Die wilden 90er: PCGH sucht PC-Spiele mit denkwürdiger Grafik - Zwischenstand mit Half-Life 1, Unreal 1 und UT

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Galerie mit Anregungen: Was sind die historischen Meilensteine der Spielegrafik?
Quelle: PC Games Hardware

Jetzt mit einem Zwischenstand aktualisiert: Nachdem wir bereits eine Diskussion zu Spielen mit denkwürdiger Grafik gestartet haben, folgt nun eine Umfrage zu den PC-Spielen der 90er-Jahre. Welche Titel sind besonders in Erinnerung geblieben? Machen Sie mit.

Originalartikel vom 12.05.2022: Es ist ein fast unmögliches Unterfangen, objektiv zu beurteilen, welche PC-Spiele in welchem Releasejahr besonders prägend in der Kategorie Grafik waren. Und wie so oft ist alles eine Frage der Perspektive. Spiele, die man in den 90er-Jahren atemberaubend schön fand, sind aus heutiger Sicht oft nicht gut gealtert.

Welche PC-Spiele der 90er waren damals prägend?

Und trotzdem wollen wir genau den PC-Spielen aus dieser Zeit huldigen und haben eine Umfrage gestartet, an der alle PCGH-Leser teilnehmen können. Wir möchten, dass Sie Ihre Favoriten aus den 90ern nennen - mit dem Gefühl von damals. Im Video zeigen wir nur ein paar Anregungen, welche bekannten PC-Spiele überhaupt aus den 90er-Jahren sind. Dabei sind Comanche, Sim City 2000, Wing Commander 3, Command & Conquer 1, Pro Pinball The Web, Schleichfahrt, Outlaws, Unreal, Half-Life 1 oder Dungeon Keeper 2. Es gibt aber noch viele weitere bekannte Spiele, die auch durch ihre Grafik damals überzeugten, zum Beispiel Monkey Island, Doom, Ultima Underworld, Tomb Raider, Star Wars: TIE Fighter und viele mehr.

Die 90er-Jahre waren für PC-Spieler gewissermaßen zweigeteilt. Während sich Konsolenspieler mit Nintendo 64 oder Playstation 1 bereits an flüssiger und texturierter Polygongrafik ergötzen durften, arbeiteten Pentium-Luxusprozessoren bereits mit simpler und pixeliger 3D-Grafik bei 320x200 Bildpunkten an der Leistungsgrenze. Auch die Veröffentlichung des NV1 von Nvidia anno 1995 oder der S3 Virge von 1996 entschärften das Problem nicht. Im Gegenteil, oftmals verschönerten diese Chips zwar die Grafik, die Bildwiederholrate ging aber deutlich zurück - sogar hinter die eines schnellen Pentium-Prozessors. Das änderte sich aber mit 3dfx und deren Voodoo-Beschleuniger im Jahre 1996.

Statt ungefilterter Texturen und niedriger Bildwiederholraten oder Auflösungen zauberten die Voodoo-Chips für damalige Verhältnisse hochauflösende 640x480 Bildpunkte nicht selten mit 30 Fps auf den Bildschirm. Eine einfache, an OpenGL angelehnte und sehr ressourcenschonende Programmierschnittstelle namens Glide motivierte viele Spieleentwickler, ihre 3D-Softwareengines um 3dfx-Hardware-Unterstützung zu erweitern. So konnte man Spielen einen neuen Optikglanz verleihen. Tomb Raider, Need for Speed 2 Special Edition, Formula 1, Eurofighter 2000 und andere Top-Titel galten fortan als Zugpferd für 3dfx, boten diese Spiele doch nur mit 3dfx-Voodoo-Prozessoren optimale und schnelle 3D-Optik. Doch wie aufmerksame PCGH-Leser wissen, war der Programmierschnittstelle Glide kein ewiges Leben beschieden. Durch das verstärkte Aufkommen von API-Alternativen wie Open GL und DirectX und einer starken Konkurrenz im Bereich Grafikchips verschwand der Glide-Effekt nach und nach. Spätestens 2002 mit der Veröffentlichung von Direct X 9 mit Pixel und Vertex Shader 2.0 war der Erfolg von Microsofts API nicht mehr aufzuhalten.

Damit Sie noch etwas mehr Anregungen bekommen, haben wir eine Galerie mit einigen bekannten Spielen aus den 90ern erstellt. Die folgende Übersicht entbehrt nicht einer gewissen Subjektivität. Sie sollten auch beachten, dass indizierte oder beschlagnahmte Spiele fehlen - darunter war sicherlich auch das eine oder andere Grafik-Highlight.

Bildergalerie

Wie findet Sie die Idee, PC-Spiele-Klassiker auf diese Weise eine neue Bühne zu geben? Sollten wir das Experiement auch für die 2000er- und 2010er-Jahre wiederholen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt.


Kleiner Zwischenstand

Aktualisierung vom 19.05.2022: Aktuell haben bereits über 600 Teilnehmer an der Umfrage mitgemacht. Es zeichnet sich dabei an Kopf-an-Kopf-Rennen waschechter Klassiker ab: Sehr stark platziert sind unter anderem Half-Life 1 (1998), Unreal 1 (1998), Unreal Tournament (1999), Quake 3 (1999) und als ältestes Spiel in den Top 5 Doom (1993). Noch ist für die Spiele auf den Folgeplätzen wie Tomb Raider, Quake, Wolfenstein 3D, Comance oder Quake 2 nichts verloren, aber natürlich braucht es hier jetzt entsprechende Fans, um weitere Stimmen zu sammeln. Danke im Voraus für Ihre Teilnahme.

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    • Kommentare (63)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1675422605
        Zitat von PCGH_Torsten
        Kann ich nicht nachvollziehen. Solange man 1:1 ausgibt – Alpha Centauri sieht immer noch aus wie Alpha Centauri, ich muss bei der kleinsten Kartengröße nur nicht mehr scrollen. OTTD wirkt auch nicht anders, als TT(D) damals. Ich hab erst vorgestern wieder Dehtkarz gespielt, macht auf 32 Zoll mehr Spaß denn je.
        Was man natürlich nicht machen darf: Skalieren und erwarten, dass das ohne Skalierungsartefakte abläuft. Bei Spielen, die gar keine Größenanpassung erlauben (Airline Tycoon, Fallout 1 und 2) ist dann der sichtbare Bereich halt etwas kleiner, aber wenn man Grafik wie auf einem 10-bis-11-Zoll-sichtbar-Monitor der frühen 90er haben möchte, sollte man halt nicht mit mehr als 10 Zoll Bild rechnen. (Oder deutlich weniger, wenn man sich ein Display mit wesentlich höherer Pixeldichte zugelegt hat. Aber dann hat man als Retrospieler halt einen Fehlkauf gemacht.)
        Zum einen hatte ich ein Video verlinkt welches die Unterschiede zeigt. Zum anderen meine ich dass ihr selbst in der Redaktion mal den CRT Vergleich gewagt habt. Wenn der noch steht, schau es dir einfach selbst an. Es ist mehr als 1:1 Darstellung.
      • Von Gast1675422605
        Zitat von PCGH_Torsten
        Kann ich nicht nachvollziehen. Solange man 1:1 ausgibt – Alpha Centauri sieht immer noch aus wie Alpha Centauri, ich muss bei der kleinsten Kartengröße nur nicht mehr scrollen. OTTD wirkt auch nicht anders, als TT(D) damals. Ich hab erst vorgestern wieder Dehtkarz gespielt, macht auf 32 Zoll mehr Spaß denn je.
        Was man natürlich nicht machen darf: Skalieren und erwarten, dass das ohne Skalierungsartefakte abläuft. Bei Spielen, die gar keine Größenanpassung erlauben (Airline Tycoon, Fallout 1 und 2) ist dann der sichtbare Bereich halt etwas kleiner, aber wenn man Grafik wie auf einem 10-bis-11-Zoll-sichtbar-Monitor der frühen 90er haben möchte, sollte man halt nicht mit mehr als 10 Zoll Bild rechnen. (Oder deutlich weniger, wenn man sich ein Display mit wesentlich höherer Pixeldichte zugelegt hat. Aber dann hat man als Retrospieler halt einen Fehlkauf gemacht.)
        Zum einen hatte ich ein Video verlinkt welches die Unterschiede zeigt. Zum anderen meine ich dass ihr selbst in der Redaktion mal den CRT Vergleich gewagt habt. Wenn der noch steht, schau es dir einfach selbst an. Es ist mehr als 1:1 Darstellung.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von FR4GGL3
        Kann sein. Ich denke halt bei Oldschool eher an non 3D. Zumindest was Arcade oder Konsolen betrifft. Und dann gab es da einfach wunderbare Sprite Grafiken, die aber heute einfach nicht mehr so aussehen wie früher. Ja, hochauflösende Monitore mit möglichst vielen und kleinen Pixeln helfen. Aber wir sind einfach noch nicht an der Optik wie es an CRTs aussah.
        Kann ich nicht nachvollziehen. Solange man 1:1 ausgibt – Alpha Centauri sieht immer noch aus wie Alpha Centauri, ich muss bei der kleinsten Kartengröße nur nicht mehr scrollen. OTTD wirkt auch nicht anders, als TT(D) damals. Ich hab erst vorgestern wieder Dehtkarz gespielt, macht auf 32 Zoll mehr Spaß denn je.
        Was man natürlich nicht machen darf: Skalieren und erwarten, dass das ohne Skalierungsartefakte abläuft. Bei Spielen, die gar keine Größenanpassung erlauben (Airline Tycoon, Fallout 1 und 2) ist dann der sichtbare Bereich halt etwas kleiner, aber wenn man Grafik wie auf einem 10-bis-11-Zoll-sichtbar-Monitor der frühen 90er haben möchte, sollte man halt nicht mit mehr als 10 Zoll Bild rechnen. (Oder deutlich weniger, wenn man sich ein Display mit wesentlich höherer Pixeldichte zugelegt hat. Aber dann hat man als Retrospieler halt einen Fehlkauf gemacht.)
      • Von Mazrim_Taim Volt-Modder(in)
        Zitat von RyzA
        Wenn du meinst, dass die Grafik schlecht war, kann man glaube ich auch "Dune" und "C&C" aus der Umfrage streichen.
        Ganz genau kann ich mich aber nicht dran erinnern.
        Ist lange her. Aber für den PC hatte das doch nette Grafik und für damaligen Verhältnisse schöne Zwischensequenzen. Mein letztes Syndicate war "Syndicate Wars" für die PS1. Auch schon sehr lange her.
        Sehr gutes Argument.
        Auch beim C64 / Amiga gab es schöne Startbildschirme / Intros / Zwischensequenzen / Outros.
        Bei C&C ist mir eben nur diese (Grafik! => Thema) in Erinnerung geblieben.

        Mein letztes Syndicate ist ... Syndicate allerdings die Neuauflage von 2012.
        Macht im CoOp Laune...

        Finde die Fragestellung allerdings auch etwas ~ unfair da der Sprung der Grafik in den 90er deutlich höher war als in den folgenden Jahrzenten.
      • Von WeltbesterGabbyJay Software-Overclocker(in)
        Zitat von Terracresta
        C64, k.A. ob das auch fürn Amiga erschien. ^^
        Oh C64... na fast. Wusste doch, dass mir das irgenwo was sagt.

        Zitat von Terracresta
        Ja es gab da verschiedene Arten von CRTs, und alle setzten es bisschen anders um und sehen entsprechend auch anders aus. Manchmal spiele ich Mega Drive Spiele per Emulator und Custom Resolutions in echten 320x240 (wenn auch durch 120 Hertz ercheatet, da alles darunter unter die kHz-Grenze des VGA Monitors fällt) an meinem Röhrenmonitor. Sieht völlig anders aus als am Röhrenfernseher. Amiga Spiele wie Darkmere sehen da auch richtig gut aus und ich hab auf die Art letztens Lionheart und Ambermoon gespielt.

        Für DOS hab ich die Wahl zwischen Originalhardware, aber halt mit Doublescan, sprich der automatischen Auflösungsverdopplung auf 640x400 oder 480, so wie die Spiele in den 90ern dann ausschauten, als die meisten VGA Monitore keine 15kHz Signale mehr unterstützen oder per DOSBox und Custom Resolutions in echten 200 oder 240p. Kann mich nicht entscheiden, was ich besser finde.
        Genau das ging mir auch immer so.
        Man hat halt keine Scanlines mehr und das Hirn kann nichts mehr "ergänzen".
        Andererseits ist es halt der Bildqualität und der Bildhelligkeit enorm zuträglich, da ja nicht mehr nur jede zweite Zeile dargestellt wird und der Rest sich als schwarze Linien durchs Bild zieht.
        Das ist auch einer der Punkte, weshalb ich weiter oben gesagt habe, auch damals mit CRTs wars alles andere als nur Friede Freude Eierkuchen... auch Scanlines hatten Nachteile.

        Zitat von Terracresta
        Hab auf mir so ein HDMI zu Component Teil geholt, und da schon spaßeshalber moderne PC und Konsolenspiele am Röhrenfernseher gespielt. Seltsamer Weise sahen hohe Auflösungen runtergebrochen besser aus als wenn ich möglichst niedrige wie 640x480 wählte.
        So ne Art Downsampling?

        Wobei ich zu dem Thema noch sagen muss, dass für mich (!) die Emulation NICHT unbedingt genau so aussehen muss, wie das Original. Im Gegenteil.
        Wenn ich das Original-Erlebnis will, kann ich einfach auf der Original-Hardware spielen.
        Wenn ich am Emulator spiele, dann deshalb, weil ich möglichst eine Verbesserung oder mehr Möglichkeiten möchte, die mir damals am Original gefehlt haben. Und deren gibt es ja reichlich.

