Gothic 2, Aquanox und Industrie Gigant: Erinnern Sie sich an Jowood? [Update]
Der österreichische Publisher und Entwickler Jowood brachte zwischen 1995 und 2011 viele bekannte Spiele auf den Markt, darunter Gothic 2 und 3. Wir erinnern uns heute an den bekannten und umstrittenen Publisher.
In diesem Artikel
Aktualisierung vom 21.12.2023: Auch wenn durch die überraschende Ankündigung von Industrie Gigant "4.0" Jowood nicht wiederbelebt wird, so kommen doch recht schnell Erinnerungen an die gute, alte Zeit des österreichischen Entwicklers. Immerhin war Industrie Gigant der erste große Erfolg, und das vor 26 (!) Jahren. Wenn die Reise für die WiSim-Serie nach so langer Zeit weitergeht, ist das schon eine Erwähnung wert - finden wir.
Jowood wird 1995 als Entwicklungsstudio für Computerspiele gegründet. Der erste große Erfolg ist die WiSim "Der Industrie Gigant", die 1997 erscheint und von den Unternehmensgründern selbst entwickelt wird. 1999 wird "Die Völker" von Entwickler Neo Software veröffentlicht, Jowood fungiert hier als Publisher. Um das weitere Wachstum voranzutreiben, geht Jowood im Juni 2000 an die Börse und erwirbt viele Studios, darunter im Mai 2000 Wings Simulations, im September 2000 Neon Studios und im Dezember 2000 Massive Development (Aquanox). Weitere Übernahmen und die Eröffnung neuer Büros folgen.
Jowood: Aquanox, Gothic 2 und Spellforce
In dieser Zeit erscheint Aquanox 1 (2001), damals noch unter dem Publisher Fishtank Interactive, und im November 2002 Aquanox 2: Revelation, das wie sein Vorgänger hohe Wertungen erhält. Erste finanzielle Probleme hat Jowood 2002, als man durch Entlassungen gerade noch eine Insolvenz abwenden kann. Durch Kapitalerhöhungen, weitere Übernahmen (Ravensburger Interactive Media) und den Erfolg von Gothic 2(November 2002), trotz vieler Bugs, fällt die Sanierung vorübergehend positiv aus. 2003 liefert Jowood mit Phenomics Spellforce: The Order of Dawn ebenfalls einen sehr guten Titel ab, es folgen zwei Add-ons. Im Herbst 2003 erhält Gothic 2 mit "Die Nacht des Raben" eine sehr schwere Erweiterung, die wieder viele Bugs aufweist und letztendlich sogar die Hilfe der Community benötigt.
Jowood: Secret Wars und Studioschließungen
2004 gibt es eine erneute Krise, als "Söldner - Secret Wars" von Wings Simulations viel zu früh im Mai 2004 erscheint und nahezu unspielbar ist. Die Firma Jowood gerät weiter in Probleme, als die Internationalisierung nicht wie gewünscht vorankommt und der Aufsichtsrat im Dezember 2004 zurücktritt. Ein Rechtsstreit bringt Jowood erneut in die Nähe der Insolvenz, sodass Ende 2005 Koch Media (jetzt Plaion) als Investor einsteigt. Bis 2006 krempelt man dann die ganze Firma um und versucht eine Neuausrichtung als reiner Publisher. In der Folge werden die fünf internen Studios Jowood Vienna, Studio Ebensee, Wings Simulations, Massive Development und Neon Studios geschlossen. Alle laufenden Spieleprojekte und auch die eigene Technologie-Basis KRASS-Engine werden eingestellt.
Nicht ohne Erwähnung bleiben sollen die beiden Teile von Die Gilde, die 2002 und 2006 vom Entwickler 4Head Studios veröffentlicht werden. Die vielen Bugs wie Abstürze oder kaputte Spielstände erinnern an die Gilde 3. 2003 und 2006 gehen dann die ersten beiden Titel der Spellforce-Serie von Entwickler Phenomic an den Start.
Jowood: Wendepunkt mit Gothic 3
2006 kommt es zum Wendepunkt für Jowood. Der Zustand von Gothic 3 zum Release sorgt für massiven Ärger, unter anderem mit Spiele-Journalisten, die dem Rollenspiel von Piranha Bytes aufgrund der Fehler gute Wertungen versagen und dafür anwaltlich bedroht werden. Doch auch mit dem Entwickler kommt es zum Zerwürfnis: Piranha Bytes beschuldigt Jowood später, zu einer verfrühten Veröffentlichung gezwungen worden zu sein. Das Ende der Zusammenarbeit ist ein schwerer Schlag für den Publisher.
In der Galerie: Bekannte Spiele von Jowood als Entwickler und Publisher
Bildergalerie
2007 übernimmt man den Publisher Dreamcatcher (Painkiller), Koch Media steigt 2008 wieder aus, 2009 ist das letzte Jahr mit guten Umsätzen. 2010 bricht der Umsatz auf ein Zehntel ein, das Führungspersonal verlässt das sinkende Schiff und die Verluste sind letztendlich existenzbedrohend. Alle Hoffnungen ruhen auf Arcania - Gothic 4, allerdings sind die Wertungen nur mäßig und die Verkaufszahlen liegen weit hinter Gothic 3 zurück. Alle Sanierungsmaßnahmen scheitern, am 22.4.2011 ist offiziell Schluss und am 21.8.2011 übernimmt Nordic Games das Ruder über die Marken.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass unter Jowood zwar viele gute Spiele erschienen sind, der Publisher aber durch zu frühe Veröffentlichungen diverse Entwicklerfirmen und auch Spieleserien letztendlich auf dem Gewissen hat. Das Erbe vieler Spiele wie Die Gilde, Spellforce oder Gothic wird heute bei THQ Nordic weitergeführt, das zur Embracer Group gehört.

