Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X im Test: Besser als Radeon RX 6700 XT? [Update: Preissenkung]
Update wegen Preissenkung: Die Veröffentlichung der Geforce RTX 4070 steht laut aktuellen Gerüchten kurz bevor. Doch nicht jeder Spieler ist gewillt, mehr als 600 Euro für eine Grafikkarte auszugeben. Wir bitten daher ein anderes Modell aus der Gaming-Mittelklasse zum Test: die Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X, welche ab rund 440 Euro den Besitzer wechselt.
In diesem Artikel
Update vom 19. Juli: Seit April 2023, als wir die Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X testeten, sind die Preise einiger Grafikkarten deutlich gesunken. Das gilt auch für die beiden Ampere-Geschwister Geforce RTX 3060 Ti und RTX 3060 Ti GDDR6X, um die sich in diesem Artikel alles dreht. Dieses Update soll nur auf die attraktiven Abverkaufsangebote hinweisen, die Leistung ist natürlich gleich geblieben. Sowohl die RTX 3060 Ti (GDDR6) als auch die RTX 3060 Ti GDDR6X werden derzeit für 299 Euro angeboten und führen damit das Preis-Leistungs-Ranking sowohl beim Rasterizing als auch beim Raytracing an. Damit ist gerade das G6X-Modell sehr attraktiv - beachten Sie jedoch die Erläuterungen zur Leistungsaufnahme im Test unten.
Original-Artikel vom April 2023: Die noch 2022 erschienenen Grafikkarten-Serien Geforce RTX 4000 und Radeon RX 7000 sind bärenstark, beehren jedoch nur die hohen Preisbereiche ab 850 Euro. Mit der Geforce RTX 4070 (Non-Ti) wird in Kürze ein Modell um 700 Euro erscheinen, doch das hilft Aufrüstwilligen mit einem Budget von 500 Euro wenig. Aktuellen Gerüchten ist zu entnehmen, dass neue Mittelklasse-Grafikkarten auf Basis von Nvidias Ada Lovelace (RTX 4000) und AMDs RDNA 3 (RX 7000) frühestens im Mai-Zeitraum zu erwarten sind - gesicherte Informationen gibt es dazu aber nicht. Besonders bitter ist, dass Nvidia für die Geforce RTX 4060 und RTX 4060 Ti anscheinend an 8 GiByte Speicherkapazität festhalten wird, was das Warten wenig lohnenswert erscheinen lässt. Wir bitten daher ein anderes Modell auf den Teststand: die Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X. Handelt es sich hier womöglich um einen Geheimtipp um 450 Euro?
Antworten liefert eine KFA2 Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X SG 1-Click OC Plus, welche wir vom Hersteller leihweise erhalten haben. Dabei handelt es sich um ein Custom-Design mit potenter Kühlung und kosmetischer Übertaktung ab Werk. Wir prüfen deren Leistung mit der offiziellen Nvidia-Spezifikation - selbstverständlich mit aktuellen Treibern und im Vergleich mit den Alternativen Radeon RX 6700 sowie Radeon RX 6700 XT. Eine Preis-Leistungs-Betrachtung rundet diesen Test ab.
Quelle: PC Games Hardware
Unser Test-Vehikel ist eine KFA2 Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X SG 1-Click OC Plus.
Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X im Test: Übersicht
Möglicherweise wundern Sie sich, dass wir eine derart "alte" Grafikkarte testen. Das liegt daran, dass die Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X erst vor wenigen Monaten erschienen ist und seitdem die gehobene Mittelklasse ergänzt. Die originale Geforce RTX 3060 Ti (PCGH-Test) erschien Ende 2020 und stellt eine leicht abgespeckte Geforce RTX 3070 (PCGH-Test) dar. Beide Modelle basieren auf dem zweitgrößten Ampere-Chip, dem GA104, und verwenden 8 GiByte GDDR6-Speicher mit einer Datenrate von 14 Gigatransfers pro Sekunde. Daneben existiert noch die Geforce RTX 3070 Ti (PCGH-Test), welche mithilfe von höheren Taktraten circa zehn Prozent mehr Leistung als die Non-Ti-Variante liefert. Damit war das AD104-Trio eine lange Zeit vollständig - bis jetzt. Vorhang auf für die Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X (oder kurz G6X)!
Dem Namen ist es bereits zu entnehmen: Die Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X möchte mehr 3060 Ti als 3070 sein. Wo genau Nvidia eine angemessen große Preis- oder Leistungs-Lücke zwischen den beiden Modellen erkannte, ist uns nicht ersichtlich. Dennoch quetscht sich das neue Modell zwischen die knapp 420 Euro teure Geforce RTX 3060 Ti und die circa 500 Euro kostende Geforce RTX 3070, welche um etwa 15 Prozent auseinander liegen. Die Frage, was die bei rund 440 Euro rangierende Geforce RTX 3060 Ti G6X taugt, ist somit naheliegend.
Die RTX 3060 Ti GDDR6X ist technisch interessanter, als es zunächst den Anschein macht. Sie entspricht einem Hybriden aus RTX 3060 Ti und RTX 3070 Ti: Die abgespeckte GA104-GPU mit 4.864 aktiven FP32-ALUs stammt aus dem 60er-Modell, der rasante GDDR6X-Speicher mit 19 Gigatransfers pro Sekunde hingegen von der 70er-Karte. Die RTX 3060 Ti GDDR6X, welche Nvidia auch "RTX 3060 Super" oder besser "RTX 3070 Super" (mit entsprechender Chip-Konfektion) hätte nennen können, weist somit ein völlig neues Verhältnis aus Rechenleistung und Speichertransferrate auf. Ob das genügt, um die GPU-seitig stärkere Geforce RTX 3070 einzuholen, wird sich in den Benchmarks zeigen.
