GTC 2010: Abenteuer Auto - Wenn Roboter richtig Gas geben
Zum Abschluss der GTC 2010 gab es Preise - und einen unterhaltsamen Vortrag eines weiteren deutschen Forschers, des Stanford-Professors und Google-Street-View-Miterfinders Dr. Sebastian Thrun, der mit einem Auto ohne Fahrer ein Wüstenwettrennen gewann.
Nach einer knappen Woche ging am Donnerstag die GPU Technology Conference zu Ende. Rund 2.200 Teilnehmer, etwa 50 Prozent mehr als im letzten Jahr, waren ins kalifornische San Jose gezogen, um sich über Möglichkeiten und Begrenzungen des GPU-Einsatzes in Forschung und Technik zu informieren. Darunter auch 60 Start-Up-Firmen, die um einen von fünf Preisen im Wettbewerb "One To Watch" gekämpft hatten. Die Sieger wurden zu Beginn der Abschlussveranstaltung von Jeff Herbst, VP Business Development bei Nvidia, gekürt. Darunter auch ein deutsches Unternehmen: die Empulse GmbH aus Köln, deren GPU-gestützte Datenbanktechnik Milliarden von Datenbankeinträgen in Sekundenbruchteilen durchsucht. Die weiteren Gewinner: Scalalabe Display (für Software zu Steuerung mehrerer hochauflösender Beamer), Scaleform (für ein 3D-Bedieninterface für Mobilgeräte auf Tegra-Basis), Universal Robotics (für selbstlernende Roboter, die Schachteln in nahezu endloser Vielfalt von Größe und Form handhaben) und VisiSonics (für Software, die Klangquellen präzise in einer 3D-Umgebung identifizieren).
Quelle: PC Games Hardware
GTC 2010: Abenteuer Auto - Wenn Roboter richtig Gas geben (35)
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GTC 2010: Abenteuer Auto - Wenn Roboter richtig Gas geben (36)
Deutsch ging es weiter mit Dr. Sebastian Thrun, Professor für Informatik und Elektrotechnik an der Universität von Standford und Leiter des dortigen KI-Labors. Nebenbei arbeitet Thrun noch für Google und ist einer der Mit-Erfinder des derzeit eher umstrittenen Street-View-Dienstes. Er eröffnete seinen Vortrag mit ein paar Fakten zum Automobil, das in den USA für ein Drittel der verbrauchten Energie und über die Hälfte der Todesfälle von 15-24jährigen Amerikanern verantwortlich ist. Außerdem stehen Autos 97 Prozent ihrer Lebenszeit nur untätig geparkt herum. Und: "Nur acht Prozent aller Autobahnen sind wirklich mit Autos gefüllt, der Rest ist Leerraum für eher unfähige Fahrer - hier ist die Technik gefordert, die Anzahl von Autos auf den Straßen zu verdoppeln oder zu verdreifachen", moniert Dr. Thrun. "Doch gibt es seit den 50er Jahren nennenswerte Innovationen? Fehlanzeige."
Immerhin forschte die US-Armee an Autos, die sich ohne menschliches Zutun auf den Straßen bewegen können - und entschloss sich nach 100 Millionen verpulverten Dollar, dass sie sich nun an private Forscher wenden würde, weil die eigenen Forschungen keine Ergebnisse geliefert hatten. So kam es 2004 zum "Grand Challenge", bei dem autonome Vehikel 150 Meilen ohne menschliche Mithilfe von Los Angeles nach Las Vegas zurück legen sollten. "Oder wenigstens von Barstow nach Pahrump, weil den Leuten in Los Angeles und Las Vegas die Nummer nicht ganz geheuer war", erzählte Dr. Sebastian Thrun. Doch die US-Regierung blieb auf dem Preisgeld von einer Million Dollar sitzen, weil keines der Fahrzeuge weiter als fünf Prozent der Strecke zurücklegen konnte.
