GDC 2019: Hands-on mit Googles Streaming-Plattform Stadia
Spiele-Streaming ist das heiße Thema der Branche. Nvdia, Sony und Microsoft arbeiten seit Jahren an eigenen Lösungen. Auf der Game Developers Conference 2019 stellte nun auch Google eine eigene Streaming-Plattform namens Stadia vor. Unser US-Korrespondent Roland Austinat hat sie in San Francisco ausprobiert.
Der neue heilige Gral der Spieleindustrie heißt mitnichten immer realistischere 3D-Grafik oder Raytracing, sondern Spiele-Streaming. Beflügelt von dem Gedanken, ein "Netflix für Spiele" zu entwickeln und groß abzukassieren, drängen immer mehr Firmen in die Arena. Im Rahmen der Game Developers Conference 2019 in San Francisco präsentierte Google seine Streaming-Plattform Stadia, die insbesondere mit geringen Latenzen und einem großen Serverpark punkten will. Wir haben das bislang einzige Spiel, das Google zu diesem Zweck vor den Karren spannte, etwa eine halbe Stunde gespielt: Assassin's Creed Odyssey.
Assassin's Creed auf dem Pixelbook
Auf den ersten Blick scheint es, als stünde nicht ein rund 800 US-Dollar teures Pixelbook vor uns, sondern eine waschechte PlayStation 4 beziehungsweise eine Xbox One. Wir reiten, klettern, kraxeln über die griechische Insel Mykonos, dass es eine Freude ist. Selbst bei raschen Kameraschwenks ruckt nichts, das Bild zieht augenblicklich mit. "Wir nutzen nur die ganz normale Internetanbindung des Messezentrums", erklärt uns ein Google-Mitarbeiter, der die Demo betreut. Und das Messezentrum hat mit knapp 30.000 Besuchern kräftig zu tun.
Natürlich soll Google Stadia nicht nur auf einem Pixelbook funktionieren - für den Preis könnten wir uns gleich sowohl PlayStation 4 als auch Xbox One kaufen. Google will neben eigener Hardware wie Chromebooks, Tablets und Smartphones alle Systeme unterstützen, auf denen der Chrome-Browser läuft. Das kennen wir vom inzwischen dichtgemachten Streaming-Pionier OnLive - auch da liefen die neuesten Konsolenkracher etwa auf einem schwachbrüstigen MacBook Air. Den offiziellen WLAN-Stadia-Controller durften wir noch nicht in die Hand nehmen, sondern mussten uns mit einem Logitech-Gamepad mit eher dubiosen Trigger-Tasten begnügen.
Kein Lag, doch gelegentliche Unschärfen
Nennenswerte Grafikverschlechterungen konnten wir bei unserer Inselspritztour nicht sehen. Selbst, als mehrere Kämpfer gleichzeitig in einem feindlichen Lager die Klingen kreuzen, bleibt die Bildrate konstant. Allerdings wirkt die Vegetation von Mykonos beim freien Erkunden manchmal etwas verwaschen - insbesondere, wenn sich viele Grashalme sanft im Wind neigen. Bei den Missionsbeschreibungen links oben auf dem Bildschirm erkennen wir einen leichten Saum um die Buchstaben, der so definitiv nicht von den Entwicklern bei Ubisoft geplant war.
Denn die Pixelschar um die Schrift, die an ein uraltes TV-Geisterbild erinnern, verändert sich abhängig davon, was wir gerade unternehmen. Stehen wir in einer relativ übersichtlichen Szene mit wenig Details still, wirkt die Schrift schärfer, während mit mehr Action auch mehr Pixel um sie herumtanzen. Ganz klar, das sind Kompressionsartefakte, denn unkomprimiert kann heute noch kein Hersteller der Welt ein Spiel vom Server zum Kunden streamen. Auch wirkt die Grafik generell etwas flauer und farbärmer - das mag aber auch am Präsentationsort im hell beleuchteten Moscone Center liegen. Dialoge sind hingegen komplett frei von Artefakten, genau wie ein Blick aufs Meer von unserem Schiff.
Die Konkurrenz streamt mit
Google ist nicht der erste große Name im Streaming-Geschäft. Sonys Projekt PlayStation Now läuft bereits seit fünf Jahren und erlaubt es PlayStation-Besitzern, für rund 100 Euro im Jahr um die 600 Spiele aus diversen Konsolengenerationen zu streamen. Nvidia sammelt bereits seit drei Jahren Erfahrung mit dem hauseigenen Streaming-Dienst GeForce Now, für den sich 300.000 Tester angemeldet haben. Nach Firmenangaben wartet eine weitere Million Gamer auf einen Beta-Zugang. Auch Microsoft arbeitet auf Hochtouren am Xbox-Spielestreaming xCloud. Gerüchten zufolge werkeln auch Amazon und Apple an eigenen Lösungen.
Doch Google besitzt nicht nur weltweite Serverparks, sondern dank des Anzeigengeschäfts um die hauseigene Suchmaschine auch volle Geldspeicher, um Stadia längerfristig zu unterstützen. Und kommt mit cooler YouTube-Integration und dem Aufrufen von Cloud-Speicherständen, was wir allerdings noch nicht selbst ausprobieren konnten. Außerdem will Google eigene Spiele für Stadia entwickeln und lockte zu diesem Zweck große Namen wie Phil Harrison und Jade Raymond ins Silicon Valley.
Was kostet das Flatrate-Gaming?
