GTX 1080: Lob und Kritik im ersten Linux-Test der Pascal-Grafikkarte

24
News George J. King Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die Nvidia Geforce GTX 1080 liefert auch unter Linux enorm viel Leistung.
Quelle: Nvidia

Die meisten Tests der neuen Geforce GTX 1080 von Nvidia beziehen sich auf die Leistung unter Windows. Nun gibt es auch das erste ausführliche Review der Pascal-Grafikkarte unter Linux, bei dem allerdings noch keine Open-Source-Treiber zur Verfügung standen. Das Fazit sieht ähnlich aus wie bei den Tests unter Windows.

Die auf Linux spezialisierte Webseite Phoronix hat den ersten ausführlichen Test der neuen Geforce GTX 1080 von Nvidia unter dem freien Betriebssystem veröffentlicht. Dabei kam ein Rechner mit einem 4 GHz schnellen Intel Xeon E3-1280 v5, 15 GByte RAM und Ubuntu 16.04 zum Einsatz, auf dem der aktuelle Nvidia-Treiber in Version 367.18 installiert war.

Wie bei den vielen Tests der Grafikkarte unter Windows kann sich die Geforce GTX 1080 auch hier vor eine Geforce GTX Titan X schieben, auch wenn der Abstand geringer ausfällt als unter Windows. Allerdings wurden für den Test neben mehreren synthetischen Benchmarks wie Unigine Heaven, Unigine Valley oder GPU-Test nur die beiden Open-Source-Spiele Tesseract und Xonotic verwendet, sodass ein direkter Vergleich mit den Windows-Ergebnissen anderer Tests nur schlecht möglich ist.

Die Treiber von Nvidia erhalten von Phoronix ein besonderes Lob, da sie schon zum Verkaufsstart der Geforce GTX 1080 in "großartigem Zustand" sind. Ein Wermutstropfen ist allerdings, dass es aktuell noch keine Open-Source-Treiber für die neue Grafikkarte gibt und das wohl auch für mehrere Monate so bleiben dürfte.

Die hohe Leistung der Geforce GTX 1080 hat allerdings auch ihren Preis und daher sind die Kosten für die Grafikkarte auch der zweite Kritikpunkt von Phoronix. "Wenn mein Kreditkarten-Auszug kommt, werde ich wohl ein paar bayrische Biere trinken und Loops meiner OpenGL/OPenCL/Vulkan-Benchmarks über die Phoronix-Testsuite ansehen, um mit dem Preis zurechtzukommen und mich daran zu erinnern, was für eine fantastische Karte die GTX 1080 in Sachen Rohleistung und Energieeffizienz geworden ist", so ein Teil des Fazits.

24
    • Kommentare (24)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von drchef Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von iGameKudan
        Wieso sind bei Linux eigentlich alle auf OpenSource-Treiber scharf? Was ich so bisher gelesen habe, klingt eher danach, dass die OpenSource-Treiber für Spiele mehr oder weniger unbrauchbar sind und nur Grundfunktionen bereitstellen...
        Nicht wenige sind auch an OpenSource-Treibern für Windows interessiert.

        Und entgegen allen Wirtshausbehauptungen in diesem Thread sind Linuxspieler sehrwohl interessant: 0.8% Steam Linuxnutzer ergeben ziemlich genau 1000000 Nutzer (Stand Feb. 2015)

        Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur eine Person in dieser Branche gibt, welche auf 1 Million Nutzer verzichten möchte.

        Sieht man ja auch an der immer weiter wachsenden Anzahl an Linuxgames
      • Von drchef Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von iGameKudan
        Wieso sind bei Linux eigentlich alle auf OpenSource-Treiber scharf? Was ich so bisher gelesen habe, klingt eher danach, dass die OpenSource-Treiber für Spiele mehr oder weniger unbrauchbar sind und nur Grundfunktionen bereitstellen...
        Nicht wenige sind auch an OpenSource-Treibern für Windows interessiert.

        Und entgegen allen Wirtshausbehauptungen in diesem Thread sind Linuxspieler sehrwohl interessant: 0.8% Steam Linuxnutzer ergeben ziemlich genau 1000000 Nutzer (Stand Feb. 2015)

        Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur eine Person in dieser Branche gibt, welche auf 1 Million Nutzer verzichten möchte.

