Geforce GTX Titan 2024: Spiele-Benchmarks
In diesem Artikel
Benchmarks gegen zeitgenössische Grafikkarten
Wir haben eine Weile überlegt, in welcher Form wir die Benchmarks durchführen und aufbereiten. Reduzierte Details, um gnädig und praxisnah zu sein ... oder doch maximale Details, um eine Vergleichbarkeit zu neueren Grafikkarten im Rahmen des Leistungsindex zu schaffen? Wir entschieden uns für Letzteres, um den ehemaligen "Superchip" nicht zu beleidigen - Respekt vor dem Alter schadet nicht. Höhere Auflösungen als Full HD verkneifen wir uns jedoch, wenngleich die Geforce GTX Titan einst optimal für 2.560 × 1.600 und die aufkommenden Ultra-HD-Displays geeignet oder zumindest vorbereitet war. Wir beginnen mit der isolierten Betrachtung - das leistet eine Geforce GTX Titan in aktuellen Spielen:
Autsch. Zwar sind einige Titel durchaus mit 30 bis 40 Fps spielbar, das Alter der Geforce GTX Titan macht sich jedoch klar bemerkbar. Immerhin: Probleme mit Speicherüberlauf gibt es nirgends, alle Oberflächendetails werden sauber geladen und aufrechterhalten. Wer sich flüssige Bildraten wünscht, reduziert folglich die Shader-Komplexität, lässt aber Textur- und Schatten-Details, sofern einzeln verfügbar, auf dem Maximum. FSR-Upscaling erledigt den Rest. Übrigens ist auch XeSS nutzbar, etwa in Ghostwire Tokyo, allerdings läuft der moderne Algorithmus nicht gut auf dem GPU-Rentner.
Die Basislinie ist somit eingezeichnet, Zeit für den nächsten Schritt. Im folgenden Benchmark gesellt sich eine Geforce GTX 780 Ti dazu, welche Ende 2013 den GK110-Vollausbau nebst 3 GiByte Speicher in die Waagschale warf. Damit nicht genug, wir geben beiden Grafikkarten die Sporen und lassen sie mit rund 1,25 GHz sowie maximalem Speichertakt laufen. Ob das Extrem-Overclocking die beiden alten Haudegen retten kann?
Beim Blick auf das Overclocking-Potenzial und was dabei herauskommt, könnte man beinahe wehmütig werden. Gegenüber dem Standard-Boost irgendwo zwischen 902 und 1.006 MHz kann die auf 1.254 MHz beschleunigte "Super-Titan" um bis zu 34 Prozent zulegen. Versuchen Sie das mal mit einer modernen Grafikkarte - hier sind Sprünge im 10-Prozent-Rahmen realistisch. Die Abstände zwischen GTX 780 Ti und GTX Titan fallen meist so aus, wie man es von 2013 und darüber hinaus kennt. In einigen Fällen zahlt sich der verdoppelte Speicher stark aus; die entsprechenden Spiele haben wir an den Anfang des Benchmarks geschoben. Was die Balken nicht verraten: Die Geforce GTX 780 Ti erzielt zwar eine zur Titan konkurrenzfähige Leistung, hinkt in Sachen Oberflächenqualität jedoch hinterher - wegen Speicherüberlaufs werden Texturdetails nur langsam nachgeladen oder fallen gänzlich dem Riftstift zum Opfer. Einige Spiele warnen im eigenen Grafikmenü, indem sie eine Prognose zum erwarteten Füllstand des Speichers abgeben, priorisieren jedoch die Bildrate vor der -qualität.
