Reicht das alte Netzteil für die RTX 4090? Erste Netzteil-Praxis-Tests im Youtube-Video
In diesem Video schauen wir uns Praxis mit verschiedenen herkömmlichen Netzteilen und der neuen RTX 4090 an. Nvidia schreibt 850 Watt für die RTX 4090 Founders Edition vor, aber andere Hersteller verlangen bis zu 1.200 Watt als Minimum. Wie viel Watt braucht man denn nun wirklich und muss jetzt das alte Netzteil ersetzt werden? Wir gehen die Thematik in diesem Video mal durch.
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RTX 4090 und Netzteile als Youtube-Video: Was braucht es wirklich?
Weitere Links, Informationen und Artikel
- Schriftliche Web-Version des Netzteil-Praxis-Artikels.
- RTX 4090 im aufwendigen Raff-Test mit allen Details.
- Netzteil-Kaufberatung: Stromspender leicht erklärt, mit Tests und Vergleichen.
- GPU-Index mit der RTX 4090, Radeon-Karten und Co.
Transkript zum Video
Im Nachfolgenden wäre das Transkript zum Video in schriftlicher Form zu finden.
Während es bis heute noch bei der Ampere-Generation von Nvidia, also vor allem bei der RTX 3080 und 3090 durch Lastspitzen, je nach Netzteil zum Sicherheitsabschalten kommt, können wir dieselbe Schwäche nicht mit der deutlich mächtigeren RTX 4090 beobachten. Der Preis ist absurd hoch, aber technisch kann man Nvidia kaum was vorwerfen. Je nach CPU, restlichem System und Übertaktung oder Undervolting sollten Netzteile mit 850 Watt in den allermeisten Fällen im absolut grünen Bereich liegen. Oder ich sag' mal so: Wenn ihr bereits eine RTX 3090 im System habt, braucht ihr euch keine Sorgen beim Aufrüsten zur 4090 zu machen. Künftige ATX-3.0-Netzteile sind mit der aktuellen Generation keineswegs notwendig. Auch 1.000-Watt-Netzteile sind nicht verpflichtend, solange man im vernünftigen Rahmen bleibt und die CPU nicht 300 Watt und die GPU 550 Watt in Spielen zieht. Das dürfte naturgemäß nur bei den aller Wenigsten der Fall sein. Aber gehen wir doch erst mal die Daten durch.
Wir haben uns die Wattklassen von 650 bis 1.650 Watt angesehen, mit Multi- bis Single-Rail- und Netzteile mit und ohne nativem 12-Volt-High-Power-Kabel. Als Referenz nahmen wir einerseits die RTX 3090 ROG Strix und bei der 4090 die Asus TUF und die Palit Game Rock. Die Unterschiede zwischen den letzten beiden sind für diesen Netzteil-Praxis-Test praktisch identisch gewesen, bei der Asus konnten wir das Power-Limit aber etwas mehr erhöhen, sodass bis zu 600 Watt möglich wären, wenn man die Spannung aus irgendeinem Grund auch erhöhen würde. Die GPUs fanden ihren Platz in unserem B660-I Board mit einem nicht limitierten i7-12700K.
Als Testszenarien nahmen wir einmal eine maximale Dauerlast von GPU und CPU mit Furmark plus Cinebench R23 vor. Der Prozessor zieht dabei ungefähr 200 Watt. Aber nichts könnte künstlicher sein, als die CPU und GPU gleichzeitig mit maximaler Power-Draw am laufen zu haben. Deswegen nahmen wir uns noch zwei Spiele-Szenarien zur Hilfe. Einmal ein alltägliches, anspruchsvolles Spiel wie Cyberpunk 2077 und Metro Exodus Enhanced Edition, wo man ständig ins Menü geht, Alt-Tabbed mit unterschiedlichen Auflösungen spielt und so weiter. Und einmal ein Albtraum-Szenario mit einer suboptimalen Last. Das klingt vielleicht kurios, aber einer zuverlässigsten reproduzierbarsten Lastspitzszenarien wäre das PUBG-Hauptmenü ohne Framelimit. Nein, ihr habt euch nicht verhört, beim Wechseln zwischen den Reiter-Tabs im Hauptmenü springt die GPU-Last in absurden Abständen und vor allem sehr abrupt. Ideal für unseren Test, weil wir so Netzteile eher in Panik versetzen können. Wenn ihr also in Shop geht und euer Rechner plötzlich vollständig abschaltet und dann wieder bootet, habt ihr aller Wahrscheinlichkeit genau so einen Fall. Getestet haben wir im Stock, Overclocked und bei der RTX 4090 auch Undervolted, also mit geringerem Takt und sparsameren Verbrauch im Zeitraum von 15 bis 30 Minuten pro Szenario und Netzteil.