Aquanox1+2 kostet bei GOG auch nicht die Welt
(Schleichfahrt gibts auch, ... und zwar ein anderer Dev aber auch spielenswert ist WIC)
Da kann man mit nem Toaster noch mal schön Retro spielen.
btw.
Aquanox war zwar etwas komisch/kiddiemäßig im Gameplay aber dafür schön bunt(x)
hatte damals ne groooße Röhre zum Gucken
(x) also "bunt" wurde schon viel früher in Games genutzt und nicht erst 2077
Die Serie zocke ich heute noch über Steam. Die CD Boxes bleiben unberührt.
Es gibt mAn nichts vergleichbares. Das Setting, die klare Sprache, die Musik, die Rätsel zB der Uhrwerkhallen, Schlachten, RPG usw usf. Für mich unerreicht. Ein echtes Juwel !
Der Sturmangriff durch die Schlucht gegen die Untoten, welche permanent flankieren wollen. Man muss Einheiten an mehreren Punkten als Sicherung zurücklassen. Wieviele? Zuwenig! Sie brechen von hinten wieder durch.....
Die Quest vom Spinnenmann.......😢
Boah , muss gleich wieder ne Kampagne anfangen 😍🙌
Theoretisch galt das auch für G1, nur das man dort ca. 95% der Boni eh erst kurz vor dem Endgegner erhalten hat.
Klar konntest du so dann deine Attribute über den Softcap von 200 Punkten steigern, aber was du da dann mit 250 in Stärke leicht umgehauen hast, hast du auch schon zuvor mit 200 Stärke leicht umgehauen.
Ohne die "Die Nacht des Raben" Erweiterung war das halt ehr so eine "wie hole ich noch das letzte bisschen raus" Geschichte, die das Spiel aber nicht mehr signifikant leichter gemacht hat, als wenn man es halt nicht gemacht hat.
Damals hatte ich es, in einem zweiten Durchgang, dann mit einer Mod gespielt die das Lernpunktesystem des Hauptspiels wiederhergestellt hatte, also das die Lernpunktekosten nicht mitsteigen und damit war das Spiel nicht mehr soviel schwerer, als zuvor und das obwohl sie ja auch schon Vanilla, bei "Die Nacht des Raben", die Gegner etwas stärker gemacht hatten und einige Waffen und Rüstungen geringfügig generft.
Die Hauptschwierigkeit resultierte also mit der Erweiterung wirklich hauptsächlich daher das die Attribute nicht mehr so schnell, so stark, gesteigert werden konnten.
Aber wenn man es dann wusste, ja, war es schnell sehr einfach und gab es ab spätestens Akt 2 eigentlich keine wirklich gefährlichen Gegner mehr.
Aber ich kann ja aus eigener Erfahrung sagen, das es einem erst mal sehr schwer vorkommen konnte.
Dadurch wurde der Progress der Charakterentwicklung die ersten 2/3 des Spiels zwar spürbar verzögert und die Gegner waren etwas länger härter, aber eben auch nur um dann in Kapitel 4 auf einen Schlag wieder so stark zu werden, das es wieder keine wirklichen Gegner mehr gegeben hat...
Theoretisch galt das auch für G1, nur das man dort ca. 95% der Boni eh erst kurz vor dem Endgegner erhalten hat.
Inzwischen gibts jedoch auch Mods, welche es erlauben die Boni sofort zu nehmen, ohne das man dadurch benachteiligt wäre. Dennoch wird es dadurch nicht wesentlich leichter - der Eindruck könnte aber auch daran liegen, das die selben Mods den allgemeinen SG meist nochmal etwas bis deutlich - manchmal wahlweise - anheben.
Am schwierigsten bleiben so oder so die ersten beiden Kapitel, auch wenn man die Bonis sofort nimmt, denn in diesen findet man kaum Boni. Außerdem gibts noch viele Gegner für die man noch nicht gerüstet ist - wenn man nicht genau weiß, wo man die nötigen Spruchrollen findet, und weiß das man die nicht besser für ein späteren Gegner dringender braucht.
Aber wenn man es dann wusste, ja, war es schnell sehr einfach und gab es ab spätestens Akt 2 eigentlich keine wirklich gefährlichen Gegner mehr.
Dadurch wurde der Progress der Charakterentwicklung die ersten 2/3 des Spiels zwar spürbar verzögert und die Gegner waren etwas länger härter, aber eben auch nur um dann in Kapitel 4 auf einen Schlag wieder so stark zu werden, das es wieder keine wirklichen Gegner mehr gegeben hat...
Es hat dich nur halt am Anfang nicht so stark bei der Hand genommen und wenn du nicht vorsichtig genug warst ins offene Messer laufen lassen. Grundsätzlich aber ist der Schwierigkeitsgrad immer schnell abgeflacht (Gothic 2 Erweiterung mal abgesehen) und war es eigentlich auch so gestaltet das man selbst augenscheinlich schwere Gegner eigentlich immer schon in Kapitel 1, also sehr früh im Spiel, töten konnte, wenn man wusste wo man für gewissen Loot, wie z.B. eine Feuersturm Schriftrolle, hinmusste.