4 Custom-Modelle der RTX 5090 im Test: Powerlimit, Taktraten, Temperaturen, Lautheit [Update]
Vier Custom-Designs der Nvidia Geforce RTX 5090 im PCGH-Testlabor, darunter: MSI, Gigabyte, Zotac und Palit. Wir haben die Herstellerkarten auf Powerlimit, Taktraten, Temperaturen und Lautheit überprüft.
In diesem Artikel
Aktualisierung vom 07.02.: Gigabytes Topmodell Aorus RTX 5090 Master Ice hat sich endlich im Testlabor eingefunden und durfte sich gegen die Konkurrenz behaupten.
Seitdem der exorbitante Stromverbrauch der neuen Nvidia-Flaggschiff-Karten bekannt ist, stellt sich die Frage, wie man knapp 600 Watt überhaupt vernünftig abführen möchte. Die Board-Partner haben sich etwas einfallen lassen, um der Herausforderung gerecht zu werden. Und so überprüfen wir drei Custom-Designs der RTX 5090 auf Kühlleistung und Taktrate und klären, welche Karte die sinnvollste Wahl ist. Der ausführliche GPU-Test der RTX 5090 Founders Edition mit einer ganzen Schar an Spielebenchmarks ist unterdessen hier zu finden:
Testmethodik
Wir prüfen in diesem Vergleichstest vor allem die thermischen Eigenschaften der vier Grafikkarten. Welches Powerlimit wurde vom Hersteller festgelegt, besteht die Möglichkeit dieses zu erhöhen und welche Taktraten und Temperaturen erreicht das jeweilige Custom-Modell bei welcher Lautheit?
Um den Kühler ins Worst-Case-Szenario zu bringen, haben wir uns unter vielen synthetischen und praktischen Lasten für ein Szenario entschieden, das sich bewähren konnte: Metro Exodus Enhanced Edition. Im "Wolga"-Abschnitt bietet das Innere der Kultisten-Kirche das perfekte Raytracing- und Lastszenario. Im Gegensatz zu vielen anderen Szenarien erreichen wir hier mit jeder der zu prüfenden Custom-Karten das absolute Powerlimit (siehe folgendes Video beim Zeitstempel 10:42). Die Tools Hwinfo und MSI Afterburner liefern auswertbare Daten zu Temperaturen, Leistungsaufnahme und Lüfterdrehzahl. Die Lautheit erfassen wir im schallarmen Raum bei laufendem System mittels Cortex Analyzer NC10 in 50 cm Abstand zur Lüfternabe. Damit keine andere Komponente das Messergebnis verfälscht, ist unser offen aufgebautes Testsystem mit einem Passiv-CPU-Kühler und einem Semi-Passiv-Netzteil ausgestattet. Der Testraum liegt mit einer Temperatur von ca. 21 Grad Celsius bei der Temperatur eines typischen Zimmers.
MSI Geforce RTX 5090 Suprim SOC
Das größte und wuchtigste Modell in diesem Überblick kommt aus dem Hause MSI. Unter dem Namen Suprim wird das luftgekühlte Topmodell des Herstellers vertrieben. Kann die Grafikkarte ihrem Premium-Stempel gerecht werden und im Bereich Lautstärke, Temperatur und Leistung punkten?
Details und Design
Der Kühlkörper ist 360 mm lang, 137 mm breit und 75 mm dick und belegt 3,5 Blenden-Slots. Bei diesen Maßen ist das hohe Gewicht von 2.837 g nicht verwunderlich. Das ⅓-Flow-Through-Design wird über drei Lüfter mit Frischluft versorgt. Der Rotordurchmesser der Gebläse ist dabei verhältnismäßig groß. Mit 104 mm handelt es sich praktisch um Rotoren, wie sie in 120-mm-Gehäuselüftern Verwendung finden.
Die MSI RTX 5090 Suprim SOC verfügt über ein Dual-BIOS; es kann zwischen Performance- und Silent-Modus umgeschaltet werden. Das Powerlimit der Grafikkarte wurde im P-BIOS auf 600 Watt erhöht, während im Silent-BIOS der Referenzwert von 575 Watt händisch um vier Prozent erhöht werden kann. Im Test unter Volllast konnten sich deutliche und sinnvolle Differenzen zwischen den beiden Firmwares herausstellen. Die höchste Leistung liefert das Custom-Modell natürlich im P-BIOS in unserem Spiele-Testszenario mit extremer Grafiklast. Hier wird die Suprim von ihrem Powerlimit bei 600 Watt aufgehalten und bleibt dauerhaft an diesem Punkt. Während der Chip-Takt mit 2.640 MHz von der hohen Leistungsaufnahme profitiert, ist der Kühler dem Worst-Case-Szenario ausgesetzt ... und schlägt sich dennoch hervorragend.
Die Chiptemperatur bleibt bei sehr niedrigen 63,5 °C, während der VRAM mit 68 °C ebenfalls sehr gut gekühlt wird. Die Lüfter drehen unter dieser Last auf 1.610 U/min und bescheren der Karte eine noch erträgliche Lärmabgabe von 2,1 Sone. Doch nicht nur die Gebläse tragen ihren Teil zur Lautstärke der Karte bei, auffällig bei allen RTX-5090-Karten: Spulenfiepen. Im Falle der Suprim entsteht die Gesamtlautstärke aus einem 0,2-Sone-Spulenfiepen und den rotierenden Lüftern - das ist wesentlich besser als bei der Nvidia Founders Edition, welche mit bis zu 0,8 Sone fiept. Glücklicherweise lässt sich diese Lautstärke mithilfe des zweiten BIOS reduzieren. Hier wurde das Powerlimit reduziert und die Lüfterdrehzahl deutlich verringert. Das Resultat ist ein etwas geringerer GPU-Takt von 2.542 MHz, sowie erhöhte Chip- und VRAM-Temperaturen von 75 °C respektive 80 °C. Jedoch sinkt die Lautstärke der Karte auf angenehme 0,8 Sone unter Volllast.
