Fractal Design Vector RS: Dezenter RGB-Lichtspieler mit Designeroptik und modularen Innenraum im Test
Mit seinem markanten, verwinkelten Design und dem RGB-Leuchtstreifen, der die Stahl- und Glas-Elemente auf der Oberseite und der Front teilt, fällt Fractal Designs Vector RS auf jeden Fall auf. Doch das Designergehäuse will auch mit seiner funktionalen Ausstattung sowie seiner maximalen Flexibilität beim Innenraumdesign aufmerksam machen. Zusätzlich versprechen die Schweden eine gute und geräuscharme Kühlung. Ob das stimmt, zeigt unser Test.
Inhaltsverzeichnis
Wenn es um das Design, die Optik, das Material und die RGB-Beleuchtung der eigenen Gehäuse geht, ist Fractal Desgin bekannt für seine eher konservative Einstellung. Echtglaselemente hielten erst 2018 mit den separat für das Define R5 und Define S erhältlichen Seitenteilen mit Glasfenster respektive der Tempered Glass Edition des Define R6 Einzug ins Gehäuseangebot. Auf bunt beleuchtet Lüfter oder andere RGB-Elemente verzichtete der schwedische Hersteller ebenfalls lange und präsentierte erst mit dem im April 2019 veröffentlichten Define S2 Vision RGB (Link zum Test) den ersten Midi-Tower, der mit vier ARGB-Lüftern und einer RGB-LED-Leiste bestückt war. Dank Vollverglasung wurden die zusätzlich noch prominent präsentiert.
Mit dem Vector RS und seinem kantigen Design mit eleganter Kombination von Stahl- und Glaselementen geht Fractal Design beim Äußeren neue Wege. Bei der Ausstattung, den Eigenschaften und der geräuscharmen Kühlung setzt man dagegen auf altbewährte Features, die schon bei früheren Gehäuse wie dem Define R6 zu finden war. Dazu gehören unter anderem das für eine Verbesserung des Luftstroms austauschbare Top Panel, der modulare Innenraum, in den bis zu 11 HDDs und vier SSDs untergebracht werden können, sowie die verwinkelten Lufteinlässe an der nicht gedämmten Front. Fest steht, mit dem gerade auf den Markt gekommenen Vector RS will Fractal Design einen Midi-Tower anbieten, der nicht nur auffällt, sondern auch die Kühleigenschaften eines offenen Gehäuses mit der Lautstärke eines geschlossenen vereint. Und dieses Vorhaben gelingt, wie unser folgender Test zeigt.
Fractal Design Vector RS: Top-Ausstattung, viele funktionale Features
Quelle: Fractal Design
Fractal Design Vector RS: Dezenter RGB-Lichtspieler mit Designeroptik und modularen Innenraum im Test (35)
Die Ausstattungsliste des neuen Vector RS ist lang und - von dem bewussten Verzicht auf bunt leuchtende Lüfter abgesehen - es befindet sich dort alles, was man von einem empfehlenswerten Gehäuse der 200-Euro-Klasse erwartet. Ein über die Hauptplatine (Asus Aura Sync, MSI Mystic Light Sync, Gigabyte RGB Fusion Ready und Asrock Polychrome Synch) oder per mitgeliefertem Adjust R1 RGB Controller adressierbarer LED-Streifen teilt die Elemente aus Stahl und Glas auf der Oberseite sowie der Front und sorgt für einen dezenten aber durchaus ansprechenden Look.
Anders als bei vielen Gehäuse wird das vordere Seitenteil aus Temperglas nicht mit vier großen Schrauben am Gehäuserahmen befestigt, sondern als Einheit mit dem Seitenteil und seinen Rändelschrauben eingesetzt. Diese als "Push to Lock" bezeichnete Montagetechnik finden wir auch beim hinteren Seitenteil aus Stahl, das für eine gute Geräuschdämmung zusätzlich mit einer Bitumenmatte versehen ist. Ein weiteres funktionales Extra ist die Deckelkonstruktion des Vector RS. Ähnlich wie bei der Deckelkonstruktion des Define S2 Vision RGB oder Define R6 können Sie auch hier den geschlossenen Glasdeckel gegen eine offene Metallkonstruktion mit Staubfilter zum Schutz von an der Oberseite montierter Lüfter oder Radiatoren auswechseln. Für die komfortable Montage der Propeller (3 × 140/120 mm [offenes Innenraum-Layout] oder 2 × 140/3 × 120 mm [regulärem Innenraum-Layout]) und Wärmetauscher verschiedener Größen (siehe Abschnitt: Viel Platz im aufgeräumten Innenraum) steht eine herausnehmbare Halterung bereit (siehe Bildvergleich unten).
