Geforce GTX 590 mit Dual-GPU vor 15 Jahren: Gelang die Attacke auf AMDs Radeon HD 6990? [Video-Update]
Mit der Geforce GTX 590 auf Basis zweier Fermi-Chips des Typs GF110 blies Nvidia am 24.3.2011 zur Attacke auf AMDs Radeon HD 6990. Doch konnte Nvidia mit der Dual-GPU-Grafikkarte auch einen Treffer landen?
Hinweis: Auch hier sei erwähnt, dass sich PCGH-Grafikkarten-Fachredakteur Raffael Vötter in einem aktuellen Video an die beiden "Dual-GPU-Streithähne" Radeon HD 6990 und Geforce GTX 590 erinnert, die fast zeitgleich von AMD und Nvidia auf den Markt gebracht wurden. Viel Spaß mit dem Short-Video.
2011 war eine Zeit, in der sich Grafikkartenhersteller mit immer größeren Chips, höheren Taktraten und spektakulären Dual-GPU-Lösungen überboten. Mit der Radeon HD 6990 (PCGH-Retro-Artikel), intern "Antilles" genannt, hatte AMD nur wenige Tage Vorsprung.
Test der Geforce GTX 590
Heute vor genau 15 Jahren schickte Nvidia die Geforce GTX 590 (PCGH-Test) in den Markt - mit zwei GF110 im Vollausbau. Im direkten Vergleich mit der Radeon HD 6990 musste die Geforce GTX 590 zeigen, ob Nvidia erstmals seit der 9800 GX2 wieder den Multi-GPU-Thron erklimmen konnte. Heute wirkt der alte PCGH-Test wie ein Zeitdokument aus einer Ära, in der maximale Fps, brachiale Leistungsaufnahme und kompromissloses High-End wichtiger waren als Effizienz. Die Basis der Geforce GTX 590 bildeten zwei GF110 mit vollen 16 SIMDs, jede GPU bot also 512 ALUs und 64 TMUs, allerdings mit klar reduziertem Takt gegenüber der Geforce GTX 580. PCGH ordnete das schon damals treffend ein: "Auf dem Papier ist die Geforce GTX 590 daher rechnerisch nur knapp 60 Prozent schneller als die Geforce GTX 580". Schon an dieser Stelle zeigte sich, wie groß der Spagat bei einer solchen Karte war.
Geforce GTX GTX 590 im Test: Spezifikationen
| Modell | GTX 590 | GTX 580 | GTX 570 | GTX 560 Ti | HD 6990 | HD 6970 | HD 5870 | HD 6870 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Circa-Preis (Euro) | TBD | 400,- | 280,- | 190,- | 550,- | 280,- | 170,- | 150,- |
| Markteinführung | Mrz 11 | Nov 10 | Dez 10 | Jan 11 | Mrz 11 | Dez 10 | Sep 09 | Okt 10 |
| Codename (Fertigung) | 2x GF110 | GF110 | GF110 (40 nm) | GF114 | 2x Cayman XT | Cayman XT | Cypress XT | Barts XT |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 2x 3.088 | 3.088 | 3.088 | 1.950 | 2x 2.640 | 2.640 | 2.150 | 1.700 |
| Strukturbreite (nm) | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 | 40 |
| Rechenleistung (GFLOPS, 32 Bit/SP) | 2x 1.245 | 1.581 | 1.405/176 | 1.263 | 2x 2.550 | 2703 | 2.720 | 2.016 |
| Rechenleistung (GFLOPS, 64 Bit/DP) | 2x 156 | 198 | 1.405/176 | 105 | 2x 637 | 676 | 544 | 0 (sic) |
