Keine Chance dem Speichergeiz: Warum manche Grafikkarten für uns tabu sind
Wer einen Gaming-PC kaufen möchte und die Radeon RX 9060 XT oder Geforce RTX 5060 Ti als Grafikkarte im Blick hat, sollte genau hinsehen. In den PCGH-PCs setzen wir konsequent auf 16 GiByte Grafikspeicher, auch wenn das mehr kostet.
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Wir geben es offen zu: Gerne hätten wir auch im aktuellen PCGH-PC-Sortiment eine Konfiguration für unter 1.000 Euro angeboten, doch eine sorgfältige Abwägung der Optionen hat uns dazu bewogen, davon Abstand zu nehmen. Ein Grund dafür ist, dass wir 16 GiByte RAM inzwischen für grenzwertig halten und daher selbst bei den günstigsten Gaming-PCs auf 32 GiByte Arbeitsspeicher setzen. Auch vom Sockel AM4 haben wir uns, wie in diesem Artikel im Detail erläutert, aufgrund fehlender Aufrüstperspektive, steigender CPU-Preise und sinkender DDR4-Auswahl verabschiedet.
Zwei Grafikkarten, zwei Speicherausstattungen
Eine leicht umzusetzende Einsparmöglichkeit nutzen wir selbst bei den beiden günstigsten PCGH-PCs aber ebenfalls nicht, nämlich Grafikkarten mit halbiertem Grafikspeicher: Sowohl die Radeon RX 9060 XT im PCGH-Allround-PC RX9060XT-Edition V2 als auch die Geforce RTX 5060 Ti, welche wir im PCGH-Gaming-PC RTX5060Ti-Edition V2 verbauen, sind mit 16 statt 8 GiByte ausgestattet. Dabei ließen sich ausgehend von den aktuellen Bestpreisen im PCGH-Preisvergleich bei der AMD-Karte immerhin rund 60 Euro und beim Nvidia-Modell sogar 90 Euro sparen.
Das bedeutet leider auch, dass ein weniger gut informierter PC-Käufer vielleicht nicht einmal weiß, dass diese Grafikkarten in zwei Varianten erhältlich sind oder dass die Speichermenge eine entscheidende Eigenschaft ist, und deshalb bei einem anderen Gaming-PC zum kleineren Preis zugreift, in dem eine der vermeintlich gleichwertigen Grafikkarten mit halber Speichermenge verbaut ist. Doch dieser Fehler wird sich rächen!
8 GiByte limitieren bereits in Full HD
Nicht wegzudiskutieren ist, dass Rechenleistung und Grafikspeicher in einem gewissen sinnvollen Verhältnis zueinander stehen sollten: Vereinfacht gesagt muss der Grafikchip in der Lage sein, die im Grafikspeicher vorliegenden Daten auch schnell genug zu verarbeiten. Eine Geforce RTX 5090 mit knappen 8 GiByte wäre ein Desaster, eine Geforce RTX 5050 mit überdimensionierten 32 GiByte aber ebenfalls ein unausgegorenes Produkt.
Wie wir in einem Vergleich der Radeon RX 9060 XT mit 8 und 16 GiByte festgestellt haben, rechtfertigt die GPU-Performance aber definitiv den Griff zur Modellvariante mit der doppelten Speichermenge, da in vielen Szenarien der Spielspaß durch Speichermangel eindeutig getrübt wird. Das betrifft bereits maximale Grafikdetails in Full HD.
Wreckfest 2 beispielsweise läuft bei 16 GiByte mit ordentlichen 71,5 Fps, bricht mit halber Speichermenge aber auf unspielbare 21,8 Fps ein. Bei Dragon Age: The Veilguard beobachteten wir mit halber Speichermenge einen Rückgang von 41,6 auf 25,5 Fps, bei Forza Motorsport von 64,9 auf 47,3 Fps, bei Spider-Man 2 von 61,7 auf 45,5 Fps und bei Stalker 2 von 51,0 auf 34,7 Fps.
Andere Spiele zeigen weniger starke oder auch mal gar keine wahrnehmbaren Einbrüche, doch die PCGH-Benchmarks zeigen auf: Es sind nicht ein, zwei besonders speicherhungrige Spiele oder praxisferne Einstellungen, sondern viele aktuelle Titel laufen mit 8 GiByte Grafikspeicher suboptimal.