Ein weiterer Ausstattungshöhepunkt des Vector RS ist seine flexible Innenraumgestaltung. Wer viele 3,5/2,5-Zoll-Laufwerke unterbringen will, findet hinter der mit je drei 140/120-mm-Lüftern bestückbaren Front einen 3,5/2,5-Zoll-Kombi-Laufwerkskäfig mit 11 3,5/2,5-Zoll-Halterungen und einer zusätzlichen Abdeckung. Wer dagegen einen breiten Radiator (120/140/240/280/360 mm) an der Front anbringen oder einen 480-mm-Wärmetauscher unter den Deckel montieren möchte, kann den Käfig ausbauen und nach hinten auf Höhe der Rückwand der Mainboard-Kammer verschieben. Bei diesem offenen Innenraumdesign haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, zwei 3,5-Zoll-Festplatten auf der Rückseite der versetzten Halterung anzuschrauben. Ein weiterer Vorteil der Konstruktion: Die 3,5/2-5-Zoll-Laufwerkshalterungen können Sie sogar einzeln demontieren, so schaffen Sie beispielsweise Platz für GPUs, die länger als 30 cm sind. Für 2,5-Zoll-HDDs/SSDs verfügt das Vector RS dagegen über je zwei entfernbare Halterungen auf der Rückseite des Mainboard-Trays sowie der Oberseite der Netzteilkammer (nicht im Lieferumfang).
Zur weiteren, mit einer glatten Eins bewerten Ausstattung gehören das Kabelführungssystem mit Klettverschlüssen, die Möglichkeit, die Grafikkarte hochkant montieren zu können (GPU-Riser-Kabel für ca. 40,- Euro erhältlich), sowie Staubfilter am Boden (Zugmechanismus) und der Front (seitliche Einsätze mit Druckmechanismus). Dazu kommt noch eine Lüftersteuerungsplatine (Nexus+ PMW Lüfter Hub), die drei PMW-Lüfter und sechs 3-Pin-Propeller reguliert und an der Sie die drei mitgelieferten Fractal Design Dynamic X2 GP-14 140 mm-Lüfter anschließen sollten.
Fractal Design Vector RS: Innenraumdesign
Fractal Design Vector RS: Viel Platz im aufgeräumten Innenraum
Quelle: PC Games Hardware
Fractal Design Vector RS: Dezenter RGB-Lichtspieler mit Designeroptik und modularen Innenraum im Test (18)
Da das Innenraumvolumen des Fractal Design Vector RS 64 Liter beträgt, steht unabhängig vom Innenraumdesign sehr viel Platz auch für den Einbau sehr groß dimensionierter Komponenten zur Verfügung. Während die Netzteilkammer das Platinenformat auf maximal E-ATX (für XL-ATX fehlen Steckplätze) limitiert, darf die Grafikkarte, unabhängig davon, ob sie horizontal oder vertikal in dem mit einer hohen Qualität gefertigten Vector RS steckt, 440 mm (465 mm ohne Frontlüfter) lang sein - eine so lange GPU gibt es aktuell gar nicht. Der CPU-Turmkühler darf eine Bauhöhe von 185 mm nicht überschreiten und selbst wenn am Boden zwei 140/120-mm-Lüfter oder ein 240-mm-Dual-Radiator (Alternativ 140/120-mm-Single-Radiator) angebracht ist, passen noch Netzteile mit einer Gesamtlänge bis 300 mm in die dafür vorgesehene Kammer. Die Limitierung bei den Radiatormaßen hält sich ebenfalls in Grenzen: Ein an der Front angebrachter Wärmetauscher (360/280/240/140/120-mm möglich) darf maximal 147 cm breit sein. Beim Einbau eines 420/360/280//240/140/120-mm-Modells (offenes Innenraum-Layout) in den Deckel ist dagegen darauf zu achten, dass die Höhe von Mainboard-Komponenten wie mit Kühlkörper versehene RAM-Riegel 35 mm nicht überschreitet.
Darüber hinaus hat sich auch die vorhandene Netzteilhalterung als nützliches Extra erwiesen. Haben Sie den Stromgeber an der mit Rändelschrauben versehenen Blechplatte fixiert, können Sie ihn sehr unkompliziert von der Rückseite aus in die Netzteilkammer schieben. Modulare Netzteile können Sie sogar ganz ohne Kabelstränge einbauen und diese dann für eine optimale Verlegung erst nachträglich mit den Strippen bestücken. Weitere Pluspunkte, die für eine Wertung von 1,33 unter "Eigenschaften" sorgen, sammelt das schnittkantenfreie und verwindungssteife Fractal Design Vector RS mit seinem Kabelführungssystem auf Basis von Klettverschlüssen. Zusammen mit den ausreichend großen und festsitzenden Kabeldurchführungen sowie viel Raum für das Kabelmanagement lassen sich alle Strippen im optisch ansprechenden Midi-Tower optimal und sauber verlegen.