Bei der Suprim SOC handelt es sich um MSIs Topmodell, und man darf wohl von einem saftigen Preisschild ausgehen. Doch die Karte performt auch dementsprechend gut und überschattet alle anderen Modelle in diesem Test mit den besten Temperaturen, Taktraten und Lautheitswerten. Ausgeklügeltes Design und eine gute Verarbeitung setzen dem Ganzen die Kirsche auf.
Palit Geforce RTX 5090 Gamerock OC
Palits Gamerock war in jüngster Vergangenheit immer für einen Hingucker gut. Vom extravaganten Edelstein-Design ist man nun jedoch zu einem Holo-Design mit drei etwas kompakteren Lüftern gewechselt. Wir haben die herausstechende Karte unter die Lupe genommen.
Details und Design
Mit einer Größe von 330 × 138 × 70 mm ist das Design wuchtig, auch wenn MSIs Flaggschiff noch mehr Raum im Gehäuse füllt. Die drei-Slot-GPU bringt 2.235 g auf die Waage und wird mittels drei Lüftern und ⅓-Flow-Through-Design vor der Überhitzung bewahrt. Die verbauten Gebläse messen im Durchmesser jedoch lediglich 93 mm und sind damit deutlich kompakter als beispielsweise die der MSI Suprim oder Founders Edition. Welche Auswirkungen diese Designdifferenzen haben können, zeigt sich beim Blick auf die Leistung, Temperaturen und Lautstärke.
Wie alle hier getesteten Custom-Designs verfügt auch die Gamerock über ein Dual-BIOS und die Wahlmöglichkeit zwischen Silent- und Performance-Modus. Der Unterschied zwischen beiden Modi konnte hier aber nicht so deutlich werden wie bei den Konkurrenten. In beiden Fällen ist das Powerlimit auf 575 Watt festgelegt. Die Möglichkeit einer händischen Erhöhung, über beispielsweise den Afterburner, gibt es nicht. Wird die Karte unter Volllast gesetzt, erreicht der Chip im Performance-BIOS 73 °C und im Silent-BIOS marginal höhere 73,5 °C. Der Grafikspeicher ist mit 84 °C anstelle der 82 °C des Performance-Modus ebenfalls nur geringe zwei Grad Celsius wärmer. Diese geringen Differenzen spiegeln sich schlussfolgernd auch in der Lärmabgabe der Karte wider.
Mit 2,8 Sone ist die Karte im Performance-Modus nicht außerordentlich leise. Das Silent-BIOS kann daran auch nicht mehr viel ändern und bringt das Modell auf eine Lautheit von 2,6 Sone. Die GPU-Taktraten sind dabei noch einigermaßen hoch. Mit 2.572 und 2.564 MHz übertreffen Performance- und auch Silent-Modus die Taktraten der Founders Edition. Die Gamerock leidet etwas unter den verbauten Lüftern. Das Verhältnis zwischen Lautheit und Kühlleistung ist nicht optimal. Auch das Silent-BIOS macht die Karte nicht wirklich leise und ist als Option, gelinde gesagt, überflüssig. Punkten kann das Modell hingegen mit hohen Taktraten.

Aber nach dem Test hier bin ich irgendwie garnicht happy.
Soll ich die wieder stornieren? Ich meine mit undervolten sollten die Temperaturen doch OK sein. Und die Lautheit oder?!
Ich sehe das aber nur unter dem Aspekt kritisch, dass Nvidia bisher die effizienteren Karten baute und jetzt auf einmal nicht mehr. AMD (obwohl ich AMD only unterwegs bin!) bekommt es nur bei den CPU sehr gut hin - so sollte das bei GPU auch laufen, aber da sind sie irgendwie nicht vorn dabei.
Auch wenn bei uns der Strom teuer ist, wird keiner sagen "Oh man, 1 Stunde Daddeln und schon wieder ne Niere weniger!"
So ist das eben mit Hobbies - da sind wir (zum Glück) nicht immer rational.
Ich sehe das aber nur unter dem Aspekt kritisch, dass Nvidia bisher die effizienteren Karten baute und jetzt auf einmal nicht mehr. AMD (obwohl ich AMD only unterwegs bin!) bekommt es nur bei den CPU sehr gut hin - so sollte das bei GPU auch laufen, aber da sind sie irgendwie nicht vorn dabei.
Auch wenn bei uns der Strom teuer ist, wird keiner sagen "Oh man, 1 Stunde Daddeln und schon wieder ne Niere weniger!"
So ist das eben mit Hobbies - da sind wir (zum Glück) nicht immer rational.
Die Stromkosten sind das eine. Wobei ich davon ausgehe, dass die meisten Highend-Käufer*innen, wenn sie sich die Highend-Grafikkarten leisten können, wohl auch die Stromkosten leisten können. Hier wäre die Frage im Anschluss eher die nach sozialer Gerechtigkeit: wer kann sich welche Hobbys (zu welchen Standards) leisten, wer nicht? - würde ich meinen. Eine andere ist die der Energieverbräuche und -erzeugung. Da geht es zum einen um die Energieverteilung zu welchen Preisen (wer kann sich welchen Verbrauch von welcher Menge leisten, wenn die Energie knapp wird) und zum anderen darum, wie die Energie erzeugt wird/werden soll. Am besten sollte die doch möglichst sauber erzeugt werden ... Da gibt es offenbar gewisse Grenzen bzw. die Frage nach dem Investitionswillen in erneuerbare Energien, samt Netze und Speicher ...