Secretlab Atlas Black3 L im Test: Kann sich der Bürostuhl gegen starke Konkurrenz behaupten?

Secretlab wagt mit dem Atlas Black3 L den Schritt vom Gaming-Stuhl zum Bürostuhl: Synchronmechanik, Sitztiefenverstellung und integrierte Lendenstütze treffen auf starke Konkurrenz. Der Test zeigt, ob Secretlabs erster Ergo-Stuhl für 540 Euro überzeugt - oder längst zu spät kommt.

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Secretlab Atlas Black3 L im Test: Kann sich der Bürostuhl gegen starke Konkurrenz behaupten?
Quelle: PC Games Hardware

Secretlab ist im Gaming-Stuhl-Segment hauptsächlich mit der Titan-Evo-Reihe präsent. Der Evo ist für das Gaming ausgelegt und bei Spielern auch wegen seiner hohen Fertigungsqualität sowie zahlreicher Sondermodelle mit Lizenzdesigns beliebt. Mit dem Atlas Black3 L wählt Secretlab nun eine andere Richtung: Im Mittelpunkt steht kein weiterer Gaming-Stuhl, sondern ein ergonomisch ausgerichteter Bürostuhl, der auch am Spiele-PC überzeugen soll.

Laut Hersteller ist der Atlas als "Ergonomic task chair, optimized for focus" konzipiert. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen eine Synchronmechanik bis 120 Grad, eine Sitztiefenverstellung, eine in die Lehne integrierte Lendenwirbelstütze, die Re-Curve-Lehnenform, vier Stufen für den Neigungswiderstand samt Anzeige am Hebel sowie ein flexibel positionierbares Nackenkissen. Je nach Ausführung setzt Secretlab auf Kunstleder, NanoGen-Hybrid-Kunstleder, SoftWeave-Plus-Gewebe oder Materialkombinationen. Das sind zunächst Herstellerangaben; im Test zählt, wie präzise sich der Stuhl einstellen lässt, wie stabil die Mechanik arbeitet und wie gut der Sitzkomfort nach längerer Nutzung ausfällt.

Mit 540 Euro trifft der Secretlab Atlas Black3 L auf ein dicht besetztes Feld. Der Backforce V Plus kostet 499 Euro, der Backforce One 599 Euro, der Gamechanger L startet in der günstigsten Ausführung bei 799 Euro, der Recaro Nxt liegt aktuell ab 629 Euro, der Quersus VAOS bei 499 Euro. Dazu kommen Mesh- und Ergo-Modelle wie Recaro Aer ab 399 Euro, Flexispot C7 Morpher für 529,99 Euro, Fractal Design Refine Mesh ab 420,64 Euro, Deskspace Move ab 229 Euro und Asus ROG Destrier Ergo Core ab 558,05 Euro. Der Test zeigt, ob Secretlabs erster Bürostuhl mit Synchronmechanik bei Ausstattung, Ergonomie und Sitzkomfort gegen die starke Konkurrenz bestehen kann.

Mit dem Atlas Black3 L wechselt Secretlab die Richtung: Der neue Stuhl zielt stärker auf ergonomisches Arbeiten, soll aber auch am Spiele-PC bestehen. Quelle: PCGH Mit dem Atlas Black3 L wechselt Secretlab die Richtung: Der neue Stuhl zielt stärker auf ergonomisches Arbeiten, soll aber auch am Spiele-PC bestehen.

Secretlab Atlas Black3 L: Ausstattung und Eigenschaften

  • Gesamthöhe (mit Basis): ca. 124,5 cm bis 131,5 cm
  • Breite (auf Schulterhöhe | auf Beckenhöhe) | Höhe Rückenlehne | Höhe Kopfstütze: ca. 47,0 cm | ca. 44,0 cm | 83 cm | keine Kopfstütze, nur Nackenkissen
  • Breite (Außenmaß, Innenmaß) | Tiefe Sitzfläche: ca. 52,5 cm, ca. 44,0 cm | ca. 46,0 cm bis 52,0 cm
  • Gesamtgewicht: 25,2 kg
  • Material Fußkreuz | Rollen | Konstruktion Sitz | Material Lehne | Polsterung | Bezug: Mit Nylon verstärkter Kunststoff | Kunststoff (PU) | Kunststoffschale, an der die Synchronmechanik angeschraubt ist und auf der das Sitzpolster aufliegt | Stahlrahmen mit mehreren Querstreben, auf dem das Lehnenpolster aufliegt | mittelfester Kaltschaum (Herstellerangabe) | Vorderseite: robustes, weiches, atmungsaktives Strickgewebe (Soft Weave Plus), Rückseite: Kunstleder (Prime 2.0) | Memory-Schaum