Fractal Design Vector RS: Gute Kühlleistung mit hörbar gedämmter Geräuschkulisse
Quelle: Fractal Design
Fractal Design Vector RS: Dezenter RGB-Lichtspieler mit Designeroptik und modularen Innenraum im Test (48)
Wie einleitend erwähnt, soll Fractal Designs neues Gehäuse nicht nur durch seine Optik, seine funktionale Ausstattung und die flexible Innenraumgestaltung auffallen. Es soll auch die Hardware im Inneren gut und natürlich auch leise kühlen. Um das zu verifizieren oder zu widerlegen, bestücken wir das Gehäuse mit unserem Gehäusetestsystem und führen anschließend unsere Leistungsmessung durch. Dabei besteht unser Testsystem aus dem Core i7-6700K, der Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Celsius Temperatur-Target), 2 × 8 Gigabyte DDR4-2133-RAM, dem Thermalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard) sowie dem Seasonic Focus+ Gold PCGH-Edition 550 Watt (ATX). Um die Temperatur- und Lautheitswerte zu ermitteln, heizen wir bei einer Raumtemperatur von 24 Grad Celsius den Innenraum des Vector TRS mithilfe eines Witcher-3-Spielstandes (1.920 × 1.080, maximale Details ohne Hairworks) mindestens eine Stunde auf. Dabei lassen wir die beiden Front- und den Hecklüfter von der eingebaute Nexus-Platine steuern und stellen passend dazu auch die Option "PWM" sowie das Profil "Standard" in der Q-Fan-Control der Asus-Mini-ITX-Platine ein.
Quelle: Fractal Design
Fractal Design Vector RS: Dezenter RGB-Lichtspieler mit Designeroptik und modularen Innenraum im Test (49)
Anschließend messen wir 71,0° C CPU-, 73,0° C GPU- und 36,5° C Innenraumtemperatur. Das entspricht einer noch guten Kühlung und resultiert in einer Wertungsnote von 2,47. Dabei wird die CPU 11,0 Grad wärmer als im offenen Aufbau, bei der GPU verzeichnen wir einen Temperaturanstieg um sechs Grad im Vergleich zum Einsatz in einem offenen Benchtable. Den Takt reduziert die Karte mit 1.823 MHz jedoch nur ganz geringfügig genauso wie die Lüfterdrehzahl, die bei 2.185 Umdrehungen pro Minute liegt. Obwohl lediglich das hintere Seitenteil gedämmt ist, dringt nur eine geringe, mit 2,13 bewertet Geräuschkulisse von 1,0/1,0 Sone (50 cm Abstand frontal/schräg vorne [45-Grad-Winkel]) durch die offenen Bereiche der Front- und Heckpartie, Das zeigt, dass auch die Glaselemente durchaus eine dämmende Wirkung besitzen.
Bildergalerie
Fractal Design Vector RS - Das Fazit des Tests
Quelle: PC Games Hardware
Fractal Design Vector RS: Dezenter RGB-Lichtspieler mit Designeroptik und modularen Innenraum im Test (1)
Fractal Design neues Vector RS ist ein empfehlenswerter Midi-Tower, der nicht nur mit einem ansprechenden Design und einer dezent ausfallenden Optik auf sich aufmerksam macht. Hier stimmen auch die inneren Werte und das mit einer von Fractal Design gewohnt hohen Qualität gefertigte Gehäuse überzeugt auch mit seinen funktionalen Extras wie der Deckelkonstruktion. Das flexible Innenraumdesign dagegen garantiert einen problemlosen Einbau der Komponenten und gibt PC-Bauern die Möglichkeit, ganz nach ihren Vorstellungen viele Laufwerke, sehr lange GPUs oder großzügig dimensionierte Radiatoren einzubauen.
