DX Racer Martian Pro im Test: Elektrischer Gaming-Stuhl mit Sitzheizung und Rückenmassage

Sitzheizung, Sitzbelüftung, Massagefunktion, elektrisch verstellbare Lehne und Lordosenstütze mit Luftkissen. Was wie das Feature-Set eines Autositzes klingt, entpuppt sich als außergewöhnliche Ausstattung des DX Racer Martian Pro, eines Gaming-Stuhls. Den zitieren wir zum Ergo-Check.

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DX Racer Martian Pro im Test: Elektrischer Gaming-Stuhl mit Sitzheizung und Rückenmassage
Quelle: PCGH

DX Racer, ursprünglich auf Rennsitze spezialisiert, ist seit Jahren im Gaming-Stuhl-Segment aktiv. Bereits 2006 stellte der Hersteller mit der Formula Series einen der ersten Gaming-Stühle überhaupt vor, der als Pionier gilt. Heute sind Gaming-Stühle ein fester Bestandteil im Peripheriemarkt. DX Racer bietet sechs Modellreihen an, darunter die Tank-Serie für große und schwere Nutzer sowie die Drifting-Serie im Supercar-Stil. Mit der neuen Martian-Reihe bringt DX Racer die ersten elektrisch verstellbaren Gaming-Stühle auf den Markt.

Kennzeichen sind eine von 90° bis 135° elektrisch einstellbare Rückenlehne und eine Airbag-Lordosenstütze. Das bislang in Deutschland nicht verfügbare Topmodell Martian Pro kostet rund 800 Euro (Martian: ca. 600 Euro) und ergänzt die Ausstattung um Sitzbelüftung, Sitzheizung und ein Massagesystem in der Rückenlehne - Funktionen, die Sie sonst eher aus Pkw-Sitzen kennen. Entscheidend ist die Frage, ob diese Extras den Sitzkomfort spürbar steigern und den Verzicht auf eine Synchronmechanik aus ergonomischer Sicht ausgleichen können. Unser Ergonomie-Check geht genau dem nach.

Ausstattung des DX Racer Martian Pro im Detail

  • Gesamthöhe (mit Basis): ca. 133,5 cm bis 140,5 cm
  • Breite (auf Schulterhöhe, auf Beckenhöhe)/Höhe Rückenlehne: ca. 58,0 cm, ca. 59,5 cm/ca. 84,5 cm
  • Breite (Außenmaß, Innenmaß)/Tiefe Sitzfläche: ca. 59,5 cm, 33,0 cm/ca. 55,5 cm
  • Gesamtgewicht: 32,4 kg
  • Material Fuß/Rollen/Sitzeinheit oder Sitzschale, Lehne/Polsterung/Bezug/Kopfstütze: Aluminium/PU/Stahl (BIFMA-zertifiziert) mit einem Elastikband und zwei schmalen (45 mm) sowie zwei breiten Querstreben (75/93 mm) für Sitz; Stahlrahmen mit zwei Querstreben sowie einer Strebenkonstruktion aus Rundstahl, an denen die 4D-Lendenstütze angebracht ist, für die Lehne/Dual-Density-Kaltschaum mit hoher Dichte (70 kg/m³, Sitzwangen) und niedriger Dichte (50 kg/m³, Sitzfläche)/EPU-Kunstleder/Kaltschaum
  • Maximale Belastung/Gasfederklasse: is 135 kg/Klasse 4
  • Mechanik: Asynchronmechanik (Frog-Tilt-Mechanismus mit 15° Öffnung), drei per Hebel blockierbare Einstellungen (90°, 110°, 135°) und Drehknopf für Federkraftverstellung
  • Weitere Extras: elektrisch per Kippschalter verstellbare Rückenlehne (90° bis 135° stufenlos), 4D-Elektro-Lordosenstütze mit zwei Luftkissen für oberen und unteren Lendenbereich, 5.000-mAh-Lithium-Akku mit bis zu 360 Stunden Laufzeit, 4D-Armlehnen mit multidirektionaler Verstellung und tauschbaren Auflagen (Magnet-System), magnetische Kopfstütze aus Memory-Kaltschaum, leise Laufrollen mit 6 cm Durchmesser (DX Racer Martian und Martian Pro); Martian Pro: Sitzbelüftungssystem (dreistufig), Sitzheizung (dreistufig), Multifunktions-Rückenmassage (Acht-Punkt-Feld, sechs Vibrationsmodi, Ein-Tasten-Steuerung)

