PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafik (Teil 2)

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Grafikchips rechnen schneller als selbst modernste CPUs und verfügen bald über mehr als eine Milliarde Transistoren. PCGH blickt zurück auf einen langen Weg, den die Pixelbeschleuniger bis heute zurücklegten.

Die Anfangstage: Das haben Sie in Teil 1 verpasst
PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafik (Teil 2) Quelle: Bild: PCGH 07/2002 Keine Sorge, wirklich verpasst haben Sie nichts, da der erste Teil nach wie vor einsehbar ist. Nachdem 3Dfx mit der Voodoo Graphics 1996 den noch jungen 3D-Thron an sich gerissen und eisern umklammert hielt, versuchten sich Firmen wie Nvidia, Ati, Matrox und andere daran, einen Teil des neuen Marktes zu reservieren. Noch bevor deren erste Gehversuche im 3D-Markt namens Riva128, Rage IIc oder die betagte Millenium II auch nur zur Voodoo Graphics aufschließen konnten, brachte 3Dfx mit der Voodoo2, welche sogar im SLI zu betreiben war, den Todesstoß für diese Produkte. Die Jagd nach dem Voodoo-2-Killer führte 1999 schließlich zu Nvidia Riva TNT2, Rage Fury MAXX, Matrox G400 sowie der Voodoo3 von Altmeister 3dfx. Im Herbst 1999 betraten schließlich die ersten Chips mit integrierter Geometriebeschleunigung, auch Hardware-TnL genannt, die Bühne: Der Savage 2000 von S3 Graphics und Nvidias Geforce 256. Besonders Letztere konnte zumindest in 16 Bit Farbtiefe die Konkurrenz inklusive der einst übermächtigen Voodoo-Karten von 3Dfx hinter sich lassen und stellte die insgesamt schnellste Karte des Jahres 1999 dar. In 32 Bit waren ihr aufgrund von geringer Speicherbandbreite und schlechter Ausnutzung derselben allerdings die Lösungen von Matrox (G400 MAX) und Ati (Rage Fury MAXX) oft um eine Nasenlänge voraus.

2000: 3dfx' Voodoo-Magie muss sich gegen den GF-Refresh behaupten, AMD betritt mit der Radeon die Bühne
3dfx Voodoo5 5500 hier als PCI-Modell mit 2x32 MiB VRAM (Bild: C.Spille/PCGH) Quelle: Bild: C.Spille/PCGH 3dfx Voodoo5 5500 hier als PCI-Modell mit 2x32 MiB VRAM (Bild: C.Spille/PCGH) 3dfx Voodoo5 5500 hier als AGP-Modell mit 2x32 MiB VRAM (Bild: C.Spille/PCGH) Quelle: Bild: C.Spille/PCGH 3dfx Voodoo5 5500 hier als AGP-Modell mit 2x32 MiB VRAM (Bild: C.Spille/PCGH) 3Dfx hatte sich jahrelang auf der Technik der originalen Voodoo Graphics ausgeruht und in der Hinterhand einen neuen Chip mit dem Codenamen Napalm entwickelt. Als dieser mit großer Verspätung endlich fertig war und auf den Markt kommen konnte, musste er sich nicht wie geplant mit der Geforce herumschlagen und auch nicht mit der bandbreitenstärkeren Geforce DDR sondern mit deren Nachfolger Geforce 2. 3dfx, wie sich die Firma inzwischen nannte, wollte mit der Voodoo4 4500, Voodoo5 5500 und Voodoo5 6000 gleich drei neue Serien herausbringen, welche allesamt auf dem VSA-100 genannten Chip basierten. VSA stand für "Voodoo Scalable Architecture" und dieser Name war Programm: Die Voodoo4 4500 sollte über einen der Chips, Voodoo5 5500 über zwei und Voodoo5 6000 gar über vier Chips verfügen, welche alle per SLI zur Bildbeschleunigung beitrugen. Aufgrund technischer und zeitlicher Probleme konnten allerdings nur die ersten beiden Karten in die Massenproduktion gebracht werden, von der Voodoo5 6000 existieren weltweit nur ca. 100 Modelle, welche mit selbstgebastelten Treibern noch immer die Herzen der Liebhaber erfreuen.

Der VSA-100
3dfx Voodoo4 4500 hier als seltenes PCI-Modell mit 32 MiB VRAM (Bild: C.Spille/PCGH) Quelle: Bild: C.Spille/PCGH 3dfx Voodoo4 4500 hier als seltenes PCI-Modell mit 32 MiB VRAM (Bild: C.Spille/PCGH) VSA-100 bedeutete auch endlich den Einzug von inzwischen zum Standard gewordenen Features wie 32-Bit-Rendering, modernerer Texturkompression und Bump-Mapping, um nur einige zu nennen. Was den VSA-100 aber wirklich besonders machte, war die Fähigkeit jedes Chips per Vertex-Jittering sogenannte Rotated-Grid-Antialiasing zu erzeugen. Beim damals noch üblichen Super-Sampling-AA wurde jedes Bild n-Mal mit einem leichten Offset komplett gerendert und diese im sogenannten T-Buffer abgelegten Informationen hinterher wieder zusammengefügt. Daraus entstand eine bis heute kaum erreichte Anti-Aliasing-Qualität, denn obwohl der Einzelchip auf einer Voodoo4 4500 lediglich 2x FSAA bot, konnte eine Multi-Chip-Konfiguration die beiden Samples jedes Chips kombinieren, sodass die Voodoo5 5500 4x SGSSAA bot und die Voodoo5 6000 sogar bis zu 8x SGSSAA. Kollege Raffael Vötter hat bereits einige Artikel veröffentlicht, welche die Qualität dieser Lösung unter Beweis stellen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: 3dfx-Schock: Die Pleite und Geforce-Updates und Update-Updates...

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