Mikroruckler und Texturmatsch drohen
Dabei ist die durchschnittliche Bildrate nur ein Aspekt, mit zu wenig Grafikspeicher drohen weitere Probleme: Was klassische Balken-Benchmarks nicht aufdecken, aber in von PCGH regelmäßig genutzten Frametime-Diagrammen zu erkennen ist, sind Mikroruckler. Treten diese kurzen Verzögerungen, die durch das Nachladen von Daten verursacht werden, alle paar Sekunden auf, senken sie die durchschnittliche Bildrate zwar kaum, sind beim Spielen aber deutlich wahrnehmbar und erschweren präzises Bewegen und Zielen.
Dazu kommt, dass man bei Speichermangel nicht nur ein weniger flüssiges Spiel, sondern auch hässliche Artefakte riskiert: Texturen, die nicht in den Grafikspeicher passen, können natürlich auch nicht dargestellt werden. Die Folge ist, dass man als PC-Spieler erheblich simplere Matschtexturen präsentiert bekommen kann und es mehrere Sekunden dauern kann, bis die hochauflösende Version nachgeladen wird, was ebenfalls noch einmal irritiert.
Doch Moment, kann man nicht einfach die Grafikdetails reduzieren und hat dann wieder mehr Spielspaß? Nur bedingt: Die PCGH-Benchmarks zeigen, dass mit hohen statt maximalen Details in den meisten Spielen weniger starke Einbrüche auftreten. Trotzdem zeigt sich mit einer Radeon RX 9060 XT in Full HD immer noch in fast allen 15 geprüften Spielen ein Leistungsdefizit mit 8 statt 16 GiByte und außerdem gibt es diese Entlastung natürlich nicht umsonst, sondern nur mit reduzierter Bildqualität, etwa dem Wegfall von Raytracing-Beleuchtung.
Was heute (zu) knapp ist, reicht in Zukunft noch weniger
Wer plant, sich bei jedem Spiel die Mühe zu machen, die bestmöglichen Grafikdetails für nur 8 statt 16 GiByte Grafikspeicher auszutesten, kommt mit der halben Speichermenge in der Praxis zwar besser zurecht, sollte aber bedenken: Das mag aktuell noch bei vielen Titeln funktionieren, wird zukünftig aber immer schwieriger. Der seit Jahrzehnten anwachsende Grafikspeicherbedarf von Spielen wird sich fortsetzen und die Defizite von Grafikkarten, die von Speichergeiz betroffen sind, immer stärker aufzeigen.
Nicht zuletzt nimmt einem zu wenig Grafikspeicher auch Optionen, um PC-Spiele zu beschleunigen, bei denen die Rechenleistung des Grafikchips zu niedrig ausfällt. Dank deutlicher Fortschritte in dem Bereich ist die Nutzung von hochwertigem Upsampling samt (Multi) Frame Generation immer häufiger eine spannende, da schicke und performante Alternative zur Darstellung in der nativen Auflösung. Dafür wird oft aber mehr Grafikspeicher benötigt, sodass man auch hier eingeschränkt ist.
Fazit: Kein Speichergeiz bei den PCGH-PCs
Wie wir in diesem Artikel dargelegt haben, stellen 8 GiByte Grafikspeicher in vielen Szenarien ein Flaschenhals dar, welcher den Spielspaß und die Zukunftstauglichkeit deutlich beeinträchtigt. Wir haben uns daher entschieden, trotz des höheren Preises die Varianten der Radeon RX 9060 XT und Geforce RTX 5060 Ti mit 16 GiByte zu verbauen und bieten bei unserem Partner Krotus Computer keinen PCGH-PC mit lediglich 8 GiByte Grafikspeicher mehr an.
Was meinen Sie? Würden Sie bei der nächsten Grafikkarte noch zu 8 GiByte greifen und wie viel Speicher hat Ihre aktuelle Grafikkarte?
