Grafikkarten-Rückblick 2017: Titan Vega Salvage Edition - viel Neues, aber kaum Herausragendes
2017 neigt sich dem Ende zu, dieses Jahr werden keine Grafikkarten mehr erscheinen. Das ist ein guter Zeitpunkt, um die vergangenen zwölf Monate Revue passieren zu lassen - Vorhang auf für den PCGH-Grafikkarten-Rückblick 2017! Vorsicht: Der folgende Text könnte unerwarteten Humor enthalten.
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Neben der Leserwahl, bei der wir zusammen mit Ihnen die Produkte und Firmen des Jahres küren, haben auch die Jahresrückblicke Tradition bei der PC Games Hardware. Wie Sie der Überschrift entnommen haben, dreht sich an dieser Stelle alles um Grafikkarten. Da wir bereits in Feiertagslaune sind und vorfreudig das Neujahr erwarten, herrscht an dieser Stelle ein lockerer, teils gar zynischer Ton. Nehmen Sie's mit Humor, denn so ist's gemeint - wobei man sagt, dass jede Kritik ein Fünkchen Wahrheit enthält ...
Das Jahr 2017 in Prosa - AMD
Vergangenes Jahr beendeten wir unseren Rückblick mit Raja Koduris stolz geschwellter Brust und der folgenden Bildunterschrift für den Dezember: AMD präsentiert die Radeon Instinct MI25 mit der neuen High-End-GPU Vega. Diese soll im ersten Halbjahr 2017 auch als Spieler-Grafikkarte erscheinen. Wir wünschen uns 16 GiByte HBM-gen2-RAM sowie einen passenden Namen im Stile von 'Radeon RX-1337'. Ach, Optimisten sind einfach zum Knuddeln, nicht wahr? Da wir Vollblut-Nerds sind, verliert unser Realitätsfilter manchmal gegen die rosa Brille der Vorfreude. 2 von 3 Wünschen wurden nicht erfüllt: Weder erschien die erste Vega-Grafikkarte für Spieler im ersten Halbjahr 2017, noch hat AMD unseren Namensantrag bewilligt. Das ist vielleicht auch besser so, denn "1337" (also elitär) performt der Vega-10-Chip, welcher übrigens haarscharf noch im zweiten Quartal erschien, nur bei Compute-Aufgaben, nicht aber bei unproduktiven Lebenszeitvernichtern wie PC-Spielen.
Quelle: JuliPC Games Hardware
Juli: "Was Nvidia kann, das können wir auch!", denken sich die Radeon-Schöpfer und präsentieren mit der Radeon Vega Frontier Edition eine Grafikkarte zwischen spielerischen und produktiven Welten. Und ganz nebenbei hält AMD mit diesem Produkt ein altes Versprechen ein, wonach es vor Ablauf des zweiten Quartals 2017 Vega-Grafikkarten zu kaufen gebe. Das war knapp, Lisa!
Immerhin das mit den 16 GiByte full of next generation HBM pwnage hat funktioniert - na ja, wenigstens zur Hälfte. Denn während AMDs neueste und garantiert kein bisschen von Nvidia inspirierte Produktkategorie - die Frontier Edition (Test) - über besagte Speichervöllerei verfügt, müssen die Gaming-Grafikkarten der RX-Vega-Reihe mit der Hälfte auskommen. Verstehen Sie uns nicht falsch: 8 GiByte sind gut und ausreichend, allerdings hätten die Radeon-Mannen Mitte des Jahres, als sie anscheinend überstürzt in eine bis an die Zähne bewaffnete Geforce-Phalanx hineinstürmten, weitere schlagkräftige Argumente brauchen können. "Ausreichend" ist nämlich wie "nett": Niemand klatscht, niemand sabbert, niemand wedelt mit Bitcoins.
Da standen sie nun, die hitzköpfigen Veganer aus Kanada. Richtig gelesen: Ob Sie's glauben oder nicht, AMD-intern läuft noch vieles unter dem Namen der 2006 übernommenen Grafiksparte Ati, obwohl die Entwicklung neuer Grafikchips nicht mehr dort vonstatten geht. Was im August noch keiner ahnen konnte, war das folgende Trauerspiel rund um die Herstellerdesigns. Diese gelten stets als Retter in der Not, wenn ein Referenzdesign mal wieder nicht aus dem Quark kommt. Denn außerhalb von Asien gilt Lärm keineswegs als Zeichen von ungezügelter Leistung. Auch die Fähigkeit, elektrische Energie 1:1 in Wärme umzuwandeln, ist kein Kaufgrund, denn die Strompreise steigen schneller als die fossiler Brennstoffe - andererseits nimmt man ein mollig warmes Zimmer zumindest in der kalten Jahreszeit gerne mit. Neulich in einer Wohnung in Ihrer Nähe: "Schatz, du hast schon wieder Eisbeine - ich geh mal zocken!"
