PCGH Rückblick: Entwicklung der 3D-Grafik (Teil 1)
Grafikchips rechnen schneller als selbst modernste CPUs und werden demnächst über mehr als eine Milliarde Transistoren verfügen. PCGH blickt zurück auf einen langen Weg, den die Pixelbeschleuniger bis heute zurücklegten.
1996: Voodoo Graphics und danach lange nichts
Quelle: C. Spille
Voodoo Graphics: Orchid Righteous 3D (Bild: PCGH)
Das Erstlingswerk der Pioniere von 3dfx erschien 1996 und setzte noch auf zwei einzelne Chips: Pixel- und Texel-FX. Beide liefen normalerweise mit 50 MHz und verfügten über die auch heute noch wichtigen Grundlagen der 3D-Beschleunigung: bilineares Texture-Mapping mit Mipmap-Unterstützung, Perspektivenkorrektur, 16-Bit-Z-Buffer, Kantenglättung und sogar eine (palettenbasierte) Texturkompression. Was wenige wissen: Beinahe wären SST-1 und die darauf basierenden Voodoo-Karten nicht einmal auf den Markt gekommen, denn zu den ursprünglichen Preisen von 500 US-Dollar fand sich kein Hersteller, der die Boards in den Handel bringen wollte. Zum Glück für 3Dfx (damals noch mit großem "D") stürzten die Speicherpreise für den benötigten EDO-RAM Anfang 1996 ins Bodenlose und die UVP sank auf eher markttaugliche 300 US-Dollar. Mit Tomb Raider, welches sogar Edge-Antialiasing bot und der per Mini-GL-Treiber beschleunigten id-Engine-Spiele der ersten Generation begann der Siegeszug von 3Dfx. Kaum genutzt wurde im Heimnutzer-Markt die SLI-Fähigkeit des Chips, welche allerdings 3Dfx-Partner Quantum3D im Simulator-Geschäft auszuschlachten wusste. Alle drei Faktoren (Multi-GPU, Beziehungen zu Quantum3D und das Simulatorgeschäft) waren übrigens den Vorgeschichten der 3Dfx-Verantwortlichen zu verdanken, welche allesamt SGI-Erfahrung hatten.
Quelle: Bild: PCGH 07/2002
Tomb Raider: Bilineare Filterung aus (links) und an (rechts) (Bild: PCGH)
...ferner liefen
Quelle: Bild: PCGH
Matrox Millenium mit 8 MiByte WRAM inkl. Aufsteckmodul (Bild: PCGH)
Zu dieser Zeit gab es als Konkurrenz höchstens noch die Matrox-Millenium-Karten (später auch die preiswerteren Mystique-Modelle), welche vor der G200-Generation allerdings nur über ein stark eingeschränktes 3D-Repertoire verfügten und nicht einmal bilineare Texturfilterung boten. Die traditionell im OEM-Geschäft starken Produkte von S3 unter dem Familiennamen Virge boten zwar die zeitgemäßen 3D-Features, waren aber zu Recht als 3D-Ent- statt -Beschleuniger verrufen. Auch Ati konnte 3dfx mit ihrer Rage-Reihe damals nicht das Wasser reichen, obwohl die Kanadier aus 2D-Zeiten noch einen sehr guten Ruf und mehr als nur einen Fuß in der Tür des OEM-Geschäfts hatten.
Wichtige Modelle 1996:
- 3dfx Voodoo Graphics
