Captiva HyperX-Edition im Test: Komplett-PC mit GTX 1070
Systemintegratoren wie Captiva stellen auf der Gamescom 2016 ihre Komplett-PCs aus. Die sogenannte HyperX-Edition von Captiva wurde uns bereits vorab in die Redaktion geschickt, sodass wir diese genauer in Augenschein nehmen konnten. Unter anderem kommen ein Core i7-6700 und eine Geforce GTX 1070 von Inno 3D zum Einsatz.
Auf dieser Seite
Captiva stellt auf der Gamescom eine neue Komplett-PC-Serie vor, dazu gehören eine Captiva-Starter-, eine -Advanced- und eine -HyperX-Edition, wobei letztere die Speerspitze darstellt und sich vor allem an Gamer mit hohen Ansprüchen an die Spieleleistung richte. Ob man dieses Ziel erreicht, welche Vor- und Nachteile das Komplettsystem im Allgemeinen hat und für welche Zielgruppe es sich am besten eignet, klären wir im Test.
Captiva HyperX-Edition: Ausstattung und Optik
Quelle: PC Games Hardware
Captiva HyperX-Edition: Komplett-PC mit GTX 1070 im Test (3)
Anders als bei den exotischen High-End-Systemen anderer Systemintegratoren, bei denen reichhaltige Beigaben und Extras das Kernprodukt abrunden, konzentriert sich Captiva bei den Komplett-PCs auf das Wesentliche, nämlich Leistung und Benutzerfreundlichkeit. Entsprechend überschaubar fallen die Accessoires auch bei der HyperX-Edition aus; neben Handbüchern für Mainboard und System finden sich Treiber-CDs für Grafikkarte und Mainboard, die Wiederherstellungs-CD für das vorinstallierte Windows 10 sowie ein Stoff-Mauspad von Inno 3D wieder - dazu gibt's ein Kaltgerätekabel. Bezeichnend: Auch ein dickes Handbuch zum allgemeinen Umgang mit einem PC liegt bei - für Käufer, die sich in der Welt der Spielerechner neu einfinden. Gerade bei Komplettsystemen ist dies natürlich kein abwegiger Gedanke. Das war es dann allerdings schon mit den Zusätzen, dafür ist die HyperX-Edition frisch ausgepackt schon fast startklar; es muss lediglich die Windows-Ersteinrichtung vorgenommen werden. Wir haben für die Leistungstests außerdem ein UEFI- und ein Treiber-Update vorgenommen.
| Komponenten | Modell |
|---|---|
| Gehäuse | Thermaltake Versa N21 |
| Netzteil | Thermaltake TR2 S 500W |
| Mainboard | Gigabyte GA-Z170-HD3 |
| CPU | Intel Core i7-6700 |
| Grafikkarte | Nvidia GTX 1070/8G, Inno 3D Twin X2 |
| RAM | 16 GiByte Kingston HyperX DDR4-2133 |
| SSD | 240 GByte Kingston HyperX Fury |
| HDD | Toshiba 1 Tbyte |
| Optisches Laufwerk | LG M-Disc DVD-RW |
| Kühlung | 2x LC-Power 120 mm (Gehäuse), LC-Power LC-CC-120 LED (CPU) |
| Betriebssystem | Windows 10 x64 (vorinstalliert) |
| Extras | Inno 3D iChill Mauspad |
| Garantie | 2 Jahre Pick-Up & Return |
Die Komponenten finden in einem Midi-Tower-Gehäuse von Thermaltake Platz, ein Seitenteil mit kleinem Sichtfenster gibt den Blick auf die weiß beleuchteten LC-Power-Lüfter frei - gerade im Dunklen macht die HyperX-Edition deshalb einiges her. Die Oberfläche des Thermaltake Versa N21 in Hochglanz-Schwarz ist elegant, zieht aber leider Fingerabdrücke an - das kennen wir nicht nur bei Gehäusen zu Genüge. Zwei USB-2.0-, ein USB-3.0 und 3,5-Millimeter-Audio-Anschlüsse an der Oberseite sind Standard, hinter der aufklappbaren Frontblende verbirgt sich ein Laufwerks-Slot im 5.25-Zoll-Schacht sowie ein 3.5-Zoll-Floppy-Schacht - schade, dass aufgrund der Kunststoffverkleidung hier nicht mehr eingebaut werden kann, obwohl im Gehäuseinnern prinzipiell Platz für ein weiteres Laufwerk wäre. Einen Staubfilter an den Lufteinlässen gibt es an der Gehäuseunterseite für das Netzteil. Trotz großer Stabilität ist der Gesamtaufbau recht leicht (knapp über 13 Kilo) und damit ohne Haltungsschäden zu transportieren.