Zum Geschäftsmodell hält sich Google jedoch noch äußerst bedeckt. Werden Spiele pro Titel abgerechnet? Gibt es eine Monatsgebühr? Für wie viele Spiele? Verschwinden Titel nach einer Weile aus der Server-Sammlung und werden gegen Neuerscheinungen ausgetauscht? Oder wird Google mit Anbietern wie Steam, GoG und Epic kooperieren, so dass wir auf unsere bereits vorhandenen Spielesammlungen zugreifen können und nur für den "Transport" bezahlen? Und wie sieht es mit Patches und Mods aus? Erst "in ein paar Monaten", so der Google-Mitarbeiter, will der Konzern verkünden, wie viel er für welche Leistungen haben möchte.
Auch Nvidia, die das technisch ähnlichste System anbieten wollen, sendet hier gemischte Signale. Zum Start von GeForce Now kostete der Dienst rund acht US-Dollar im Monat, doch seit Mai 2018 ist das Spiele-Streaming über das Nvidia Shield wieder kostenlos. Und Nvidia-Chef Jensen Huang sagte auf der parallel zur diesjährigen GDC stattfindenden GPU Technology Conference immerhin, dass seine Firma sich nicht zwischen Publisher und Spieler drängen will, sondern denen das Geschäftsmodell überlassen will.
Google Stadia: Eingebaute Erfolgsgarantie?
Bei allem Hype um Stadia sollten wir eins nicht vergessen: Auch, wenn Google dahintersteckt, ist das kein Garant für einen automatischen Erfolg. Mit Google+ wollte der Konzern Facebook Konkurrenz machen, doch im April dieses Jahres gehen dort die Lichter aus. Google Wave sollte das neue Online-Kollaborations-Tool schlechthin sein, Google Allo ein Messenger, der alle anderen Chat-Programme abhängen sollte - beide sind inzwischen Geschichte.
Sicher, mit Gaming lassen sich mehr Menschen ansprechen als mit noch einem Facebook-Klon, doch wie viele "klassische" PC- und Konsolenspieler werden ins Streaming-Lager wechseln? Und wie viele Gelegenheitsspieler sind bereit, noch eine weitere Monatsgebühr lockerzumachen? Langweilig wird es im Spiele-Business so schnell jedenfalls nicht. Fest steht, dass das Spiele-Streaming kommen wird. Fragt sich nur, wer am Ende der Sieger sein wird: der Anbieter? Der Spiele-Publisher? Die Spieler? Oder gar alle drei?[QUICKPOLL ID=3603]



Deutschland ist eben nun mal eine Breitband Wüste. Da gibt es leider nichts schön zu reden.
Oder nur weil Du solche Sprüche bringst können / wollen jetzt alle Umziehen in Gegenden wo es Schnelles Internet gibt ?
Schade das so Leute wie Du nicht im Letzten Kuhdorf wohnen noch nicht mals ein geregetes Mobilfunk Netz vorhanden ist.
Genau so wie andere Leute ihrer Arbeit hinterherziehen oder sich eine Gegend aussuchen die ihnen zusagt oder neben der Familie wohnen oder oder oder - jeder wie er mag.
Und wegen Breitbandwüste - so schlecht ist das nicht. Weißte was eine Breitbandwüste ist? Mongolei, einige Ecken in Sibirien, Dörfer in Tibet, so was. Hier ist kaum ein Ort vorhanden wo man kein Internet hat - nur an die 50+Mbit/s kommts nicht ran. Das ist aber Offtopic hier. Goggle juckt es keinen Millimeter wenn einige Kunden ihre Dienste technisch nicht nutzen können oder wollen - genau so wie sie es recht wenig juckt wenn Kunden die Produkte von Apple bevorzugen oder ein normales Navi statt Google Maps nutzen - daran lässt sich nun mal schlecht rütteln.
Das System ist nun mal so wie es ist, es hat Voraussetzungen - genau wie dein Kühlschrank eine Voraussetzung hat: Strom. Für Stadia ist es halt halbwegs vernünftiges Internet, das ist heutzutage weder was besonderes noch besonders teuer oder schwierig zu bekommen.
Wer das nicht nutzen will, kann es ignorieren. Hier geht es um Unterhaltungsindustrie. Wenn du nicht gerade als Influencer deine Kohle mit Content verdienst was auf Spielen basiert, kann dir das am Hintern vorbeigehen. Und wenn du das doch haben magst, holst du dir vernünftiges Internet, vor allem gibts das schon für 20€ im Monat - Peanuts also.
Und an alle die motzen wegen: Unsere Netze sind dafür nicht ausgelegt! - Google kümmert das nicht und das ist ein weiterer anspruchsvoller Fall wo man sich um eine ordentliche Leitung kümmern muss - selbst natürlich. Willste guten Ping und gute Qualität, hole dir was vernünftiges.
Wenn die ein ordentliches Spieleangebot bereitstellen und die Kosten nicht all zu bissig sind, wird das richtig oft benutzt. Google hat zwar schon einige Projekte versenkt, aber das sollte hier nicht passieren.
Deutschland ist eben nun mal eine Breitband Wüste. Da gibt es leider nichts schön zu reden.
Oder nur weil Du solche Sprüche bringst können / wollen jetzt alle Umziehen in Gegenden wo es Schnelles Internet gibt ?
Schade das so Leute wie Du nicht im Letzten Kuhdorf wohnen noch nicht mals ein geregetes Mobilfunk Netz vorhanden ist.