Lunar Lake und Battlemage im Test: Wie schlägt sich Xe² gegen Xe und RDNA 3.5? [Update]

Wir haben das neue Asus Zenbook S 14 mit Core Ultra 7 258V ("Lunar Lake") und Xe² ("Battlemage") gegen ein Asus Zenbook 14 OLED mit Core Ultra 155H ("Meteor Lake") und Xe ("Alchemist") sowie ein Asus Zenbook S 16 mit Ryzen AI 9 HX 370 ("Strix Point") und RDNA 3.5 antreten lassen.

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Lunar Lake und Battlemage im Test: Wie schlägt sich Xe² gegen Xe und RDNA 3.5?
Quelle: Intel

Originalmeldung vom 24. September 2024:

Das Testembargo im Rahmen der NDA für die neue Intel Core Ultra Processors Series 2, die als Core Ultra 200V ("Lunar Lake") vermarktet wird, ist endlich gefallen und so kann nun auch PCGH seine unabhängigen Testergebnisse und Benchmarks zur CPU- und GPU-Performance der neuesten Mobilprozessoren von Intel veröffentlichen. Die neuen hybriden CPUs basieren auf neu entwickelten P-Cores ("Lion Cove") und E-Cores ("Skymont") sowie der erstmalig eingesetzten Next-Gen-Grafikarchitektur Xe² ("Battlemage"), welche sich gegen die Vorgängergeneration Xe ("Alchemist") und AMDs RDNA 3.5 behaupten muss.

Die drei Testkandidaten

Zu diesem Duell sind die drei nachfolgenden Testgeräte angetreten, welche allesamt vom Hersteller Asus stammen und als sehr feine Ultrabooks mit Aluminium-Gehäuse, toller Verarbeitungsqualität und kompakten Abmessungen punkten können. Das Asus Zenbook S 14 OLED mit dem neuen Core Ultra 7 258V muss sich dabei mit dem Asus Zenbook 14 OLED und dessen Vorgänger, dem Core Ultra 7 155H, und dem Zenbook S 16 mit Ryzen AI 9 HX 370 auseinandersetzen. Sie alle besitzen ...

  • 32 Gigabyte LPDDR5X mit 7.500 MT/s
  • 1 Terabyte SSDs via PCIe 4.0 x4
  • Microsoft Windows 11 24H2

... und werden in diesem Test mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 28 bis 33 Watt betrieben, um sowohl eine gemeinsame Basis als auch Chancengleichheit zwischen den drei Testkandidaten zu gewährleisten. Einzig für den Test der Akkulaufzeiten der drei Notebooks kam jeweils das Balanced-Profil mit einer TDP ("PL1") von 17 Watt zum Einsatz, da es in Alltagsszenarien der Anwender deutlich häufiger vorkommen dürfte. Alle Testsamples laufen mit Windows 11 24H2 inklusive aller Aktualisierungen.

Intel Core Ultra 200V Quelle: Intel Intel Core Ultra 200V Quelle: Intel Intel Core Ultra 200V Quelle: Intel

Der Fokus des PCGH-Tests lag insbesondere auf der GPU-Performance und sollte dabei die drei Architekturen Xe² ("Battlemage"), Xe ("Alchemist") und RDNA 3.5 ("GFX115X") im Hinblick auf Leistung und Effizienz miteinander vergleichen. Selbstverständlich haben wir aber auch CPU-Benchmarks durchgeführt und Intels alte und neue Architektur mit AMDs Zen 5 und dessen besonders effizienten Ableger Zen 5c verglichen. Zudem schauen wir uns den neuesten Mobilprozessor von Intel und dessen Spezifikationen ganz im Detail an.

Intel Core Ultra 7 258V im Detail

Der Intel Core Ultra 7 258V, der in unserem Testgerät steckt, basiert auf jeweils vier neu entwickelten P-Cores ("Lion Cove") und E-Cores ("Skymont"), was den neuen Mobilprozessor somit zu einer Octa-Core-CPU macht. SMT ("Simultaneous Multithreading") respektive das Intel HT ("Hyper Threading") werden nicht unterstützt. Die P-Cores erreichen hierbei eine maximale Taktfrequenz von 4,8 GHz, die E-Cores bis zu 3,7 GHz. Die TDP ("PL1") wird werkseitig mit 17 Watt spezifiziert, die MTP ("PL2") mit maximal bis zu 37 Watt.