Ein Blick ins Innere offenbart sauber verlegte, per Kunstoff-Kabelbinder verzurrte Kabelstränge und leicht erreichbare Komponenten. Wer also trotz "All-in-One"-Attitüde nachträglich Hardware tauschen oder aus anderem Grunde ausbauen will, hat freien Zugang. Die Nvidia Geforce GTX 1070 und der Core i7-6700 werkeln auf einem GA-Z170-HD3 von Gigabyte; der namensgebende Arbeitsspeicher (16 GiByte DDR4-2133) kann dank der zwei freien Steckplätze noch erweitert werden. Unverständlich: Die Kingston HyperX-Fury-SSD wurde per Heißkleber mit den SATA-Kabeln vereint und lässt sich daher nicht ohne Weiteres ersetzen. Als Datengrab fungiert eine leise 1-TByte-HDD von Toshiba, darüber ist Platz für eine weitere Festplatte. Ein aktiv gekühltes, ausreichend dimensioniertes Thermaltake TR2 S mit 500 Watt Ausgangsleistung (80 Plus, Single-Rail-12V) versorgt die Komponenten mit Strom.
Captiva HyperX-Edition: Temperaturen und Lautheit
Bei Gehäusetests unterziehen wir die Produkte einer gründlichen Lautheits-Untersuchung, denn diese haben einen erheblichen Einfluss auf die Geräuschemissionen. Selbiges gilt für das Thermaltake Versa N21, welches nicht über die Bitumen- oder Schaumstoff-Auskleidungen teurerer Gehäuse verfügt, mit zwei 120-Millimeter-Lüftern für Durchzug sorgt und daher kaum für Silent-Betrieb konzipiert ist. Trotzdem arbeiten die verbauten Komponenten unter Last noch relativ leise. Captiva tut gut daran, mit der Inno 3D Geforce GTX 1070 Twin X2 hier anstelle eines Referenzkühlers auf ein leiseres Custom-Design zurückzugreifen, welches die 150-Watt-TDP locker im Griff hat. Der Core i7 wird von einem Turmkühler von LC-Power auf Temperatur gehalten. Das Resultat: 1,2 Sone im Leerlauf und maximal 2,0 Sone unter Volllast, wobei wir unseren Benchmark-Spielstand aus Crysis 3 als Gradmesser nutzen. Dabei gibt einer der beiden Lüfter auf der Grafikkarte ein lagerbedingtes, leises Klackern von sich, ansonsten ginge das Gesamtkonstrukt vor allem im Idle-Betrieb noch etwas ruhiger zu Werke - das kann bei jedem Modell passieren und ist in unserem Fall schlichtweg unglücklich. CPU und GPU (maximal 56 bzw. 73 Grad Celsius) erreichen nach 30 Minuten in Crysis 3 - gemessen bei 20 Grad Raumtemperatur - sehr gute Werte, das Kühlkonzept geht in Sachen Betriebstemperatur also auf und sorgt für einen sehr stabilen Boost- bzw. Turbo-Takt (1.823/4.000 MHz bzw. 4,0 GHz). Damit ist auch in hohen Auflösungen reichlich Spieleleistung vorhanden.
