BTF 3.0: Neuer PC-Prototyp bringt das Kabelverstecken auf eine neue Ebene
BTF 3.0 treibt das Verstecken von Kabeln bzw. kabellose Anschlüsse weiter voran. Jetzt wurde ein Prototyp eines Gaming-PCs mit dem neuen Standard gezeigt.
Anfang des Jahres hatte DIY-APE als Gründer des mittlerweile auch von großen Herstellern wie Asus mitgetragenen BTF-Projekts (Back To The Future) mit BTF 3.0 die neueste Iteration seines Standards für möglichst kabelfreie Hardware-Komponenten präsentiert. Auf Youtube wurde nun erstmals ein solcher PC-Prototyp gezeigt, der unter anderem ein kabelloses Netzteil und ein hybrides GPU-Stromversorgungsdesign bietet.
Wie Videocardz hierzu berichtet, verlagerte die erste BTF-Generation noch lediglich die Frontanschlüsse und die Stromanschlüsse auf die Rückseite des Mainboards. Viele Hersteller versuchten sich an eigenen Varianten, aber erst jetzt nähert sich laut dem Bericht die Idee einer gemeinsamen Spezifikation, unterstützt durch Gehäusehersteller, die Gehäuse mit versteckten Anschlüssen liefern.
BTF 3.0: Das sind die Neuerungen
Unterdessen fügte die zweite BTF-Generation dann GPU-Stromanschlüsse und Grafikkarten im entsprechenden Stil hinzu, wodurch in kompatiblen Gehäusen keine sichtbaren PCIe-Stromkabel mehr erforderlich waren. BTF 3.0 übernimmt das Konzept des rückseitigen Anschlusses von BTF 2.0 und erweitert es zu einer vollständigen Stromversorgungs- und Input/Output-Spezifikation.
CPU, GPU und Mainboard teilen sich hier einen einzigen rückseitigen Stromanschluss mit einer Nennleistung von bis zu 2.145 Watt, wobei 1.680 W für CPU und GPU reserviert sind. Ein BTF-3.0-Netzteil verwendet dafür anstelle von 24-poligen- und PCIe-Steckern eine "Goldfinger"-Schnittstelle auf der Rückseite, wobei Standard-ATX-3.0-Geräte weiterhin über einen Adapter angeschlossen werden können.
Das Netzteil befindet sich rechts neben dem Mainboard, um den CPU-Stromversorgungsflächen zu entsprechen und Platz für einen oberen Kühler zu lassen. Grafikkarten folgen derweil einem Hybridmodell: Sie behalten seitliche Stromanschlüsse bei, können jedoch mit einer kleinen Adapterplatine ausgestattet werden, die sie für BTF-Konstruktionen umwandelt, sodass dieselbe Karte weiterhin in einem normalen ATX-System funktioniert.
Quelle: DIY-APE/Youtube
Weitere Merkmale von BTF 3.0
Front-I/O-Anschlüsse wie USB-C, USB 3.0, Audio- und Switch-Header sind indes in einem hinteren Block zusammengefasst, der mit einem einzigen Kabelbaum mit dem Gehäuse verbunden ist. Zusätzliche 4-polige Header auf der Rückseite der Platine versorgen bis zu vier SATA-Laufwerke mit Strom und ersetzen separate SATA-Stromkabel.
Ein BTF-3.0-Gehäuse muss außerdem sowohl BTF- als auch Standard-Hardware akzeptieren, kurze BTF-AIO-Kühler unterstützen und saubere Kabelwege vom CPU-Block aus definieren. Es verfügt zudem über ein "kabelfreies" Lüfter-Layout mit vorinstallierten Lüfterstrom- und RGB-Hubs, geführten Kanälen und Anschlüssen in der Nähe jeder Lüfterhalterung sowie einem optionalen Konzept, bei dem der Lüfter mit Strom versorgt wird, sobald er eingeschraubt wird.
PC-Prototyp zeigt Konzept, Verbreitung abhängig von Herstellern
Um zu beweisen, dass BTF 3.0 mehr als nur ein Konzept ist, hat DIY-APE jetzt den funktionierenden Prototyp gezeigt. Die Hardware-Hersteller Colorful und Segotep halfen bei der Realisierung des ersten vollständigen Konzept-PCs, der nach der neuen Spezifikation gebaut wurde, einschließlich eines Prototyps einer Colorful-Grafikkarte und eines passenden Gehäuses.
DIY-APE schätzt dem Bericht nach, dass das fertige System bereits den größten Teil des angestrebten Standards für nicht sichtbare Kabel erreicht, zu dem vor allem auch Apples Mac Pro von 2019 inspiriert hat. Die Verkabelung der Lüfter ist demnach das letzte fehlende Teil, bevor das Ziel wie angedacht erreicht ist. Noch handelt es sich bei BTF 3.0 um einen Vorschlag, und dieser ist abhängig davon, wie viele Hersteller sich der offenen BTF-3.0-Alliance anschließen und entsprechende Hardware anbieten.
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Is noch garnicht so lang her da hab ich in meinen ersten PCs noch ganz vorsichtig die Flachbandkabel gefaltet und mit Isolierband an der gehäusewand fixiert, damit alles hübsch ist und nicht in einen Lüfter hängt. Dramatisch wirds nur wenn das Kabel vom IDE-CDRom im XPC falsch verlegt is und den CPU-Kühler blockiert. Also ich bin dermaßen abgehärtet, ich brauch das alles nicht. Aber wie schon gesagt, eine ordentliche Grafikkarte, bei der man keinen schlecht sitzenden Stromstecker mehr braucht, das wär schon ein Highlight für die Zukunft, gabs zuletzt vor ca. 20 Jahren....
Man müsste hier ja tonnenweise Leitungen verlegt haben, um eindeutige Auswirkungen zu spüren...
Und der Mythos vom schlechten Airflow durch schlampig verlegte Kabel dürfte doch mittlerweile auch widerlegt sein, oder?
Man müsste hier ja tonnenweise Leitungen verlegt haben, um eindeutige Auswirkungen zu spüren...
Problematisch ist es, wenn man sich zu sehr auf die aktuellen Gegebenheiten und Formfaktoren (ATX/ITX/MAtx)versteift, da müsste wirklich mal was ganz neues kommen über alle Bauteile hinweg... Ein Netzteil dass sich wie ein Mainboard Tray hinten aufstecken ließe und die Kontakte dementsprechend an den richtigen Stellen herstellt, also kurze Wege bietet, fände ich auf den ersten Blick viel interessanter. Dazu müsste das Netzteil aber flacher, dafür breiter und länger bauen. D.h. komplett neuer Formfaktor...