Doch zurück zu den Herstellerdesigns: Es gibt sie! Im PCGH-Testlabor befinden sich mittlerweile drei Vega-Varianten mit runderneuertem Platinen- und Kühlerdesign, weitere sind unterwegs. Wir haben mehrere Beweisvideos und -fotos angefertigt, denn behaupten kann man ja vieles. So schön das ist, von einer Schwemme attraktiver und vor allem breitflächig lieferbarer Vega-Grafikkarten sind wir nun, zur Jahreswende 2017/2018, weit entfernt. Der Optimist hofft, der Realist hakt diese Runde ab und hofft auf einen Vega-10-Refresh.
Klammert man Vega und somit die höheren Preissegmente aus, war 2017 aber kein schlechtes Jahr für AMD. Im Gegenteil, man konnte endlich wieder konkurrenzfähige Prozessoren in allen Preisbereichen vorweisen und die Mitte des Jahres veröffentlichten Polaris-Refresh-Grafikkarten RX 580 und RX 570 wurden den Herstellern buchstäblich aus den Händen gerissen. Die Käufer wollten damit jedoch nicht die neuesten PC-Blockbuster spielen, sondern die Karten in den virtuellen Minen knechten - 2017 war und ist das Mining-Jahr schlechthin, zum Leidwesen der Spieler. Zwar hat sich die Lage mittlerweile entspannt, wirklich günstig sind die betroffenen Modelle aber nach wie vor nicht. Hinzu kommt, dass auch Vega kein Geheimtipp unter Schürfern mehr ist. Nutzer berichten von obszönen Gebrauchtpreisen weit jenseits der unverbindlichen Preisempfehlung. Sie haben eine Radeon RX Vega 56 zum Launch für 399 Euro erstanden? Jetzt bekommen Sie bei Ebay circa 600 Euro oder den Gegenwert in Bitcoins dafür. Irgendwie haben wir uns die "Schöne, neue Welt" anders vorgestellt - und Sie?
Das Jahr 2017 in Prosa - Nvidia
Und was macht Nvidia? Vieles, und zwar höchst erfolgreich, wenn man die Quartalszahlen des Unternehmens und das Steam Hardware Survey als Maßstab heranzieht. Für die Kalifornier dürfte 2017 als der beste Jahrgang aller Zeiten in die Geschichts- und Unternehmensbücher eingehen. Die Preissprünge, welche Nvidia Jahr für Jahr macht, sind jedoch bedenklich - unser aller Hobby droht ein Spaß für Superreiche zu werden.
Erinnern Sie sich an die Geforce GTX Titan von Anfang 2013? Sie begründete ein neues Hochpreissegment im Endkundenmarkt, das Nvidia im Laufe der Jahre weiter nach oben trieb. Die damals aufgerufenen 999 US-Dollar wirken im Angesicht der neuen Titan V wie ein Griff in die Portokasse - das gleichwertige Produkt kostet Ende 2017 satte 2.999 US-Dollar oder, mit anderen Worten, dreimal so viel. Nvidia argumentiert wie damals: Spieler seien nicht die primären Adressaten, sondern Menschen, die mit der hohen Rechenleistung andere Aufgaben erfüllen. Was 2013 Double Precision war, ist diesmal Machine Learning, denn der KI-Hypetrain nimmt weiter an Fahrt auf (wobei die Titan V auch reichlich DP-Leistung bietet).
Dass PC-Enthusiasten die Titan V als Objekt der Begierde sehen, kommt nicht von ungefähr. Früher war es ganz normal, dass in mehr oder minder regelmäßigen Abständen ein neuer High-End-Chip erscheint. Natürlich war ein solcher teuer - immerhin mussten die Entwicklungskosten mindestens hereingespielt werden -, aber weit entfernt von Summen, welche Normalsterbliche in einem Kleinwagen versenken. Seit Jahren testet Nvidia die Dehnbarkeit der Geldbörsen, im vollen Bewusstsein seiner Marktmacht. Pikant ist, dass man es zwar mittlerweile geschafft hat, das "Geforce GTX" von den Kühlern zu verbannen, die vielgepriesene Profi-Karte wird aber trotzdem vom ordinären Geforce-Treiber angesprochen und dort offiziell der "Geforce GTX 10"-Reihe zugeordnet. Ebenfalls pikant ist, dass Nvidia die Argumente, welche früher für eine Titan gegenüber einer gewöhnlichen Geforce sprachen, diesmal besonders rar macht. Während bei den älteren Titanen und ihrer üppigen Speicherkapazität noch "Weil wir's können!" galt, ist Nvidia vor fast drei Jahren festgewachsen. 12 GiByte. Das muss reichen. Dass 12 GiByte tatsächlich (für Spiele!) reichen, kann nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Nvidia dem titanischen Anspruch nicht mehr gerecht wird und dieser reziprok zur Preisentwicklung verläuft. Selbstverständlich steckt dahinter ein Plan: Auf der "günstigen" Titan V kommen GV100-Chips mit teildefekter Speicherschnittstelle zum Einsatz, während die erste Güteklasse auf den teuren, echten Profi-Grafikkarten verwendet wird. Für den Spieler nur das Beste - nicht. Sogenannte Salvage parts, also teilaktive Produkte, passen einfach nicht zu einem Premium-Preisschild. Wo wir gerade dabei sind: AMD installiert auf den im Vergleich spottbilligen Frontier-Editionen vollwertige Vega-10-Chips nebst 16 GiByte. Machen Sie sich schon mal auf eine Titan V2 gefasst ...