        Sieht man ja auch an der immer weiter wachsenden Anzahl an Linuxgames
      • Von oldsql.Triso Volt-Modder(in)
        Zitat von rum
        Find' ich echt super von NVidia, das sie für Ihre neue Hardware bereits ausgereifte und kostenfreie Treiber für Linux anbieten. Ich erhoffe mir das auch so von AMD!
        Fahre selber ein Mint DBE2 mit einem A8 7600 in WQHD - läuft alles bestens. Surfen, Office, ... nur Spiele nicht (aufgrund der HW).
        Laufen Spiele auf Linux nativ allgemein (ohne Wine etc.) "änlich gut" wie unter Windows?
        Gruß, Rum
        Dazu gibt es genügend Benchmarks im Netz, einfach mal googlen. Aber insgesamt sind die Spiele, die nativ unter Linux laufen, langsamer als auf dem Windows-Pendant (FPS). Auch beobachten viele Tester schlimmere Frameeinbrüche. Es wird sicherlich noch eine ganze Weile dauern bis 'Gaming under linux' eine Sache ist.

        Zitat von Limit
        Bereits zu Zeiten einer ATI Mach 64 gab es Open-Source Treiber. Die deckten zwar eher nur die Grundbedürfnisse ab, liefen dafür aber vollkommen problemlos. Deutlich intensiviert hat AMD die Open-Source Treiberentwicklung dann vor 1-2 Jahren. Mittlerweile funktionieren sie wunderbar und auch die Performance ist sehr ordentlich. Was natürlich nicht enthalten sind, sind applikationsspezifische Optimierungen. In Zukunft (angefangen mit Tonga/Fiji, später ausgedeht auf alle alten GCN und natürlich alle neuen GPUs) wird der propritäre Treiber einfach nur noch eine Bibliothek sein, die auf dem offenen Treiber aufbaut, d.h. irgendwelche Inkompatibilitäten zu neuen Kernel-Versionen wird es nicht mehr geben.
        Das mit "liefen dafür aber vollkommen problemlos" stimmt einfach nicht. Wenn ich an meine kurze Suse-Zeit erinnere, war es selbst mit dem OpenSource-Treiber eine Qual. Und man kann sich viel streiten und debattieren, aber overall hinkt der AMD-Treiber dem von NV in Sachen Linux noch hinterher. Abstand wird zwar geringer, aber der Grundton den ich wahrnehme ist deutlich pro NV wenn es um Linux geht. Aber bin auch zulange raus um mir davon selbst ein Bild machen zu wollen.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Find' ich echt super von NVidia, das sie für Ihre neue Hardware bereits ausgereifte und kostenfreie Treiber für Linux anbieten. Ich erhoffe mir das auch so von AMD!
        Fahre selber ein Mint DBE2 mit einem A8 7600 in WQHD - läuft alles bestens. Surfen, Office, ... nur Spiele nicht (aufgrund der HW).
        Laufen Spiele auf Linux nativ allgemein (ohne Wine etc.) "änlich gut" wie unter Windows?
        Gruß, Rum
      • Von Limit Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von drchef
        Naja aber hier muss man auch erwähnen, dass AMD vor diesen Monaten nichts für Linux gebracht haben. Jahrzehnte gabs nur den proprietären Treiber von ATI/AMD und der hat noch nie funktioniert.
        Bereits zu Zeiten einer ATI Mach 64 gab es Open-Source Treiber. Die deckten zwar eher nur die Grundbedürfnisse ab, liefen dafür aber vollkommen problemlos. Deutlich intensiviert hat AMD die Open-Source Treiberentwicklung dann vor 1-2 Jahren. Mittlerweile funktionieren sie wunderbar und auch die Performance ist sehr ordentlich. Was natürlich nicht enthalten sind, sind applikationsspezifische Optimierungen. In Zukunft (angefangen mit Tonga/Fiji, später ausgedeht auf alle alten GCN und natürlich alle neuen GPUs) wird der propritäre Treiber einfach nur noch eine Bibliothek sein, die auf dem offenen Treiber aufbaut, d.h. irgendwelche Inkompatibilitäten zu neuen Kernel-Versionen wird es nicht mehr geben.

        Zitat von drchef
        NVidia macht in dem Bereich zwar auch wenig aber immerhin machen sie schon sehr langen immerhin ein paar commits im freien Treiber.
        nVidia kümmert sich nur um Tegra. Der offenen Noveau-Treiber bekam z.B. erst vor kurzem überhaupt Powermanagement für Maxwell, weil nVidia die dafür nötigen Informationen bis dahin nicht freigeben wollte.