Äußerlich unterscheiden sich der DX Racer Martian für 600 Euro und das Martian-Pro-Modell für 800 Euro kaum. Die Unterschiede findet man im Inneren des Sitzes (Belüftung/Sitzheizung) und der Lehne (Massagefunktion). Quelle: PCGH Äußerlich unterscheiden sich der DX Racer Martian für 600 Euro und das Martian-Pro-Modell für 800 Euro kaum. Die Unterschiede findet man im Inneren des Sitzes (Belüftung/Sitzheizung) und der Lehne (Massagefunktion).

DX Racer Martian: wichtige Eigenschaften in der Übersicht:

  • Zusammenbau/Zeit: sehr einfach (sehr ausführliche Anleitung)/ca. 35 bis 40 Minuten.
  • Geeignet für Körpergröße (Herstellerempfehlung/PCGH-Einschätzung): bis 195 cm
  • Verarbeitung Fuß/Höhenverstellung + Mechanik/Sitz/Lehne: sehr gut/sehr gut/sehr gut/sehr gut
  • Anpassbarkeit Rückenlehne (Winkel zur Sitzfläche): gut bis sehr gut (kann von 90° bis 135° per Kippschalter elektrisch verstellt werden)
  • Armlehnen verstellbar (Höhe/drehbar/vertikal/horizontal): ja (sechsstufig)/ja/ja/ja
  • Sitzflächenhöhe verstellbar: ja, stufenlos per Druckluftheber (7 cm Hubhöhe)/nein (unten noch ein Bild, siehe Ordner)

Die Aufbauzeit: etwas mehr als eine halbe Stunde

Wie alle getesteten Gaming-Stühle wird auch der DX Racer Martian Pro in einem großen, stabilen Karton geliefert. Der Stuhl ist mit wenig Füllmaterial verpackt, was Kunststoffmüll reduziert und den Aufbau verkürzt, weil weniger ausgepackt werden muss. Beim Zusammenbau erweisen sich Teile der Verpackung als praktisch. Um Kratzer auf dem matten Pulverlack des Aluminium-Fußkreuzes zu vermeiden, legen Sie dieses beim Montieren der Rollen auf ein Schaumstoffelement. Stellen Sie den Karton hochkant auf; dank der Stabilität können Sie die umgedrehte Sitzeinheit dort ablegen und komfortabel montieren.

DX Racer Martian Pro: Aufbau im Detail

Bevor Sie die Wippmechanik an der Unterseite des Sitzes verschrauben, sollten Sie prüfen, ob der voreingestellte Abstand der Armlehnen zu Ihrer Schulterbreite passt. Ist das nicht der Fall, lösen Sie die vier Schrauben an den Halterungen der Unterarmauflagen und schieben diese bei Bedarf zur Sitzmitte.

Beim Aufbau stellt sich die Verkabelung des Steuerelements für die 4D-Lordosenstütze und die Massagefunktion als fummelig heraus. Quelle: PCGH Beim Aufbau stellt sich die Verkabelung des Steuerelements für die 4D-Lordosenstütze und die Massagefunktion als fummelig heraus.

Für den etwa 30 bis 40 Minuten dauernden Aufbau des DX Racer Martian Pro haben sich das mitgelieferte Werkzeug mit Griff und die Kombination aus Inbusschlüssel und Kreuzschraubendreher als hilfreich erwiesen, da sich die Schrauben damit gut festziehen lassen. Etwas aufwendiger war der Einbau des 5.000-mAh-Akkus samt Verkabelung. Auch die Anschlüsse zum elektrischen Steuerkreuz für Lordosenstütze und Massagefunktion sowie zum Kippschalter in der linken Abdeckung für die elektrische Lehnenneigung des DX Racer Martian Pro erforderten etwas mehr Geduld.