  • Maximale Belastung | Gasfederklasse: 120 kg | Klasse 4
  • Mechanik: Synchronmechanik (Verhältnis: 2 zu 1) mit verstellbarem Neigungswiderstand in vier Stufen, die am Hebel angezeigt werden, und vier per Neigungssperre feststellbaren Neigungsstufen für die Lehne
  • Weitere Extras: Sitztiefenverstellung um 6 cm (6 Stufen), magnetisches Kopfkissen aus Memory-Schaum (flexible Höhenposition), in die Lehne integriertes Lendenwirbelstützsystem, Re-Curve-Lehnenform, gepolsterte 3D-Armlehnen mit Soft-PU-Auflage, Rollen mit 70 mm Durchmesser, Regler für Neigungswiderstand mit vier Stufen, die am Hebel angezeigt werden, gestickter Produktname im Kopfbereich der Lehne

Secretlab Atlas Black3 L: Die wichtigsten Eigenschaften in der Übersicht:

  • Zusammenbau: Einfach (20 bis 30 Minuten, Synchronmechanik und Armlehnen müssen noch an den Sitz montiert und Sitzeinheit sowie Lehne miteinander verbunden werden)
  • Geeignet für Körpergröße: 178 cm bis 195 cm (Herstellerangabe/PCGH-Einschätzung)
  • Verarbeitung Fuß | Höhenverstellung + Mechanik | Sitz | Lehne: Gut bis sehr gut | sehr gut | sehr gut | sehr gut
  • Anpassbarkeit Rückenlehne (Winkel zur Sitzfläche): Gut (90 bis 120 Grad verstellbar), 4 Positionen (100°, 107°, 113°, 120°) arretierbar
  • Armlehnen verstellbar (Höhe | drehbar | vertikal | horizontal): Ja (siebenstufig) | ja | ja | nein
  • Sitzflächenhöhe verstellbar: Ja, stufenlos per Druckluftheber (7,5 cm Hubhöhe)

Einfacher Aufbau mit mehreren Schritten

Der Secretlab Atlas Black3 L wird in einem 32,7 kg schweren Karton geliefert, den Sie wegen des Gewichts besser nicht zu zweit tragen. Die Verpackung schützt die Einzelteile vor Transportschäden; beim Materialmix halten sich Karton und Kunststoff etwa die Waage. Das Auspacken dauert nur wenige Minuten. Für den anschließenden Aufbau sollten Sie je nach Erfahrung rund 20 bis 30 Minuten einplanen.

Nach dem Auspacken bleiben vier zentrale Montageschritte. Zunächst werden die Rollen in das Fußkreuz gesteckt. Danach verschrauben Sie die Synchronmechanik, an der bereits die Aufnahmen für die Armlehnen sitzen, mit der Sitzeinheit. Anschließend wird die Sitzeinheit über die Gasfeder mit dem Fußkreuz verbunden. Danach folgen die beiden Armlehnen-Elemente. Der hochkant aufgestellte Versandkarton lässt sich dabei als Montagehilfe nutzen, weil die Sitzeinheit dadurch stabiler liegt und die Bauteile einfacher ausgerichtet werden können.

Secretlab Atlas Black3 L: Der Aufbau im Detail

Beim letzten Schritt wird die Rückenlehne über ihren Haltebügel mit vier Schrauben an der Synchronmechanik befestigt. Auch hier kann der Karton als Stütze dienen. Secretlab weist darauf im Quick Start Guide und in der ausführlicheren, bebilderten Aufbauanleitung hin. Dort werden auch die wichtigsten Einstellmöglichkeiten erklärt, darunter Sitzhöhe, Sitztiefe und der an das Körpergewicht angepasste Neigungswiderstand.