| Polygondurchsatz (Mio Dreiecke/s.) | 2x 2.432 | 3.088 | 3.088 | 1.644 | 2x 1.660 | 1.760 | 850 | 900 |
| Pixeldurchsatz (GPix/s.) | 2x 19,5 | 24,7 | 23,4 | 13,2 | 2x 26,6 | 28,2 | 27,2 | 28,8 |
| Texturleistung (GTex/s.) | 2x 38,9 | 49,4 | 43,9 | 52,6 | 2x 79,7 | 84,5 | 68 | 50,4 |
| Speicherbandbreite (Gigabyte/s.) | 2x 163,9 | 192,4 | 152 | 128,3 | 2x 160 | 176 | 153.6 | 134,4 |
| Takt Grafikchip/Shader (MHz) | 608/1.215 | 772/1.544 | 732/1.464 | 822/1.644 | 830/830 | 880/880 | 850/850 | 900/900 |
| Takt Videospeicher (MHz) | 1.707 | 2.004 | 1.900 | 2.002 | 2.500 | 2.750 | 2.400 | 2.100 |
| Anzahl SIMD-Einheiten | 2x 16 | 16 | 15 | 8 | 2x 24 | 24 | 20 | 14 |
| Anzahl Shader | 2x 512 | 512 | 480 | 384 | 2x 1.536 | 1536 | 1.600 | 1.120 |
| Anzahl Textureinheiten | 2x 64 | 64 | 60 | 64 | 2x 96 | 96 | 80 | 56 |
| Anzahl Raster-Operatoren | 2x 48 | 48 | 40 | 32 | 2x 32 | 32 | 32 | 32 |
| Speicheranbindung (Bit) | 2x 384 | 384 | 320 | 256 | 2x 256 | 256 | 256 | 256 |
| Übliche Speichermenge (MiByte | 2x 1.536 | 1.536 | 1.280 MiByte | 1.024 | 2x 2.048 | 2.048 | 1.024 | 1.024 |
| Üblicher Speichertyp | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 | GDDR5 |
| PCI-E.-Stromanschluss (Netzteil) | 2x 8-polig | 1x 6+ 1x8-polig | 2x 6-polig | 2x 6-polig | 2x 8-polig | 1x 6+ 1x8-polig | 2x 6-polig | 2x 6-polig |
| Leistungsaufnahme (TDP, lt. Hst.) | 365 Watt | 244 Watt | 219 Watt | 170 Watt | 375 Watt | 200 Watt | 188 Watt | 151 Watt |
| Einbautiefe im Gehäuse ab Slotblende (mm) | 281 | 267 | 267 | 229 | 305 | 275 | 282 | 250 |
Geforce GTX GTX 590 im Test: Impressionen und Kühlung
Auch die Konstruktion war ein Stück High-End-Nostalgie pur. "Wie die zweite Auflage der Geforce GTX 295 setzt Nvidia die beiden GF110-GPUs auf eine Platine." Dazu kamen "ein mittig positionierter Axialpropeller mit 85 Millimetern Durchmesser", eine 12-lagige Platine und eine Backplate "mit schicken Nvidia-Streifen". Solche Beschreibungen transportieren bis heute das Gefühl einer Zeit, in der Enthusiasten allein beim Anblick einer Platine ins Schwärmen gerieten.
Weniger romantisch fielen die damaligen Messwerte aus. "Mit über 50 Watt im Leerlauf erweist sich die Geforce GTX 590 als wenig sparsam", und unter Last zeigten sich laut Test "die Fermi-Gene der Geforce GTX 590". Besonders prägnant blieb die Formulierung, dass sie "im Tessmark gar 444 Watt aus der Steckdose" zog. Trotzdem überraschte die Karte akustisch: "Für ihre Leistung aber ist die Geforce GTX 590 überraschend leise." Genau diese Widersprüche machten solche Dual-GPU-Boliden damals so faszinierend.
