Gegen schmelzende GPU-Stecker: Wireview Pro II mit Lieferzeiten aus der Hölle
Thermal Grizzly hat mit dem Wireview Pro II ein neues Überwachungsgerät für den GPU-Stecker 12V-2×6 vorgestellt. Um ein Schmelzen durch Überhitzung zu vermeiden, werden die Adern jetzt einzeln überwacht. Das erhöht aber den Preis.
Der neue Stromstecker vom Typ 12VHPWR wurde zwar schon längst von einer verbesserten Version namens 12V-2×6 abgelöst. Auch mit dieser gibt es aber noch immer Berichte über geschmolzene Stecker und Buchsen. Als Ursache gilt dabei ein unzureichender Kontakt einzelner Adern. Dadurch steigt der Übergangswiderstand, die Lastverteilung wird unregelmäßig und es kommt zu einer übermäßigen Erhitzung.
Bessere Überwachung, höherer Preis
Um Nutzern die Sorge vor einem Schaden zu nehmen, wurden bereits mehrere Geräte entwickelt. Dazu zählt unter anderem auch der Wireview Pro von Thermal Grizzly: Dieser wird direkt in die Grafikkarten-Buchse gesteckt, wo er die Steckverbindung kühlt und überwacht. Bislang hat das Gerät aber nur den Gesamtverbrauch der Grafikkarte gemessen. Mit einer neuen Version, dem Thermal Grizzly Wireview Pro II, wird das anders. Dieser misst nun für jede einzelne Ader den übertragenen Strom und die anliegende Spannung.
Quelle: Thermal Grizzly
Der Wireview Pro II überwacht die Lastverteilung in den einzelnen Adern.
Die Ergebnisse werden dabei über ein kleines IPS-Display mit 320 x 170 Pixel angezeigt. So sollen Nutzer auf einen Blick erkennen können, ob der 12V-2×6-Anschluss wirklich richtig eingesteckt wurde, oder ob Probleme zu erwarten sind. Wie sein Vorgänger verfügt der Wireview Pro II dabei auch über eine akustische Warnfunktion. Zudem kann der Sensor auch mit dem Mainboard verbunden werden, um den PC im Notfall abzuschalten. Erneut mit dabei ist außerdem ein interner Speicher: Alle 60 Sekunden werden Messwerte gespeichert, um beispielsweise den Mittelwert zu bilden. Die Speichermenge reicht dabei für fast ein Jahr Dauerbetrieb, bevor die ältesten Daten überschrieben werden.
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Thermal Grizzly bietet den Wireview Pro 2 in zwei Varianten an - je nachdem, ob die Sensor-Pins bei der Grafikkarte zum PCB oder von diesem weg zeigen. In beiden Fällen soll das Gerät 120 Euro kosten. Gegenüber dem Wireview Pro ist das ein deutlicher Aufpreis: Dieser kostete "nur" 70 Euro, bot aber eben keine Überwachung der einzelnen Adern. Zudem soll der Wireview Pro 2 in Zukunft auch noch weitere Funktionen erhalten - Firmware-Updates sind per USB-C möglich. Eine entsprechende Software will Thermal Grizzly im Dezember veröffentlichen. Dann werden auch die ersten Geräte erwartet, Kunden müssen sich also auf lange Lieferzeiten einstellen. Das gilt vor allem dann, wenn die erste Charge vergriffen ist. Denn die zweite soll erst Ende Januar folgen.
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Quelle: Thermal Grizzly (Blog, Produktseite)

Nur die Wireview- und Ampinel Hersteller werden es hassen. Pech.
Sowohl die DC-DC-Wandler als auch die Stromversorgungsschienen der GPU und der Speicherbausteine arbeiten in der Regel mit Zwischenstufen von wenigen Volt, meist deutlich unter 2 Volt. Für den Betrieb mit 48 Volt müsste jeden Eingangsspannungspfad ein deutlich komplexerer Abwärtsschaltregler vorgeschaltet werden, der den Eingang effizient auf die nötigen 12, 5 und 3,3 Volt herunterregelt. Solche Wandler existieren zwar, sind aber aufwändiger in der Umsetzung, oft teurer und vor allem auch thermisch anspruchsvoller, da sie bei hohen Strömen und Lastwechseln ebenfalls mit Verlusten kämpfen. Gleichzeitig müssten diese Komponenten auf jedem einzelnen Grafikkarten-PCB integriert werden und verdrängten dort wertvollen Platz, der heute bereits knapp bemessen ist, insbesondere bei Mehrphasenlösungen für die GPU-Versorgung.
Kleinere Fehler wie beschädigte Leitungen, mangelhafte Isolation oder Kontaktprobleme führen bei 48 Volt wesentlich schneller zu Funkenbildung oder erhöhter Brandgefahr, zumal die Ströme in einem Hochleistungssystem weiterhin beträchtlich bleiben. Der typische Nutzer-PC ist für den sicheren Umgang mit 12 Volt gebaut, und jeder Umstieg auf höhere Spannungen würde eine vollständige Neuzertifizierung vieler Komponenten erforderlich machen.
Die "nicht mehr als 20 V ohne Ausbildung" habe ich jedenfalls dumpf aus dem südostasiatischen Raum in Erinnerung, kann mich aber leider nicht an Details erinnern. Für Deutschland hättest du Recht, dass PCs als geschlossenes System gelten und 48 V deswegen problemlos möglich wären. Aber ein neuer Computer-Standard passt idealerweise zur Rechtslage von 194 weiteren Staaten.
Ich würde es lieber sehen, wenn mal wieder mehr Wert auf Effizienz der GPUs gelegt werden würde. Bei 300 Watt sollte man einen Cut machen. Meine gute alte RTX 6000 Ada schnappt sich in der Workstation max. 300 Watt und ist kaum langsamer als eine 4090. Sweet Spot FTW