Russland bald mit Laptops mit eigenen Baikal M1-Prozessoren

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Baikal M1 Laptop
Quelle: Bitblaze 

Russland möchte eigene Chips etablieren, um vom Westen unabhängig zu sein. Noch dieses Jahr rechnet man mit den ersten eigenen Laptops, die vor allem in Regierungseinrichtungen genutzt werden sollen. Leistungsmäßig sollten sie allerdings keine Konkurrenz zu aktuellen Prozessoren darstellen, da sie auf veraltete Prozesse setzen. Lesen Sie dazu im Folgenden mehr.

Russland hat aufgrund der aktuellen Sanktionen keinen Zugang zu Chips der amerikanischen Hersteller und versucht sich selbst unabhängiger zu machen. Dazu hat der russische Hersteller Bitblaze, der auf Server, Workstations und Speicherlösungen spezialisiert ist, nun den Bitblaze Titan BM15 vorgestellt. Dieser setzt auf den Baikal M1 und ist für den russischen Markt konzipiert. Der Chip ist ARM-basiert und soll vor allem russischen Regierungseinrichtungen dienen. Mit einer Auslieferung wird ab November dieses Jahres gerechnet.

Das Problem für Bitblaze ist dabei aktuell, dass TSMC nicht für russische Hersteller fertigt. Der Laptop soll ein 15,6-Zoll-Display bieten, ebenjenen noch problematischen Baikal M1 nutzen und 16 GiB DDR4-Arbeitsspeicher mitbringen. In der maximalen Ausbaustufe sollen bis zu 128 GiB Arbeitsspeicher erhältlich sein und die Nutzer sollen zwischen 256 und 512 GB großen SSDs wählen können. Dazu kommt Bluetooth, WLAN, USB-C sowie vier USB Typ-A-Anschlüsse, ein HDMI-Port und eine 3,5-mm-Klinke.

Mit beinahe 5 Pfund ist der Laptop aber beileibe kein portables Leichtgewicht und das Design erinnert frappierend an ein MacBook Pro. Preislich wird mit zwischen 1375 und 1650 US-Dollar gerechnet. Der Baikal M1-Chip basiert auf einem ARM Cortex A57, der acht Kerne bei einem Takt von 1,5 GHz bietet. Dazu kommen 8 MiB L3-Cache und eine ARM Mali T628-GPU. Dieses Design stammt aus dem Jahr 2014 und wird noch im 28-nm-Prozess gefertigt. Entsprechend ist es in keinster Weise mit aktuellen Chips vergleichbar und kann nur mit Linux genutzt werden.

Quelle: Wccftech

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    • Kommentare (50)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Bonnell-Atoms sind auch 100 Prozent sicher vor Meltdown, Spectre & Co – und trotz aller Schwächen doch spürbar schneller als 486. (Der Pentium erschien übrigens schon 1993, nicht erst 1995.)
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Bonnell-Atoms sind auch 100 Prozent sicher vor Meltdown, Spectre & Co – und trotz aller Schwächen doch spürbar schneller als 486. (Der Pentium erschien übrigens schon 1993, nicht erst 1995.)
      • Von tribberdibber Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von klink
        Natürlich wird das gemacht, gerade in der Industrie wird kaum "modere" Elektronik eingesetzt, z.B. Siemens neueste Lokomotiven fahren mit CPUs aus den 90er...
        Das beste kam halt aus denn 90er
        CPUs und SNES
        Und sollte die CPU vor 95 rausgekommen sein gibs auch kein Meltdown(Sicherheitslücke).
      • Von Eragoss Freizeitschrauber(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Eine Leistungseinschätzung ist schwierig, aber ich würde deine Beschreibung für optimistisch halten...

