Corsair-PC im Erstaufbau: Video-Redakteurin Santi & Studentin Karina bauen ihr erstes System
Ein neues Projekt bei PC Games Hardware rückt den PC-Bau aus Einsteigerperspektive in den Fokus. Santi und Karina bauen erstmals ein komplettes System mit Corsair-Komponenten und zeigen, wo typische Fehler entstehen und warum am Ende trotzdem alles funktioniert.
Wir haben ein neues Projekt gestartet, das den PC-Zusammenbau bewusst aus einer ungewohnten Perspektive betrachtet. Im Mittelpunkt stehen nicht erfahrene Redakteure oder optimierte Beispielkonfigurationen, sondern ein realistischer Erstaufbau. Video-Expertin Santi und Werkstudentin Karina bauen zum ersten Mal gemeinsam ein komplettes System und machen dabei genau die Fehler, die auch vielen Anfängern beim Einstieg begegnen.
Der Zusammenbau durch Santi und Karina bringt mehrere Fehler hervor, die für Erstaufbauten typisch sind und regelmäßig auch in Leserfragen oder Forenbeiträgen auftauchen. Auffällig ist zunächst die Reihenfolge einzelner Arbeitsschritte. Bereits montierte Komponenten mussten später noch einmal gelöst werden, um an Halterungen oder Stromanschlüsse zu gelangen. Dieser Punkt ist weniger ein individueller Fehler als ein strukturelles Problem. Viele Abhängigkeiten erschließen sich erst, wenn man einen PC bereits mehrfach aufgebaut hat.
Quelle: PCGH
Die Reihenfolge beim Einbauen von Hardware spielt durchaus eine Rolle.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Verkabelung. Im Aufbau wurde das zugrunde liegende Prinzip des iCUE-Link-Systems zunächst nicht verstanden. Statt Komponenten direkt miteinander zu verbinden, kamen mehrere Hubs parallel zum Einsatz. Technisch ist dieses Vorgehen möglich, führt jedoch zu einem deutlich höheren Kabelaufwand und erschwert die Übersicht im Gehäuse. Der eigentliche Vorteil des Systems, eine reduzierte und klar strukturierte Verkabelung, kommt unter diesen Umständen nicht zum Tragen.
Quelle: PCGH
Die beiden Anfängerinnen haben das Konzept der iCUE-Hubs nicht erfasst.
Solche Situationen sind nicht auf iCUE Link beschränkt. Vergleichbare Probleme treten auch bei klassischen Lüfter- und RGB-Lösungen auf, etwa wenn zusätzliche Splitter verwendet werden, Lüfter an ungünstigen Anschlüssen landen oder Steuerungen redundant ausgelegt sind. Für Einsteiger ist oft nicht ersichtlich, welche Anschlüsse funktional notwendig sind und welche lediglich zusätzliche Optionen darstellen.
Die Ursache liegt dabei selten in Unachtsamkeit. Vielmehr fehlt zu Beginn das Verständnis für das jeweilige Systemkonzept und dessen Prioritäten. Erst im praktischen Umgang wird deutlich, welche Verkabelung sinnvoll ist und wo sich Komplexität vermeiden lässt. Genau dieser Lernprozess zeigt sich im Aufbau sehr deutlich und ist für Erstprojekte typisch.
Quelle: PCGH
Bei dem Projekt-PC von Santi und Karina hat die SSD mit eigenem Kühlkörper das Einbauen der GPU blockiert.
Hinzu kam ein Platzkonflikt zwischen Grafikkarte und SSD mit eigenem Kühlkörper. Dass sich Bauteile gegenseitig blockieren, bemerkt man erst, wenn es bereits zu spät ist. Viele Mainboards priorisieren bestimmte M.2-Slots, während aktuelle Grafikkarten zunehmend Raum beanspruchen. Wird diese Kombination nicht im Vorfeld bedacht, entsteht zusätzlicher Aufwand.
Daneben gibt es typische Fehler, die im konkreten Aufbau keine zentrale Rolle spielten, für Einsteiger jedoch regelmäßig relevant sind. Dazu zählen unvollständig angeschlossene Stromkabel, etwa bei der CPU-Versorgung, oder der Einsatz von Adaptern, obwohl das Netzteil passende Kabel bereitstellt. Auch BIOS-Einstellungen wie nicht aktivierte EXPO- oder XMP-Profile bergen mögliche Fehler.
Quelle: PCGH
Dieses Fake-RAM-Kit hat die beiden Einsteigerinnen doch ein wenig verwirrt.
