3dfx Glide: Alte Voodoo-API kommt für neue GPUs unter Linux
Die Mitte der 90er-Jahre von Grafikkartenurgestein 3dfx entwickelte Glide-Grafikschnittstelle wird von einem Hobby-Entwickler unter Linux für alte Spiele wieder flott gemacht.
Die zunächst für Voodoo-Grafikkarten proprietäre und später frei verwendbare Grafikschnittstelle Glide von 3dfx verlor durch das Aufkommen von OpenGL und Direct3D/DirectX um die Jahrtausendwende schnell an Bedeutung, doch für Retro-Gaming auf moderner Hardware hat der unabhängige Entwickler Link Mauve mit dem quelloffenen Frontend "Grover" nun eine auf der Programmiersprache Rust basierende Glide-Implementierung für den Gallium3D-Treiberstack der freien Grafikbibliothek Mesa 3D geschaffen.
Damit wird die alte API auf Basis verfügbarer Open-Source-Treiber für aktuelle Grafikprozessoren von AMD, Intel und Nvidia fit für das Spielen Glide-basierter Games auf moderner Hardware unter Linux. Dabei gab es allerdings Schwierigkeiten, denn da Glide im Allgemeinen für Windows-Spiele verwendet wurde und der Entwickler keinen Zugang zu einem Glide-basierten Spiel für Linux hatte, verwendete er Codebeispiele und das Spiel Pandemonium von 1997, um seine Implementierung zu testen. Das Spielen unter Linux erfordert daher auch die Verwendung von "Grover" innerhalb der Wine/Proton-Kompatibilitätsschicht.
Darüber hinaus konnte auch das Fenstersystem nicht implementiert werden, was dahingehend eine wichtige Funktion ist, da das Ausführen eines Spiels aus den späten 1990er-Jahren auf einem großen modernen Bildschirm im Vollbildmodus eher suboptimal daherkommt. Angesichts der begrenzten Tests betrachtet Mauve seine Entwicklung auch noch als unfertiges Produkt, das aber als Hobby dennoch gepflegt werden soll und daher auch einen entsprechenden Antrag (Merge Request) für die Aufnahme in Mesa 3D gestellt.
"Alles in allem erwarte ich nicht, dass dieser Treiber viel benutzt wird, ich habe ihn hauptsächlich zum Spaß und zum Experimentieren mit Rust innerhalb von Mesa geschrieben, aber ich habe vor, ihn zu pflegen und ihn schließlich für alle APIs, die von allen darauf ausgerichteten Spielen aus der Ära 1996 bis 2000 verwendet wurden, zu unterstützen."
Quelle: phoronix.com via Tomshardware.de & Computerbase.de

Hat aber niemand.
Und da die Schnittstelle immer nur eine abgespeckte Version von OpenGL war, um die Chips zu vereinfachen, gibt es auch keinen Grund, heute noch ein GLide-Spiel zu entwickeln.
MfG
Raff