PCGH-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget
Im PC-Konfigurator von Krotus Computer haben Sie die Möglichkeit, jeden PCGH-PC umfassend zu individualisieren, bevor Sie ihn bestellen. Sollte ein bestimmtes Merkmal Ihren Wünschen nicht entsprechen, können Sie die Konfiguration des PCGH-Gaming-PCs anpassen, um ihn optimal auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen. So können Sie etwa ein anderes Gehäuse und mehr RAM auswählen oder eine zusätzliche SSD hinzufügen.
Quelle: PCGH
Keine Chance dem Speichergeiz: Warum manche Grafikkarten für uns tabu sind
Alle PCGH-PCs basieren auf der zur Verfügung stehenden Auswahl an Komponenten sowie unseren Tests und Empfehlungen aus der Redaktion. Die PC-Zusammenstellungen werden regelmäßig aktualisiert. Sie können diese auch als Bauvorschläge für den Selbstbau nutzen, als Komplett-PC bestellen oder im PC-Konfigurator bei unserem Partner Krotus Computer Ihren Wünschen anpassen.

Es reicht für sehr viele offenbar ohne Probleme.
Ich meine doch nur, das in meiner Umgebung, eher die meisten dann sagen würden, ne sparen wir lieber bisle. Wenn ich gute Leistung kaufen kann, für "nur" 8 GiB, aber mir richtig viel Geld sparen kann, ist das eher bei mir Beliebt. Also die wollen garnicht erst 400 -500 Euro für ein Computerteil ausgeben, das Groß meiner Umgebung und ich mach das ja selber auch net. Völlig Verständlich.
Grundsätzlich zu sagen es Reicht nicht, ist halt nicht so ganz Wahr.
Da wird dann in den Urlaub nämlich in der Regel auch noch Gefahren und keine Wenn/Dann Spiele gemacht. Man muss nicht den Ferrari fahren, wenn man mit einem gutem Kleinwagen auch Spaß haben kann.
CS:GO (2) anständig und einfach zum Laufen zu bekommen, halte ich für ein Gerücht. Das frisst richtig Leistung heute und wehe die GPU spielt nicht schön mit, weil sie sich eben Langweilt.
Da ist drauf zu achten, das so eine Kiste Gut auf solide Leistung eingestellt ist, viel Wichtiger. Damit man keine Anrufe bekommt, das was nicht Geht. Die kriege ich nicht und wenn, geht es dann auch gleich wieder.
Neukauf, ja was denn? Für Brot und Butter Karten??? Nö, wenn ich das Zeug von den Alten sehe für die Preise einfach Nö.
Intel hat gut abgeschnitten, weswegen ich die Dinger wie warme Semmeln gekauft habe in der zweiten Gen. Warum sollte ich die Empfehlen?^^ Nur wegen bisle mehr Speicher? So einfach ist des dann wieder nicht...
Wenn ich in der alten, viel mehr Leistung für sogar weniger Geld, aber ja, abstriche beim Speicher bekomme, dann her damit. Ist ja nicht alles nur Spielerei.
Der Nächste bitte.
Oder was zockt die so?
Jedem so, wie er mag und es sich leisten kann oder möchte. Ich spare schonmal für AMD ZEN6 und der nächsten Generation an Top Grafikkarten.
Ihr ist wichtiger, das alles schön aussieht und nichts abstürzt und einfach funktioniert. Und ich verstehe Gut warum ihr das Wichtiger ist, als ne Mordsgroße Kiste zu haben.
Mein Pa, der spielt Glücklich mit einer GTX1070... hat auch nur 8 GiB und ist inzwischen wirklich etwas Betagt. Keine Beschwerden, ich frag schon immer nach extra! Versuche ihm eine andere Karte aufs Auge zu drücken, kein Bedarf! Er probiert auch gerne mal ohne meinen Ratschlag einfach was aus an Spielen und trotzdem nix zu hören das was nicht geht.
Jedem so, wie er mag und es sich leisten kann oder möchte. Ich spare schonmal für AMD ZEN6 und der nächsten Generation an Top Grafikkarten.
Kommt darauf an. Für den älteren PC meiner Mutter tut es locker auch die 8GB RX 7600. Alles Andere wäre da überdimensioniert.
Die Ausrüstung eines PCs sollte sich immer am Einsatzzweck orientieren.
Oder was zockt die so?
Da kommst mit 6GB VRAM nicht weit.