Intel sagt Larrabee-Grafikkarte ab, Nvidias Fermi nun im luftleeren Raum?
Die Sensation: Intel sagt Larrabee ab. Der in der Entwicklung angeblich über 3 Milliarden US-Dollar teure Grafik- und Co-Prozessor soll nicht auf den Markt kommen - so Intel am Wochenende. Nun stellt sich die Frage, ob Nvidia sich mit Fermi nicht verrannt hat.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Larrabee: Ab- aber nicht totgesagt.
Intel trommelt seit etwa zwei Jahren für Larrabee. Der Manycore-Prozessor aka Co-Prozessor aka Grafikkarte sollte sich im Spielebereich besonders für Raytracing eignen und auch sonst ein großes Potenzial an Rechenleistung haben - 1 TFLOPS, also eine Billion Gleitkommaoperationen pro Sekunde war das Ziel, dessen Erreichen Intel-CTO Justin Rattner kürzlich anhand eines übertakteten Prototypen demonstrierte.
Nun hat Intel Produkte, also sowohl Grafikkarten als auch Co-Prozessoren für den HPC, den High-Performance-Computing-Markt, quasi abgekündigt, wie am Wochenende bekannt wurde.
Larrabee solle als Teil eines Software-Development-Kit für Many-Core-optimierte Anwendungen angeboten, aber kein kommerzielles Produkt werden.
Der flexibel einsetzbare, x86-kompatible Larrabee-Prozessor sollte eigentlich auch im Gaming-Bereich gegen die Platzhirsche AMD und Nvidia bzw. deren DirectX-11-kompatible Flaggschiff-Lösungen Radeon HD 5000 (Produkt) bzw. Nvida Fermi (PDF) antreten. Doch dazu wird es nun nicht mehr kommen. Das dürfte besonders bei Nvidia für gemischte Gefühle sorgen, deren Fermi-Architektur auf dasselbe Marktsegment wie Intel zielt: Grafik und HPC-Anwendungen. Gerade für letzteres waren ziemlich viele der über 3 Milliarden Transistoren eingeplant: ECC-geschütztes Speichersubsystem, 50% Double-Precision-Kapazität (gegenüber 12,5% im GT200 oder 40% im Cypress) um nur zwei Bereiche zu nennen. Zwar kann man sich diesen Marktbereich nun quasi allein einverleiben, hätte andererseits dieses Ziel jedoch mit deutlich bescheidenerem Ressourcenaufwand erreichen können. Ressourcen, die möglicherweise bei der Verschiebung der eigentlich noch 2009 erwarteten Markteinführung und bei der möglichen, höheren Spieleleistung bei Verzicht auf einige hundert Millionen "HPC-Transistoren" entscheidend gewesen wären.
AMD dagegen hat bereits im September die DirectX-11-GPU Cypress (für die Radeon HD-5800-Modelle) vorgestellt und das Angebot inzwischen um eine Dual-GPU-Karte, die HD 5970, und den Mittelklasse-Ableger Juniper (auf HD-5700-Reihe) erweitert, während Nvidias Fermi weiterhin seiner offiziellen Vorstellung als Geforce-Grafikkarte harrt.
Das führt zur Frage, gegen wen Fermi denn nun antreten wird, wenn es ihn als kaufbares Produkt gibt. Im Spielebereich wird sicherlich ein Gutteil seiner Fähigkeiten brach liegen, da zum Beispiel für Nvidias Physx keine doppeltgenauen Berechnungen nötig sind, um glaubhaft wirkende Spielphysik zu simulieren. Auch ECC oder ein Speicherausbau von 6 GiByte wird auf absehbare Zeit für Spiele überflüssig sein. Dagegen muss Fermi allerdings gegen AMDs Cypress-Produkte punkten und das möglichst nicht nur gegen einen, sondern gleich gegen den Doppelpack auf der HD 5970. Läuft alles schief (für Nvidia, und rosig für AMD) könnte Fermi im Frühling sogar gegen den HD-5870-Refresh (HD 5890?) antreten müssen. Und spätestens dort dürfte dann jedes Prozent möglicher Spieleleistung dringend nötig sein.
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btt: Es wundert mich ja jetzt nicht wirklich, dass Intel da vorerst nen Rückzieher macht. Die wollte wohl so ne eierlegende Wollmilchsau erschaffen. Ich hoffe das Teil ereilt nicht dasselbe Schicksal wie dem Itanium
und : bitte nutze die funktion ändern ...
ATI dahin zu verweisen, wo sie hin gehören........nämlich unter "Ferner liefen".......
MfG Winpoet
NVIDIA aufs falsche Pferd gesetzt hat, die beiden Projekte bauen auf verschiedenen Ansätzen auf..
MfG Winpoet