Be Quiet Dark Base Pro 901 im Test: Wie gut ist das "neue Flaggschiff-Gehäuse" wirklich?
Der stille König ist tot, lang schweige der König? Be Quiet liefert mit dem Dark Base Pro 901 den Nachfolger des älteren Pro 900 Rev. 2. Was steckt im neuen Gehäusemodell und überzeugt uns das modernere Konzept im Kasten-Look?
In diesem Artikel
Update vom 05. März 2024: Mittlerweile hat sich auch die weiße Variante des Be Quiet Dark Base Pro 901 in unseren Testhallen wiedergefunden. Wir zeigen auf der zweiten Seite des Tests die wichtigsten Änderungen der White Edition. Unter anderem: weniger Fingerabdrücke durch matte Oberflächen und minimale Anpassungen auf Basis unserer Kritik.
Originaltest vom 27. Juni 2023
Nachdem in den letzten Monaten die Verfügbarkeit des Vorgängers sichtbar schwankte (Dark Base Pro 900 Rev. 2, siehe hier im damaligen Einzeltest, mit altem Wertungssystem), schickt Be Quiet nun mit dem Dark Base Pro 901 die überarbeitete Galionsfigur auf den Gehäuse-Markt. Mit seinen aktuell ca. 300 Euro zielt der schwarze Midi- bis Big-Tower-Hybrid vor allem auf Anwender mit Oberklasse- bis High-End-Hardware ab, die nach einer ansehnlichen Modularität suchen - samt ausbaubarem Mainboard-Gerüst und invertierbarem Aufbau.
Be Quiet Dark Base Pro 901: Abmessungen und Gewicht
Im Vergleich zu ähnlich hochpreisigen Big-Towern wie dem Asus ROG Hyperion GR701 (Einzeltest hier) oder dem Cooler Master HAF Evo 700 fällt das neue Dark Base Pro 901 mit rund 16,5 kg und einem Gesamtvolumen von ca. 87,1 Liter (Maße: (H) 56,9 × (B) 25,4 × (T) 60,3 cm) noch verhältnismäßig transportabel aus. Bei den Grafikkarten wird eine Länge von stolzen 49,5 cm unterstützt, bei der CPU-Kühlerhöhe sind es vorbildliche 19,0 cm. Platinen mit einer Länge von 37,0 cm wären theoretisch auch unterzubringen, solange bestimmte Elemente im Innenraum entfernt werden. Wuchtige Hardware wie eine Geforce RTX 4090, ein Noctua DH-15 oder E-ATX- bis XL-ATX-Mainboards werden im Dark Base Pro 901 also ihren Platz finden.
Quelle: PC Games Hardware
Volle Kontrolle an der Front-I/O: Neben den beleuchteten 4× USB Typ-A (3.0), 1× USB Typ-C (3.1) und den Audioanschlüssen sind auch zwei anzutippende Touch-Regler verbaut. Mit dem linken 5-stufigen Fan-Controller können die drei vormontierten 140 mm Silent Wings 4 über zwei verschiedene PWM-Hubs (mit je drei Slots) von 400 bis 1.900 U/min eingestellt werden. Im rechten Touch-Feld lassen sich die ARGB-LEDs des Gehäuses steuern (bis zu 31-Modi). Mit den beiderseits vertretenen Sync-Optionen lassen sich sowohl die Lüftersteuerung als auch die ARGB-Beleuchtung über das Mainboard regeln. Die Beleuchtung wird nach ca. 10 Sekunden ohne Eingabe gedämmt. Zur wortwörtlichen Krönung führt der Wireless-Charging-Spot mit 15 Watt (über internen SATA-Anschluss) an der Oberseite. Im Praxistest haben sowohl das Samsung S23 Ultra als auch das iPhone 13 Max mit ca. 5-6 Watt geladen.