        tl;dr: Das Ding ist nicht schlecht, das Ding ist RICHTIG schlecht.
        Danke, man lernt nie aus, so schlecht hatte ich das Modell nicht eingeschätzt
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        tl;dr: Das Ding ist nicht schlecht, das Ding ist RICHTIG schlecht.
        Zum Briefe schreiben reicht´s.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Eragoss
        Klar hat das Ding nicht die Leistung aktueller Notebooks. Vom Prinzip her muss es das aber auch gar nicht - für die meisten Standardanwendungen für Büros/Behörden reicht das aus. Internet, Office (Linuxalternativen), Drucken, einfache Bildbearbeitung sowie Videos funktioniert damit auch. Wie stark China hier in Zukunft Rußland unterstützt wird sich zeigen - dank der aktuellen Handlungen, darf man aber nicht viel positives aus westlicher Sicht erwarten.
        Eine Leistungseinschätzung ist schwierig, aber ich würde deine Beschreibung für optimistisch halten. Die erste Annäherung an 8× A57 1,5 GHz, die ich finden kann, sind AMDs A1100 Seattle Opterons (etwas höher getaktet) – an die sich vermutlich niemand mehr erinnert und die niemand öffentlich getestet zu haben scheint, von denen aber eine Performance deutlich unter dem Niveau von Intels zeitgenössischen Atoms erwartet wurde. Als zweite Näherung zeigt dieser eine Benchmark (Aussagekraft in dem Zusammenhang unklar) die Leistung eines A57-Quadcore knapp über einem Celeron N2920. Also der Billigausgabe einer Mobileversion eines Quadcore aus der 2013 Vorgängergeneration zuletzt genannter Atoms. Der einzige andere x86-Quadcore, der in dieser Auflistung ähnlich lahm ist, wäre Vias Eden bei 1,2 GHz. Alle anderen sind (aaaaaalte) Dual-Cores, aber von den Quad-Core-Atoms ist bereits die Single-Thread-Leistung als größtes Problem bekannt. Vermutlich werden dem Baikal auch seine gegenüber besagtem Celeron verdoppelten Kerne in Desktopanwendungen eher wenig bringen. Das reine Single-Thread-Rating liegt dagegen auf dem Niveau eines Pentium 4 2,2 GHz, also aus der 400er-FSB-kauft-lieber-Pentium-III-Generation. Bei typischer Multithreadnutzung könnte ein Vielkerner vielleicht die Nutzererfahrung eines späteren Pentium D oder Athlon 64 X2 bieten (die zwei Kerne mit je gut 50 Prozent mehr Leistung bieten.

        Damit wären dann Textverarbeitung und Office-Drucken drin, bei nicht all zu hohen Ansprüchen an Echtzeitfeedback auch Bildbearbeitung. Aber bereits große Excel-Dokumente können Prozessoren dieser Leistungsklasse an ihre Grenzen bringen, Datenbanken erst recht. Für professionellen Druck/Layout wurden damals teilweise noch Multi-CPU-Workstations verwendet. Video? Da die Baikals eher mit Blick auf Server entwickelt wurden, dürften Multimedia De- oder gar Encoder fehlen. Moderne Codecs kann das Ding möglicherweise nicht einmal in FHD abspielen, Bearbeitung wird vermutlich auf DVD-Formate oder schlechter beschränkt sein. Internet hängt natürlich stark vom Inhalt ab, aber sagen wir mal so: Den Zugriff auf westliche Seiten mit modernem Javascript muss Raussland dann nicht mehr aktiv blocken, die werden automatisch gemieden.

        Das alles unter der Annahme angemessen optimierter Software – an die ich aber nicht glaube. Android dürfte aufgrund westlicher Kontrolle weder von Russland gemocht noch aufgrund westlicher Sanktionen sonderlich gut nutzbar sein. Selbst wenn sind für 10 Jahre alte Tablets entwickelte Apps heute nur noch über Archivseiten zugänglich und waren nie als Ersatz für Desktopanwendungen ausgelegt, weil damals eben schlicht die Leistung fehlte. Stattdessen wird Russland auf ein selbst kompiliertes ARM-Linux setzen müssen und auf Software, die eigentlich für weitaus leistungsfähgiere Systeme oder gar solche mit abweichender Architektur entwickelt wurde. Möglicherweise ist die Alltagserfahrung also noch einmal 20-50 Prozent schlechter, als bei oben zitierten x86-Systemen mit zeitgenössischer Windowsumgebung. Ich glaube ein gewisser Präsident hat vor einem halben Jahr eine Rückkehr zu Verhältnissen aus den 90er Jahren gefordert – elektronisch stimmt der Kurs schon mal.

        tl;dr: Das Ding ist nicht schlecht, das Ding ist RICHTIG schlecht.
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