Doch wir schweifen ab. Nvidia hat dieses Jahr noch zwei weitere Titanen veröffentlicht und damit mehr denn je. Nun gut, eigentlich erblickte neben der Titan V nur noch die Titan Xp das Licht der Welt, aber gleich zwei Mal. Anfang des Jahres erklomm Nvidia mit ihr den 1.300-Euro-Gipfel und lieferte damit immerhin ein vollausgebautes GP102-Produkt für Enthusiasten. Pünktlich zum neuen Star-Wars-Hype wurde die Karte wiederaufgelegt, und zwar als "Galactic Empire"- und als "Jedi Order"-Edition - zum Schnäppchenpreis von nur noch 1.138 Euro. Wozu da noch für eine Seite der Macht entscheiden, wenn man doch beide für weniger Geld als bei der Titan V haben kann?
Sie schütteln den Kopf, das können wir Jedi-gleich fühlen. Nvidias wahrer Goldesel war 2017 nämlich die Geforce GTX 1080 Ti. Sie wurde so platziert, dass sie Anfang des Jahres die sündteure Titan X (Pascal - also die "alte" ohne p) überholte und dabei noch die Kühnheit besaß, günstiger als der Titan zu sein. Doch auch diese Grafikkarte war teurer als ihre vergleichbar platzierten Vorgänger. Mittlerweile ist die Geforce GTX 1080 Ti die zweitverbreitetste Grafikkarte unter den PCGH-Lesern - wer hätte das angesichts der Marktpreisen ab (derzeit) rund 700 Euro für möglich gehalten? Da sind sie wieder, die Erste-Welt-Probleme. Wir steuern mit Vollgas auf ein Monopol zu, nur damit Sie's wissen. Und nicht vergessen: Don't kill the messenger!
In der Bildergalerie lassen wir das Jahr nochmal chronologisch kommentiert Revue passieren. Welche Grafikkarte fanden Sie im Jahr 2017 am spannendsten, welche am kuriosesten - und welche haben Sie (nicht) gekauft? Diskutieren Sie im Kommentarbereich mit!
Haben wir eben nicht. Ließ doch einfach mal alles und nicht nur die stellen die du magst. Übrigens ganz tolles Ding wieder von dir. Ich poste ein halbes Fazit, ohne die Stellen die ich schon genau so vorher erwähnt habe und du nennst es fälschen. Gleichzeitig ziehst du nur einen einzigen Absatz daraus der dir passt und das ist in Ordnung...
Du bist wirklich was ganz besonderes.
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Statt dessen fälschst du lieber Zitate, damit man nicht auch noch im CB Fazit genau das nachlesen kann, was Anandtech und PCGH schreiben: Die GTX680 war die bessere Karte.
Auch in deinem neuen Fazit steht wieder folgendes:
Das habe ich mit Pünktchen gelöst, weil ich es doch direkt am Anfang schon geschrieben habe! Warum wohl habe ich mit den Pünktchen ganz klar angezeigt dass dort noch mehr steht, hm? Hätte ich es anders aussehen lassen wollen, hätte ich diese wohl kaum extra für dich kenntlich gemacht. Denkst du auch mal nach, bevor du Behauptungen in den Raum stellst? Am besten finde ich aber deine eigene Aussage dazu:
In einem einzigen Absatz zu sagen es gibt keinen Sieger und dass sie gleichauf sind, aber ich habe mit ausgeglichen unrecht? Schau dir meine posts nochmal an. Ich schrieb genau das. In jedem Test steht das gleiche. Nämlich dass die GTX effizienter und damit leiser ist, die 7970 aber schneller und günstiger. So ziemlich genau das was ich ganz am Anfang schon schrieb und du bestritten hast. Jetzt sagst du es selbst und ich habe dennoch unrecht... echt jetzt?
Edit
Hier für dich: klickmich!
Übrigens: Auch das sinnentstellte Zitieren wie in diesem Fall fällt in die gleiche Kategorie wie Fakten ausdenken, aka lügen. Schön, dass du nochmal unterstreichst, mit welche Geistes Kind man hier "diskutiert" :unten:
Halten wir also fest:
- PCGH: GTX680/7970 auch als GHz gleichauf
- CB: 7970 nur besser mit anderem Kühlsystem
- Anandtech: GTX680/7970 auch als GHz gleichauf
Heißt unterm Strich: Deine behauptete Ausgeglichenheit ist in keinem Review zu finden, dito auch nicht das angebliche "schneller". Sehr Benachmark und Auflösungsabhängig, ein klarer Sieger kann da nicht gefunden werden. Anders als von dir behauptet.
Schön, dass wir das geklärt haben. Und gut zu wissen, mit was für Mitteln manche Leute hier arbeiten, wenn es ihnen in den Kram passt. Selbst Ziatverfälschung wird da betrieben. Erbärmlich.