Intel Core Ultra 200V Quelle: Intel Intel Core Ultra 200V Quelle: Intel

Die Cluster der Efficiency-Cores wurden weitreichend überarbeitet, es gibt mehr Cache und der Thread Director wurde verbessert, jener Algorithmus, der den jeweiligen Prozessorkernen die entsprechenden Aufgaben und damit Lasten zuordnet. Intel, genauer Robert Hallock, den viele noch in Verbindung mit AMD kennen dürften, sagt, dass ein Intel Core Ultra 200V eine rund 130 Prozent höhere Leistung pro Watt als ein Core Ultra 100H liefert. Ob sich die Leistung pro Watt wirklich mehr als verdoppelt, werden wir in Benchmarks prüfen.

Intel Arc 140V mit Xe² im Detail

Für diesen Test haben wir uns stark auf die in den Intel Core Ultra 7 258V integrierte Arc 140V auf Basis von Xe²-LPG ("Battlemage") konzentriert, welche ihrerseits die nachfolgenden technischen Spezifikationen bietet.

  • Intel Xe²-LPG
  • 8 Xe² Processor Cores
  • 128 Execution Units ("EU")
  • 1.024 Streaming Processors ("SP" = FP32-ALUs)
  • 64 Vector Engines ("VE")
  • 8 MiByte Cache
  • 1,95 GHz GPU-Takt

Durch die Kombination aus CPU, Grafikeinheit, welche dank überarbeiteten Matrix-Engines bis zu dreimal mehr KI-Durchsatz erreichen soll als die Vorgängergeneration, und der ebenfalls neuen NPU ("Neural Processing Unit"), welche alleine bis zu 48 TOPS für KI-Workflows bereitstellt, soll jetzt auch die Upscaling-Technologie Intel XeSS ("Xe Super Sampling") einen weiteren Leistungssprung hinlegen.

GPU Quelle: Intel CPU+GPU+NPU Quelle: Intel

Die integrierten Xe²-Grafikeinheiten sollen erstmalig auch von dem insgesamt 32 Gigabyte umfassenden und direkt auf dem CPU-Package platzierten LPDDR5X-Systemspeicher für CPU und GPU profitieren, welcher mit einer sehr hohen Speichergeschwindigkeit von 7.500 MT/s arbeitet. Intel verspricht, dass die Xe-Grafikeinheiten der ersten Generation damit deutlich geschlagen und dabei signifikant weniger Leistung aufgenommen werden muss.

Gaming-Benchmarks

Wir haben den Core Ultra 7 258V mit Arc 140V in diversen Gaming-Benchmarks gegen den Core Ultra 7 155H mit Arc Graphics 8 und den Ryzen AI 9 HX 370 mit Radeon 890M antreten lassen. Hierbei wurden die Spiele in Full HD/1080p mit mittleren Details ausgeführt. In einigen Benchmarks wurden die Upscaling-Technologien XeSS 1.3 und FSR 3 im Performance-Preset ohne Frame Generation genutzt.

Der Core Ultra 7 258V mit Arc 140V auf Basis von Xe² ("Battlemage") macht im Vergleich zu seinem Vorgänger mit Xe ("Alchemist") einen riesigen Leistungssprung und kann diesen um bis zu 40 Prozent hinter sich lassen. Im Mittel ist die integrierte Arc 140V bei der gleichen FP32-Einheitenmenge um mehr als 20 Prozent schneller unterwegs als die Arc Graphics 8. Auch die Konkurrenz von AMD wird richtig unter Druck gesetzt und in nicht wenigen Spielen "überflügelt". Insgesamt operieren Xe² und RDNA 3+ auf Augenhöhe, jedoch mit vergleichsweise leichten Leistungsvorteilen für Intels brandneue IGP.

Synthetische Benchmarks

Neben den insgesamt 14 Spielen mussten sich alle drei integrierten Grafikeinheiten auch in diversen synthetischen Benchmarks gegeneinander behaupten.

Auch in den synthetischen Benchmarks kann die neue Xe²-Architektur ihren Vorgänger weit hinter sich lassen und schlägt auch RDNA 3.5 ganz knapp. Insgesamt gesehen fällt damit der Generationssprung von Intel Core Ultra 100H ("Meteor Lake") mit Xe ("Alchemist") zu den neuen Intel Core Ultra 200V ("Lunar Lake") mit Xe² ("Battlemage") mitunter durchaus beeindruckend aus. Intel hat hier im Vorfeld nicht zu viel versprochen.

Messung der Akkulaufzeit

Wie sich der Intel Core Ultra 7 258V im Alltag in Sachen Akkulaufzeit schlägt, haben wir anhand des Benchmarks Procyon Office Productivity Battery Life getestet. Hierfür kam das ausbalancierte Energieprofil mit einer TDP ("PL1") von 17 Watt zum Einsatz. Das neue Asus Zenbook S 14 besitzt einen Akku mit 72 Wh, hier herrscht in etwa Parität mit den beiden Konkurrenten, denen 75 und 78 Wh zur Verfügung stehen.