Nach der Montage sollten Sie die Grundeinstellung nicht überspringen. Beim Secretlab Atlas Black3 L entscheidet nicht allein, wie schnell der Stuhl aufgebaut ist. Wichtiger ist, wie genau sich Sitzhöhe, Sitztiefe, Lehne und Neigungswiderstand an Körpergröße, Sitzhaltung und Einsatz am Schreibtisch anpassen lassen. Genau hier muss sich zeigen, ob Secretlabs erster Bürostuhl mit Synchronmechanik im Alltag überzeugt.

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  1. Seite 1 Ausstattung, Eigenschaften, Zusammenbau
  2. Seite 2 Polster statt Mesh, Aufbau, Praxistest Ausstattung
  3. Seite 3 Sitzkomfort, Ergonomie und Fazit
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Alter_Zocker Software-Overclocker(in)
        Ja nun ist auch das MArketing hinter "Secretlab" zur Erkenntnis gekommen, das gute und nach hinlängst bekannten ERgonomie-gesichtpunkten konstruierte professionelle Bürostühle sogenannte "Gaming-Stühle" im "Boy-Racer"-Design (warum hat sich dieses für einen Schreibtischstuhl so unsinnige wie prollige Design eigentlich bei Gamerstühlen so durchgesetzt? Zielgruppe "jung und männlich-competitiv"? Oder liegt es daran, dass die Fußball-Trainerbänke hochklassiger Liga-Vereine "üblicherweise" im "Recaro-Racer"-Design gehalten und regelmäßig in TV-Übertragungen geschickt platziert, zu sehen sind?) überflüssig machen. Ob das nun auch eine "preiswerte" UND gesundheitsförderliche Anschaffung ist, oder man als Käufer dann doch lieber da kauft, wo seit Jahren ERfahrung im Bau und Konstruktion ergonomischen Schreibtischgestühls besteht, wird die PRaxis zeigen bzw. muss jeder für sich selbst rausfinden, idealerweise VOR dem Kauf durch ausgiebiges und vergleichendes Probesitzen am BEsten beim gut sortierten Büroausstatter oder zur Not in einem in dieser Richtung halbwegs sortimentierten Möbelhaus...
      • Von Alter_Zocker Software-Overclocker(in)
        Ja nun ist auch das MArketing hinter "Secretlab" zur Erkenntnis gekommen, das gute und nach hinlängst bekannten ERgonomie-gesichtpunkten konstruierte professionelle Bürostühle sogenannte "Gaming-Stühle" im "Boy-Racer"-Design (warum hat sich dieses für einen Schreibtischstuhl so unsinnige wie prollige Design eigentlich bei Gamerstühlen so durchgesetzt? Zielgruppe "jung und männlich-competitiv"? Oder liegt es daran, dass die Fußball-Trainerbänke hochklassiger Liga-Vereine "üblicherweise" im "Recaro-Racer"-Design gehalten und regelmäßig in TV-Übertragungen geschickt platziert, zu sehen sind?) überflüssig machen. Ob das nun auch eine "preiswerte" UND gesundheitsförderliche Anschaffung ist, oder man als Käufer dann doch lieber da kauft, wo seit Jahren ERfahrung im Bau und Konstruktion ergonomischen Schreibtischgestühls besteht, wird die PRaxis zeigen bzw. muss jeder für sich selbst rausfinden, idealerweise VOR dem Kauf durch ausgiebiges und vergleichendes Probesitzen am BEsten beim gut sortierten Büroausstatter oder zur Not in einem in dieser Richtung halbwegs sortimentierten Möbelhaus...
      • Von RAZORLIGHT Software-Overclocker(in)
        Sieht aus wie ne fast Kopie vom Fractal Refine.
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Würde jedem empfehlen, den Stuhl seiner Wünsche, besonders im Hochpreisland, vorher mal Probe zu sitzen.
        Hatte spontan einen Office Pal C40 im Outlet gekauft. Der Stuhl hat eine unheimlich große Sitzfläche. Bei mir passt es, bei anderen nicht.

        Bei dem Secretlab sehe ich keine verstellbare Nackenstütze, keine Höhenverstellung der Lordose, was besonders für kleinere Menschen den Stuhl zu groß macht.
        Daher prüfe werde sich ewig bindet ....,
      • Von aluis Freizeitschrauber(in)
        Ab 200 Euro erwarte ich gepolsterte belederte/mit Stoff bezogene Armlehnen.
      Direkt zum Diskussionsende
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