Benchmarks gegen Radeon RX 6400
Nehmen wir an, Sie haben sich 2013 eine Geforce GTX Titan gekauft, diese (wie wir) mit einer BIOS-Modifikation sowie starker Kühlung versehen und spielen seitdem damit. Die ständigen Warnmeldungen neuer Spiele wirken jedoch ermüdend, also muss etwas Neues her. Während klar ist, dass das aktuelle High-End rund um Geforce RTX 4080 Super und Radeon RX 7900 XTX ein gigantisches Upgrade im Bereich des Faktors 10 (!) darstellt, bleibt eine Frage offen: Kann es eine aktuelle Low-End-Grafikkarte mit dem einstigen Superchip aufnehmen? Das haben wir stichprobenartig anhand einer Radeon RX 6400 ausprobiert, welche uns freundlicherweise von Zed Up zur Verfügung gestellt wurde. Die AMD-Karte kommt ohne Stromstecker aus und ist im Low-Profile-Format erhältlich, ergo ein ganz anderes Kaliber aus einer ganz anderen Zeit. Sehen wir uns an, was Navi 24 gegen GK110 ausrichten kann (beachten Sie dazu die Spezifikationstabelle auf Seite 1 dieses Artikels):
Enthusiast-Produkt von 2013 gegen 2022er-Sparflamme: Die Radeon RX 6400 kann der Geforce GTX Titan tatsächlich das Wasser reichen. Auf welches Pferd hätten Sie gesetzt? AMDs moderner Winzling schlägt Nvidias angestaubten Boliden in 9 von 12 Spielen. Der Abstand ist selten deutlich und schrumpft bei den Perzentilen, lässt sich aber nicht von der Hand weisen. Das Blatt wendet sich erst nach maximaler Übertaktung der Titan, bei der die Grafikkarte zeitweise über 300 Watt abruft, während die RX 6400 im 50-Watt-Bereich rangiert. Werfen wir zum Abschluss noch einen Blick auf das große Ganze in Gestalt des 3DMark. Hier mischen alle erdenklichen Grafikkarten seit 2013 mit; zwecks besserer Übersicht haben wir nur 25 Modelle eingeblendet:
Der 3D Mark spiegelt unsere obigen Spiele-Benchmarks mit ausreichender Präzision wider, bewertet die Radeon RX 6400 jedoch etwas besser. Ausgehend von den genannten Grafikkarten stellt bereits die Mittelklasse der vorherigen Generation - gemeint sind die Modelle Radeon RX 6600 (XT) und Geforce RTX 3060 - ein Upgrade zwischen dem Faktor 2,5 und 3 dar, bei einer Radeon RX 7600 und Geforce RTX 4060 noch deutlich mehr. Randnotiz: Im Time Spy Extreme, welcher die Ultra-HD-Leistung skizziert, ist eine Geforce RTX 4090 beinahe um Faktor 14 schneller als eine Geforce GTX Titan.
Geforce GTX Titan: Fazit nach 11 Jahren
"Die PCGH-Grafikkartentester sind sich einig: Die Geforce GTX Titan ist eine fantastische Grafikkarte, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. Im gewichteten PCGH-Leistungsindex platziert sie sich mit dem von Nvidia gewählten Standard-Boost rund 20 Prozent vor AMDs Radeon HD 7970 GHz Edition", so lautete unser Fazit zur Geforce GTX Titan vor elf Jahren. Der einzige ernsthafte Kritikpunkt war der damals stolze Preis von rund 950 Euro, welcher knapp dem Doppelten entsprach, das man von Single-GPU-Grafikkarten gewohnt war. Wie sich Zeiten ändern - heutzutage würden wir jubeln, wenn eine entsprechende Enthusiasten-Grafikkarte wie die erwartete Geforce RTX 4090 Ti für eine dreistellige Summe erschiene.
Bildergalerie
Die Entwicklungskurve der Geforce GTX Titan liefert interessante Anhaltspunkte zur Bewertung der Langlebigkeit einer Grafikkarte. Diese sind keineswegs universell anwendbar, dennoch lassen sich aus diesem Beispiel einige Lehren ziehen. Punkt 1 betrifft die Kapazität des Grafikspeichers: Mehr ist besser, gerade mit steigender Nutzungsdauer. An dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln, da neue Spiele mit modernen Materialien, komplexeren Assets und immer besserer Beleuchtung mehr Platz im Speicher benötigen als alte. Doch der Speicher ist nur eine von mehreren Säulen. Die GPU, das Herz einer jeden Grafikkarte, muss ebenfalls für die Erfordernisse der Zukunft gewappnet sein. Wie diese aussehen, ist bei der Entwicklung einer neuen Mikroarchitektur nicht immer sicher - man kann Glück, aber auch Pech haben. Wie viele Transistoren investiere ich in optionale, möglicherweise irgendwann nützliche Features? Blickt man auf Kepler, hätte mehr Weitsicht bei den Gaming-Features eine bessere Zukunft gebracht. Sieht man sich GK110 im Speziellen an, wird klar, dass der Fokus nicht primär auf dem Gaming liegt, sondern auch auf wissenschaftlichen Berechnungen. AMD hat hier rückblickend den besseren Riecher gehabt: Der ebenfalls 2013 erschienene Hawaii-Chip (Radeon R9 290X) bringt deutlich mehr DirectX-Funktionen mit, welche später im Rahmen von DirectX 12 zu wichtigen Standards erhoben wurden.