        In Sachen Optik wird in der nächsten Zeit in Sachen KI-basierte Methoden noch einges kommen, denke ich.
        Auf Standbildern funktioniert das teilweise schon ganz hervorragend, nur muss das ganze halt in Echtzeit laufen und noch integriert werden.

        Klar, Puristen werden dann natürlich sagen, das verändert dann das Spielerlebnis... mag ja auch stimmen. Aber wie gesagt... dafür kann man ja auf der Original-Hardware spielen.
      • Von Terracresta BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Gabbyjay
        Deshalb schreibe ich ja auch "vor allem" Scanlines.
        Die allein sind schon wichtig für die optische Wahrnehmung.
        ABER an sich selbstverständlich alles andere als optimal, man hat damals einfach mit dem gearbeitet, was verfügbar war, und sich daran angepasst. Aber es wurde eben nur jede zweite Bildzeile dargestellt, das ist natürlich alles andere als optimal.
        Trotzdem ist es nicht damit getan, diesen Bildeindruck zu bewahren, indem einfach dei Zeilen verdoppelt werden. Da geht dann das flöten, was das Gehirn "ergänzt".

        Gab damals auch Streifenmasken etc., das ist nicht immer gleich. Aber ja, das spielt selbstvrständlich eine Rolle.
        Hat man z. B. gesehen, wenn man den Dreamcast am Fernseher und dann mit VGA-Box am Monitor verglichen hat. Der Bildeindruck eines TVs war damals ein ganz anderer als ein fürs Arbeiten auf kurze Distanz optimiertem Monitor.
        Color bleeding ist auch noch von Bedeutung.

        Kommt auf das System an.
        320x240 oder 640x480 z. B. waren exakt 4:3.
        Teils hat man auch schwarze Ränder, auch am Originalsystem.

        Emulatoren kann man ja auch an CRTs benutzen... ergo gibts ja eine Möglichkeit.

        Das fand ich damals auch schwer.
        Musste damals wie gesagt selbst welche schreiben und lange testen, bis ich zufrieden war. Sass stundenlang da mit dem Original am TV und der Emulation am TV daneben. : D
        Heute gibt es allerdings einige Methoden, die mir besser gefallen als das Original, wo ich zur Zeit des Originals sogar froh gewesen wäre, wenn es damals schon so ausgesehen hätte.
        Zumal CRTs auch eine MENGE Nachteile haben.

        J
        a ich war auch immer ein Freund von RGB, so weit möglich. Ging leider nicht immer.
        Da kamen die Fliegengitter vom Saturn so richtig schön raus...

        Die gibt es IMO bereits.

        Terracresta vom Amiga?
        C64, k.A. ob das auch fürn Amiga erschien. ^^

        Ja es gab da verschiedene Arten von CRTs, und alle setzten es bisschen anders um und sehen entsprechend auch anders aus. Manchmal spiele ich Mega Drive Spiele per Emulator und Custom Resolutions in echten 320x240 (wenn auch durch 120 Hertz ercheatet, da alles darunter unter die kHz-Grenze des VGA Monitors fällt) an meinem Röhrenmonitor. Sieht völlig anders aus als am Röhrenfernseher. Amiga Spiele wie Darkmere sehen da auch richtig gut aus und ich hab auf die Art letztens Lionheart und Ambermoon gespielt.

        Für DOS hab ich die Wahl zwischen Originalhardware, aber halt mit Doublescan, sprich der automatischen Auflösungsverdopplung auf 640x400 oder 480, so wie die Spiele in den 90ern dann ausschauten, als die meisten VGA Monitore keine 15kHz Signale mehr unterstützen oder per DOSBox und Custom Resolutions in echten 200 oder 240p. Kann mich nicht entscheiden, was ich besser finde.

        Hab auf mir so ein HDMI zu Component Teil geholt, und da schon spaßeshalber moderne PC und Konsolenspiele am Röhrenfernseher gespielt. Seltsamer Weise sahen hohe Auflösungen runtergebrochen besser aus als wenn ich möglichst niedrige wie 640x480 wählte.
        Die Demo des eingestellten Saber Rider Spieles sieht da aber wesentlich besser aus als auf modernen Bildschirmen, vor allem die Clips vom Anime, welche die Demo nutzt. Auch Crystal Caves HD musste ich sogleich auf den CRTs spielen.
      Direkt zum Diskussionsende
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