Spielen unter Linux: Open-Source-Treiber für Vulkan auf Geforce macht Fortschritte
Der Open-Source-Vulkan-Grafiktreiber Colabora NVK wird endlich in den freien Grafikstack Mesa 3D aufgenommen und soll damit den Rückstand zu den Grafiktreibern für Linux von AMD und Intel allmählich reduzieren können. Alle drei Hersteller haben mittlerweile erkannt, dass Linux zukünftig ein Wörtchen mitreden möchte, wenn es um Gaming-PCs geht.
Der britische Open-Source-Entwickler Collabora mit Sitz in Cambridge hat jetzt ganz offiziell bekannt gegeben, dass sein noch vergleichsweise junger Grafiktreiber für die Beschleunigung der quelloffenen Vulkan-API auf Geforce-Grafikkarten von Nvidia in den freien Grafikstack Mesa 3D aufgenommen wird. Bereits mit dem spätestens nächsten Monat erwarteten Release von Mesa 23.3 soll der Vulkan-Treiber "experimentell" implementiert und besser nutzbar gemacht werden.
Collabora NVK als neue Referenz für Geforce unter Linux
Das global operierende privatwirtschaftliche Unternehmen Collabora, welches sich ursprünglich auf Instant-Messaging-, VoIP- und Videokonferenztechnologie fokussiert hatte und mittlerweile Open-Source-Projekte wie den Betriebssystemkernel Linux, das quelloffene Multimedia-Framework GStreamer sowie das Display-Server-Protokoll Wayland und die freie Office-Programmsammlung LibreOffice unterstützt, wird Geforce-Grafikkarten zukünftig mit einem Treiber für Vulkan beschleunigen.
Nvidia ist kein Freund von Open-Source-Treibern
Da sich Nvidias Bemühungen in Sachen Open Source stark in Grenzen halten und es dem freiem Grafiktreiber Nouveau unbestritten an Features mangelt, möchte Collabora hier ansetzen und die neue Referenz für Geforce unter Linux anbieten.
Collabora NVK - Vulkan-Grafiktreiber für Mesa 3D (ab v23.3):
- Die quelloffenen Nouveau-Treiber waren vor einem Jahrzehnt zwar auf dem neuesten Stand der Technik, sind in den letzten Jahren aber stark ins Hintertreffen geraten.
- Dem aktuellen Nouveau-Treiber mangelt es an neuer Hardware-Unterstützung und Funktionen, zumindest im Vergleich zu den offenen Treibern von AMD und Intel.
- Jason Ekstrand von Collabora sowie Karol Herbst und Dave Airlie von Red Hat haben den neuen Vulkan-Grafiktreiber für Nvidia-Hardware fast von Grund auf neu geschrieben.
Collabora NVK zielt darauf ab, der neue Standard für Nvidia-Grafikkarten unter Linux zu werden und soll dies als fester Bestandteil des Mesa-Grafikstacks ab der Version 23.3 unter Beweis stellen.
Die unglückliche Realität ist, dass die ursprünglichen Nouveau-Treiber zwar von einigen wirklich erstaunlichen Ingenieuren geschrieben wurden und vor einem Jahrzehnt auf dem neuesten Stand der Technik waren, aber in den letzten Jahren ins Hintertreffen geraten sind.
Jason Ekstand, Collabora
Hierzu soll die Erfahrung von Collabora aus mehr als sieben Jahren Entwicklung in den neuen Vulkan-Grafiktreiber für Mesa einfließen, was zu einem fortlaufend aktuellem Grafiktreiber für GeForce-Grafikkarten unter Linux führen soll.
Eines der Ziele von NVK ist es, dass es der neue Referenz-Vulkan-Treiber innerhalb von Mesa wird. Zu diesem Zweck bauen wir NVK mit all der Erfahrung auf, die wir in den letzten 7,5 Jahren für Vulkan-Treiber entwickelt haben, und versuchen, die Code-Basis sauber und dementsprechend gut organisiert zu halten.
Jason Ekstand, Collabora
Aktuell wird bereits Support für Nvidia Turing, Ampere und Ada Lovelace geboten, Kepler, Maxwell und Pascal befinden sich ebenfalls schon in Vorbereitung.
Vulkan-Grafiktreiber ausprobieren
Anwender, die den neuen Grafiktreiber bereits jetzt ausprobieren wollen und über eine Grafikkarte auf Basis von Turing, Ampere oder Ada Lovelace verfügen, können sich den neuesten Grafiktreiber selbst aus dem Zweig "nvk/main" über das Projekt "nouveau/mesa" kompilieren. Vorausgesetzt wird Linux 6.6 oder höher.
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Quelle: Collabora via GamingOnLinux

mesa24.1.0.rc1-1 kernel 6.7.12-amd64
Artikel:
Alle drei Hersteller haben mittlerweile erkannt, dass Linux zukünftig ein Wörtchen mitreden möchte, wenn es um Gaming-PCs geht.
die ganze IT-Welt dreht sich um Linux und Unix. Nur auf dem PC-Desktop und Laptops hält sich Windows noch ganz oben.
Server, Super-Computer, IXP's, Modems, Router, Switches ... meist Linux oder Spezial-Unixe.
Das OS der Playstation basiert auf FreeBSD.
Apples MacOS ist ein FreeBSD-Abklatsch.
Android hat einen Linux Kernel (quasi ein speziell gebasteltes Linux OS).
Moderne Media-Centers oder TV's haben ein Linux oder Unix-System unter der Haube.
Toaster, Kühlschränke, Staubsaug- und Rasenmährobotter, IoT, Drohnen, Dein Auto, etc.
Windows ist wirklich das Nieschenprodukt.
Endlich haben die Hersteller erkannt, dass nun auch bei Gaming-PC's Bewegung reinkommt.
Mesa als offener Grafik-Treiber ist aber nicht nur in gaming-PC's wichtig.
Kürzlich habt ihr ja schon Meldungen rausgehauen, daß Linux mittlerweile gemäß Web-Analsyse auf geschätzte um 3% kommt, bei Steam sich auf um 2% hochschraubt und MacOS überholt - und das bezieht sich auf die Desktop-Nutzung oder noch viel spezieller auf Gaming-Nutzung reduziert auf den Steam-Client.
Der Trend im Desktop ist eindeutig steigend und nimmt scheinbar an Fahrt auf.
Zusammen mit solch Meldungen wie dem China Linux Kylin (Chinese: 麒麟; pinyin: Qílín) glaube ich, dass da noch viel mehr Bewegung reinkommen könnte.
Das kann manchmal ganz schnell gehen - gerade in der IT.
Von daher begrüße ich es ungemein, das PCGH sich endlich auch mehr um Linux kümmert.
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