Leistungssprung durch Forceware 174-Serie: Geforce-9600GT-Tests mit gemischten Treibern verfälscht?

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Die neue Geforce 9600GT konnte in fast allen Launch-Reviews überzeugen und lieferte eine Fps-Leistung ab, die oft sehr nah an die teureren 8800er-Modelle herankam. Wieviel dieser Leistung ist auf den Forceware-Treiber zurückzuführen?

Vor wenigen Tagen wurde die Geforce 9600GT vorgestellt und eine Review-Welle schwappte durchs Internet - leider oft mit gemischten Treibern für verschiedene Geforce-Karten. Wie PC Games Hardware bereits im routinemäßigen Treibertest (Geforce-Treibertest: Forceware 174 sorgt für bis zu 65 Prozent mehr Leistung) herausfand, bringt diese Forceware-Version teilweise enorme Fps-Gewinne auch auf anderen Geforce-Modellen - dummerweise ist dieser Treiber ab Werk nur für die INstallation auf einer Geforce 9600GT geeignet.

Nvidia Forceware 174 Serie:
Neuer Treiber hat auch unter der Oberfläche einiges zu bieten
(Bild: PCGH) Quelle: Bild: PCGH Nvidia Forceware 174 Serie: Neuer Treiber hat auch unter der Oberfläche einiges zu bieten (Bild: PCGH) Versionitis: Dieses mal gesund?
Nur wenige Reviews haben keine Äpfel mit Birnen verglichen und dieselbe Forceware-Version für Geforce-9- und -8800-Karten verwendet - unter anderem auch unseres (PCGH-Test: Geforce 9600GT), in welchem wir uns zum Glück in letzter Sekunde gegen etliche Vergleichskarten und für ein begrenztes Teilnehmerfeld, dafür aber mit aktuellen, gleichen Treibern entschieden hatten. Es stellt sich die Frage, inwieweit das gezeichnete Bild der 9600GT-Leistung nun wirklich den Tatsachen entspricht. Kritisch zu hinterfragen sind in dieser Hinsicht auch globale "Performance-Ratings", welche die durchschnittliche Spieleleistung auf einen Blick vermitteln sollen - hier fallen hohe prozentuale Ausreisser in einzelnen Spielen ebenfalls ins Gewicht.

Testverfahren
PC Games Hardware hat den Test gemacht und neben dem 3DMark06 weitere Spiele mit verschiedenen Geforce-Modellen und Forceware 174 sowie dem letzten offiziellen WHQL-Treiber Forceware 169.25 verglichen - wie immer in HQ-Einstellung. Dabei haben wir neben den Werten der Geforce 9600GT, welche nur mit dem FW174 läuft, auch die Geforce 8800GT, Geforce 8800GTX, Geforce 8800GTS sowohl auf G92- als auch auf G80-Basis (in einer 320-MiByte-OC-Version) ins Visier genommen. Die Ergebnisse unserer Benchmarks finden Sie in der Bildergalerie - 3D-Mark-Werte auf der zweiten Seite des Artikels in übersichtlicher Tabellenform.
Nvidia Forceware 174 Serie:
Geforce Benchmark Call of Juarez, DX10, 1.680x1.050, kein AA/AF - fast 75% Zuwachs für die Geforce 8800 GTS. Weitere Benchmarks in der Galerie
(Bild: PCGH) Quelle: Bild: PCGH Nvidia Forceware 174 Serie: Geforce Benchmark Call of Juarez, DX10, 1.680x1.050, kein AA/AF - fast 75% Zuwachs für die Geforce 8800 GTS. Weitere Benchmarks in der Galerie (Bild: PCGH) Nvidia Forceware 174 Serie:
Benchmark Unreal Tournament 3, DX9, 1.920x1.200, 4x FSAA, 16xAF - leichte Zuwächse dank FW174. Weitere Benchmarks in der Galerie
(Bild: PCGH) Quelle: Bild: PCGH Nvidia Forceware 174 Serie: Benchmark Unreal Tournament 3, DX9, 1.920x1.200, 4x FSAA, 16xAF - leichte Zuwächse dank FW174. Weitere Benchmarks in der Galerie (Bild: PCGH)
Analyse
Neben dem enormen Leistungszuwachs in Crysis und den ebenfalls beträchtlichen Verbesserungen in Bioshock (Geforce-Treibertest: Forceware 174 sorgt für bis zu 65 Prozent mehr Leistung) konnten wir auch in Call of Juarez mit DX10-Erweiterung starke Gewinne feststellen. Nvidias Aussage, dass eine neue Komprimierungstechnologie zum Einsatz komme, welche bislang nicht komprimierbar Oberflächen (Surfaces) jetzt zusammenschrumpfe und damit Speicherbelegung und -bandbreitenverbrauch schone, dürfte demnach stimmen. Auch in den SM3/HDR-Tests (und nur in diesen Tests) des 3DMark06 zeigten sich auf der Geforce 8800GT und G92-basierten 8800 GTS deutliche Leistungszuwächse mit dem neuen Treiber. Der direkte Vergleich der 9600GT mit neuem und beispielsweise 8800GT mit altem Treiber hätte hier einen quasi-Gleichstand bedeutet. Insgesamt kommen hauptsächlich hohe Auflösungen mit HDR-Rendering oder 8x-FSAA in den Genuss der neuen Komprimierung. In unserem zweiten Test konnte der G80-Chip nur in Call of Juarez durch den neuen Treiber zulegen, in UT3 und im 3DMark06 brachte die FW174 keine nennenswerte Verbesserung. Die Geforce 8800 GTX profitiert im Gegensatz zu G92-basierten Geforce-Karten dank ausreichend VRAM nicht einmal in Call of Juarez.

Fazit
Eine genaue Begutachtung der Treiberleistung ist offenbar wichtiger denn je, will man mittels Spielebenchmarks die Leistungsfähigkeit einer Grafikkarte aufzeigen. Vernachlässigt man dies, wird die generelle Aussage der Benchmarks auf genau die eingesetzte Treiber-/Kartenkombination beschnitten - und wer verweigert schon neue Treiber für seine Grafikkarte?

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