Abgerundet wird das Ganze durch eine noch gute Kühlleistung mit einer angenehm geringen Lautheit. Einziger Wermutstropfen ist der Preis. Vergleicht man das Designgehäuse mit dem Define R6 aus eigenem Hause (Wertung 1,80 [ Link zum Test]) stellt man fest, dass der optische wenig spektakuläre Midi-Tower nahezu dieselbe Ausstattung wie das Vector RS bietet. Außerdem schneidet das Define R6 bei der CPU-Kühlung deutlich besser ab und ist mit rund 130 Euro auch deutlich preiswerter ist. Ob Ihnen die gelungene Optik des Vector RS einen Aufpreis von rund 60 Euro wert ist, müssen Sie entscheiden.
| Gehäuse | Vector RS |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Fractal Design (www.fractal-design.com) |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | Noch nicht gelistet |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis (getestete Version) | Ca. €200,-/befriedigend (ein Seitenteil und der wechselbare Deckel aus Glas. Dämmung) |
| Version ohne Fenster/ohne Dammung/Lüfter | N. v./n. v./n.v. |
| Ausstattung (20 %) | 1,00 |
| Plätze für Laufwerke | 11 × 3,5/2,5 Zoll, 2 × 3,5 Zoll 4 × 2,5 Zoll |
| Erweiterungs-Slots (Blende) | Sieben + zwei (GPU-Riser) |
| Handbuch | Sehr ausführlich |
| Lüfterplätze | Deckel: 3 × 140/120 mm (offenes Innenraum-Layout), Front: 3 × 140/120 mm, Heck: 1 × 140/120 mm, Seite:-, Boden: 2 × 140/120 mm |
| Vorhandene Lüfter | 2 × 140 mm (Front), 1 × 140 mm (Heck) |
| Frontanschlüsse | 2 × USB 3.0, 1 × USB 3.1 (Type C), Audio |
| Besonderheiten | Dämmung enthalten, ein Seitenteil und der Deckel aus Glas, Grafikkarte hochkant montierbar, RGB-LED-Streifen (Front/Deckel) mit Steuereinheit oder Steuerung per Platine, Netzteilkammer (zweigeteilter Innenraum), SSD-Halterung auf der Rückseite des Mainboard-Trays, Hecklüfter für Radiator verschiebbar, herausnehmbare Halterung für Lüfter und Radiatoren im Deckel, Staubschutz am Boden (Zugmechanismus), werkzeugloser Schließmechanismus Seitenteil, seitlicher Staubschutz für die Front mit Druckmechanismus, Nexus+ PWN-Lüftersteuerung, Kabelführngssystem mit Kelttschlüssen |
| Eigenschaften (20 %) | 1,33 |
| Material (nicht gewertet) | Glas, Stahl und Kunststoff |
| Gewicht (Nicht gwertet) | 12,6 kg |
| Abmessungen (H × B × T)/Volumen | 49,8 × 23,3 × 55,2 cm/64,1 Liter (offenes Design) |
| Platz für Grafikkarte/CPU-Kühler/Netzteil | 44,0/18,5/30,0 cm |
| Verarbeitung allgemein/Schnittkanten/Verwindungssteifheit | Sehr gut/sehr gut/sehr gut |
| Zusammenbau*/Besonderheiten beim Zusammerbau | Sehr gut/3,5/2,5-Zoll-Laufwerkshalterungen einzeln demontierbar, SSD-Halterungen auf der Rückseite des MB-Trays und auf der Netzteilkammer demontierbar, offenes Innenraumdesign ohne Laufwerkshaterung in der Mainboard-Kammer, Aussparung hinterm Sockel, Aussparung für Kabeldurchführungen auf der Rückseite, sehr gute Entkopplung der 3.5-Zoll-HDDs, Lüftersteuerung per PWN-Signal vom Mainboard (Nexus+ Platine) |
| Praxisprobleme | Keine |
| Kompatibilitätstest | XL-ATX passt nicht |
| Leistung (60%) | 2,30 (Kühlung: 2,47/Lautheit: 2,13) |
| Temperatur CPU | 71,0 °C |
| Temperatur GPU (Lüfterumdrehzahl/Takt) | 73,0 °C (2.185 U/min/1823 MHz) |
| Temperatur Innenraum Gehäuse/M.2-SSD | 36,5 °C/57,0 °C |
| Lautheit der Lüfter, 50 cm Abstand frontal/schräg vorne (45-Grad-Winkel) | 1,0/1,0 Sone |
| FAZIT | 1,84 |
| Pro und Contra: | + Gute Dämmung trotz vieler Glaselemente |
| + Sehr gute Ausstattung/noch gute Kühlleistung | |
| + Viel Flexibilität bein Einbau der Komponenten | |
| * System: Intel Core i7-6700K, Intel Z170, Gigabyte Geforce GTX 1070 OC Edition (83 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, Themalright AXP-100 (Q-Fan-Profil: Standard), Corsair Corsair RM 550X/550 Watt (ATX), Umgebungstemperatur: 24 °C |

Im Artikel steht es ist Raum für 4 Lüfter im Deckel, also ein 480mm Radiator, das habe ich bei Fractal auf der Seite nicht gefunden.
Zudem eine Frage, wie habt ihr das Gehäuse getestet, oben offen oder mit Glas?
Danke