Bilder zum Dark Base Pro 901
Be Quiet Dark Base Pro 901: Ausstattung, Extras, Zubehör
Das an der Front sowie der Innenkammer unten mit ARGB-Beleuchtung verzierte Gehäuse kann entweder in der ausgelieferten gedämmten Ausführung oder offen mit Mesh-Elementen gestaltet werden, die dem Zubehör beiliegen. Die Frontdämmung kann durch ein luftdurchlässiges Mesh-Gitter ausgetauscht, die Dämmung an der Decke lässt sich ebenso werkzeuglos entfernen. Die mitgelieferte GPU-Halterung kann unterhalb magnetisch (als zusätzliche Kabelblende) oder oberhalb an einer Zusatzschiene verbunden werden (siehe etwa an der Stelle des Installationsvideos des Herstellers). In der Praxis dürfte vor allem der untere Aufbau die Regel sein. Der Magnet hätte zwar stärker ausfallen dürfen, erfüllt allerdings dennoch seinen Zweck als stabilisierendes Element.
Sowohl die Front- als auch Deckenschiene für Lüfter und Radiatoren lassen sich zur leichteren Montage herausnehmen. An der Seite kann statt der Laufwerkswand eine weitere Lüfterschiene eingebaut werden, die offiziell bis zu 360-mm-Radiatoren unterstützt - ebenso wie an der Oberseite. An der Front kann, ohne 5,25-Laufwerksplatz/HDD-Cage, auch ein 420er-Radiator montiert werden. Ab Werk sind 2× 140 mm Silent Wings 4 (PWM) an der Vorderseite mittig platziert, am Heck findet sich ein weiterer baugleicher Lüfter.
Quelle: Be Quiet
Be Quiet Dark Base Pro 901: Render-Bild vom Hersteller. Dämmung vs. Airflow-Mesh. Beides wird mitgeliefert.
Quelle: Be Quiet
Lüfterplätze des Dark Base Pro 901 auf einen Blick.
Quelle: Be Quiet
Radiatorplätze des Dark Base Pro 901 auf einen Blick.
In der Praxis müssen Sie sich für ein bestimmtes Konzept entscheiden. Das Dark Base Pro 901 bietet zwar viele Montage-Möglichkeiten, die aber nicht gleichzeitig realisierbar sind. Zu breite Radiatoren (gerade in Überbreite) können für Praxisprobleme bei etwa gleichzeitiger Nutzung der Seiten- und Frontschiene sorgen. Der 420-mm-Radiator findet in Kombination mit einem 5,25-Zoll-DVD-/Blu-ray-Laufwerk/Multi-Media-Bay keinen Platz. Für modulare Wasserkreisläufe mit mehreren Radiatoren bietet sich realistisch die gleichzeitige Nutzung eines 420ers an der Front, 360ers an der Decke sowie eines 140ers am Heck an. Auf der nächsten Seite gehen wir auf andere wichtige Punkte wie die Materialverarbeitung und Co. ein.

) be Quiet-Gehäuse ist echt mal die Möglichkeit verstärkt auf Dämmung zu gehen oder halt Richtiung Airflow.
Definitiv eine Überlegung wert da ich mir Ende des Jahres ein neues Gehäuse holen werde. Entweder das hier, eins von Lian Li oder ganz klassisch Fractal Design.
Habt ihr mal getestet, wie sich die Temperaturen verhalten? Also zwischen normaler und invertierter Montage? Die dürften doch bestimmt ein kleines bisschen höher ausfallen beim invertierten Aufbau...
Die Temperaturen haben wir beim Dark Base 901 nicht im invertierten Zustand mit dem Testsystem gemessen. Je nach Kühlkonzept der Grafikkarte können die Temperaturen beeinflusst werden. Im Zweifel ausprobieren, messen, ob alles passt, und dann bei Bedarf entscheiden, wie es weiter geht (beispielsweise normaler Aufbau oder modularer Wasserkreislauf etc.).
Habt ihr mal getestet, wie sich die Temperaturen verhalten? Also zwischen normaler und invertierter Montage? Die dürften doch bestimmt ein kleines bisschen höher ausfallen beim invertierten Aufbau...