Immortal Realms: Vampire Wars mixt gekonnt Elemente aus Klassikern wie StarCraft, Hearthstone und Total War

Alter Schwede: Das Studio Palindrome Interactive aus dem schwedischen Skövde lässt in Immortal Realms: Vampire Wars drei Vampirclans gegeneinander kämpfen - und mischt dabei Rundenstrategie- mit Kartenspiel.

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Immortal Realms: Vampire Wars mixt gekonnt Elemente aus Klassikern wie StarCraft, Hearthstone und Total War
Quelle: Kalypso

Immortal Realms: Vampire Wars mischt nicht nur die Geschichte von drei Vampirclans auf - auch Werwölfe und Menschen ziehen in der Mischung aus Rundenstrategie- und Kartenspiel in den Kampf. Johan Ahlgren, Chef des schwedischen Studios Palindrome Interactive, gab uns im Rahmen der E3 2019 in Los Angeles einen Einblick ins Spielgeschehen.

Unbill in der Abendstunde

Eigentlich hätte es so schön sein können: Vlad und Cecilia Dracul hatten mit den Menschen einen Friedensvertrag geschlossen. Doch wer hält sich nicht daran? Genau, die Menschen. Das berichtet ein Bote dem untoten Ehepaar, das sich auf dem Herrschaftssitz von Warmont eigentlich einen gemütlichen Abend bei ein paar Gläsern Menschenblut machen wollte. Vlad schickt daher seine Frau mit einem kleinen Trupp los, um an der Grenze ihres Reichs nach dem Rechten zu sehen.

Johan Ahlgren wechselt nach dieser Zwischensequenz erst einmal zur Übersichtskarte. Die sieht nicht nur sehr schmuck aus, sondern offenbart uns auch, wo die Menschen genau eingedrungen sind. Wir bewegen uns zum Einsatzort und wechseln in eine Nahansicht, die einen Hauch an die Total-War-Serie erinnert. Wie die Spiele der Creative Assembly erlaubt zwar auch Vampire Wars, einen Kampf automatisch zu lösen. Doch weil wir ja wissen wollen, wie das Spiel abläuft, übernehmen wir den Kampf selbst.

Zieh eine Karte!

"Zu Beginn der Schlacht bekommt ihr einige Kampfkarten", erklärt Johan Ahlgren. "Die wirken sich mehr oder minder stark auf das Kampfgeschehen aus - und im Laufe einer Schlacht bekommt ihr einige weitere Karten." Die stärken die eigenen Truppen oder schwächen den Gegner, rufen neue Kämpfer herbei oder nutzen Spezialeffekte wie "Füge dem eigenen Befehlshaber und allen benachbarten Einheiten 70 Schadenspunkte zu".

Richtig, Rundenstrategie. Neben den Kartentricks stehen jeder Partei pro Zug eine gewisse Zahl von Aktionspunkten zur Verfügung, um die eigenen Einheiten zu bewegen und so zu positionieren, dass sie den größtmöglichen Schaden verursachen beziehungsweise sich gegenseitig Deckung geben. Zum Rundenende gehen sich die Kontrahenten dann im Nah- und Fernkampf ans Leder - anschließend beginnt der Spaß von Neuem.

Blutspende erwünscht

Im Laufe des Spiels bekommt wir auch Karten, die wir auf der Übersichtskarte abspielen dürfen - etwa, um eine Provinz im Handstreich einzunehmen. Eingenommene Dörfer steigern unser Blutkonto, das wir dann für die oben erwähnten Karten einsetzen können. Anführer dürfen sogar neue Ausrüstungsgegenstände und Waffen nutzen.

Wir verbessen Gebäude, ziehen eine Karte für eine größere Menge von Aktionspunkten und sehen schließlich, wie unser Anführer eine Stufe aufsteigt. Johan Ahlgren klickt kurz auf einen Forschungsbaum, dessen freigeschaltete Zweige sich auf die ganze Fraktion auswirken. Erfreulich: "Alle Karten, die ihr für das Spiel benötigt, sind von Anfang an dabei", sagt Ahlgren. "Wir halten nichts von 'Pay to Play'." Die Schweden überlegen sogar, später weitere Fraktionen nachzuliefern.

Drei Fraktionen, 12 Missionen, 20 Stunden

Stichwort Fraktionen: Neben dem Dracul-Klan, der im Kampf auf menschliche Leibeigene und wilde Bestien setzt, gibt es die Nosfernus, eine Gruppe von Nekromanten, die in Ruinen und auf Friedhöfen haust und die Toten für sich kämpfen lässt. Die dritte Fraktion sind die mystischen Moroia, die vor allem auf Magie setzen und sich hinter dem Aussehen elfengleicher Wesen verstecken.

Bildergalerie


In der rund 20 Stunden langen Kampagne spielen wir vier Missionen pro Klan, dann wechselt die Perspektive und wir steuern die Geschicke der nächsten Vampirfamilie. Auch, wenn es sich anbieten würde: Einen Mehrspielermodus planen die Entwickler derzeit nicht - Vampire Wars ist nur etwas für Solisten. Die bekommen allerdings noch einen Sandbox-Modus, der schnelle Spiele zwischen Vampiren und Menschen ermöglicht.

Fazit

Drei Fraktionen, Helden, die neue Stufen erreichen und mit neuen Ausrüstungsgegenständen noch stärker werden, strategisches Planen auf der Übersichtskarte und in der Schlacht: Immortal Realms: Vampire Wars mixt gekonnt Elemente aus Klassikern wie StarCraft, Hearthstone und Total War - noch dazu in einem frischen Szenario.

Ob allerdings der Fokus auf Einzelspielern langfristig motivieren kann? Strategie- und Kartenspiele leben ja davon, dass man immer neue Strategien gegen menschliche Kontrahenten ausprobiert. Ein Gefechtsmodus gegen die KI soll diesen Bereich abdecken, doch inwiefern er sich vom Sandbox-Modus unterscheidet und wie schlau sich die KI anstellen mag, wissen wir erst ab September dieses Jahres. Dann nämlich soll Immortal Realms: Vampire Wars erscheinen.

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