Quelle: PC Games Hardware
Captiva HyperX-Edition: Komplett-PC mit GTX 1070 im Test (14)
Captiva HyperX-Edition: Leistung
Da die HyperX-Edition sich explizit an anspruchsvolle Spieler richtet und auch grafikintensive Titel bewältigen sollte, haben wir Benchmarks in Full HD und Ultra HD mit einer Handvoll geeigneter Titel durchgeführt, ergänzend sehen Sie die Ergebnisse des Valley-Benchmarks ("Extreme-HD"-Preset) und des AS-SSD-Benchmarks in der Bildergalerie. Da wir auch in Ultra HD (3.840 × 2.160), abgesehen von MSAA-Glättung, in maximalen Details testen, kommt selbst eine neue GTX 1070 an ihre Grenzen. In Full HD sorgt die Karte im Verbund mit dem Kingston-Speicher und dem i7-6700 hingegen durchgängig für absolut flüssige Bildraten, das optimierte Doom unterfordert den Rechner trotz Detaileinstellungen am Anschlag gar mit durchschnittlichen Bildraten von fast 115 Fps. Der Skylake-Prozessor lässt sich als non-K-Variante zwar nicht weiter übertakten, kommt aber ohnehin bereits auf bis zu 4,0 GHz und stellt in der Spielepraxis kaum einen Flaschenhals dar. Aus unserer Sicht eignet sich das Komplett-System insgesamt für flüssigen Spielegenuss in Full HD (1.920 × 1.080) und WQHD (2.560 x × 1.440).
Captiva HyperX-Edition: Fazit
Die HyperX-Edition von Captiva ist ein gutes Beispiel für die Vor- und Nachteile von Komplettrechnern: Einerseits sorgen die sinnvoll aufeinander abgestimmten Komponenten für einen ansehnlichen Spielegenuss in Full-HD- und WQHD-Auflösungen, auf Bastler-Equipment oder sonstige Zusätze hat man verzichtet - ein solches System soll sich vor allem zum Anschalten und Loszocken eignen, technische Probleme werden zwei Jahre lang via Pick-Up & Return von der Garantie abgedeckt. Wer nachträgliche Umbau-Ambitionen entwickelt und selbst Hand anlegen will, könnte von den Einschränkungen durch das Gehäuse oder Netzteil aber behindert werden. Für eine Top-Grafikleistung hätte sich der Einsatz einer Geforce GTX 1080 gelohnt, damit wäre der hier angesetzte Endpreis von ca. 1.500 Euro aber nicht zu halten. Abgesehen von den neuen "Captiva-Editions" lassen sich auf der Webseite des Herstellers weitere Rechner per einfachem Konfigurator zusammenstellen, wer also spezielle Wünsche an die Systemkomponenten hat, ist hier gut aufgehoben.

Und noch was ist mir aufgefallen beim genauen betrachten der Fotos!
Das MB hat einen Anschluss für Front USB3.0, das Case hat zwar nur einen Front USB3.0 aber der wurde auf den Fotos eben nicht mit dem Mainbord verbunden!
Also, auch wenn der Preis von der Hard und Software noch einigermaßen ok ist, Das was da gemacht wurde spricht nicht gerade für fachmännische Arbeit.
Da möchte ich nicht wirklich wissen wie es dann beim Service ausschaut, sollte mal was am Rechner sein.
Das ist ja schon wie eine Verschwörung.
Zumindest der Preis scheint auf den ersten Blick aber "ok" zu sein.
Allerdings ist das Netzteil eher unterirdisch.
Das leistet gerade mal 400 Watt und beim Namen des Fertigers -- ShenZhen UTPower Technology -- kommt auch nicht gerade Freude auf. Ebenso wenig, dass es am Markt rund 45€ kostet.
Und warum zum Teufel wurde das Kabel für die 12V Speisung der CPU quer über das Mainboard verlegt
In dem Case ist genug Platz dieses Kabel unter dem Mainboardtray zu verlegen!
Auch wenn die Hard und Software etwa 1300,- Wert hat und damit der Preis von 1500,- ok ist, kann man da schon eine etwas bessere Arbeit verlangen was eben das Kabelmanagement angeht.
Anstatt auf solche Kabel zurückzugreifen, greift Captiva hier zur Holzhammermethode und verklebt die 08/15-Kabel - da bleiben dann vielleicht Supportanfragen wegen herausgerutschter Kabel aus, dafür gibt es dann Ärger beim Aufrüsten der SSD oder etwaigen Defekten. Für mich ist das unprofessionell und Pfusch².
Ich wäre mal dafür ein PCGH Community PC zu bauen. So ein guten Allrounder, evtl gibts den dann so wie die anderen bei Alternate.
Das bekomm wir doch besser hin als Captiva. Komponenten könnte man abstimmen das echt das beste fürs geld drin ist.