Und siehe da: Die RTX 3090 lässt Netzteile deutlich häufiger absaufen, als die 4090. Erfahrungsgemäß kann das je nach Alter des Netzteil-Modells bei der RTX 3080 und 850 Watt noch vorkommen, etwa in solchen Lastspitzen-Bingos wie dem PUGB-Hauptmenü ohne Fps-Limit. Beim besten Willen, bei einem 550 Watt Netzteil solltet ihr für eine 4090 einfach aufrüsten, denn erstens fehlt es meist an 8-Pol-Anschlüssen und zweitens sollte man die Dauerleistung nicht dauerhaft überstrapazieren.
Auch wenn selbst das Multi-Rail Be Quiet Straight Power 11 Platinum mit 650 Watt mit der RTX 4090 TUF und der Palit Game Rock problemlos lief, raten wir explizit zu einer höheren Wattklasse oder zumindest einem Undervolting der doch rundum eindrucksvollen Karte. Mit manueller Übertaktung und dem weiteren Aufreißen des Power-Limits steigt zwar der Verbrauch bis zu 550 Watt (das ist halt in der Praxis das Maximum), jedoch sind auch hier die Spikes im Vergleich zur RTX 3090 weniger aggressiv und daher in der Praxis vor allem gnädiger. Beim dauerhaften Überlasten eures Netzteils kann es je nach Gehäuse nicht nur zu Überhitzungen und damit erneutem Schutzabschalten, sondern auch zu einer höheren Restwelligkeit, geringeren Effizienz und anderen Negativeffekten kommen. Eure Hardware altert dann schneller. Die anliegende Praxislast sollte daher nicht die Nennleistung eures Netzteils überschreiten, auch wenn der Rechner ohne Probleme läuft.
Solange ihr nicht aus irgendeinem Grund die CPU und die GPU auf den allerletzten Watt rauspressen wollt, und das solltet ihr mit der RTX 4090 sowieso nicht tun, dann reicht ein 850 oder gar 750 Watt Netzteil aus. Bei 750 Watt solltet ihr aber lieber Undervolten und eure Karte effizienter tunen. Als stabilen Anfangspunkt für eure Karte könnt ihr 2.600 Megahertz bei 875 Millivolt im MSI Afterburner in der Spannungskurve probieren. In Spielen wie Cyberpunk zieht die CPU nicht 200 Watt, sondern humanere 70 bis 100 Watt wie in unserem Fall mit dem i7-12700K. Wenn ihr den Sweetspot der Karte ausnutzt, kann euer Rechner insgesamt weniger verbrauchen als die Karte ohne Limits alleine. So kamen wir in Spielen mit dem Undervolting auf insgesamt ca. 400 bis 470 Watt an der Steckdose.
Aber auch ohne Undervolting wäre die Founders Edition der RTX 4090 im Vergleich zu der der 3090 und 3090 Ti in Spielen nicht selten sparsamer. Am eindrucksvollsten wäre der Unterschied bei Anno 1800 mit Full-HD-Auflösung.