| Geforce GTX 590 | Geforce GTX 580 | GTX 560 Ti | Radeon HD 6990* | Radeon HD 6970* | Radeon HD 6870 | Radeon HD 5870 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautstärke | |||||||
| Leerlauf | 2,0 Sone | 0,8 Sone | 0,8 Sone | 1,9 Sone | 0,5 Sone | 0,7 Sone | 0,5 Sone |
| Battlefield: Bad Company 2 | 3,7 Sone | 3,4 Sone | 1,1 Sone | 10,2 Sone | 4,8 Sone | 3,8 Sone | 3,1 Sone |
| Maximale Last im Test | 5,6 Sone | 5,9 Sone | 2,1 Sone | 10,2 Sone (14,5 Sone)** | 11,0 Sone | 4,8 Sone | 6,4 Sone |
| Leistungsaufnahme | |||||||
| Leerlauf | 54 Watt | 33 Watt | 16 Watt | 42 Watt | 22 Watt | 20 Watt | 22 Watt |
| Battlefield: Bad Company 2 | 343 Watt | 221 Watt | 152 Watt | 328 Watt (374 Watt)** | 186 Watt | 117 Watt | 138 Watt |
| Maximale Last im Test | 444 Watt | 312 Watt | 208 Watt | 376 Watt (506 Watt)** | 218 Watt | 158 Watt | 186 Watt |
| Temperatur GPU | |||||||
| Leerlauf | 38 °C | 39° C | 29 °C | 48 °C | 45 °C | 37 °C | 38° C |
| Battlefield: Bad Company 2 | 84 °C | 85° C | 74 °C | 86 °C | 81 °C | 74 °C | 68° C |
| Maximale Last im Test | 87 °C | 87° C | 85° C | 86 °C (90°C)** | 90 °C | 84° C | 86° C |
Geforce GTX 590 im Test: Benchmarkauswahl und Fazit
In unserem Test fühlen wir den Grafikkarten in folgenden Spielen auf den Zahn:
• Battlefield: Bad Company 2 (DX11)
• Call of Duty: Modern Warfare 2 (DX9)
• Colin McRae Dirt 2 v1.1 (DX11)
• Crysis Warhead v1.1 (DX10)
• Grand Theft Auto 4 v1.0.7.0 (DX9)
• Metro 2033 (DX10/DX11)
Aufgrund geringer Taktraten musste die Geforce GTX 590 die Radeon HD 6990 in den meisten Spielen in einer Auflösung von 2.560 × 1.600 Pixeln ziehen lassen - darunter reichten selbst eine Geforce GTX 580 oder Radeon HD 6970 oft für Supersampling-AA und flüssige Bildraten. Noch deutlicher wurde das Fazit mit dem Satz aus dem originalen Text: "Was am Ende bleibt, ist ein sehr hoher Aufwand seitens Nvidia, um am Ende doch am Fps-Balken der Radeon HD 6990 zu scheitern." Je mehr Pixel und je höher die Qualität der Kantenglättung, desto weiter setzte sich die Radeon HD 6990 von der Geforce GTX 590 ab. Für ihre Leistung war die Geforce GTX 590 überraschend leise, mit 3,7 Sone in Bad Company 2 lag sie weit unter der Radeon HD 6970. Im Fazit hieß es: "Gesetzt den Fall, Sie setzen die Geforce unter Wasser, sollte diese ein enorm hohes Übertaktungspotenzial bieten und die Radeon HD 6990 knacken - sofern denn Ihre Kühlung und Ihr Netzteil diese Beanspruchung überhaupt mitmachen und Sie bereit sind, die UVP von 639 Euro für die Geforce GTX 590 zu bezahlen". Aus heutiger Sicht wirken die GTX 590 wie auch die HD 6990 wie Relikte aus einer anderen Ära. Moderne High-End-Grafikkarten setzen auf einzelne, immer effizientere GPUs statt auf Multi-GPU-Designs mit Crossfire oder SLI.
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Nichts gegen Voodoo-2-SLI, das war eine brachiale Lösung, aber gegenüber der späteren Onboard-Kopplung war die Heirat mittels Flachbandkabeln nicht optimal. Neben durchaus sichtbaren Scanlines war die Skalierung nicht perfekt (auch nicht, wenn man das damals omnipräsente CPU-Limit eliminiert).
AFR war hingegen schon immer eine aus der Not geborene Lösung, da die althergebrachten Verfahren nicht mit modernen Render-Methoden funktionieren. In einer perfekten Welt würde man die Arbeit Pixel- und nicht Frame-weise aufteilen.
Macht das mal mit AFR!
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[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]Single-, Dual- und Quad-GPU
MfG
Raff
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Hier noch ein Vergleich zur späteren 770
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