Im Test "Battery Life" des UL-Procyon-Office-Productivity-Benchmarks hält das neue Asus Zenbook S 14 mit Core Ultra 7 258V mehr als 16 Stunden durch, während das Asus Zenbook S 16 mit Ryzen AI 9 HX 370 und das Zenbook 14 OLED mit Core Ultra 7 155H auf etwas mehr als 12 Stunden kommen. Auch das spricht für die enormen Effizienzsteigerungen, die mit Lunar Lake einhergehen. Diesen Teilbereich werden wir uns in naher Zukunft noch einmal genauer ansehen.

Zusätzliche Benchmarks [Update]

Aktualisierung vom 25. September 2024: Die Redaktion von PCGH hat den Test des Asus Zenbook S 14 mit Core Ultra 7 258V ("Lunar Lake") und Arc 140V auf Basis von Xe²-LGP ("Battlemage") um weitere Einzeltests und Benchmarks erweitert.

Neben einem weiteren "Ausdauertest", welcher die Akkulaufzeit beim Streaming auf YouTube abbildet, wurde auch die Gaming-Performance in Hogwarts Legacy und die Leistung im 3DMark Steel Nomade Lite ermittelt.

Das Fazit

Intel ist mit den neuen Core Ultra 200V ("Lunar Lake") der erhoffte große Sprung im Vergleich zur Vorgängergeneration gelungen. Die Mobilprozessoren sind nicht nur deutlich schneller, sondern auch signifikant effizienter. Die Xe²-Architektur macht im Vergleich zur ersten Generation einen deutlich ausgereifteren Eindruck und Hoffnung für Intels im kommenden Jahr erwarteten Desktop-Grafikkarten. Momentan besitzt Intel so die leistungsfähigste integrierte GPU am Markt und setzt AMD stark unter Druck.

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    • Kommentare (54)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Kell-Conerem Freizeitschrauber(in)
        Hm Xe2 hat um 1 GHZ weniger als RDNA3+ und haut mehr raus bei gleicher shader Anzahl . Mit dem selben Takt würde die ja mördermäsig abgehen. Mich würde mal ein vergleich mit einer Nvidia Karte mit der selben shader anzahl interessieren.
      • Von Kell-Conerem Freizeitschrauber(in)
        Hm Xe2 hat um 1 GHZ weniger als RDNA3+ und haut mehr raus bei gleicher shader Anzahl . Mit dem selben Takt würde die ja mördermäsig abgehen. Mich würde mal ein vergleich mit einer Nvidia Karte mit der selben shader anzahl interessieren.
      • Von RawMangoJuli Lötkolbengott/-göttin
        Beim GTA4 Benchmakt steht bei Lunar Lake RDNA3.5.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Berechtigte Frage. Bei Intel selbst finde ich gerade keine Angabe, aber die nominelle Breite von LPDDR5-Chips ist 32 Bit.
      • Von kolpinator Kabelverknoter(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Vorsicht, nicht täuschen lassen: LNL hat wesentlich langsameren RAM. Die hohen MT/s-Werte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass jetzt nur noch zwei 32-Bit-Speicherchips statt wie zuvor zwei 64-Bit-Speichermodule parallel genutzt werden. Man müsste MTL (und Strix Point) untertakten für einen 1:1-Vergleich, was sich gerade bei der Grafik bemerkbar machen würde. Entsprechend weit reichende Einstellmöglichkeiten zu finden, könnte aber schwer werden – es gibt ja keine "HX"-Übertakter-SKU von MTL.
        Gibt's dazu belastbare Dokumente? Man findet dazu fast keine Infos...
        Bei TechPower Up habe ich folgendes gefunden:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Dort steht allerdings 128bit ergo 2x 64Bit. Würde mich interessieren, wie die Spec nun konkret ist.
      • Von kolpinator Kabelverknoter(in)
        Zitat von user42
        Moin [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen],

        im Artikel steht, dass der Core Ultra 7 258V des ASUS ZenBook S14 OLED UX5406, so wie die anderen Testkandidaten, mit LPDDR5X 7.500 MT/s arbeiten würde. Ist das richtig, oder sind es doch 8.533 MT/s?

        Danke.
        Zitat von OptimiertesSpielen
        Lies bitte mal den Post #46 vom Torsten was er im zweiten Absatz geschrieben hat.
        Das tut nichts zur Sache, es geht rein darum, dass der Core Ultra 7 258V immer 8.533 MT/s RAM auf dem Package hat und nicht 7500 MT/s wie im Artikel behauptet. Wie der RAM intern aufgebaut ist / arbeitet, ist ne ganz andere Geschichte.
      Direkt zum Diskussionsende
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