Geforce GTX 770 im Test: Kleiner Titan oder GTX 680 Ultra?
Die GTX 770 im Test - Nvidia lässt die Geforce GTX 770 vom Stapel: Für 329 Euro plus Mehrwertsteuer ist der GTX-670/680-Nachfolger eine preisliche Kampfansage an AMD. Wie viel besser als die erste Kepler-Generation die Geforce GTX 770 ist, klärt unser ausführlicher Test der High-End-Grafikkarte.
Quelle: Nvidia
GK104-Blockdiagramm
Mit der Geforce GTX 770 bringt Nvidia eine "Geforce 680 Ultra" im Titanenkleid - nachdem die ebenfalls frische GTX 780 nach der GTX Titan die zweite Desktop-Grafikkarte auf GK110-Basis war. Doch was sich auf den ersten Blick wenig aufregend anhört, könnte es ganz schon in sich haben. Denn der wertige Titan-Kühler verspricht leise Kühlung und Nvidia hat neben ein paar Taktstufen bei der GPU den temperaturabhängigen GPU-Boost 2.0 sowie den ersten 7-Gbps-GDDR5-RAM für die Geforce GTX 770 reserviert. Doch damit nicht genug: Der unverbindlich empfohlene Preis von rund 390 Euro (Bestpreis im Moment sogar bei 380 Euro!) ist eine Kampfansage an AMD, unterbietet er doch den derzeitigen Straßenpreis der langsameren GTX 680. Ob die GTX 770 der Radeon HD 7970 GHz Edition damit insgesamt überlegen ist, klären wir im Folgenden.
Kurze Notiz am Rande: Laut Nvidia-Dokumenten sollen die GTX 780 und 770 ihre Namensvorgänger aus der 600er-Reihe im Portfolio ablösen ("take the place of... in our lineup"). Auf Nachfrage wollte Nvidia allerdings nicht weiter ausführen, ob die GTX 680 und 670 nun eingestellt und abverkauft werden oder im Line-Up weiter nach unten rutschen.
Geforce GTX 770 im Test: Spezifikationen
An der grundllegenden Chipkonfiguration hat Nvidia gegenüber der GTX 680 nichts geändert, Tools wie GPU-z lesen sogar dasselbe Stepping "A2" aus. Damit arbeiten weiterhin 1.536 Shader-Einheiten (im Nvidia-Sprech Cuda-Kerne genannt) samt angeschlossener 128 Textureinheiten und einem 256 Bit breiten Speicherinterface an der Berechnung von (hoffentlich) flüssiger Spielegrafik. Die Renderpipeline vom Rasterizer bis zu den ROPs ist durchgängig breit genug für 32 32-Bit-Pixel pro Takt. Standardmäßig ist unser Referenzmuster mit 2 GiByte GDDR5-Speicher ausgestattet, es soll aber auch breitflächig 4-GiB-Versionen der Karte geben - angesichts entsprechender GTX-680-Versionen keine Überraschung. Was hingegen nur die wenigsten GTX-680-OC-Modelle bieten ist der flinke Speicher: Erstmals kommt auf einer Grafikkarte 7,0 Gbps schneller GDDR5-RAM zum Einsatz - das entspricht 3,5 GHz Speichertakt. Die Übertragungsrate des Speichers steigt damit um 17 Prozent von 192 auf 224 Gigabyte pro Sekunde und entschärft einen Flaschenhals der GK104-Chips. In Sachen Kapazität steht man damit weiterhin unter respektive über den Radeon-7900-Modellen, ohne deren 3-GiB-Ausbau genau zu treffen (wie es die GTX 780 tut).