Gehen wir zum Schluss noch auf die Anschlüsse ein. Bei jeder RTX 4090 sollte so ein Nvidia-Vierzack-Adapter beiliegen. An der einen Seite werden die herkömmlichen 8-Pol-PCI-E-Stecker angeschlossen. Drei 8-Pol-Stecker sind mit dem Nvidia-Adapter Pflicht, vier sorgen dafür, dass ihr das Power-Limit im Afterburner über die 450 Watt Board-Power erhöhen könnt. Das solltet ihr aber bestenfalls nicht machen, denn weder aus Performance noch Effizienz-Sicht ergibt der Mehrverbrauch Sinn. Insbesondere in vollgepackten Gehäusen. Am anderen Ende des Adapters ist der 16-Pol-12-Volt-High-Power-Stecker, der offiziell bis zu 600 Watt übertragen kann. Der Stecker an sich ist nicht direkt mit ATX 3.0 verknüpft. Auch alte ATX-2er-Netzteile können diesen Stecker unterstützen. Wenn ihr mehr zu ATX 3.0 und vor allem dem 12-Volt-High-Power-Connector wissen wollt, dann schaut euch unser Video dazu an, da gehen wir auch genauer auf die Sense-Leitungen ein. Im Nvidia-Adapter und den bisherigen Kabeln, die wir so in die Hände bekommen haben, waren die anderen zwei Leistungen unbelegt. Wie sich das bei echten noch kommenden PCI-E-5.0-Karten auswirkt, werden wir abwarten müssen, aber bis dahin dürfte noch einiges an Zeit vergehen. Die RTX 4090 ist ja auch "nur" PCI-E-4.0.
Am Nvidia-Adapter ließen sich theoretisch auch weniger als drei 8-Pol-PCI-E-Stecker anschließen, solange die anderen Sense-Signale auf Masse laufen. In der Praxis solltet ihr das aber nicht machen. Schließt einfach drei oder bestenfalls vier Stecker an, die im Idealfall nicht am Daisy-Chain-Kabel hängen, sondern einzeln vom Netzteil laufen. Aber auch hier: Solange im Gehäuse die Frontlüfter auch in der Netzteillkammer für kühlere Luft sorgen, dürfte das in der Praxis keinen nennenswerten Unterschied machen, solange alle Kabel korrekt und ohne starke Biegung an den Polen gerade befestigt sind.
Es gibt Netzteile wie das Asus Thor 2, Thermaltake Toughpower GF3 oder Seasonic Prime TX-Serie, bei denen auch native 12-Volt-High-Power-Connector dem Netzteil bereits beiliegen. Bei anderen Netzteilen wie Corsair oder Be Quiet werden für bestimmte Modelle Kabel kostenpflichtig als Ergänzung angeboten. Das erspart natürlich den Vierzack und eine Menge Kabelsalat. Aber nicht alle Netzteile haben einen nativen Anschluss. Der ist durch die Adapter aber nicht zwingend notwendig. Wenn ihr ein Netzteil bereits habt, dann erkundigt euch beim Hersteller ruhig, ob bei eurem Modell ein natives Kabel angeboten wird oder eben nicht.
Fassen wir mal zusammen: Nvidias neue Grafikkarten-Spitze ist technisch ein echter Traum, auch wenn der stolze Preis von knapp 2.000 Euro unverschämterweise auch nach der zweiten Niere verlangt. In Zeiten, in denen pro Kilowattstunde 50 bis teils 70 Cent fällig sind, ist der Anschaffungspreis sehr hoch. Wer zur RTX 4090 greift, wird voraussichtlich nicht am Netzteil sparen, aber ein Neukauf ist häufig nicht notwendig, sofern euer Gesamtsystem in der Summe euer vorhandenes Netzteil in Sachen Wattverbrauch nicht überfordert. Mit Undervolting wären theoretisch auch 650/750 Watt Netzteile denkbar, aber vergesst nicht, dass das Profil im Afterburner ständig aktiviert sein muss. Sollte das Profil nach einem Treiberupdate wieder zurückgesetzt werden, könnte euer Netzteil überstrapaziert werden. Die Empfehlung von 850 Watt ist völlig valide, 1.000 Watt als Puffer wären noch besser, aber nicht unbedingt notwendig. 1.300 bis 1.600 Watt wären nur in Grenzfällen erforderlich. Nehmen wir mal so etwas obskures wie einen übertakteten 700-Watt-Threadripper mit einer bis zum Erbrechen overclockten RTX 4090, mit mehr anliegender Spannung und gleichzeitiger Maximal-Belastung beider Komponenten - wie auch immer das passieren soll. Das sollte bei euch nicht der Fall sein.
Echte ATX-3.0-Netzteile werden voraussichtlich erst bei überdimensionierten PCI-E-5.0-Grafikkarten wichtig. Bis die allerdings in Massen auf den Markt kommen, könnte noch eine Weile vergehen. Um es daher im Sinne von "Per Anhalter durch die Galaxis" auszudrücken: keine Panik!
