Asus ROG Equalizer im Test: Der8auer sieht fragwürdiges 12V-2x6-Balancing
Der8auer hat Asus' ROG-Equalizer-Kabel für 12V-2x6-Anschlüsse getestet. Die Messungen zeigen: Die Lastverteilung fällt nicht durchgehend gleichmäßiger aus.
Mit dem ROG Equalizer bewirbt Asus ein 12V-2×6-PCIe-Stromkabel, das die Stromverteilung verbessern und die Belastung einzelner Kontakte reduzieren soll. Auf der offiziellen Produktseite spricht Asus von "Balanced Power Delivery", einer höheren Stromtragfähigkeit von 17 Ampere pro Leitung statt 9,2 Ampere bei Standardkabeln sowie einer Eignung für 600-Watt-Szenarien. Außerdem nennt Asus Kompatibilität zu ATX 3.1 und PCIe 5.1 sowie eine Bündelung mit ROG-Thor-3- und ROG-Strix-Platinum-Netzteilen.
Der bekannte Overclocker Roman "der8auer" Hartung hat das Kabel nun in einem Video untersucht. Laut der Auswertung, wurden drei Equalizer-Kabel mit einem Thermal-Grizzly-Wireview getestet. Verglichen wurden die Ergebnisse unter anderem mit einem Deleycon-Kabel, einem Asus-Thor-12VHPWR-Kabel und einem auffälligen Seasonic-PX-2200-Kabel. Das Ergebnis fällt nicht so eindeutig aus, wie es die Produktbezeichnung "Equalizer" nahelegen könnte: Die Differenz zwischen den gemessenen Strömen pro 12-Volt-Pin lag beim Deleycon-Kabel bei 0,7 Ampere, beim Asus-Thor-Kabel bei 0,6 Ampere, beim fehlerhaften Seasonic-Kabel bei 5,6 Ampere und beim ROG Equalizer je nach Exemplar zwischen 2 und 3,6 Ampere.
Brücke im Stecker verändert die Stromverteilung
Auffällig ist laut der Messung, dass der ROG Equalizer nicht automatisch für eine gleichmäßigere Verteilung über alle Pins sorgt. Die Metallbrücke nahe des GPU-seitigen Steckers bringt nicht zwingend den erwarteten Balancing-Effekt. In einem Fall erreichte Pin 1 eines getesteten Kabels 9,8 Ampere und löste damit eine Warnung am Wireview aus. Der Wert liegt über dem Vergleichswert von 9,2 Ampere, den Asus selbst für Standard-12V-2×6-Kabel nennt.
Der8auer beschreibt die Konstruktion nicht als grundsätzlich schlechter, sondern als anderes Szenario. Die Brücke soll im Fehlerfall verhindern, dass Schäden sowohl auf GPU- als auch auf Netzteilseite auftreten. Gleichzeitig bedeutet das laut Test nicht, dass die Ströme an den sechs 12-Volt-Pins zwangsläufig gleichmäßiger verteilt werden. Eine aktive Regelung wie bei separaten Überwachungslösungen ist im Kabel nicht vorhanden und kann das passive Kabel auch nicht ersetzen.
Auch Igor's Lab hatte die öffentlich verfügbaren Asus-Angaben zuvor technisch eingeordnet und darauf hingewiesen, dass das ROG-Equalizer-Kabel nach bisherigem Stand nicht als aktive Stromregelung zu verstehen sei. Plausibel seien vielmehr passive Maßnahmen wie robustere Kontakte, höhere Reserven, definierte Strompfade und zusätzliche Sense- beziehungsweise Telemetrie-Funktionen im Asus-Ökosystem.
Asus gibt auf der Produktseite eigene Extremtests an. Dabei wurden laut Hersteller die vier mittleren 12-Volt-Leitungen entfernt, um eine starke Ungleichverteilung zu simulieren. Unter diesen Bedingungen nennt Asus rund 73,4 Grad Celsius für den ROG Equalizer und rund 146 Grad Celsius für ein Standardkabel. Asus weist zugleich darauf hin, dass die Nutzung unter einem Gesamt-Power-Limit von 600 Watt empfohlen wird.
Solche Tests dienen logischerweise Marketingzwecken und sind zwar nicht zwingend falsch, sollen aber prinzipbedingt die Vorteile des Produktes maximal unterstreichen. Wer nicht komplett unbedarft ist, wird aber wissen, dass ein aktives "Load Balancing" nicht durch ein passives Kabel ersetzt werden kann.
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Was ist mit dem 8auer eigentlich los?
Kann man seine Tests überhaupt noch ernst nehmen oder lässt er die Konkurrenz bewusst schlecht aussehen ...
Sollte sich am Ende nach den Tests anderer zeigen das es was bringt würde ich es für mein ROG Thor und meiner 5090 zur Liebe zusätzlich kaufen.
Ich finde es gut das Asus am Problem arbeitet, auch wenn dies eigentlich nur die Aufgabe von NVIDIA sein sollte. Es ist traurig das es einen komplett neuen Markt für Produkte gibt die den Fehler ausbügeln, als ob die Karten nicht schon lächerlich teuer wären.