Sitzkomfort und Ergonomie im Check sowie Testfazit
Ist der Secretlab Atlas Black3 L bequem? Ist Ergonomie optimal? Wie lautet das Fazit?
Inhaltsverzeichnis
Straffe Sitzfläche, bequeme Lehne: Der Sitzkomfort im Test
Beim Sitzkomfort zeigt der Secretlab Atlas Black3 L eine klare Abstimmung. Die Sitzfläche ist nicht weich, sondern straff bis hart gepolstert. Auch wenn man sie insgesamt noch als mittelhart einordnen kann, dürften leichtere Nutzer mit unter 70 kg sie zunächst als recht fest empfinden. Das ist nicht automatisch ein Nachteil, verändert aber den ersten Eindruck deutlich: Wer einen nachgiebigen Sitz erwartet, bekommt hier eine eher stabile, wenig federnde Basis.
Diese Abstimmung hat im Test aber auch Vorteile. Das Sitzpolster sinkt erst bei höherem Gewicht spürbar ein und bleibt bis in den Bereich um 110 kg bis zur maximal angegebenen Belastungsgrenze von 120 kg formstabil. Die Druckverteilung fällt gleichmäßig aus, weil auch die seitlichen Sitzwangen nicht härter oder deutlich ausgeprägter sind als die übrige Sitzfläche. Sie drücken nicht an den Außenseiten der Oberschenkel, sondern geben dem Becken eher seitlichen Halt. Da die Wangen am höchsten Punkt nur rund 8 cm messen, schränken sie die Sitzfläche nicht unnötig ein.
Quelle: PCGH
Die flache Sitzwange baut nur moderat auf und drückt im Test nicht an den Oberschenkel. Sie gibt dem Becken seitlich Halt, ohne die nutzbare Sitzfläche stark einzuschränken.
Deutlich gefälliger fällt die Rückenlehne aus. Ihr Polster ist mittelhart, aber spürbar weicher als die Sitzfläche. In Verbindung mit der Doppel-S-Form der Lehne passt sie sich der Wirbelsäule gut an. Der Rücken sinkt leicht ein, wird aber nicht zu weich aufgenommen. Die integrierte Lordosenstütze baut dabei keinen störenden Druck auf, sondern fügt sich unauffällig in die Lehnenform ein. Für längere Sitzphasen ist das die bessere Lösung als eine Lehne, die zwar stark stützt, aber einzelne Rückenbereiche zu deutlich vorgibt.
Unterm Strich sitzt sich der Secretlab Atlas Black3 L sehr bequem, wenn Sie mit einer straffen Sitzfläche zurechtkommen. Leichte Personen könnten sich mehr Nachgiebigkeit wünschen, bei mittlerem und höherem Gewicht - unsere Testperson wiegt ca. 76 kg - passt die Abstimmung besser. Die Lehne überzeugt über alle getesteten Gewichtsklassen hinweg stärker als die Sitzfläche, weil sie den Rücken angenehm stützt, ohne zu drücken. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Da die Armlehnen an dem Element montiert werden, an dem auch die Lehne befestigt wird, bewegen sie sich beim Wippen mit. Je nach Arbeitsposition kann diese Bewegung an den Unterarmen stören.
Ergonomie im Test: Sehr gut abgestimmt, aber nicht lückenlos
Bei der Ergonomie überzeugt der Secretlab Atlas Black3 L primär dann, wenn Sitzhöhe, Sitztiefe und Neigungswiderstand sauber eingestellt sind. Die Synchronmechanik arbeitet gleichmäßig, der Neigungswiderstand lässt sich praxisgerecht auf das Nutzergewicht abstimmen. Damit unterstützt der Atlas Black3 L dynamisches Sitzen ohne störend weiche oder zu träge Lehnenbewegung. Genau das ist bei einem Bürostuhl wichtig, der längere Sitzphasen nicht nur durch Polsterkomfort, sondern auch durch Bewegung entlasten soll. Die Sitztiefenverstellung bietet 6,0 cm Verstellweg und hilft, die Sitzfläche an unterschiedliche Beinlängen anzupassen. Richtig eingestellt, erreicht der Rücken die Lehne, während zwischen Sitzkante und Kniebeuge noch etwa 5 cm Abstand bleiben. Damit wird Druck an den Oberschenkeln vermieden, ohne den Kontakt zur Rückenlehne zu verlieren. In Verbindung mit der geformten Lehne ergibt sich eine sehr gute ergonomische Grundabstimmung.
Die integrierte Lordosenstütze lässt sich weder in Position noch in Ausprägung verändern, sitzt im Test aber passend. Auch beim dynamischen Sitzen bleibt der Kontakt zum Lendenbereich erhalten, während der obere Rücken durch die Doppel-S-Form der Lehne sauber geführt wird. Wer zwingend eine Lordosenstütze benötigt, deren Position und Stärke sich manuell verändern lassen, findet bei einigen Konkurrenzmodellen mehr Einstellspielraum. Diese Funktion ist in der Preisklasse aber kein Standard, denn auch andere Modelle setzen auf feste oder automatisch anliegende Lösungen.
Verbesserungspotenzial gibt es bei den Armlehnen. Höhe, Drehwinkel und die Verschiebung der Auflage reichen für viele Arbeits- und Spielpositionen aus. Eine seitliche Verstellung auf der horizontalen Ebene fehlt jedoch. Gerade bei breiteren Schultern oder einem breiteren Oberkörper hätte sich die Ergonomie damit weiter optimieren lassen.
Bildergalerie
In der typischen Haltung mit Maus und Tastatur macht der Atlas Black3 L ebenfalls eine gute Figur. Wird die Lehne in der 90-Grad-Position fixiert, bleibt der Lendenbereich gestützt, der obere Rücken liegt sauber an und die straffe Sitzfläche bietet bei passendem Nutzergewicht hohen Komfort. Eine Sitzneigungsfunktion gibt es nicht. Wer den Oberkörper näher zum Bildschirm bringen will, muss daher Tischhöhe, Monitorposition und Sitzhaltung entsprechend anpassen.
Mitmachen und kommentieren
Was denken Sie über das Thema Bürostuhl und Gaming-Stuhl? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu diesem Test. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

Hatte spontan einen Office Pal C40 im Outlet gekauft. Der Stuhl hat eine unheimlich große Sitzfläche. Bei mir passt es, bei anderen nicht.
Bei dem Secretlab sehe ich keine verstellbare Nackenstütze, keine Höhenverstellung der Lordose, was besonders für kleinere Menschen den Stuhl zu groß macht.
Daher prüfe werde sich ewig bindet ....,