ATX12VO: Intel hofft auf breiteren Support mit Alder Lake-S - Weniger Begeisterung bei Herstellern

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ATX12VO: Intel hofft auf breiteren Support mit Alder Lake-S - Weniger Begeisterung bei Herstellern (1)
Quelle: Asrock

Netzteil- und Mainboard-Hersteller sollen laut aktuellen Gerüchten aktuell wenig begeistert von ATX12VO sein. Intel hofft hingegen darauf, ATX12VO als einen beliebteren Standard etablieren zu können.

Intel hofft mit den kommenden Alder Lake-S-Prozessoren ATX12VO auf breiterer Front zu etablieren. Mit dem "Single Rail Power Supply Desktop Form Factor ATX12VO"-Standard - bei dem 12VO für "12 Volt-Only" steht - wird eine höhere Effizienz versprochen. Netzteile stellen dabei nur eine einzelne 12-Volt-Rail zur Verfügung und werden per 10-Pin-Kabel an das Mainboard angeschlossen, welches letztlich die restlichen Komponenten mit Strom bei passender Spannung versorgt.

Entsprechend braucht es gesonderte Mainboards und Netzteile, die den Standard auch umsetzen. Allzu großes Interesse soll bei Herstellern allerdings nicht herrschen, wie videocardz.com unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet. Während seitens Intel der Wunsch bestehe, dass ATX12VO ein häufiger genutzter Standard werde, gehe von Mainboard- und Netzteil-Hersteller deutlicher Widerstand aus. Demzufolge sei nicht mit allzu vielen Alder Lake-S High-End-Mainboards zu rechnen, die ATX12VO implementieren.

Anders könnte sich die Lage in günstigeren Preissegmenten gestalten. Dabei bezieht man sich allerdings auf Einsteiger-Hauptplatinen für Systemintegratoren und Komplett-PC-Hersteller. Die seien durchaus daran interessiert, die bestmögliche Energieeffizienz, insbesondere vor dem Hintergrund staatlicher Regulierungen, zu liefern.

Auch lesenswert: Chip-Fertigung in der EU: Intel fordert mehr Fördermittel

Ferner zeigt videocardz.com noch einen Ausschnitt eines angeblich offiziellen Intel-Dokuments in Bezug auf ATX12VO und Alder Lake-S. Darin sind geschätzte Zeiträume für den möglichen Start der Massenfertigung zugehöriger Komponenten genannt (ca. September bis Oktober) und auch eine Deadline für OEMs, ODMs und LOEMs. Die müssten bei gewünschtem ATX12VO-Einsatz spätestens zum Monatsende mit Mainboard- und Netzteil-Anbietern zusammenarbeiten, um fertige Produkte zum Launch von Alder Lake-S auf den Markt bringen zu können.

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    • Kommentare (82)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Frage wäre: Hat man auch bei den Vergleichs-PCs mit gleichem Aufwand die Software optimiert? Wie gesagt: Das Intel-Kit war definitiv gut und ich schätze mal, das in Kooperation entstandene OEM-System dann auch. Demgegenüber gibt es sehr viele, leider weit verbreitete Möglichkeiten, mehr Energie zu verschwenden. Ich habe nur meine Zweifel, dass die Nutzung eines vergleichbaren ATX-Netzteiles einer davon ist. Qualität von Netzteilen und Spannungswandlern, Nebenverbraucher, automatische Deaktivierung nicht benötigter Einheiten, verzicht auf nicht benötigte Einheiten – da steckt so viel Potenzial drin, dass man erst einmal sehr genau prüfen muss, ob das Vergleichsobjekt nicht einfach nur schlecht war.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Frage wäre: Hat man auch bei den Vergleichs-PCs mit gleichem Aufwand die Software optimiert? Wie gesagt: Das Intel-Kit war definitiv gut und ich schätze mal, das in Kooperation entstandene OEM-System dann auch. Demgegenüber gibt es sehr viele, leider weit verbreitete Möglichkeiten, mehr Energie zu verschwenden. Ich habe nur meine Zweifel, dass die Nutzung eines vergleichbaren ATX-Netzteiles einer davon ist. Qualität von Netzteilen und Spannungswandlern, Nebenverbraucher, automatische Deaktivierung nicht benötigter Einheiten, verzicht auf nicht benötigte Einheiten – da steckt so viel Potenzial drin, dass man erst einmal sehr genau prüfen muss, ob das Vergleichsobjekt nicht einfach nur schlecht war.
      • Von cuthbert Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        RAM, I/O-Hub und diverse Onboard-Controller bekommen ihre Spannungen oft aus der 3,3- oder 5-V-Schiene erzeugt. Das kann man aber leicht und praktisch ohne Mehrkosten umstellen. Problematisch sind die Geräte, die über einen mit 3,3 V oder 5 V spezifizierten Standard mit Strom versorgt werden:
        3,3 V: M.2, Teile von PCI-E-Karten.
        5 V: USB, alles mit ARGB, die Elektronik von SATA-Geräten (SSDs also komplett)