Ein Jahr später lockte das doppelte Preisgeld und diesmal nahm neben 194 weiteren Bewerbern auch Dr. Sebastian Thrun am Rennen teil - mit einem umgebauten VW und zahlreichen Sponsoren wie Red Bull. Dennoch waren die Forschungsgelder knapp, und so erfand Thrun kurzerhand eine eigene Klasse für den Bau des VW-Roboters Stanley. Die ersten Tests unternahmen Thrun und sein Team von Studenten auf der obersten Etage eines Parkhauses: "Nach einer Woche parkte keiner mehr auf dieser Ebene", lacht Thrun. Mit Hilfe von GPS und Laserkameras, die anhand von Reflektionen eines ausgesandten Laserstrahls Hindernisse mit einem Inch (etwa 2,5 Zentimeter) Genauigkeit ausmachen können, schien das Auto auf dem richtigen Weg. Nach einer Weile wusste das Auto auch den Himmel von einer einfarbigen Fahrbahn zu unterscheiden und lernte sogar dazu, was in den kommenden 200 Metern alles an Hindernissen zu sehen war.
Schließlich kam die Stunde der Wahrheit: Dr. Thrun und sein Team schickten den VW-Roboter auf die Reise in die Wüste. "Das fühlte sich an, als würde man sein Kind zur einer weit entfernten Uni verabschiden", frotzelt Thrun. "Es weiß alles, was es über die Welt wissen muss, dennoch hofft man, dass es ohne Kratzer wieder nach Hause kommt - oder ohne schwanger geworden zu sein." Sieben Stunden und 131 Meilen später hatte Stanley das Rennen gewonnen und die Uni um zwei Millionen Dollar reicher gemacht. Doch damit ist die immerhin schon fünf Jahre alte Geschichte nicht zu Ende, denn Thrun forscht heute weiter an computergestützten Automobilen - und setzt dazu auch GPUs ein. "Die beschleunigen die Berechnungen um den Faktor acht bis 40", so Thrun - solche Sprüche haben wir in den letzten Tagen schon öfters gehört. Aber was bedeutet das konkret für zukünftige Autofahrer? Computergesteuerte Autos fahren ohne menschliches Zutun auf Autobahnen und in der Stadt umher, erkennen Passanten und andere Fahrzeuge sowie parken sogar automatisch in engen Lücken ein.
Während Stanley heute im National Science Museum der USA steht und vom High-Tech-Magazin WIRED zum besten Roboter aller Zeiten gekürt wurde, arbeitet Dr. Sebastian Thrun weiter daran, das Autofahren sicherer und effizienter zu machen. In seinem "2x Challenge" fragt er: "Können wir Autos doppelt so sicher machen? 98 Prozent aller Unfälle ereignen sich nun mal aufgrund von menschlichen Fehlern - und diese Zahl wird mit dem Schreiben von Textnachrichten während des Fahrens nicht besser." Thrun frag weiter: "Können wir Autobahnen doppelt so effizient wie heute gestalten? Können wir mit nur halb so vielen Autos wie heute leben? Schließlich stellen Benzin- und Fahrzeugkosten die zweitgrößte Ausgabe normaler US-Haushalte dar. Wie wäre es, wenn Leihwagen nach dem Aussenden einer Textnachricht automatisch zu uns kommen würden? Und können wir den Energieverbrauch halbieren? Wenn Autos sehr dicht hintereinander fahren, können sie mit Windschatteneffekten 20 Prozent Sprit sparen; wenn es weniger Unfälle gäbe, könnte man das Gewicht um 20 Prozent und damit den Benzinverbrauch um weitere 30 Prozent senken. Können wir doppelt so viele SMS tippen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Und können wir die dafür nötige Bildverarbeitung mit Nvidia-GPUs um den Faktor 2000 beschleunigen?" Dr. Thrun beantwortete die Fragen selbst - mit dem Wahlkampfslogan des derzeitigen US-Präsidenten Barack Obama: "Yes, we can!" Ob Autofahrer trotz aller Vorteile, die ein automatisiertes Fahrvergnügen bieten würde, auf ein Stück Freiheit verzichten werden, steht auf einem anderen Papier.


--> FAIL
Ich hoffe doch, dass das "homicide" heissen sollte...
Mein Leben vertraue ich keinem Autopiloten im Strassenverkehr an!
lol
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Ich hoffe doch, dass das "homicide" heissen sollte...