Ethereum & Co.: Was Grafikkarten-Boardpartner vom Mining-Hype halten [Update]
Hersteller sehen sich mit einem fortwährenden Hype rund um Krypto-Währungen konfrontiert. Vor allem Ethereum und darauf basierende ERC-20-Tokens haben das Mining mit Grafikkarten wieder auferstehen lassen. AMDs und Nvidias Boardpartner erfreuen sich an kurzfristigen Verkäufen an Miner, zeigen sich aber auch besorgt.
Update vom 01.02.18:
In der Analystenkonferenz zu den letzten Geschäftszahlen hat AMD-CEO Lisa Su gewissermaßen die anonymen Aussagen der Boardpartner bestätigt. Laut ihr sei man nicht durch die Fertigungskapazitäten (bei Globalfoundries) beschränkt - natürlich muss es aber Abnehmer geben, wo sich die Boardpartner etwas scheuen sollen. Problematisch sei laut Su der komplette Speichermarkt, sodass es Engpässe sowohl bei GDDR5 als auch bei HBM2 gebe.
Originalartikel vom 22.01.18:
Der Gaming- und der Mining-Markt konkurrieren bereits seit Monaten, was die Verkäufe von Grafikkarten angeht. Nachdem Bitcoin schon längst nicht mehr profitabel auf GPUs läuft, hat das ASIC-resistente Ethereum, die zurzeit zweitgrößte Krypto-Währung, das GPU-Mining wieder salonfähig gemacht. Farmbetreiber kaufen vor allem massenweise die Radeon RX 580, RX 570 und Geforce GTX 1070, für andere Altcoins eignen sich aber auch die GTX 1080 und GTX 1080 Ti. Die Webseite gamersnexus.net hat Boardpartner gefragt, was sie von dem aufstrebenden Mining-Markt halten, und die Ergebnisse anonymisiert veröffentlicht.
Kurzfristig erfreuten sich die Hersteller an der großen Nachfrage. Miner stellten einfache Käufer dar, die man nicht erst mit hohen Marketing-Budgets zum Kauf bewegen müsse. Support-Kosten gebe es faktisch keine. Es komme letztlich nur darauf an, dass man liefern könne, der Rest erledige sich von selbst. Das sei jedoch gleichzeitig der größte Nachteil: Bei Minern gebe es keinerlei Bindung an die eigene Marke, weil sie schlichtweg die Grafikkarten kauften, die gerade verfügbar seien. Darüber hinaus würden durch die Verkäufe an Miner die jeweiligen Ökosysteme nicht gestärkt. Wer Krypto-Währungen schürft, benötige keine Peripherie, kein Mainboard und keinen Gaming-Monitor von dem Hersteller. Spieler kauften sowas eher im Bundle und sorgten so für Synergieeffekte.
Darüber hinaus sollen die meisten Boardpartner das hohe Risiko im Mining-Markt fürchten. Niemand wisse, wie langlebig das Thema ist, was die Furcht vergrößere, die Nachfrage gezielt zu bedienen. Die Boardpartner könnten bei AMD und Nvidia wahrscheinlich größere GPU-Mengen bestellen, wollten die Produktion jedoch nicht allzu weit hoch schrauben, um das Risiko zu minimieren. Von einer geplanten Produktionserhöhung bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit im Zwischenhandel vergehen mit der Verschiffung gut und gerne mehrere Monate - eine Zeitspanne, in welcher der Mining-Markt schon wieder abflachen könnte. Die meisten Boardpartner wollten das Risiko nicht eingehen, am Ende womöglich auf Tausenden Grafikkarten sitzen zu bleiben, so gamersnexus.net.

Ich weiß ja nicht, wo die bei GN nachgefragt haben wollen, aber die Fabriken, die ich kenne, arbeiten seit Monaten schon an der absoluten Kotzgrenze. Man kann ja nicht mal eben so neue Produktonslinien aufstellen, das ist meist schon ein Platzproblem. Die, die ich "anonymisiert" fragen konnte, haben aus dem aktuellen Bestand heraus bereits bis zu 50% Zuwächse generiert. Mehr geht einfach nicht. Risiko hin oder her, Umbauten müssen längerfristig geplant werden. Unternehmen können nicht mal eben so umbauen, selbst wenn sie wollten. Mit etwas Pech klebt einem der Mitbewerber ja eh schon an der Grundstücksgrenze.
Stimmt, aber man kann 3-Schichtig fahren, vorausgesetzt die Produktion war bisher eine Schicht. Und meistens gehen Schichten in Fernost 12std. Neues Personal ist schnell gefunden&eingelernt.
1080ti ist wieder unter die 800€ marke gerutscht und Bitcoin unter 7000€.
Selbst Zcash ist auf unter 300€.
Es geht aufwärts und die Cryptowärung abwärts. Fast alle Währungen sind im freien fall.
CoinGecko: 360deg Uberblick auf die Charts von Kryptowahrungen
Irgendwie schon spassig wie die eigene Grafikkarte praktisch über Nacht fast das doppelte wert ist
Beruhigend zu Wissen, das man in Sachen aufrüsten jetzt erst mal Ruhe hat weil man zum richtigen Zeitpunkt Rechner
zusammengebastelt hat. Mal gucken wann, die Blase platzt dann wieder zuschlagen
Da kann man dann auch auf Linux umsteigen. Die kleineren Indyspiele brauchen auch nicht so viel Grafikleistung, da reicht dann auch eine kleine Vega APU aus.
Alleine schon das 90% der Games, Alpha Status besitzen und mit Lot-Boxen, DLCs, Pay to win ... noch mehr Geld aus der Tasche ziehen.
Wer ist dann noch bereit das alles zu zahlen?
Ich nicht mehr.
Die Bindung an Hardware und her Hersteller bezogen, ist bei mir vorbei.
Ich glaube ein gesundes Ökosystem mit Synergieeffekte ist nur noch Wunsch denken von den Herstellern.
Ich glaube der Anteil an Gamer PCs wird dieses Jahr einen neuen Tiefstand erreichen, der sich weiter nach unten setzt.
Spiele Entwickler freut euch, der Absatz wird schön sinken.
PC-Hardware hat dann nur nach den zweck den Mining.
Dies ist meine Meinung, MFG Gordon.
*Update*
Mittlerweile kostet eine 1080ti 890€ und aufwärts.
PCIe mit GPU NVIDIA (nach Serie): GTX 1080 Ti Preisvergleich | Geizhals Deutschland
Außer bei nVidia mit €769,00 ist das ein wahres Schnäppchen.
Wenn das so bleibt, kann man es sich überlegen, auf Konsole umzusteigen, die ist wenigstens bezahlbar.