In der Geschichte gab es immer Sieger und Verlierer. In der jüngeren Vergangenheit gibt es zwei Architekturen, auf die genau das zutrifft. Auf der einen Seite ist Turing alias Geforce RTX 2000 zu nennen. Diese Nvidia-Generation hält sich hervorragend, da sie im Herbst 2018 beinahe alle Funktionen einführte, welche heutzutage zum guten Ton gehören - Nvidias Marktmarkt und Mitspracherecht im DirectX-Gremium trägt sicher einen Teil bei. Raytracing, Upsampling, das volle Feature Set von DirectX 12 Ultimate: Damit kann man noch einige Zeit Spaß haben ... sofern man Punkt 1, die Speichermenge, bedacht hat. Bedauerlicherweise erfüllen nur zwei Turing-Modelle dieses Kriterium, die Geforce RTX 2080 Ti (11 GiByte) und die Titan RTX (24 GiByte). Auf der anderen Seite steht RDNA (1), besser bekannt als Radeon RX 5000. Zwar erschienen entsprechende Grafikkarten erst im Sommer 2019, lassen jedoch einige DX12U-Features vermissen. Raytracing und Mesh Shader: Fehlanzeige. Zwar war von Anfang an klar, dass RDNA nicht so gut altern würde wie Turing, die Auswirkungen sind jedoch erst heute, bald fünf Jahre später, deutlich zu spüren. Doch selbst wenn die Hardware gerüstet ist, kann der Marathon doch vorzeitig enden, falls der Stecker bei der Treiber-Entwicklung gezogen wird - wie bei der Titan.
Was halten Sie von diesem Format, Meilensteine der Grafikkarten-Entwicklung erneut zu bewerten? Beachten Sie dazu auch die Betrachtung "5 Jahre Vega". Weitere Ideen auf unserer langen Liste, die bislang am Faktor Zeit scheiterten, sind der Pascal-Nachruf sowie eine genaue Betrachtung des gerade gelobten Turing-Pakets. Was würden Sie gerne zuerst lesen? Feedback und eine Diskussion sind, wie immer, ausdrücklich erwünscht!

ist halt für welche die eine Gt 9600 oder schwächer als gpu haben gedacht. Da merkt der spieler dann auch keinen unterschied mehr. Ist halt bei solchen 2gb mit 64 gb/s oder weniger gedacht.
könnte mir vorstellen mit einem core 2 duo oder core 2 quad, könnte sich die 6400 von AMD durchaus gut schlagen. Denn eines ist sicher, ist die gpu zu stark wird sie ja eh von der CPU dann limitiert.
Das sind ja dann diese low Ende user die sich keine aktuelle Plattform gönnen wollen weil sie ja nur alte bzw uralte games rein ziehen wollen.
Man braucht halt ein bestimmtest Minimum an Speicher für Moderne Spiele.
Ob das nun 4-12 Gib sind in full hd überlasse ich jetzt mal euch.
Aber Textur Details kosten keine Rechenpower. Punkt.
Für schönes Full hd Gaming sind 8Gib ausreichend heute. eine 6500xt stehen 8Gib super, eine 6400 reichen auch schon 4 bzw (meine ich das Sie als Karte nicht an Gamer gerichtet ist).
Speichergröße und bandbreite ist bei den sub 300€ karten teils arg beschnitten.