        Zitat von drchef
        Den proprietären Treiber bringt Nvidia immer parallel zum Windowstreiber während AMD dafür immer 3 Jahre hinterher hinkt.
        Und worin liegt der Sinn, einen neuen Linux-Treiber herauszubringen, wenn die einzigen Veränderungen irgendwelche Optimierungen für Windows-Spiele sind?!? Was wichtig ist, ist der Verfügbarkeit neuer Treiber bei neuen Kernel und/oder Xorg-Versionen und die halten sich sicherlich nicht an den Zeitplan von irgendwelchen Windows-Treibern. Was allerdings stimmt ist, dass AMD in der Vergangenheit sich meist an dem Release-Zyklus der großen Distributionen orientiert hat. Das Problem ist allerdings seit Einführung des AMDGPU-Treiber vor ein paar Wochen endgültig gelöst, da dieser direkt im Kernel integriert ist.

        Zitat von drchef
        Oft lässt sich dann Software nicht updaten. Mit AMD konnte man lange Zeit kein aktuelles Linux nutzen, das ist wie wenn man nicht auf WIn10 updaten kann weils keinen AMD-Treiber gibt.
        Wie bereits geschrieben, seit dem AMDGPU-Treiber ist das Vergangenheit, alle neuen Kernels werden automatisch mit dem neusten AMD-Treiber ausgeliefert.

        Zitat von drchef
        NVidia hat sich unter Linux schon länger eine Infrastruktur geschaffen, die dafür sorgt dass der Treiber mit minimalem Aufwand von Windows portiert werden kann. Sogesehen nix besonderes, dass der Treiber gut ist
        Der Treiber ist besser als AMDs alter propritärer Treiber, allerdings deutlich schlechter als die offenen Treiber, wenn es um Stabilität und Usability angeht.

        Zitat von drchef
        Abgesehen davon macht wohl Valve die meiste Arbeit im freien Treiber von AMD/Nvidia.
        Das ist Unsinn. Ich habe die exakten Zahlen gerade nicht im Kopf, aber bei den Commits für die Open-Source AMD Treiber waren ~80% mit @amd.com email-Adresse. Beim Rest stellte Red Hat den größten Anteil, was nicht verwunderlich ist, da der Maintainer des ganzen Subsystems von Red Hat ist.

        Zitat von iGameKudan
        Linux ist im Spielemarkt das Gleiche wie für normale Anwender: Das System für einige wenige Nerds, was man auch an der Verbreitung sieht.
        Auch wenn ich der Meinung bin, dass Linux mittlerweile für viele Bereiche auch für nicht Nerds vollkommen alltagstauglich ist, hätte ich kein Problem damit, wenn der Linux-Desktop eine Nische bliebe. Dann müssen wenigstens nicht so viele DAU-mäßige Kompromisse eingegangen werden und die Viren-/Malware-Entwickler konzentrieren sich weiterhin auf Windows.

        Zitat von drchef
        Wieso sind bei Linux eigentlich alle auf OpenSource-Treiber scharf? Was ich so bisher gelesen habe, klingt eher danach, dass die OpenSource-Treiber für Spiele mehr oder weniger unbrauchbar sind und nur Grundfunktionen bereitstellen...
        In der Vergangenheit war das zum Teil richtig. Mittlerweile hat sich aber vieles gebessert. AMD versucht z.B. gerade einen dicken Codebrocken in den Kernel aufgenommen zu bekommen. Der würde den Open-Source Treiber featuremäßig auf eine Stufe mit dem Windows-Treiber bringen.
      • Von SimonG Software-Overclocker(in)
        Zitat von iGameKudan
        Wieso sind bei Linux eigentlich alle auf OpenSource-Treiber scharf? Was ich so bisher gelesen habe, klingt eher danach, dass die OpenSource-Treiber für Spiele mehr oder weniger unbrauchbar sind und nur Grundfunktionen bereitstellen...
        Die opensource Treiber integrieren sich besser in das Linux-Ökosystem. Sie benötigen keine Installation und sind Bestandteil der Kernkomponenten jeder Desktop-Linuxinstallation. Proprietäre Treiber neigen zu Problemen bei der Kompatibilität, weil sie nur vom Hersteller angepasst werden können. Das kann gut gehen, solange der Hersteller (wie z.B. Nvidia) Updates immer zügig bereitstellt. Aber passiert das irgendwann nicht mehr, lässt sich die Hardware nicht mehr mit neuerer Software zusammen verwenden.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk