PC-Komponenten: Hersteller rechnen 2021 mit Knappheit und steigenden Preisen
Corona-Virus, ausgelastete Speditionen oder Handelskrieg: Experten zufolge könnten mehrere Faktoren dafür sorgen, dass (auch) 2021 Hardware knapp und teurer wird.
Steht uns 2021 eine noch schlimmere Hardware-Knappheit bevor, als sie jetzt schon vorherrscht? PC-Hersteller und Experten warnen davor, dass Hardware im nächsten Jahr noch mehr gefragt und daher noch teurer werden soll als jetzt schon. Einen einzigen Grund dafür soll es nicht geben. Dafür sollen mehrere und auch unerwartete Baustellen dafür sorgen, dass RAM, Prozessoren oder auch Chipsätze 2021 so gefragt sind wie nie.
Steigende Nachfrage, ausgelastete Hersteller
Die Hardware-Knappheit macht sich bereits jetzt bemerkbar, etwa bei den kürzlich erschienenen Grafikkarten Geforce RTX 3080 und Radeon RX 6800 (XT), die in Deutschland kaum zu erhalten sind. Diese Knappheit soll sich angeblich 2021 nochmal verschärfen, meinen Experten.
Ein Grund dafür könnten große Unternehmen wie Google, Microsoft und Microsoft sein, die sogenannten "Hyperscaler". Marktbeobachter wären sich einig, dass diese Größen im neuen Jahr ihre Rechenzentren aufrüsten, um so die Nachfrage nach ihren Clouddiensten befriedigen zu können. Ihr Bedarf an Speicher und Prozessoren würden einen Großteil der Fertigungskapazitäten belegen.
Dies würde zudem die vorherrschende Materialknappheit und Auslastung der Chipauftragsfertiger verschlimmern. Bereits Anfang dieses Jahres waren Isolierfolien für CPU- und GPU-Träger knapp. Diese Lage hätte sich im Laufe des Jahres weiter zugespitzt. So käme etwa AMD nicht an genügend Träger, weil Intel und Nvidia bevorzugt behandelt würden.
Unerwartete Kosten kämen auch durch die Corona-Pandemie zustande. Die Hardware, die meist aus asiatischen Ländern per Luftfracht in alle Welt gebracht wird, nutzt überwiegend überschüssigen Platz in Passagiermaschinen. Da der Luftverkehr wegen der Pandemie stark abgenommen hat, müssen die Geräte nun meist per Schiff transportiert werden, was sich negativ auf den Preis auswirkt. Diese Lage könnte sich noch verschlimmern, wenn denn erst einmal ein Corona-Impfstoff auf dem Markt ist. Dann müssten sich die Händler den wertvollen Platz in der Luftfracht noch mit dem Impfstoff teilen.
Ein weiterer Grund für die Verknappung ist der Handelskrieg zwischen China und den USA: Weil die Vereinigten Staaten den Smartphone-Riesen Huawei unter Druck setzt und dieser kaum noch Handys produzieren kann, fahren andere chinesische Hersteller, wie Xiaomi oder Oppo, ihre Produktionen hoch.
Quelle: Heise, The Register

Kann man dann nicht Passagiermaschinen, die nutzlos rumstehen oder ausgemustert werden, zu Transportmaschinen umrüsten (die Sitzreihen sind ja nur auf Schienen verschraubt) und Piloten, die arbeitslos rumsitzen, einen Job verschaffen?
Das Problem ist allerdings auch gar nicht die Kapazität, denn die ungenutzten Flieger könnten natürlich auch ohne Passagiere und gut gefülltem Frachtraum unterwegs sein. Es rechnet sich lediglich nicht mehr, wenn der Flug nicht bereits von Passagieren bezahlt wird und die Fracht quasi ein Zuverdienst ist.
Oder umgekehrt, wenn die Luftfracht so berechnet wird, dass die Kosten gedeckt sind, wird sie deutlich teurer - was sich ebenso negativ auf den Preis auswirkt wie zeitlich verlängerte Lieferketten.
Über kurz oder würde da sicher so etwas in der Art geschehen, weil höhere Preise immer noch besser kommunizierbar sind als grundsätzlich schlechte Verfügbarkeit. Allerdings spekulieren inzwischen alle Beteiligten eher darauf, dass sich durch zunehmend greifbare Medikamente und Impfungen die Lage normalisiert und man wieder zum gewohnten, logistisch etablierten und geschäftsmäßig bereits ausgehandelten Modus Operandi zurückkehren kann.
Das jetzige Geheule enttäuschter Konsumenten ist da ohnehin eher sekundär, da man ganz genau weiß, dass sie nach Normalsierung trotzdem weiter konsumieren, wenn nicht sogar das "Versäumte" nachholen werden.
Gerade im B2B Bereich oder auch bei öffentlichen Projekten isses aktuell wirklich teils unmöglich die gewünschten Mengen bereitzustellen oder Preise mittelfristig zu halten. Und das wird bis Anfang 2021 bestimmt noch weitergehen.
Selbst bei div. Intel/ AMD Motherboards ist die Auswahl eingeschränkt, weil nicht Lieferbar. Normal wollte ich im Weihnachtsurlaub, mir eine Low Voltage Büro Mühle zusammen basteln.