ein klassisches Survival-Spiel mit einem etwas anderen Dreh: Hier zieht der Spieler nicht in die Welt hinaus, um sie mit treuem Handwerkszeug zu beackern und sie nach seinen Wünschen zu formen. Nein, in Raft muss er sich zunächst einfach nur treiben lassen - und zwar auf einem kleinen Holzfloß mitten auf dem weiten Ozean. Das langwierige Umherwandern fällt somit weg. Um die nötigen Baumaterialien für Bau- und Handwerksprojekte zu sammeln, ist der Spieler jedoch auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, was ihm die Wellen vor den Bug treiben.

Bauen Sie sich in Raft ein eigenes Traumfloß und überleben Sie auf hoher See. Quelle: Redbeet Interactive/Axolot Games Bauen Sie sich in Raft ein eigenes Traumfloß und überleben Sie auf hoher See. Mit einem einfachen Plastikhaken fischen wir uns zunächst die Rohstoffe, die im Meer herum schwimmen: Holz, Palmblätter und haufenweise Plastik. Aus diesen Grundmaterialien basteln wir die ersten hilfreichen Werkzeuge und Utensilien, die das Überleben für die ersten Tage sichern. Damit es auf hoher See nicht zu langweilig wird, umkreisen uns ständig gefräßige Haie und beißen in regelmäßigen Abständen Stücke aus dem Holzfloß, wenn wir sie nicht abwehren.

Wir müssen immer abwägen, ob wir unsere Ressourcen für neue Gegenstände oder für die Erweiterung des Floßes, Feld für Feld, einsetzen wollen. So bauen wir das anfänglich kleine Floß zu einem stattlichen Schiff mit allerlei Annehmlichkeiten aus. Auf unserem schwimmenden Untersatz errichten wir sogar kleine Felder für Landwirtschaft oder Schmelzöfen für bessere Werkzeuge. Im weiteren Spielverlauf konstruieren wir Schiffssegel und Steuerruder, mit denen wir Kontrolle über das Floß erhalten und steuern so gezielt im Meer befindliche kleine Inseln an.Das Survival-Abenteuer Raft von Entwickler Redbeet Interactive und Publisher Axolot Games ist bei Steam Early Access für rund 20 Euro erschienen und konnte dort für Begeisterung bei den Spielern sorgen. In den Verkaufs-Charts von Steam kletterte es bis auf den dritten Platz hoch. Ein Blick lohnt sich allemal, da Sie sich auch im Online-Koop-Modus gemeinsam mit anderen Spielern am Überleben auf hoher See probieren dürfen.

Haimrik: Witzig-brutales "Text-Adventure"

Mit dem kruden Puzzle-Action-Adventure Haimrik bekommt der Begriff Text-Adventure eine vollkommen neue Bedeutung. Denn hier wird die Erzählung samt Text Teil des Gameplays. Wir schlüpfen in die Rolle von Haimrik, einem mittelalterlichen Schreiberling, der auf ein magisches Buch trifft, welches seinen Alltag gehörig umkrempelt: Das Buch verleiht ihm Macht über Worte.

Während wir in 2D-Sidescroller-Manier durch die Welt und über den Beschreibungstext der Szene stakseln, müssen wir passende Worte aktivieren, die uns beim präsentierten Rätsel weiterhelfen. Um beispielsweise eine verschlossene "Tür" zu öffnen, gelangen wir über das im begleitenden Text befindliche Wort "Schlüssel" an des Rätsels Lösung. Was bei diesem ersten Beispiel noch lapidar simpel klingt, gewinnt schnell an Fahrt und so knobeln wir uns kurzweilig durch eine Wortwelt nach der anderen.
Das morbid-blutige Haimrik beweist: Worte können töten! Quelle: Below the Game/1C Company Das morbid-blutige Haimrik beweist: Worte können töten! Haimrik kann mit seinem morbiden Comic-Charme und wilden Animationen begeistern. Allein die brutal inszenierten und doch ulkigen Todesszenen lassen uns mehr als einmal breit grinsen. Das knallrot spritzende Blut der besiegten Feinde (oder von Haimrik selbst) setzt sich schließlich so schön von der rustikalen Spielwelt in gedeckten Sepia-Farben ab. Schauen Sie sich den Launch-Trailer an, um einen Eindruck von Haimriks schwarzem Humor und Wort-Witz zu bekommen.
Das Indie-Game Haimrik ist regulär für etwa 19 Euro auf Steam zu haben - während des Steam Summer Sales nur für rund 16 Euro. Playstation-4- und Xbox-One-Besitzer können sich den blutigen Titel außerdem auch auf ihre Konsole holen.

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  1. Seite 1 Overload, Raft und Haimrik
  2. Seite 2 Cultist Simulator, Shape of the World und weitere PC-Geheimtipps
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        AW: PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

        Zitat von wuselsurfer
        Overload ist ein Geheimtipp?
        Ach wirklich?
        Wieviel mal stand der hier alleine auf der Seite?
        Ja, ich weiß, der Artikel ist von PCG.
        Was genau meinst Du jetzt damit?
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        AW: PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

        Zitat von wuselsurfer
        Overload ist ein Geheimtipp?
        Ach wirklich?
        Wieviel mal stand der hier alleine auf der Seite?
        Ja, ich weiß, der Artikel ist von PCG.
        Was genau meinst Du jetzt damit?
      • Von Schori Volt-Modder(in)
        AW: PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

        Ich kann The Forest empfehlen.
        Vor allem im Multiplayer sehr Lustig und Spannend die Insel zu erforschen.
      • Von Gast1686258602
        AW: PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

        "Schundroman" mit Ironie benutzen ist ja vollkommen OK, dennoch ist der Begriff in der breiten Masse negativ besetzt...
        Aber du hast geantwortet, deshalb Daumen hoch
      • Von Gamer090 Lötkolbengott/-göttin
        AW: PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

        Shape of the World sieht im Trailer zwar nett aus aber einfach eine schöne Spielwelt ohne richtiges Ziel, also für mich ist das ein "Walking simulator" ich mache ja nix anderes als herumzulaufen.
      • Von GamesPhilosoph Freizeitschrauber(in)
        AW: PC-Geheimtipps im Juni: Nostalgische Schwindelgefühle, Floß-Survival und kultische Kartenspiele

        Zitat von Caduzzz
        Danke für's vorstellen, aber Lovecraft im Text als "Schundromane" zu bezeichnen geht gar nicht!
        Hah, sorry, da bist du an den Falschen geraten. Ich gehöre zu den Literaturwissenschaftlern, die den Begriff "Schundroman" wertfrei und mit einer gehörigen Portion Ironie synonym zur englischen Genre-Bezeichnung der "Pulp Fiction" nutzen -- was hier häufig eher wohlwollend als "Trash" bezeichnet wird. Ich selbst liebe Lovecraft, und viele weitere "Schund"-Autoren wie Philip K Dick oder Robert Anton Wilson.

        Gruß
        Micha
      Direkt zum Diskussionsende
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