        SATA-Laufwerke dürften zwar ausgestorben sein, ehe eine Komplettumstellung erfolgt, aber diverse Steuerungs/Überwachungs/Beleuchtungselektronik hängt fast immer an der 5-V-Leitung. Das ganz große Problem ist aber, dass Intel weder bei USB-Typ-C noch bei M.2 noch bei PCI-E-4.0/-5.0 auf 12VO gesetzt hat. M.2 darf nicht einmal 12 V weitergeben, sodass auch kein fließender, nachträglicher Übergang möglich ist. Damit wurde festgeschrieben, dass ein PC mindestens die nächsten 10 Jahre, gegebenfalls aber auch 20, 3,3 V und 5 V bereitstellen muss.

        Mit solchen Vergleichen wäre ich sehr vorsichtig. Viele Office-PCs arbeiten schon seit Jahren mit 3,3-V- und 5-V-Wandlung auf der Hauptplatine, demgegenüber bringt 12VO da effizienztechnisch gar nichts, aber viele Office-PCs werden auch mit der billigst-möglichen Technik ausgestattet. Da muss man sehr genau gucken, wieso ein System effizienter ist und die Wahrscheinlichkeit steht gut, dass es nicht an 12VO liegt. Selbst in deinem vorliegenden Beispiel scheint die Software einen ebenso großen Einfluss gehabt zu haben, wie die Hardware. Wir selbst haben damals das gleiche 12VO-Demo-Kit von Intel bekommen, wie Heise. Aber bewusst auf Verbrauchsmessungen verzichtet, weil es kein bis auf die Stromversorung identisches Vergleichsobjekt gibt. (Das normale ATX-Asrock-Board gleichen Namens hat andere CPU-Spannungswandler.)
        Die Punkte sind durchaus gerechtfertigt, wahrscheinlich sind derart niedrige Idle Verbräuche (um die 4W) wohl nicht mit einem Custom System zu erwarten.

        Allerdings wurde diese beim genannten Lenovo auch unter einen frisch installierten Ubuntu erreicht, so dass ich spezielle Windows Treiber (oder andere Software, außer genannten Shell Befehl) da eher ausschließen würde.
        Mag sein, dass es nicht nur 12VO ist, aber die c't Redaktion sah die Technologie zumindest an dem Ergebnis als einen Grund dafür (neben wahrscheinlich weiteren).