Weitere Informationen und Benchmarks zur RTX 4090 findet ihr bei uns im ausführlichen Gesamttest von Raff - mit Daten, Vergleichen und mehr. Wenn ihr aktuell ein neues Netzteil sucht, dann werft gerne einen Blick auf unsere neue Online-Netzteil-Kaufberatung, den Link findet ihr in der Beschreibung. Da erkläre ich auch grundlegende Dinge zum Wirkungsgrad, wie viel Watt man wirklich braucht, wo Details wie Restwelligkeit und Co. auswirken haben können und vieles, vieles mehr. In unserer Heft-Ausgabe 11/22 haben wir 12 1.000-Watt-Netzteile im Labor getestet. Den Vergleichstest zur 1.000-Wattklasse findet ihr auch Online als Plus-Artikel. Solche aufwendigen Tests können wir nur mit eurer Unterstützung durchführen, daher sind wir für jedes PCGH-Plus-Abo wirklich dankbar. Und noch was in eigener Sache: Netzteile sind nicht unbedingt spannend, aber es gäbe durchaus einiges aufzudröseln. Würdet ihr euch ein allgemeines und zwangsläufig längeres Video zum Thema Netzteilen wünschen oder sollen wir lieber bei solchen kleineren, gezielten Videos bleiben? Und was haltet ihr von der RTX 4090? Seht ihr das sowie ich - Technik hui, Preis pfui - oder völlig anders? Schreibt uns eure Meinung wie immer sehr gerne in die Kommentare. Bei Fragen versuchen wir so gut es zeitlich eben geht zu antworten. Ein Like und Abo würde uns aushelfen und ansonsten: Bis zum nächsten Mal, macht's gut!

Ich kann ergo in der Leistungsklasse und dem Formfaktor keine SFX-Netzteile mit einem Test unsererseits empfehlen. Lautstärke wird so oder so zu einem Problem werden. Im Gehäuse-Testsystem verwende ich ein Seasonic Focus SGX 2021 SGX mit 750 Watt für ITX-Case-Tests mit einer Geforce RTX 3080 12 GiB und einem Intel Core i7-12700K ohne Probleme. Wenn es 850 Watt sein müssen, dann wäre auch die Cooler Master V-Serie SFX einen Blick wert, die CM-SFX-Netzteile empfand ich beim Durchprobieren als lauter, konnte aber auch aus Zeitgründen da keine Sone-Messung vornehmen.
Wenn ein natives 12VHPWR-Kabel mit vollwertiger ATX-3.0-Unterstützung gewünscht und Geld nur sekundär ist, dann wäre das Asus Platinum Loki im SFX-L-Faktor eine Idee wert. Den älteren ATX-Bruder Asus Thor Platinum 2 hatten wir bereits im Test – technisch einer der besten Netzteil-Modelle auf dem Markt. Nur eindeutig auf der teuren Seite liegend und mit für manchen Nutzer völlig redundanten Features wie einer Verbrauchsanzeige, RGB etc.
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Auf der anderen Seite warum soll ich wenn 500W benötigt werden, 1000W kaufen?.
Ich bin der Ansicht wenn so ein NT bei 80% Auslastung liegt ist das NT effizient genug und die Anschaffungskosten sind niedriger.
("Golden Sample" zum testen eingeschickt und dann billigere / schlechtere Komponeten für die Produktion)
Auch nicht zu vergessen das ein PC normalerweise eher auch deutlich weniger Auslastung hat als die 20%.
Leider erst bei 80 PLUS Titanium wird auch eine Vorgabe zum testen bei 10% gemacht.
Würde mich über mehr Infos / Videos freuen über :
* Wie werden die NTs getestet. (für das 80+ Zertifikat und bei der PCGH)
* Was passiert wenn ein NT hochgeht.
* (nicht zum NT) mehr Infos zum undervoltig. Ein Video wie es geht (z.B. bei NV) und dann kurz einbleden bei den "gängigen" Karten was sich da empfohlen hat. Notfals eben ein zweites / drittes Video für AMD und Intel.