Quelle: PC Games Hardware
Nvidia Geforce RTX 3060 Ti GDDR6X im Test: GPU-Z-Overview inklusive Sensoren und BIOS-Infos.
Ein offizielles Statement, welchen Sinn ein drittes Modell zwischen 400 und 500 Euro im Geforce-Portfolio hat, liegt uns nicht vor. Da die Änderung den Speicher betrifft, halten wir es gemäß Ockhams Rasiermesser: Nvidia hat unzählige GDDR6X-Speicherchips mit 19 GT/s auf Lager und möchte diese gewinnbringend einsetzen. Hier liegt jedoch ein potenzieller Stolperstein. GDDR6X benötigt pro Baustein mehr Energie als GDDR6 und stellt auch höhere Anforderungen an den Speicher-Controller im Inneren des Grafikprozessors. Somit verwundert es nicht, dass die RTX 3060 Ti G6X mit 225 Watt Boardpower spezifiziert wird - fünf Watt mehr als bei der RTX 3070 und sogar 25 Watt mehr als bei der RTX 3060 Ti. Wir sehen hier folglich nicht nur die Auswirkungen auf die Leistung, sondern auch auf den Verbrauch.
| Grafikkarte | RTX 3070 | RTX 3060 Ti GDDR6X | RTX 3060 Ti | RTX 3060 12GB | RX 6700 XT |
|---|---|---|---|---|---|
| Grafikchip | GA104-300 | GA104-202 | GA104-200 | GA106-300 | Navi 22 XT |
| Schnittstelle | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 | PCI-E 4.0 ×16 |
| Fertigungstechnologie & Foundry | 8N Samsung | 8N Samsung | 8N Samsung | 8N Samsung | N7 TSMC |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 17.400 | 17.400 | 17.400 | 12.000 | 17.200 |
| Die-Size (mm²) | 392,5 | 392,5 | 392,5 | 276 | 336 |
| Typischer GPU-Boost (MHz) | 1.725 | 1.665 | 1.665 | 1.777 | 2.424 |
| Speichertakt (MHz/GTs) | 7.001/14,0 | 9.502/19,0 | 7.001/14,0 | 7.501/15,0 | 8.000/16,0 |
| SIMDs (Xe-Cores, CUs, SMs) | 46 | 38 | 38 | 28 | 40 |
| FP32-ALUs (SP) | 5.888 | 4.864 | 4.864 | 3.584 | 2.560 |
| Raytracing-Einheiten | 46 | 38 | 38 | 28 | 40 |
| Matrix-Einheiten (Tensor, XMX) | 184 | 152 | 152 | 112 | – |
| GFLOPS FP32 (SP) | 20.314 | 16.197 | 16.197 | 12.738 | 12.411 |
| Level-2-Cache (MiByte) | 4,0 | 4,0 | 4,0 | 2,25 | 3,0 |
| Speicherinterface (Bit) | 256 | 256 | 256 | 192 | 192 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6X | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Speichertransferrate (GByte/s) | 448,1 | 608,1 | 448,1 | 360 | 384 |
| Speicherbestückung (MiByte) | 8.192 | 8.192 | 8.192 | 12.288 | 12.288 |
| Leistungsaufnahme (TBP in Watt) | 220 | 225 | 200 | 170 | 230 |
| Stromanschluss | 1× 12-/1× 8-Pol | Je 1× 8-/6-Pol | 1× 12-/1× 8-Pol | 1× 8-Pol | Je 1× 8-/6-Pol |
Einer der größten Vorteile des GA104 gegenüber dem GA106 (Geforce RTX 3060 8GB/12GB) betrifft die Anzahl der Raster-Operatoren (ROPs), welche sich unter anderem um Multisample-Kantenglättung und Blending kümmern. Die auch als Render-Backends bezeichneten Einheiten sind seit Ampere nicht mehr an die Speicherschnittstelle gekoppelt, sondern wandern in das größte Modul, aus denen Nvidia-Chips bestehen, den GPC. Da GA106 aus lediglich drei GPCs besteht, ergeben sich daraus 48 Render-Backends - wie bei der alten Geforce RTX 2060. RTX 3060 Ti, RTX 3060 Ti GDDR6X und RTX 3070 können hingegen auf 80 ROPs zurückgreifen. Hinzu kommt der 4 MiByte große Level-2-Cache (RTX 3060: 2,25 MiByte). Schneller Datenzugriff ist bei der Geforce RTX 3060 Ti G6X somit kein Problem - aber die Kapazität kann eines werden. Mehr dazu auf der folgenden Seite voller Benchmarks mit und ohne Raytracing.


Du willst doch auch nicht dass die 7900XTX mit der 4090 verglichen wird, oder?
Zu mal die 4000er Serie bis 700€ ebenso an 8GB festhält.
PCGH kann nur das testen und empfehlen, was angeboten wird.
Aufschlussreich, dass im Test erwähnt wird, dass die Speicherverwaltung von Nvidia besser ist bevor das Auge den Mangel entdeckt.
Anscheinend nutzt Nvidia den vorhandenen Speicher um 10% effektiver als Intel oder AMD.
Du willst doch auch nicht dass die 7900XTX mit der 4090 verglichen wird, oder?
Die 6X ist auch nicht der Refresh der Non 6X. Sie hat einfach nur anderen Vram bekommen.
Und die Bedeutung von " " ist Dir klar ? Deshalb mein "Refresh".