Dell-PCs mit unsicheren digitalen Zertifikaten
Dell hat Teile seiner Rechner mit einem unsicheren digitalen Zertifikat ausgeliefert. Dem Unternehmen ist der Vorfall recht peinlich. Trotzdem sollten Nutzer prüfen, ob sie betroffen sind und das fragliche Zertifikat deinstallieren. Es öffnet nämlich Angreifern Tür und Tor.
Dell hat Computer mit unsicheren digitalen Zertifikaten ausgeliefert. Betroffen sind vor allem Notebooks der Reihen Inspiron 5000-, XPS 15-, sowie Inspiron-Desktop-, Precision M4800- und Alienware-Systeme. Die digitalen Zertifikate, die Dell selbst ausgestellt hat, lassen sich mit recht wenig Aufwand missbrauchen. So könnten sich Angreifer als Kreditinstitut, Technologieunternehmen oder auch als geschützte Webseite ausgeben.
Dies geschieht über die Extraktion des kryptografischen Schlüssels, um ihn dann zur Signierung von gefälschten TLS-Zertifikaten zu verwenden. Für den Endkunden bedeutet das, dass der Rechner über den Browser eine vermeintlich gesicherte Verbindung zum Server aufbaut, ohne dass der Anwender davon Notiz nimmt. Einzig Firefox warnte vor der Verbindung trotzdem. Doch was können Anwender dagegen tun?
Um den eigenen Dell-Rechner zu prüfen, braucht es nur die Zertifikatsverwaltung von Windows. Diese kann mit dem Befehl certmgr.msc geöffnet werden. Nun gilt es, die vertrauenswürdigen Stammzertifikate zu prüfen. Einträge mit der Autorität eDellRoot sollten gelöscht werden. Alternativ kann man auch mittels eines von Golem bereitgestellten Tools prüfen, ob der Rechner betroffen ist.
Dell hat sich der Sache bereits angenommen und prüft die Verbreitung der Zertifikate. In der Theorie könnte Dell umfangreichen Zugriff auf den Rechner nehmen und beispielsweise personalisierte Werbung auf Webseiten ausliefern. Auch ein Abgriff der übertragenen Daten wäre möglich. Browser vertrauen diesen Zertifikaten, was genau ihr Sinn und Zweck ist und weshalb sie nur von autorisierten Stellen ausgegeben werden.
Dell ist die ganze Sache natürlich mehr als peinlich, schließlich könnte dadurch das Image nachhaltig beschädigt werden. Das US-Unternehmen entschuldigte sich für den Vorfall und bietet eine Deinstallations-Routine für all jene an, die das Zertifikat nicht manuell löschen wollen. Dell sagt, dass mit dem Zertifikat lediglich mehr Nutzerfreundlichkeit erreicht werden sollte. Über das Zertifikat sollte der Anwender-Support schnell und unkompliziert Hilfe leisten können.
Quellen: Dell, Arstechnica, Reddit,

Dell-Computer brauchen bald keine Virenscanner mehr
Angesichts einer derartigen Sicherheitslücke brauchen Dell-Käufer wirklich keinen Virenscanner mehr.
Munter bleiben!