        Aber du hast natürlich recht, dass große Hersteller bei einem Massenprodukt da natürlich noch ganz andere Stellschrauben haben.
      • Von Nebulus07
        Zitat von PCGH_Torsten
        Die letzten bedeutenden Chips, die mit 3,3 V liefen, dürften vor einem Jahrzehnt oder länger ausgestorben sein. Als direkte Stromversorgung wurde diese Spannung mal für low-power 486 und für den Pentium (1) eingeführt – und bereits mit dem Pentium MMX wieder abgeschafft. Selbst natives 5 V ist häufiger, da als Spannungspegel für externe Verbindungen beliebt. Den bereits heute auf den Karten sitzenden 3,3-V-zu-1,2-V-Wandler gegen eine 12-V-zu-1,2-V-Schaltung zu ersetzen, wäre nur ein kleiner Schritt gewesen.
        Puhhh, dazu muß ich nun aber weit ausholen.
        12V bei externer Peripherie konnte sich nicht durchsetzen. Da mit der Betriebsspannung auch gleichzeitig der Bus betrieben wurde. USB hat 5V als externe Spannung bekommen, weil der USB Bus auch mit 5V läuft. Wieso hat man da also keine 12V genommen? Weil man keinen Bus mit 12V laufen lassen kann. Das letzte was mit 12V lief war die Serielle Schnittstelle die gezeigt hat, das man mit dieser Spannung keine Geschwindigkeit erreicht. Das Problem sind die Schaltzeiten, die bei 12V über doppelt so lange sind, als bei 5V. Wieso also dann 5V als USB Bus und nicht 3,3V? Das lag an der Peripherie die komplett auf 5V lief. Eine Maus und eine Tastatur hatten 5V Chips ohne Wandler laufen. Sprich, alles war Wunderbar perfekt. Ebenfalls ist ein Bus mit einer höheren Spannung, stabiler gegen Störstrahlung auf langen Kabeln. Mit anderen Worten ,12V bei USB hätte nicht geklappt und 3,3V zur damaligen Zeit auch nicht.

        Bei PCIe hat man das Spiel geändert. Der Bus läuft mit 0,8V Spannungshub und der Slot bietet 3,3V und 12V Spannungen an. Sprich man kommt so oder so nicht um einen IO Chip herum, der die Elektronik auf der PCIe Karte mit dem Bus anpaßt.

        Der letzte Bus der mit 5V IO und 5V Spannung betrieben wurde war PCI. Damals mußte ein Design halt einfach sein. Und um die 33/66Mhz zu schaffen, hätte man niemals 12V einsetzen können.

        Mit anderen Worten, es hat alles seinen Sinn wie es ist. Einfach mal 12V für alle in den Raum werfen ergibt keinen Sinn.

        Ich weiß auch gar nicht wo die Problematik ist? Ein Netzteil bietet 12V, 5V und 3,3V an. Das stört niemanden und das Mainboard kann die Spannungen nutzen, oder eben nicht. Ein 12V only Netzteil wird nicht ein Watt einsparungen bringen.

        Hier ein spannender Rückblick zum Thema Spannungen bei Bus-Systemen:
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Ja, kenn ich [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen], danke

        Bei mir liegts am zweiten Monitor (ein TV).
        Wenn ich das Kabel abziehe und der VRAM dann runter Taktet spart das aber nur so 1-2W ein, also spar ich mir das Gebastel.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Nebulus07
        Ich konnte den Stromverbrauch jetzzt

        Ist schon gut so, dass weder USB noch PCI-E mit 12V laufen, denn dann brauchen die Endgeräte auch keine Wandler.
        Es reicht wenn ein Wandler im Netzteil ist. Wieso soll ich auf jede Karte und jedes Endgerät einen 12V->3,3V Wandler packen?
        In Zukunft wird eher noch weniger Spannung benötigt als 3,3V.
        Die letzten bedeutenden Chips, die mit 3,3 V liefen, dürften vor einem Jahrzehnt oder länger ausgestorben sein. Als direkte Stromversorgung wurde diese Spannung mal für low-power 486 und für den Pentium (1) eingeführt – und bereits mit dem Pentium MMX wieder abgeschafft. Selbst natives 5 V ist häufiger, da als Spannungspegel für externe Verbindungen beliebt. Den bereits heute auf den Karten sitzenden 3,3-V-zu-1,2-V-Wandler gegen eine 12-V-zu-1,2-V-Schaltung zu ersetzen, wäre nur ein kleiner Schritt gewesen.
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