Fractal Pop 2 Air vs. Pop Air: Pop oder Flop? - Was Fractal am Gehäuse-Konzept verändert hat
Mit dem Pop 2 Air RGB streicht Fractal Design Funktionen, die den Vorgänger auszeichneten - und verbessert zugleich die Kühlleistung. Der Testvergleich zeigt, was sich geändert hat und wo das neue Modell besser abschneidet.
Inhaltsverzeichnis
Als Fractal Design die Pop-Reihe im Sommer 2022 eingeführt hat, stand weniger ein einzelnes Gehäuse als vielmehr Auswahl im Mittelpunkt. Unterschiedliche Größen von Mini bis XL, Air- und Silent-Ausführungen, Varianten mit oder ohne RGB sowie eine ungewöhnlich breite Farbpalette knalliger Farben. Und bereits an diesem Punkt zeigt sich der Unterschied zum Pop 2 Air. Die zweite Generation verzichtet auf einen Großteil dieser Vielfalt. Farbige Akzente im Innenraum sind verschwunden, genauso wie das Angebot an Varianten. Stattdessen konzentriert sich Fractal beim Pop 2 Air auf Anpassungen am Grundaufbau des Gehäuses.
Gehäuseformat und Hardware-Kompatibilität
Das betrifft unter anderem die Anordnung im Innenraum, die Lüfter- und Radiatorunterstützung sowie Details bei Montage und Handhabung. Aber zumindest bei den grundlegenden Abmessungen im Midi-Tower-Bereich bleibt Fractal dem bisherigen Format treu. Das Pop 2 Air fällt gegenüber dem Pop Air geringfügig größer aus und bringt daher mit 7,4 kg auch etwas mehr Gewicht auf die Waage. Die äußeren Maße belaufen sich auf rund 215 mm × 462 mm × 481 mm (B×H×T) und fallen damit in das typische Volumensegment eines kompakten Midi-Towers.
Der zusätzliche Raum macht sich vor allem bei der Hardware-Kompatibilität bemerkbar. Grafikkarten dürfen nun bis zu 416 mm lang sein, während beim Pop Air noch bei etwa 405 mm Schluss war. Auch bei der Netzteillänge erweitert Fractal den Spielraum leicht. Statt maximal 170 mm werden nun Netzteile bis etwa 180 mm unterstützt. Nimmt man den kombinierten 2,5-/3,5-Zoll-Laufwerksrahmen in der Netzteilkammer heraus, lässt sich in der Praxis auch ein längeres Netzteil unterbringen. Bedacht werden sollte aber, dass insgesamt maximal ein Platz von 30 mm für das Verlegen der Kabel auf der Rückseite zur Verfügung steht. Die maximale Höhe für CPU-Kühler bleibt allerdings unverändert bei 170 mm. Die Mainboard-Kompatibilität umfasst nach wie vor ATX-, Micro-ATX- und Mini-ITX-Formate. Eine vertikale GPU-Montage ist wenig überraschend nicht vorgesehen.
Speicheroptionen im Vergleich
Bei der Laufwerksunterbringung zeigt sich der konzeptionelle Unterschied zum Pop Air leider besonders deutlich. Während die erste Generation noch auf eine vergleichsweise umfangreiche Bestückung setzte, reduziert Fractal das Angebot im Pop 2 Air deutlich. In der Netzteilkammer ist nur noch ein kombinierter 2,5-/3,5-Zoll-Rahmen vorgesehen, während weitere dedizierte 3,5-Zoll-Plätze vollständig weggefallen sind. Ergänzt wird das Ganze nur noch durch zwei 2,5-Zoll-Mounts auf der Rückseite des Mainboard-Trays, an denen man die SSDs zumindest werkzeuglos anbringen kann. Damit reduziert sich allerdings die maximal mögliche Anzahl klassischer Massenspeicher gegenüber dem Pop Air massiv. Besonders auffällig: Der vollständige Verzicht auf 5,25-Zoll-Schächte. Optische Laufwerke oder Frontmodule lassen sich nicht mehr integrieren. Damit verzichtet Fractal leider bewusst auf ein Merkmal, das die ursprüngliche Pop-Reihe so deutlich von vielen anderen Gehäusen im Einstiegssegment abgegrenzt hat. Auch das vormals integrierte Ablagefach, das im Pop Air innerhalb des oberen 5,25-Zoll-Schachts Platz für kleine Werkzeuge oder USB-Sticks bot, entfällt ersatzlos.
Laufwerkplätze
Dafür bleibt das Pop 2 Air dem grundsätzlichen Airflow-Ansatz treu, setzt ihn allerdings in vereinfachter Form um. Die Front besteht weiterhin aus einem fein gelochten Metall-Mesh, über das Frischluft direkt angesaugt wird. Eine zusätzliche Staubfiltermatte an der Vorderseite ist nicht vorgesehen. Die Front lässt sich mit moderatem Kraftaufwand nach vorn abziehen und ebenso wieder einrasten, die Handhabung bleibt damit unkompliziert.
An der Gehäuseoberseite kommt eine magnetisch gehaltene Mesh-Abdeckung zum Einsatz, die sauber aufliegt und auch bei leichtem Druck nicht verrutscht. Für den Transport ist der Filter damit ausreichend fixiert. An der Unterseite schützt ein ausziehbarer Nylonfilter ausschließlich den Netzteilbereich vor Staub, weitere Öffnungen sind dort geschlossen ausgeführt. Das grundsätzliche Staubschutzkonzept entspricht damit weitgehend dem des Pop Air, verzichtet jedoch ebenfalls auf zusätzliche Filterelemente an der Front. Unverändert bleibt auch die Abdeckung der Netzteilkammer, die weiterhin durchgängig und fest integriert ist - eine Öffnung zur besseren Sicht auf das Netzteil oder modulare Blenden sind nicht vorgesehen. Welche Ausstattung das Pop 2 Air bei Anschlüssen, RGB und Lüftern bietet und wie Fractal den Radiator-Support verändert hat, zeigt die nächste Seite.