Hohe Fertigungsqualität mit viel Stahl und wenig Plastik

Schon die Grundkonstruktion zeigt die hohe Materialqualität des DX Racer Martian Pro. Der Stahlrahmen entspricht dem eines Autositzes, die schwarze Pulverbeschichtung ist gleichmäßig, alle Schweißnähte sind sauber. Die Schrauben bestehen aus Chrom-Vanadium-Stahl. Abgesehen von typischen Kunststoffteilen wie Gasfederabdeckung, Bedienhebeln und den laufruhigen PU-Rollen besteht die tragende Konstruktion aus BIFMA-zertifiziertem Stahl. Das Fußkreuz mit 67 cm Durchmesser ist aus Aluminium-Druckguss gefertigt und durch zusätzliche Verstärkungen an den Streben sehr stabil.

Die Basis des Gaming-Stuhls mit außergewöhnlicher Ausstattung besteht aus einem Stahlgerüst, das dem eines Autositzes ähnelt. Quelle: DX Racer  Die Basis des Gaming-Stuhls mit außergewöhnlicher Ausstattung besteht aus einem Stahlgerüst, das dem eines Autositzes ähnelt. Die Verbindung zwischen Fußkreuz und Sitzeinheit, an deren Unterseite der Automat der Wippmechanik sitzt, übernimmt eine Gasdruckfeder der Klasse 4 mit 7 cm Hub. Diese ist bis 135 kg ausgelegt, damit eignet sich der DX Racer Martian Pro auch für schwerere Nutzer. Durch den an Autositze angelehnten Aufbau mit zwei fest verbundenen Stahlrahmen kommt eine Asynchronmechanik mit Frog-Tilt-Mechanismus und 15° Öffnungswinkel zum Einsatz; eine Synchronmechanik lässt sich mit dieser Basis nicht realisieren, da sie eine flexible Kopplung von Sitz und Lehne benötigt.

Die Polster von Sitz und Lehne liegen beim DX Racer Martian Pro weder auf einer Formholzplatte noch auf einem in einen Kunststoffrahmen gespannten Mesh-Bezug. Stattdessen dienen ein Elastikgurt sowie zwei schmale (45 mm) und zwei breite Querstreben (75 oder 93 mm) als Auflage für die Dual-Density-Kaltschaumpolster der Sitzfläche. Beim Stahlrohrrahmen der Lehne verzichtet DX Racer auf Elastikbänder und nutzt zwei breite Querstreben sowie eine rechteckige Konstruktion aus dünneren Rundstreben als Auflage für die Kaltschaumpolster. Ergänzt wird dies durch eine Halterung aus zwei Längs- und drei geformten Querstreben für die 4D-Lendenstütze und das integrierte Rückenmassagesystem.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von yeahyeahbabe Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Klemmbaustein
        Bei Kunstleder wird mir mulmig. Ob es lange hält?

        Diese Kunstlederteile sind Rotz.
        Deswegen sind gute Stühle meist ohne diesen häßlich abbröselnden Mist ausgestattet.
        Oder aus Echtleder.
      • Von yeahyeahbabe Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Klemmbaustein
        Bei Kunstleder wird mir mulmig. Ob es lange hält?

        Diese Kunstlederteile sind Rotz.
        Deswegen sind gute Stühle meist ohne diesen häßlich abbröselnden Mist ausgestattet.
        Oder aus Echtleder.
      • Von Rainer B. Trug Freizeitschrauber(in)
        Kein Airbag, kein Kauf .
      • Von Klemmbaustein Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Das "für gamer" weglassen spart nochmals 100-150€ und dann ist er fair bezahlt.
        Dieses Elektronikgerödel gefällt mir recht gut, würde, außer die Massagefunktion, aber kaum etwas von den Gimmiks nutzen.
        Sehr wichtig finde ich da die Einstellfunktionen und den grundlegenden Sitzkomfort.
        Da ist er wohl für den Preis nicht schlecht, aber wer bereit ist 800€ für einen guten Bürostuhl auszugeben, der wird merken:
        Büros mit solch teuren Stühlen sind ganzjährig klimatisiert... Sitzheizung ade.
        Ob man das andere braucht? ... Bei 800€ bin ich bei anderen Stühlen.
        Bei Kunstleder wird mir mulmig. Ob es lange hält?
        Trotzdem nicht schlecht, der Preis muß bloß etwas runter.
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