Die Spezifikation der Geforce GTX 770 neben der Titan und im Vergleich mit vorigen High-End-Grafikkarten:
| Modell | GTX Titan | GTX 780 | GTX 770 | GTX 680 | GTX 580 | HD 7970 GHz Edition | HD 7970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Circa-Preis Markteinführung (Euro) | 950,- | 649,- | 391,51* | 499,- | 479,- | 499,- | 499,- |
| Codename/Direct-X-Version | GK110/11.0 | GK110/11.0 | GK104/11.0 | GK104/11.0 | GF110/11.0 | Tahiti XT2/11.1 | Tahiti XT/11.1 |
| Fertigungstechnik/Chipgröße | 28 nm/551 mm² | 28 nm/550 mm² | 28 nm/294 mm² | 28 nm/294 mm² | 40 nm/520 mm² | 28 nm/365 mm² | 28 nm/365 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 7.100 | 7.100 | 3.540 | 3.540 | 3.000 | 4.313 | 4.313 |
| SP-Rechenleistung (Mrd. FLOPS) | 4.500 | 3.977 | 3.210 | 3.090 | 1.581 | 4.096 | 3.788 |
| DP-Rechenleistung (Mrd. FLOPS) | 1.300** | 166 | 134 | 129 | 198 | 1.024 | 947 |
| Dreiecksdurchsatz (Mio./s) | 5.859 | 5.178 | 4.184 | 4.024 | 3.088 | 2.000 | 1.850 |
| Pixeldurchsatz (Mrd. Pixel/s) | 33,5 | 27,6-34,5*** | 32,2 | 32,2 | 24,7 | 32 | 29,6 |
| Texturleistung (Mrd. Texel/s) | 187,5 | 165,7 | 128,8 | 128,8 | 49,4 | 128 | 118,4 |
| Speicherübertragungsrate (GByte/s) | 288,4 | 288,4 | 224,3 | 192 | 192,4 | 288 | 264 |
| Takt Grafikchip/ALUs (Megahertz) | 837 | 863 | 1.046 | 1.006 | 772/1.544 | 1.000 | 925 |
| Boost-Takt Grafikchip (Megahertz) | 876 | 902 | 1.085 | 1.058 | | 1.050 | |
| Takt Grafikspeicher (Megahertz) | 3.004 | 3.004 | 3.505 | 3.004 | 2.004 | 3.000 | 2.750 |
| Shader-/SIMD-/Textureinheiten | 2.688/14/224 | 2.304/12/192 | 1.536/8/128 | 1.536/8/128 | 512/16/64 | 2.048/32/128 | 2.048/32/128 |
| Raster-Endstufen (ROPs) | 48 | 48 | 32 | 32 | 48 | 32 | 32 |
| Speicheranbindung (parallele Bit) | 384 | 384 | 256 | 256 | 384 | 384 | 384 |
| Übliche Speichermenge (MiByte) | 6.144 | 3.072 | 2.048 | 2.048 | 1.536 | 3.072 | 3.072 |
| PCI-Express-Stromanschlüsse | 1x 6- & 1x 8-pol. | 1x 6- & 1x8-pol. | 1x 6- & 1x8-pol. | 2x 6-polig | 1x 6- & 1x 8-pol. | 1x 6- & 1x 8-pol. | 1x 6- & 1x 8-pol. |
* Unverbindliche Preisempfehlung seitens Nvidia: 329 Euro plus 19% MwSt. **Nvidia gibt an, dass GK110 für den 1/3-Speed-DP-Modus zum Teil heruntertakten muss - rechnerisch auf Tesla-K20X-Niveau mit 732 MHz. ***Pixelfüllrate hängt von der Verteilung der aktiven SMX auf die GPCs ab. Es sind vier GPCs à 3 SMX möglich oder 5 GPCs mit insgesamt drei deaktivierten SMX.
In diesem Artikel
- Seite 1 Geforce GTX 770 im Test: Einleitung, Spezifikation
- Seite 2 Geforce GTX 770 im Test: Leistungsaufnahme, Lautheit, Boost 2.0
- Seite 3 Geforce GTX 770 im Test: Spiele-Benchmarks in 1080p und 4K, Overclocking
- Seite 4 Geforce GTX 770 im Test: Fazit
- Seite 5 Geforce GTX 770 im Test: Testsystem
- Seite 6 Bildergalerie

Abseits dessen ist die GeForce GTX 770 eine 'aufgebohrte', zur Kompensation der starken Speicherdurchsatz-Limitierung ihres GK104-Chips mit 7Gbps-RAM bestückte und hochgetaktete GTX 680.