Intel IDF 2012: Haswell-CPU im Benchmark-Video: Doppelt so schnell wie Ivy Bridge (Update)
Intels kommende CPU-Generation Haswell soll entweder doppelte Performance im Generationenvergleich gegen Ivy Bridge bringen oder vergleichbare Leistung bei halbiertem Stromverbrauch. Das ist der Anspruch, mit dem Intel seine neue, für 2013 geplante CPU-Architektur ankündigt.
Quelle: PC Games Hardware
Intel IDF 2012 Haswell Prototype System 0008
[Update] Die auch in den Forenkommentaren nicht unbemerkt gebliebene Unstimmigkeit in einem der Videos führte zu Vorwürfen der Manipulation gegenüber Intel. Durch mehrfache Nachfrage beim Chipgiganten konnte der Sachverhalt schließlich geklärt werden. Im Video mit der Leistungsmessung verharrt die Ivy-Bridge-Plattform dauerhaft bei 17,000 Watt - ein Ding der Unmöglichkeit bei Messung einer veränderlichen Szene. Wie Intel nun zugab, handelte es sich nicht um eine direkte Gegenüberstellung zweier Leistungsmessungen. Lediglich das Haswell-System sei gemessen worden und die 17 Watt, welche der TDP der Ivy-Bridge-CPU entsprechen, seien lediglich als Referenzwert angegeben. Man hätte, rückblickend betrachtet, klarer herausstellen sollen, dass es sich nur um eine Referenzangabe, keine Messung handelt, so Intel.[Ende Update]
Im (von uns nicht überprüfbaren) Direktvergleich ließ Intel zwei Systeme im Split-Screen-Verfahren gegeneinander antreten. Im Vergleich stellte das Haswell-System bei optisch gleicher Konfiguration den Unigine-Heaven Benchmark deutlich flüssiger dar. Perlmutter sprach von zweifacher Performance. Ein zweiter Testlauf wurde mit angeschlossenem Meßgerät durchgeführt, welche rund 17 Watt für das Ivy-Bridge-System und nur noch circa 8 Watt für die Haswell-Plattform anzeigte. Die Videos finden Sie am unteren Ende dieser Meldung. Das verwendete Prototypen-System war mit "White Tip Mountain" betitelt und gab sich in Sachen Interfaces eher konventionell. Sogar PS/2-Anschlüsse waren am ATX-Feld noch vorhanden. Apropos ATX: Das Netzteil war ein Notebook-Modell, der ATX-Stromanschluss des Boards daher nicht bestückt. Der Kühler von Haswell war winzig - in etwa vergleichbar mit denjenigen auf Serienmodellen von Transmetas Stromspar-CPU Crusoe.
Auf die Frage, ob es sich dabei um die Messung für das komplette System oder nur die CPU handele, vertröstete man uns unbefriedigenderweise auf eine noch erscheinende Pressemitteilung. Auf die Frage eines Kollegen, warum man bei all der Haswell-Gloria nun noch überhaupt ein Ivy-Bridge-System kaufen sollte, antwortete Perlmutter in der an die Eröffnungsrede anschließende Frage-und-Antwort-Runde:
If you want to wait I can tell you the generation after Haswell will be way better - this way you can wait forever. You buy it when you need it
Bildergalerie
Alle weiteren, bisher bekannten Details zu Intels kommender CPU-Generation mit dem Codenamen Haswell finden Sie natürlich bei PC Games Hardware. Die Leistung pro Takt soll CPU-seitig um rund 10 Prozent steigen, die absolute Leistung um 15 Prozent - die reinen Taktraten werden also in egal welchem Segment kaum steigen, der Fokus liegt auf der Grafikeinheit sowie Effizienz und weiteren Befehlssatz-Erweiterungen, den HNI (Haswell New Instructions) wie AVX2 oder FMA3. Die integrierten Grafikeinheiten unterteilen sich in GT1, GT2 sowie GT3 und sollen bis zu 100 Prozent schneller werden. Unterstützt wird DirectX 11.1 auch OpenGL 3.2 sowie OpenCL 1.2 - die schnellste Grafikeinheit GT3 bleibt aber offenbar den mobilen Core i7 vorbehalten.
(Nur die meisten.)
Weil dass die Nummer hier nur eine Frage davon ist, wie klar es herausgestellt wurde (umformuliert für "war keine Absicht"), können die doch keinem erzählen der sein Hirn noch nicht ausgeschaltet hat? Da muss sich bewusst dafür entschieden worden sein es auf 17,000 festzulegen statt wirklich zu messen um den Unterschied möglichst groß aussehen zu lassen; diese Entscheidung ist sicherlich nicht getroffen worden weil die Zahl 17 so schön ist.
Dumm gelaufen, dass die Entscheidungsträger anscheinend die Nerds etwas zu gutgläubig eingeschätzt haben...
Danke, dass ihr nachgefragt habt. Man sollte den Firmen bei solchen Präsentationen immer genau auf die Finger schauen.
Meine Vermutung hat sich bestätigt, siehe News-Update.