Ein weiterer Punkt betrifft die Software-Seite. Probleme bei der Betriebssysteminstallation, vorhandene Datenreste auf einer SSD oder fehlende Treiber können von Einsteigern als Hardwarefehler interpretiert werden. Das Projekt hat allerdings auch verdeutlicht, dass Anfängerfehler selten isoliert auftreten. Sie ergeben sich aus fehlender Routine, komplexer werdender Hardware und einer Vielzahl von Abhängigkeiten.
Die Überprüfung durch Kollege Richie
Quelle: PCGH
Die Fehler, die beim Projekt aufgetreten sind, sind bei Anfängern nicht ungewöhnlich.
Nach dem eigentlichen Zusammenbau wurde das System noch einmal überprüft und in einzelnen Punkten angepasst. Dabei ging es nicht um grundlegende Korrekturen, sondern um Detailentscheidungen, die jemand mit Erfahrung auf andere Art gestaltet hätte. Im Fall von Santi und Karina war ein zentraler Punkt die Stromversorgung der Grafikkarte. Statt eines Adapterkabels kam ein natives 12V-2x6-Kabel zum Einsatz, das direkt vom Netzteil geführt wird. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Übergänge, gleichzeitig verbessert sich die Kabelführung im Gehäuse. Auch die Struktur des iCUE-Link-Systems wurde vereinfacht. Nach dem Aufbau kam nur noch ein einzelner Hub zum Einsatz, der direkt über das Netzteil versorgt wird. Die zuvor genutzten zusätzlichen Hubs waren funktional, erhöhten jedoch den Verkabelungsaufwand. Mit der reduzierten Konfiguration lassen sich Lüfter und Kühlung weiterhin vollständig steuern, bei gleichzeitig besserer Übersicht. Darüber hinaus wurde das Kabelmanagement stellenweise angepasst. Einige Leitungen wurden neu geführt, um unter anderem die Zugänglichkeit zu verbessern. Ein aufgeräumtes System erleichtert spätere Änderungen, etwa beim Austausch von Komponenten oder bei der Fehlersuche.
Das Ergebnis des Experiments
Quelle: PCGH
Das Erstlings-Projekt ist dennoch gelungen, denn der PC steht und funktioniert.
Nach diesen Anpassungen hat sich das System im Betrieb unauffällig gezeigt. Temperaturen lagen im erwarteten Bereich, die Lüftersteuerung arbeitete wie vorgesehen und es traten keine Stabilitätsprobleme auf. Der Aufbau erfüllte damit seinen Zweck, auch wenn der Weg dorthin nicht frei von Umwegen war. Klar ist: Der erste PC-Zusammenbau verläuft selten reibungslos. Fehler bei Reihenfolge, Verkabelung oder Platzplanung sind eher die Regel als die Ausnahme. Entscheidend ist, dass diese Fehler erkannt, eingeordnet und korrigiert werden können. Der Corsair-PC von Santi und Karina ist kein Musterbeispiel für einen perfekten Aufbau, aber ein realistisches Beispiel dafür, wie Einsteiger an die Aufgabe herangehen. Das System läuft stabil, lässt sich sinnvoll nachjustieren und bietet eine solide Grundlage für zukünftige Änderungen. Damit erfüllt der Aufbau seinen Zweck, auch wenn er unterwegs Zeit und Geduld gekostet hat.
Für Leser, die selbst vor ihrem ersten PC-Bau stehen, liegt darin der eigentliche Mehrwert. Nicht jeder Schritt muss sofort sitzen, und nicht jede Entscheidung muss von Anfang an optimal sein. Wichtig ist, die Zusammenhänge zu verstehen und sich die nötige Zeit zu nehmen. Der Rest kann korrigiert werden.
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Wer noch keinen PC zusammengebaut hat, oder nur wenige und selten, dem würde ich empfehlen immer eine Anleitung parat zu halten, und lieber einmal mehr hinein zu schauen. Das spart nerven, vor allem beim spannenden moment des ersten mal einschalten, ob man nicht evtl. durch einen vorhergehenden - durch blick ins Handbuch, vermeidbarer - Fehler etwas kaputt gemacht hat.
Die 3300€ für die Graka sind schon hart.
Aber zusammengebastelt hätte ich ihn auch gerne.
Der Moment des ersten Einschalten ist immer spannend, geht er an? Bitte bitte, nee shit, wo fang ich jetzt an...